Ein offener Veranstalter

Eben erfuhr ich vom Missgeschick eines befreundeten Reiseveranstalters, der beim Katalogversand versehentlich seine internen Kommentare ins Adressfeld übernommen hat.

Ein Kunde rief an und verlangte Auskunft darüber, warum “Lästiger Kunde” unter seiner Adresse stand.

Hahaha!

Müllkampf gewonnen!

Wow, das saß!

Nur kurz im Telegammstil zusammengefasst:

Noch abends erhielt ich einen Anruf des zuständigen Abteilungsleiters der EBK auf mein Handy mit dem Hinweis, dass noch am selben Abend ein zweiter Container gebracht, und morgens dann beide gemeinsam geleert würden.

Auf meinen Hinweis, dass wir uns bereits “selbst geholfen” hätten, bekam ich die nochmalige Versicherung, dass der zweite Container dennoch in wenigen Minuten gebracht werden würde. Doch ich lehnte dankend ab, die Leerung am Morgen würde reichen, sagte ich.

Morgens kam dann der Anruf des zuständigen Angestellten, der sich zuerst bei meinem Kollegen in der Zentrale entschuldigte, und anschließend bei mir persönlich am Telefon. Der Container war in diesem Moment bereits geleert, und der vergessliche Fahrer von der Betriebsleiterin persönlich “um einen Kopf kürzer” gemacht worden

Später am Morgen (in meiner Abwesenheit) kam dann nochmal jemand von den EBK persönlich bei uns vorbei, entschuldigte sich erneut und ließ für eventuelle Probleme seine Visitenkarte da, damit wir nun einen direkten Ansprechpartner hätten.

Nur von der Tasse haben sie kein Wort verloren… vermutlich lesen die Müllmänner kein Blogs.

Schade!

Müll entsorgen statt reden!

Seit wir im neuen Büro sind, haben wir einen kostenpflichtigen Container für Altpapier von den Ensorgungsbetrieben Konstanz (EBK).

Genaugenommen bezahlen wir nicht nur für den Container, sondern auch für dessen regelmäßige Leerung, doch damit nehmen es die EBK scheinbar nicht so genau – zumindest nicht vergangenen Dienstag.

Darum riefen wir am Mittwoch dort an und bekamen eine nachträgliche Leerung noch am selben Tag versprochen. Am Donnerstag waren wir schon etwas klüger, riefen am Vormittag an, um das selbe Versprechen nochmal entgegen zu nehmen. Als am Nachmittag noch nichts geschehen war, riefen wir nochmals an, und wieder wurde uns noch für den selben Tag eine Leerung versprochen.

Am Freitag dann das gleiche Spiel, zwei Mal von meinem einen Kollegen, und gegen Nachmittag nochmals von einem anderen Kollegen. Letzterer drückte in höflichen Worten deutlich unsere Unzufriedenheit aus, worauf seitens der EBK einfach aufgelegt wurde.

Abends dann äußerte ich meine Bedenken ob der Fähigkeit meines Mitarbeiters, so etwas einfaches, wie eine Leerung der Mülltonne zu veranlassen.

Und heute merkte ich, wie unrecht ich ihm tat.

Morgens telefonierte ich selbst mit dem Herrn der EBK, frug ihn, was mich nun noch glauben machen könnte, dass seinen Versprechen Taten folgen würden, und tatsächlich – ich glaubte ihm.

Am Nachmittag dann das selbe Spiel erneut, denn der Container war noch immer nicht geleert worden.

Und als ich eben auf die Uhr schaute und erkannte, dass die Dienstleister der EBK um 16:10 bereits alle im Feierabend waren, da fuhr ich einfach rüber. Trat so lange gegen die Tür, bis jemand öffnete. “Herr XY hat Feierabend und ist in einer Besprechung” – “Nein, nach der Besprechung hat er keine Zeit mehr für einen Rückruf, erst morgen wieder” – “Nein, ich kann ihn in der Besprechung nicht stören”.

Dann habe ich* kurzerhand mit ein paar Kollegen sämtliche Kartonagen und Papiere in einen Sprinter geladen, die nicht mehr in den übervollen Container passten, und es den Entsorgungsbetrieben vor die gläserne Haupteingangstür geschmissen.

Mal sehen, wie sie morgen darauf reagieren werden. Ich bin jedenfalls bereit, das so lange täglich zu wiederholen, bis in unserem Container wieder Platz für unseren Abfall ist.

PS: Ja klar, für eine Kaffeetasse mit Logo der EBK vergesse ich das alles wieder ;)

(* = literarisches Ich eines fiktiven und juristisch nicht zu belangenden Erzählers, ähnlich wie bei O.J.)