Süße Verwechslung

Wo Routine herrscht, da passieren Fehler. Meine erste Aufgabe des Tages ist meist das Aufstehen – und das, seit ich denken kann. Klar, dass dabei auch mal was schief gehen kann. Und heute war’s mal wieder soweit…

Die erste Amtshandlung zur Erweckung meiner Lebensgeister ist stets der „Power“-Schalter meiner Espressomaschine. Leuchtet er, so muss ich nur noch etwa zwei Minuten ohne fremde Hilfe wach bleiben, bevor sie ihre Betriebstemperatur erreicht hat und ich gerettet bin. Die Zeit bis dahin vergeht meist schlafwandlerisch mit dem Auffüllen frischen Brühwassers (ganz wichtig für den guten Geschmack, ein Espresso aus abgestandenen Wasser schmeckt nicht), dem Säubern des Siebträgers und Leeren des Schmutzwasserbeckens. Dann kommt mein Griff auf die Maschine, wo der Portionierer steht, Griff nach rechts oben, wo die Kaffeedose steht, diese aufgeschraubt, jenen reingesteckt und aufgefüllt, Pulver angepresst, Siebträger angedockt, Espresso marsch!

Während das Wasser sich seinen Weg durch den Kaffee bahnt, hole ich schnell eine Espressotasse aus dem Schrank und stelle sie zeitgleich unter die Maschine, während dort die ersten Tropfen Espresso kommen.

Ein typischer Stresspunkt ist an dieser Stelle die Annahme, dass sich im Schrank noch saubere Espressotassen befinden. Ist dem nicht so, muss ich in die Spülmaschine greifen (was länger dauert) oder im schlimmsten Fall sogar eine Tasse von dort erst noch abspülen. Der Espresso ist dann verloren, weil längst durchgelaufen, und ich muss mit einen zweiten machen.

Ab und zu komme ich in meiner Routine auch durcheinander und hole die Tasse bereits aus dem Schrank, bevor ich den Espresso mache. Auch das ein Risiko, denn gerade gestern habe schlaftrunken und zielgenau das Pulver in die Tasse geschüttet statt in den Siebträger.

Heute aber ist mir ein ganz neuer Fehler passiert. Statt zur Illy-Dose griff ich nämlich zur Dose mit Schokopulver, portionierte deren Inhalt und presste ihn routiniert in den Siebträger. Als schließlich die Maschine brummte, aber kein Espresso aus der klebrigen Schokomasse tropfen wollte, drehte ich den Siebträger wieder ab, und… BRRRATSCH! Eine kleine Explosion verteilte die braune Masse wie Schrot in der Küche.

Hier ein Bild der Helden meines Dramas:

illy.jpg

About Peter Eich

Mathematiker und Philosoph eigentlich, Seriengründer und Investor tatsächlich. Gründer von Inselhüpfen, Radweg-Reisen, Bikemap, Toursprung, Tourbook, Bodensee-Verlag, und Cyclesummit. Außerdem Referent, Immobilien-Investor, Pilot, NLP-Coach und Barista. Und meistens unterwegs.

5 comments

  1. hast noch ein Bild des schlaftrunkenen Protagonisten vergessen…auf dessen Mist das Drama ja seinen Lauf nahm….;-)

  2. Wo sind Stachelbeeren & Co. geblieben?

  3. my, dear, ich hätte so gern mal eine schokoladenküche gesehen. hast du denn davon KEIN bild gemacht, dummi? ;o)

  4. Solche „Unfälle“ passieren mir mit meiner Senseo-Maschine auch regelmässig. Relativ harmlos ist: Den alten Pad im Tran drin lassen und einfach nochmal einen zweiten Aufguss erzeugen. Gefährlicher ist da schon, bei hochgeklapptem Maschinenkopf die „Mach-Kaffee“ Taste drücken: Dann versprüht die Maschine kochend heisses Wasser in die Küche und evtl. in das Gesicht des trotteligen Benutzers :-(

  5. Also ich habe auch noch einen Tip: Bin morgens auch noch nicht so fit und habe mir daher eine Nesprsso-Maschine gekauft. Kann man selbst im Schlaft bedienen. Klappe hoch Kapsel rein, Hebel nach vorne, Esprosso kommt raus (o.k. es muss noch eine Tasse drunter ;-) ), trinken. Beim nächsten mal Klappe auf, fällt die Kapsel in einen Auffangbehälter, kann nix schief gehen.

    Genial und lecker :-)

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