Es sind nicht die Römer, die spinnen!

Hier der Wortlaut der Vorlesung von Papst Benedikt, gehalten am 12.9.2006 in der Uni Regensburg.

In der Rede fordert Benedikt einen Dialog der Religionen und sagt der Ausübung von Gewalt im Namen von Religion ab. Eigentlich keine schlechte Idee.

Was jedoch zurzeit „drüben“ bei unseren islamischen Freunden ankommt, hat – ähnlich wie im Karrikaturenstreit – nichts mehr mit dem zu tun, was hier wirklich passiert ist. Da sagt ein Muslim zum anderen „Der Papst hat unsere Gefühle verletzt“. Oder vielmehr sagen das gerade ganz viele Muslime zu ganz vielen Muslimen, und schon geht’s wieder los und die Fläche beginnt zu brennen. Was hier tatsächlich passiert ist und was der Papst tatsächlich gesagt hat, scheint ihnen völlig unerheblich.

Mal sehen, wie schnell nun in Iran die Flaggen des Vatikan als Brennvorlagen produiert werden können. Mit den dänischen hatte es ja nur knapp zwei Wochen inklusiver landesweiter Verteilung gebraucht.

Ich wehre mich dagegen, bei derart emotionalem, unsachlichem, verzerrendem und alles und jedes nur auf Ehre und Stolz reduzuierendem Verhalten in der islamischen Welt den Fehler für diesen Konflikt bei mir und bei uns zu suchen. Weder im Karrikaturenstreit noch bei der Rede des Papstes.

Vielmehr verteidige ich das Recht auf freie Meinungsäußerung. Es wird in dänischen und deutschen Zeitungen bitteschön weiterhin karrikiert (auch wenn außer „Die Welt“ alle anderen deutschen Zeitungen leider nicht den Mut zur Pressefreiheit besaßen und vor dem Muselmob eingeknickt waren), und es wird in deutschen Universitäten bitteschön weiterhin so geredet, dass man mehr als einen Satz im Zusammenhang hören muss, um die Rede zu verstehen. Den Dialog der Religionen soll es geben, aber bitteschön ohne dabei in die Knie gehn zu müssen, sei es aus Angst vor der Gewaltbereitschaft der anderen, oder sei es um mit ihnen auf Augenhöhe reden zu können.

Kennt ihr das Buch Hurra, wir kapitulieren von Henryk M. Broder? Ich habe es vor ein paar Tagen gelesen, broder.jpgund seine durchaus kontroverse aber vor allem herrlich spitze Feder hat mir diesbezüglich wirklich aus der Seele gesprochen.

Interesse daran? Ich verschenke 10 Exemplare dieses Buches. Bitte einen entsprechenden Hinweis in den Kommentar und eure Postadresse per Mail an mich (Wie? Ganz rechts unter „Email me“).

Ach, und übrigens: ich habe nicht zufällig „kontroverse Feder“ geschrieben…

About Peter Eich

Mathematiker und Philosoph eigentlich, Seriengründer und Investor tatsächlich. Gründer von Inselhüpfen, Radweg-Reisen, Bikemap, Toursprung, Tourbook, Bodensee-Verlag, und Cyclesummit. Außerdem Referent, Immobilien-Investor, Pilot, NLP-Coach und Barista. Und meistens unterwegs.

15 comments

  1. ich hätte gerne ein exemplar! möchte dir aber im gegenzug das hervorragende „fundamentalismus im kampf umd die weltordnung“ schenken, von tariq ali. die beiden bücher ergänzen sich wunderbar.

    broder hatte ich hier schon mal kommentiert (erster kommentar).

    [NOCH 9 EXEMPLARE ÜBRIG]

  2. Ich stimme dir uneingeschränkt zu. In unserer Gesellschaft leben wir nach unseren Regeln und dazu gehört die Freiheit der Meinung, der Rede, der Kunst. Wer diese Freiheiten einschränken will, ganz gleich aus welchen Gründen, bedroht unsere Freiheit und unsere Art zu leben. Das gilt im übrigen auch für jene Philister, die Madonnas Auftritte verhindern wollten.
    P.S. Ich würde Broder gerne mal lesen.

    [NOCH 8 EXEMPLARE ÜBRIG]

  3. Ich, ich, ich :)
    Wäre echt toll, wenn du noch ein Exemplar übrig hättest.

    [NOCH 7 EXEMPLARE ÜBRIG]

  4. ja ich auch, bitte. das layout erinnert mich ein wenig an bild-kampagnen, trotzdem (und dank des titels) klingt das alles sehr interessant. einmal mehr bedauere ich es, „wie man mit fundamentalisten diskutiert ohne den verstand zu verlieren“von hubert schleichert gelesen zu haben, das hat zwar keinesfalls mit dem islam zu tun, könnte aber die bevorstehenden diskussionen (sofern es überhaupt noch dazu kommt) etwas bereichern.

    [NOCH 6 EXEMPLARE ÜBRIG]

  5. das buch von schleichert kann ich auch sehr empfehlen. und das von broder würde ich gerne mal lesen, bin also dankbarer abnehmer.

    [NOCH 5 EXEMPLARE ÜBRIG]

  6. ich stimme dir in allem zu. die geforderte entschuldigung seitens des papstes ist meiner meinung auch völliger unsinn, zumal- wie du schon gesagt hattest- die äußerung komplett aus ihrem zusammenhang gerissen wurde. buch? würd ich mich drüber freuen, falls ich mittlerweile nr. 11 bin, macht das auch nichts; dann danke für den buchtip! und nochmal vielen dank für die cd’s.

    [NOCH 4 EXEMPLARE ÜBRIG]

  7. . . . möchte auch ein Buch haben . . .

    [NOCH 3 EXEMPLARE ÜBRIG]

  8. Schokokuchen-Jennie…!

    [NOCH 2 EXEMPLARE ÜBRIG]

  9. Darf ich auch noch eins, bitte?

    [NOCH 1 EXEMPLAR ÜBRIG]

  10. Ok, bevor eines liegen bleibt: Das letzte würde ich dann gerne nehmen :-)

    [ALLE 10 BÜCHER SIND WEG]

  11. und jetzt bin ich gespannt auf die Reaktionen der Leser …

  12. Warum auch immer der Trackback nicht funktioniert hat, aber danke für das Buch!

  13. Ich bin hocherfreut Peterlein, welche Multiplikation der Broder-Anstoß bei Dir hier erfährt. Selbst wenn Broder sich streckenweise mehr verletzt als verletztend offenbart, selbst wenn seine teils sehr polemischen Attitüden gerne über das Ziel hinausschießen, das Fundament seiner Beobachtungen ist überaus klarsichtig und leider-leider eine derzeit fast singuäre Erscheinung unter Deutschlands Intellektuellen. Broder ist ein gesellschaftlicher Seismograph, in der Funktion des frühneuzeitlichen Hofnarren. Es ist geradezu schockierend und beschämend, wie wenig seine Sicht der gesellschaftlichen Auseinandersetzungen das aktuelle Tagesgespräch durchdringt.

    Und unbedingt die hochgelehrten, kritischen und brutal punktgenauen, mutigen Werke von Bassam Tibi lesen – einem der besten Kenner des Islam, der der deutschen Sprache mächtig ist.

  14. Übrigens: es lohnt sich beinahe, die Lektüre mit dem letzten Kapitel zu beginnen!!

    Unbedingt – gerade zur letzten Seite – auch lesen, ein Buch voller Wahrheit:
    Joachim Fest – Über die offene Flanke der offenen Gesellschaft, Siedler 1993.

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