home

Beiträge vom Juli, 2007

Bikemap in der FAZ

Sonntag, 22. Juli 2007

faz1.jpg
Die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung hat heute ihr Rätsel der Woche in Bikemap versteckt:

Finden Sie eine von mir angelegte Route, die in einer “ulkigen” Stadt beginnt und durch ein ehemaliges DDR-Tagebaugebiet führt.

Leider war unser Server überraschend den halben Sonntag mit anderen Dingen beschäftigt, so dass viele FAZ-Leser vor verschlossenen Türen – und wir vor unserem eigenen administrativen Rätsel – standen. Doch gegen 14 Uhr lief dann plötzlich alles wieder, und bis zum frühen Abend hatten wir mit 5.000 neuen Routen-Kilometern, knapp 3.000 Besuchern und über 12.000 Seitenaufrufen unseren neuen quantitativen Rekord.

Aber auch qualitativ war der FAZ-Artikel überaus schmeichelnd:

Endlich gibt es ein Online-Werkzeug, mit dem man Radtouren vernünftig planen kann. Schon seit Jahren warte ich auf so etwas, und nun ist es unter www.bikemap.de realisiert.

Da fühlen sich alle geschmeichelt, der Master of Html, die Masterin of Screendesign, der Master of Code, der Master of Concept und auch der Master of the Idea.

Riesenmaschine lobt Bikemap

Donnerstag, 19. Juli 2007

Bei der Konzeption von Bikemap haben wir uns sehr gezielt von anderen Radtouren-Portalen abheben wollen, weil diese in unseren Augen viel zu wenig benutzerfreundlich sind.

Zwar gibt uns sie große Akzeptanz von Bikemap Recht, und sie zeigt, dass wir zumindest einiges besser machen als die anderen. Aber so direkt und flott gelobt wie heute von der Riesenmaschene wurden wir selten:

Endlich mal ein leckeres Mashup: Bei www.bikemap.de kann man Radtouren planen, anlegen und anderen zur Verfügung stellen. Die Bedienoberfläche ist so gelungen und intuitiv, dass man sich von ihr angezogen fühlt wie eine Fruchtfliege von einem Apfelsaft-Balsamico-Cocktail. Ohne lästigen Registrierungsvorgang sucht man sich über das integrierte GoogleMaps einen Kartenausschnitt, markiert Start-, Endpunkt und Zwischenstationen mit Zeichenstift – fertig ist die Tour. [...]

Wer seine Tour fertig gebastelt hat, kann sie abspeichern und dem Rest des Internets zur Verfügung stellen. Erst in diesem Augenblick wird optional (!) eine User-Registrierung angeboten. Das ist dermassen dezent, dass Damien Rice wie ein blinder Wüterich daneben ausschaut.

Mein Dank hierfür geht vor allem an Helge!

Open Street Map

Mittwoch, 18. Juli 2007

Warum bietet Google seine Karten-Dienstleistungen (Google-Maps) gratis an? Weil Microsoft und Yahoo es auch tun. Warum bietet Yahoo seine Karten-Dienstleistungen gratis an? Weil Microsoft und Google es auch tun. Und warum bietet Microsoft seine Karten-Dienstleistungen gratis an? Weil Google und Yahoo es auch tun.

Nun habe ich lange genug Logik unterrichtet, um zu wissen, dass

nicht [(a -> b) -> (nicht a -> nicht b)]

Und insbesondere natürlich

nicht [(a -> b -> c) -> (nicht a -> nicht b -> nicht c)]

Oder in normalen Worten: wenn einer der beiden sein Gratis-Angebot abschafft, dann werden es die beiden anderen nicht zwangsläufig auch tun.

Ich wage aber zu behaupten: wenn zwei es abschafften, so würde der dritte nachziehen.

