Die schweigende Mehrheit hat gesprochen

Wow, bei Alltours wurde in der Betriebsversammlung einstimmig beschlossen, dass man keinen Betriebsrat gründen wolle. Was für eine vernünftige Entscheidung. Denn nur so kann die Firma weiterhin so erfolgreich am Markt bestehen bleiben.

Die Initiative einer einzelnen Mitarbeiterin (von über 1.000) mit Unterstützung einer riesigen Gewerkschaft wurde also glatt abgeschmettert. Natürlich versucht Ver.di nun die Schaffung des Betriebsrates gegen den Willen der Mitarbeiter auf dem Rechtsweg einklagen…

Quellen: Links und rechts.

Es ist übrigens sehr interessant die beiden Quellen zu vergleichen und sich so ein Bild über die Spiegel-Schreibe zu machen (oder auch vice versa).

About Peter Eich

Mathematiker und Philosoph eigentlich, Seriengründer und Investor tatsächlich. Gründer von Inselhüpfen, Radweg-Reisen, Bikemap, Toursprung, Tourbook, Bodensee-Verlag, und Cyclesummit. Außerdem Referent, Immobilien-Investor, Pilot, NLP-Coach und Barista. Und meistens unterwegs.

5 comments

  1. Hmm. Und wie war es jetzt wirklich? Hat man den Mitarbeitern gedroht (keine Weihnachtsgeld etc) oder nicht? Und wieso kann nur ein Unternehmen ohne Betriebsrat erfolgreich sein? Gibt es da nicht auch andere Beispiele?

  2. Klar, es gibt Beispiele von Unternehmen, die trotz (nicht wegen) Betriebsrat erfolgreich sind. Aber ich kenne viele Beispiele, wo der typische Betriebsratler das Vorankommen der Firma andauernd behindert. Das ist vor allem bei international tätigen Firmen verheerend und interessanter Weise meist ziemlich schlüssig in der einzelnen Biografie (sic) nachlesbar. Da beschließt dann jemand, nicht mehr zu arbeiten, sondern lieber zu blockieren, den Arbeitgeber nicht mehr als Freund, sondern als Feind zu betrachten usw. Ich persönlich würde viel dafür tun, mich schnell von solchen „Mit“arbeitern zu trennen, aber genau das geht ab dem Moment kaum noch, wo sie im Betriebsrat aktiv geworden sind.
    Die Interessen der Kollegen vertreten ist ein sehr legitimes Engagement. Wenn aber „alle“ Kollegen gegen eine solche Vertretung sind, dann ist das in meinen Augen ein sehr starkes Indiz, dass sich da nur ein leistungsunwilliger Mitarbeiter in die Unkündbarkeit hinüberretten wollte, von wo aus er der Firma (und damti auch den Kollegen) sicher mehr geschadet als genutzt hätte.

  3. Natürlich braucht nicht jedes Großunternehmen einen Betriebsrat. Das sollen die Mitarbeiter entscheiden.

    Deiner Aussage „Denn nur so kann die Firma weiterhin so erfolgreich am Markt bestehen bleiben.“ muss ich widersprechen.

    Ein Beispiel: Ein sagen wir mal befreundeter Vorstandsvorsitzender eines großen deutschen Automobilkonzerns war am Anfang seiner Tätigkeit mit einem höchst defizitären Betrieb und einer sehr misstrauischen Gewerkschaft konfrontiert.

    Seine Aufgabe war die Sanierung. Er hat das Vertrauen der Gewerkschaft gewonnen und in der Folge gemeinsam mit ihr Modelle entwickelt, notwendigen Mitarbeiterabbau mit Auffanggesellschaften, die sich um Folgejobs kümmerten, abzufedern.

    Heute hat das Unternehmen etwas weniger Mitarbeiter und ist (v.a. auch durch andere Maßnahmen) profitabel und langfristig überlebensfähig.

    Ich geb dir recht: Hätte es keinen Betriebsrat gegeben wäre das Unternehmen noch profitabler. Nur wäre der Hauptstandort in Deutschland geschlossen worden und neue Produktionsstätten in Osteuropa entstanden.

    Und das ist der Punkt: Betriebsräte haben Verantwortung den Mitarbeitern, Vorstände den Eigentümern gegenüber. Wenn beide konstruktiv zusammenarbeiten, werden beide Stakeholder-Gruppen zufriedengestellt. Nicht Shareholder-Value sondern Stakeholder-Value.

  4. @Helge: Holla, Saufbruder Ferdinant? Salut!

    Ich widerspreche dir kaum, aber im Fall von Alltours dann doch. Die nämlich können m.E. nur „patriarchaisch-dynamisch“ gegen die Großen der Branche bestehen.

Kommentar verfassen