Entwicklungshilfe abschaffen

Es gibt ein paar Ideen und Slogans, die sind so provokativ, dass ich sie noch nicht äußere, sondern nur zitiere – auch wenn ich manche davon durch meine Afrika-Reise besser verstehen gelernt habe.

Zu diesen Slogans gehören:

  • Entwicklungshilfe abschaffen
  • Rekolonialisiert Afrika
  • Entwicklungshilfe hilft Tyrannen bei der Unterdrückung
  • Echte Reformen beginnen immer mit Selbstkritik
  • Kultur der Verantwortungslosigkeit

Hier sind ein Artikel aus der Zeit und ein Beitrag von Helge, in dem die Themen angerissen werden.

Und hier sind die Bücher der im Zeit-Artikel erwähnten Autoren (Amazon-Link zugunsten von Laafi):

About Peter Eich

Mathematiker und Philosoph eigentlich, Seriengründer und Investor tatsächlich. Gründer von Inselhüpfen, Radweg-Reisen, Bikemap, Toursprung, Tourbook, Bodensee-Verlag, und Cyclesummit. Außerdem Referent, Immobilien-Investor, Pilot, NLP-Coach und Barista. Und meistens unterwegs.

6 comments

  1. Von „Rekolonialisiert Afrika“ möchte ich mich bei der Gelegenheit – bevor nur ansatzweiser Verdacht besteht – ganz klar distanzieren. Unfug.

  2. Ja, Unfug. Habe ich aber aufgenommen, weil es indirekt im Titel des Zeit-Artikels steht.

  3. Hallo, so weh es mir einerseits tut solche Texte zu lesen muß ich doch zugeben, daß daran viel glaubhaftes ist.
    Mein Studienfreund Fidel, der in den 8o er und 90 er Jahren im Kongo und anderen Schwarzafrikanischen Ländern und auch in Nordafrika als Siedlungswasserwirtschaftler gearbeitet hatte ( Von deutschen Ing.büros eingesetzt) sagte mir nach seiner Rückkehr als Quintessenz:
    Am besten würden wir Europäer und Industriestaatler diese Völker ganz in Frieden lassen und von dort verschwinden.
    Damals konnte ich diese Aussage nicht annehmen zumal ja auch mein Traum war, in der Entwicklungshilfe zu arbeiten.
    Nach weiteren Jahren deutet auf jeden Fall vieles daraufhin nur in der Art zu helfen wie es bei der nubischen Lehmbauweise für Westafrika geschieht. Der DED früher wollte auch in dieser Richtung Projekte fördern. Das war aber unglaublich entbehrungsreich für die vor Ort beteiligten Europäer.
    Gruß vom nachdenklichen
    Alten Hans

  4. Weg mit der Entwicklunghilfe für Nigeria

    Ich lebe seit 1,5 Jahren in Nigeria und arbeite hier im Vertrieb für eine große deutsche Firma.
    Als jemand der die Lage vor Ort und die Mentalität der Menschen kennt, kann ich sagen, daß ich Entwicklungshilfe für dieses Land als völlig sinnlos ansehe.

    Diese Meinung wird von den meisten hier lebenden Ausländern und (den ehrlichen, intelligenten) Einheimischen geteilt.

    Wenn man die Mitarbeiter der Hilfsorganisationen mit schicken Geländeautos im Hilton in Abuja absteigen sieht (es gibt durchaus andere Hotels, die in Ordnung sind und weniger als die Hälfte kosten), wird es fraglich, wie selbstlos diese Organisationen sind.
    Leider wird meistens von Leuten über Entwicklunghilfe gesprochen, die noch nie vor Ort waren.

    Wo bleiben die Milliarden, aus dem Ölgeschäft? Der nigerianische Staat erhält über die Hälfte der Öleinnahmen. Andere Ölländer strotzen nur so vor Wohlstand (Dubai, Saudi Arabien, Kuwait, etc..). Dort sind die gleichen „bösen Ölfirmen“ mit ähnlichen Verträgen wie in Nigeria tätig, nur werden die Einnahmen dort besser reinvestiert.

    In Nigeria hungert niemand. Das Klima eignet sich hervorragend für die Landwirtschaft und man kan das ganz Jahr über ernten.
    Bevor hier Entwicklungshilfe gesammelt und gespendet wird bzw. deutsche Steuermittel verplempert werden, sollen die nigerianischen Milliardäre erstmal ihr Geld im eigenen Land investiern und nicht auf das sichere schweizer Konto einzahlen. Es gibt kaum reiche Einheimische die nennenswert investieren, es wird umgekehrt aber von den europäischen und amerikanischen Firmen immer nach Investitionen verlangt.

    Mit Entwicklungshilfe wird nur die Passivität der Menschen hier gefördert. Wir sollten endlich aufhören ein schlechtes Gewissen zu haben und sinnlos Geld zu spenden. Die Afrikaner wollen uns immer einreden sie Weißen seien Schuld an der Misere.

    Wir sollten den korrupten reichen nigerianischen Politikern ihr Geld mit freundlichen Grüssen und der Empfehlung in ihr eigenes Land zu inverstieren zurückschicken. Wenn dieses Geld in die Infrastruktur und die (zur Zeit fast nicht vorhandene) Industrie gesteckt wird es diesem Land evtl. irgendwann besser werden.

    Eine weitere Empfehlung: Diskussionen über Entwicklungshilfe immer unter der Anwesenheit von Jemandem der das Land und die Mentalität wirklich kennt (nicht nur von einer kleinen Schnupperreise).

  5. @GB: So leicht ist es leider auch nicht. Korruption kommt nicht in erster Linie von korrupten Politikern, sondern vor allem auch von denen, die sie korrumpieren. Und das sind nur allzuoft europäische und amerikanische Firmen, nicht nur im Ölgeschäft.

    Wenn du in Nigeria im Vertrieb arbeitest, dann weißt du vermutlich nur zu genau, wovon die Rede ist.

    Beruhige mit der Forderung nach Abschaffung der Entwicklungshilfe nicht leichtfertig dein Gewissen.

  6. Ich finde man sollte das einfach anders hand haben. Entwicklungshilfe so wie sie bisher betrieben wurde ist fraglich. Nach Afrika werden spenden geschickt, doch wäre es nicht Sinnvoller statt spenden Leute in dieses Land zu schicken die den Afrikanern zeigen wie man auf eigenen Beinen steht?
    „Gib einem Mann einen Fisch und er ist für einen Tag satt, zeig ihm wie man Fischt und er hat nie wieder Hunger“

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