Das ist das Damokles-Schwert über allen Anwendungen, die Google-Maps & Co benutzen. Das Projekt Open Street Map ist der absolut ehrenwerte Graswurzelversuch, solche Kartendaten zu einer Art öffentlichem Eigentum zu machen.

openmap1.jpg
Wie? Indem lauter Freiwillige mit GPS-Geräten ausgerüstet die gefahrenen Straßen dokumentieren und in das wiki-ähnliche Projekt integrieren.

Update 19.7.: Es stimmt, Vater dieses Gedanken ist Blogfather Helge.

Holidaycheck am Bodensee

Mittwoch, 18. Juli 2007

Zusammenfassung: Holidaycheck funktioniert nicht für die Planung eines Bodenseeurlaubs, weil die Navigation nicht funktioniert, viel zu viele “gefälschte” und (noch) zu wenig echte Bewertungen darin enthalten sind.

Holidaycheck ist der deutschsprachige Marktführer für Hotelbewertungen (58 Mio Euro Umsatz, 38 Mitarbeiter, 174.000 Visits und 1,2 Mio Seitenaufrufen am Tag und eine fast immer gute Presse).

Die Kollegen sitzen Luftlinie keine zwei Kilometer von mir entfernt, und abends sieht man sich gelegentlich in den hiesigen Kneipen.

Der Schwerpunkt der Bewertungen von Holidaycheck liegt bei typischen Ferienhotels und Ferienanlagen am Mittelmeer, also bei Reisezielen, die man gewöhnlich über Reisebüros bucht. Das ist nicht verwunderlich, denn der hinter die Bewertungen gestellte Verkauf genau solcher Reisen ist die Cash-Cow von Holidaycheck. Und wem man online eine Reise verkauft hat, der bewertet sie auch schon fast selbstverständlich anschließend auf derselben Seite. Also eine Spirale hin zu Ferienhotels.

Ein typisches Hotel könnte z.B. das Hotel Club Mega Saray sein, denn es hat 735 Bewertungen und 250 Bilder.

Schaue ich mir 10 dieser dieser Bewertungen an, so halte ich 8 davon zweifellos für authentisch. Sie sind in verschiedenen Spachstilen geschrieben, äußern zum Teil Kritik, haben etliche Rechtschreibfehler (Deppen Leer Zeichen und Hyperlative sind ein wichtiger Indikator). Die anderen beiden könnten echt sein oder im Auftrag des Hotels geschreiben sein – ich bin mir nicht sicher. In jedem Fall geben mit die Bewertungen das Gefühl, echte User-Meinungen gefunden zu haben.

Funktioniert Holiday-Check auch am Bodensee?

Um Hotelbewertungen vom Bodensee in Holidaycheck zu finden, muss man sich kategorisch hinarbeiten, also z.B. so: Europa – Deutschland – Baden-Württemberg – Konstanz anklicken, um dann die Konstanzer Hotels zu finden.

Diese Navigation ist in einer Region wie dem Bodensee gänzlich unbrauchbar, denn wir haben 3 Länder, 2 Kantone und 2 Bundesländer als Anreiner, und viele kleine Orte, die potentielle Touristen niemals namentlich auswählen könnten.

Eine Suche über “Bodensee” führt leider nicht zur Ferienregion, sondern nur zu den Hotels, die “Bodensee” im Namen führen, und eine geografische Suche z.B. über eine Google-Map bietet Holidaycheck nicht an.

Also ein dickes Minus für die Findability von Holidaycheck am Bodensee!

Jetzt zu den Bewertungen. Ich suche drei Hotels in drei Städten und schaue dort jeweils in 10 Bewertungen. Beziehungsweis ich tue das nicht, weil ich zu große Mühe habe Hotels zu finden, die mindestens 10 Bewertungen haben.

Also nehme ich das, das und das Hotel.

