Bodensee ist schön, aber nicht cool

Dies ist die Altersverteilung der Touristen, die bei uns eine Radreise um den Bodensee gebucht haben.

Altersverteilung Bodensee

Ich sehe darin zwei Berge und dazwischen ein Tal.

Der erste Berg sind Kinder zwischen 5 und 15 Jahren, und der zweite Berg sind Erwachsene zwischen 40 und 70 Jahren. Beide zusammen ergeben die typischen Touristen am Bodensee (im gesamten Durchschnitt vermutlich noch um 5 Jahre nach rechts verschoben, wenn man vom Rad-Touristen auf alle Touristen schließt).

Im Tal zwischen den beiden Gruppen leben die jungen Erwachsenen zwischen 20 und 35 Jahren, und sie verbringen ihren Urlaub irgendwo, aber nicht am Bodensee.

Warum ist das so? Warum ist der Bodensee zwar schön, aber alles andere als cool? Was unterscheidet den Bodensee zum Beispiel vom Gardasee, der sowohl schön als auch cool ist?

Spannend ist auch die Frage, ob wir zu Recht davon ausgehen, dass die jungen Tal-Bewohner in 20 Jahren tatsächlich den Bodensee favorisieren werden, nur weil sie in der Zwischenzeit älter geworden sind.

Ist die Verbannung und das aktive touristische Verschweigen der Funsportarten am Bodensee vielleicht eine Bedrohung unserer touristischen Zukunft?

Ich freue mich auf eure Antworten – insbesondere von den viele „stillen“ Touristikern vom Bodensee, die meinen Blog zwar lesen, sich aber so selten zu Wort melden.

About Peter Eich

Mathematiker und Philosoph eigentlich, Seriengründer und Investor tatsächlich. Gründer von Inselhüpfen, Radweg-Reisen, Bikemap, Toursprung, Tourbook, Bodensee-Verlag, und Cyclesummit. Außerdem Referent, Immobilien-Investor, Pilot, NLP-Coach und Barista. Und meistens unterwegs.

10 comments

  1. Sehr beeindruckend die Grafik. Wäre aber schrecklich wenn alle den Bodensee entdecken würden, dann müsste man den Radweg 4-spurig ausbauen.

    Michael

  2. Radwege 4-spurig auszubauen ist eine gute Idee. Da würden sich Inlineskater und Radfahrer endlich nicht mehr so in die Quere kommen.

  3. @Helge: Das klingt witziger als es ist. Im Stanley-Park in Vancouver gibt es das, und es ist DAS Skater-Paradies in Westkanada geworden.

    Die Tour rund um die Konstanzer Bucht (vom Hörnle via Konstanz/Kreuzlingen bis Bottighofen und per Schiff zurück) wäre z.B. eine Attraktion, die bundesweit Aufmerksam in der Zielgrupper der Skater auslösen würde.

  4. Du gehst davon aus, das die Leute die im Tal sind, nur weil sie nicht bei dir buchen, automatisch nicht an den Bodensee kommen?
    die 15 bis 20-jährigen kommen einfach nur zum campen an den Bodensee und die 20 bis ca.25-jährigen übernachten wahrscheinlich bei Freunden in irgendeiner Studentenbude.
    Und du wunderst dich über dieses Tal?
    Ich kenne niemand in meinem Alter, der auf die Idee käme, eine Reise zu buchen um an den Bodensee zu fahren. Man setzt sich einfach ins Auto und fährt „runter“. Bodensee ist doch cool.

  5. Ich glaube auch, dass wir einfach immer viel zu statistikgläubig sind. Die Jungen tauchen in den meisten Statistiken einfach nicht auf. Sie lassen sich keine Prospekte schicken, buchen keine Packages, schlafen nicht in Hotels usw. Aber sie sind da. Geliebt sind sie aber nicht. Weder bei den Hoteliers noch bei den Gastronomen. Sie lassen nicht genug Geld da, feiern am liebsten einfach so am See und stören dabei die „feine“ Gesellschaft, die sofort nach Verboten und Polizei ruft. Da denkt keiner soweit, dass er die zahlenden Gäste von Übermorgen vor sich hat.

  6. Aus der Altersverteilung Deiner Kunden auf die Verteilung am Bodensee zu schliessen, halte ich für sehr gewagt.

    Der erste Berg Deiner Statistik, ist am Bodensee, weil ihm keine Wahl blieb (Kind, Enkel, Konfirmand, Schüler, usw.)

    Die im Tal sind auch da. Da gebe ich Matthias recht, aber sie sind viel spontaner: „schönes Wetter? Laß uns an den See fahren. Übernachten? Freunde, Bekannte, alte Studienkollegen, oder einfach am See“
    Auch für die Leute im Tal ist der See toll! Aber sehr wetterabhängig.

    Der zweite Berg (gehöre dazu), die möchten vielleicht etwas planen. Warum? Kinder! Wenn ich irgendwo hinfahren will, möchte ich vorher wissen: was mache ich bei schlechtem Wetter? (Ohne Kind: lese ich vielleicht mal den ganzen Tag; mit Kind muss etwas unternommen werden!). Überdachte Spielplätze, Einkaufsmöglichkeiten, Therme? usw.
    Des Weiteren achte ich auf Nähe zu Kinderspielplätzen, und Kinderfreundlichkeit an sich (Hotels, Kinderräder).

    Wenn ich alleine unterwegs bin, ist mir doch wurscht, ob es den Kindern langweilig ist, oder nicht. Man kommt schon durch. Unter u.U. isst man auch 3 Tage hintereinander Nudeln mit Soss. Und das Fahrrad bringe ich selbst mit.

    Ein anderer Punkt ist: der zweite Berg, das sind einfach die finanzkräftigeren Menschen. Die können sich einen geführten / geplanten Radurlaub leisten (ich habe mich noch nicht mit Deinen Preisen auseinandergesetzt :-)). Mit 23 oder 25 musste ich schon mehr aufs Geld schauen.

  7. @Benno
    Außerdem wärest Du wahrscheinlich mit 23 nie auf die Idee gekommen, eine Pauschalreise zu buchen, oder? Nicht nur wegen des Preises. Bei mir war das jedenfalls so. Alles ging spontan, wie du schon schreibst.

  8. Na klar sind die „drunt im Tal“ auch da, jedenfalls in Konstanz. Allerdings radeln die meisten von Ihnen statt um den See täglich zum Gießberg. (Die meisten jedenfalls :) Und an von der Wetterfee besonders begünstigten Tagen stapeln sie sich am Hörnle – wo sie ebenfalls hingeradelt sind… Da isses nämlich für Konstanzer Verhältnisse voll cool – jedenfalls im Wasser.

  9. Aber eins ist klar, Funsportarten sind fast überall verboten !!!!!! und deshalb fahre ich lieber an den Gardasee !!!!!!!!!!! wir könnten hier die coolsten trails für mtbler haben, Wassersportarten ohne Ende, und auf den Campingplätzen ist um 9 nachtruhe ja gute nacht ihr 20 bis 30 jährigen . Ich gebe dem verfasser total recht !!!

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