Um niemandem zu nahe zu treten (ich stehe mit allen Hotels am Bodensee in Geschäftsbeziehung) halte ich mich ein wenig zurück. Aber meinen Tenor spreche ich aus: ich halte die meisten der von mir gelesenen Bewertungen für vom Hotel geschrieben. Zum Beispiel diese hier, in der ein “Gast” darüber schreibt, dass alle 30 Zimmer modern eingerichtet seien (welcher Gast kennt alle Zimmer?), oder darüber, dass es in Lindau keine Alternative zu diesem Hotel gebe (welcher Gast kann alle Hotels vergleichen?).

Und von dieser Art sind die Mehrzahl der von mir gelesenen Bewertungen der o.g. Hotels. Sie klingen wie Texte aus Hotelprospekten, sind meist im selben Sprachstil geschrieben und “verraten” sich durch die falsche Perspektive.

Einem Hotel ist es nicht wirklich etwas vorzuwerfen, wenn es solche Texte verfasst oder verfassen lässt. Ich kenne keinen Autor, der sein Buch nicht selbst bei Amazon gelobt hat, und es spricht eher für das Hotel, wenn es über Holidaycheck (also über Kundenmeinungen) nachdenkt.

Holidaycheck kann nicht viel gegen solche genzwärtigen Bewertungen tun, denn mit Sicherheit weiß man es nie von einer einzelnen Bewertung, ob sie von einem Gast geschrieben wurde oder nicht (das gilt auch für mich im zitierten Fall). Erst in ihrer Summer erkennt man den “Betrug”.

Was Holidaycheck am Bodensee (neben einer brauchbaren Navigation) fehlt, ist die Masse an Bewertungen, gegen die ein Rezeptionist nicht mehr anschreiben kann. Solbald ein Hotel 100 Mal (im besten Fall von 100 verschiedenen IP-Adressen und PC-Konfiguarationen) bewertet wurde, so traue ich der Sache. Eine einstellige Zahl von Bewertungen wie der oben verlinkten jedoch traue ich nicht.

Und darum (leider) auch nicht Holidaychek als Wegweiser für den Bodensee.

Aus eQuisto wird Spreadshirt

Mittwoch, 18. Juli 2007

Eben teilt mir 1&1 mit, dass eQisto (funktionierte nie gut) aufgegeben und stattdessen Spreadshirt (funktioniert meistens nicht gut) angeboten wird.

Das ist wie Regen und Traufe…

Update am 18.7.07:

Kaum hatte ich den Beitrag veröffentlicht, bekam ich ein Mail von einem “Brand Evangelist” von Spedshirt, der freundlich frug, ob ich ihm Details für meine Kritik verraten würde. Das tat ich postwendend (schilderte meine z.T. schlechten Erfahrungen), und darauf antwortete er mir, gab meiner Kritik sogar Recht (“ist einfach ein verfahren was nicht so rockt”) und gab mir Tipps, wie ich meine nächste Bestellung (Vektor statt JPG und somit anderes Druckverfahren) in besserer Qualität erhalten könne.

Lieber Mario Sixtus, ist es nicht typisch für das Web2.0, wenn in einem StartUp die Kommunikation mit Bloggern besser funktioniert als das Produkt?

Bikemap 0.4 ist online

Dienstag, 17. Juli 2007

Nun geht es wieder Schlag auf Schlag, und unser Baby wird nicht nur täglich größer, sondern auch immer wieder besser. Eben ging die Version 0.4 von Bikemap online, und zwei wichtige neue Funktionen sind:

Es lassen sich nun Touren vom GPS-Gerät direkt in Bikemap hochladen (und anschließend verändern).

Die Funktion der Routen-Suche wird mit steigender Touren-Dichte immer wichtiger. Darum haben wir jetzt das Einblenden der Touren bei Mouseover aktiviert, und ich finde es funktioniert ganz wunderbar.

Bikemap

Eine Unterschrift…

Dienstag, 17. Juli 2007

…kann viel bewirken.

Link zum Film bei Youtube.

Coole Idee

Montag, 16. Juli 2007

Ich erfahre eben von einer Großbank, dass dort im Tower ab morgen die Anzugs- und Kravattenpflicht zugunsten des Klimaschutzes gegen eine um 3 Grad höhere Raumtemperatur (und somit weniger Leistung der Klimaanlagen) eingetauscht wurde.

Die Idee ist simpel und gut.

Mal sehen ob der empfundene soziale Druck die Kleidungsnormen dennoch aufrecht erhalten wird.

(So gesehen sind wir legeren Touristiker ja mal wieder die absoluten Vorreiter)

Der grüne Bart

Sonntag, 15. Juli 2007

Mein liebster Essay über den Bodensee (which is: mein liebster See) stammt von Hermann Kinder, und er scheibt von der Abgerundetheit der Landschaft, der Sämigkeit der Luft, und er erwähnt darin den sogenannten grünen Bart, der einem als Provinzblinder vom Bodensee mit der Zeit wächst.

Der grüne Bart ist eine Metapher von Martin Walser* (auch er wohnt hier), der einen vergessen lässt, wie die anderen Menschen leben, hinter dem (mitunter nicht sehr weiten) Horizont, der uns umgibt.

Dieser Horizont wiederum ist es, den man regelmäßig überschreiten muss, um der Provinzblindheit zu entgehen – und um zu kontrollieren, ob das, was bei uns nur im Feuilleton steht, woanders auch wirklich passiert.

Die Mönche im späten Mittelalter, also lange nachdem die Reichenau der intellektuelle Nabel der westlichen Welt war, und lange bevor AirBerlin mehrmals täglich in die Metropolen flog, diese Mönche zogen ihren Horizont entsprechend eng. Sie blieben oder wurden provinzblind, ihnen wuchs dieser grüne Bart, und ihre Klöster gingen alsbald müßigganggesättigt (Doppeldoppelgeh!) ein.

Dieser Spagat zwischen dem Inhalieren der sämigen Luft und dem Stutzen des grünen Bartes macht mir ungeheuren Spaß, und ich möchte darum nirgends anders leben als am Bodensee.

Gestern war wieder so ein sämiger Tag. Grillen direkt am See, auf einem dieser wunderschönen und absolut privaten Grundstücke, die man niemals kaufen kann, in einem Stückchen wirklich heiler Welt.

Grillen am See

* Vermutlich hätte Walser (1, 2, 3) besser von grünen Augenbrauen schreiben sollen 8;-)

Bodensee ist schön, aber nicht cool

Freitag, 13. Juli 2007

Dies ist die Altersverteilung der Touristen, die bei uns eine Radreise um den Bodensee gebucht haben.

Altersverteilung Bodensee

Ich sehe darin zwei Berge und dazwischen ein Tal.

Der erste Berg sind Kinder zwischen 5 und 15 Jahren, und der zweite Berg sind Erwachsene zwischen 40 und 70 Jahren. Beide zusammen ergeben die typischen Touristen am Bodensee (im gesamten Durchschnitt vermutlich noch um 5 Jahre nach rechts verschoben, wenn man vom Rad-Touristen auf alle Touristen schließt).

Im Tal zwischen den beiden Gruppen leben die jungen Erwachsenen zwischen 20 und 35 Jahren, und sie verbringen ihren Urlaub irgendwo, aber nicht am Bodensee.

Warum ist das so? Warum ist der Bodensee zwar schön, aber alles andere als cool? Was unterscheidet den Bodensee zum Beispiel vom Gardasee, der sowohl schön als auch cool ist?

Spannend ist auch die Frage, ob wir zu Recht davon ausgehen, dass die jungen Tal-Bewohner in 20 Jahren tatsächlich den Bodensee favorisieren werden, nur weil sie in der Zwischenzeit älter geworden sind.

Ist die Verbannung und das aktive touristische Verschweigen der Funsportarten am Bodensee vielleicht eine Bedrohung unserer touristischen Zukunft?

Ich freue mich auf eure Antworten – insbesondere von den viele “stillen” Touristikern vom Bodensee, die meinen Blog zwar lesen, sich aber so selten zu Wort melden.