Ich bin nicht erpressbar…

…auch nicht mit diesem Bild von mir, das mich zeigt im (modisch noch völlig) unschuldigen Alter von 15 Jahren, als ich mit dem Rad von Karlsruhe an den Bodensee fuhr.

Diese Reise änderte mein Leben. Vier Jahre später nämlich zog ich zum Studieren an den Bodensee, und weitere sieben Jahre später begann ich Radreisen am Bodensee zu organisieren.

Unterdessen ist der von mir gegründete Bodensee-Radweg Service Deutschlands größter Radreise-Veranstalter, und ein Neider aus Wien versucht mich gerade mit diesem Bild zu erpressen (siehe Kommentar Nr. 4).

Darum komme ich ihm zuvor und versöhne mich hier und jetzt mit diesem leider etwas heiteren Kapitel meiner modischen Vergangenheit.

bp2.jpg

Sonnenuntergang über dem Bodensee

Bei gutem Wetter hat der Konstanzer Flugplatz nicht nur bis 19 Uhr, sondern bis zum Sonnenuntergang geöffnet. Das nutzte ich gestern für einen Flug über der Reichenau und anschließend über den Wolken.

Sonnenuntergang Reichenau

Sonnenuntergang Wolken

Mit dem Rad von Manali nach Leh

Eben sind 20 Gigabyte alter und nun endlich gescannter Dias auf meinem Tisch gelandet. Darunter auch viele Bilder, von denen ich gar nicht mehr gewusst hatte, dass es sie gibt.

Besonders gefreut habe ich mich über die Fotoserie meiner Radtour über das Himalaja, als ich 1996 von Manali bis Leh geradelt bin. Diese Foto-Serie werde ich in den Blog aufnehmen, und als Vorgeschmack hier schonmal der (topografische) Höhepunkt der Reise: der Taglang-Pass, mit 5.360 Meter der zweithöchste Pass der Erde.

Hier könnt ihr die erste Etappe der Tour bei Bikemap sehen. Leider ist die Karte von Kaschmir in Google-Maps noch so ungenau, dass ich den exakten weiteren Routenverlauf noch nicht herausgeunden habe. Zu lang ist’s her…
Taglang La

PS: Das auf dem Foto ist übrigens viel höher als ich mit meinem Flugzeug fliegen kann.

PPS: Nun ist das Foto-Album meiner Radtour von Manali nach Leh online

Couchsurfing

cs.jpgVor zehn Jahren bin ich mit dem Rad einmal quer durch Kanada gefahren – vom Pazifik zum Atlantik in 52 Tagen. Am siebten Tag meiner Reise habe ich in Princeton, British Columbia, mein Zelt erstmals nicht versteckt im Wald, sondern mit Erlaubnis im Garten einer Familie aufgebaut. Kaum war ich damit fertig, wurde ich von dieser freundlichen Familie ins Gästezimmer des Hauses und zum gemeinsamen Abendessen eingeladen.

Am nächsten Morgen war mir klar, dass diese Begegnung mindestens genauso spannend gewesen ist wie die zu ihr führene Radtour durch die Rocky Mountains.

Also versuchte ich ab diesem Moment jeden Abend mein Zelt im Garten eines Hauses aufzubauen, das groß genug schien für ein Gästezimmer. Und ich war überrascht, dass ich fast jeden Abend erneut in das Haus einer kanadischen Familie eingeladen wurde.

Am Ende der Reise hatte ich nicht nur ein großartiges Land per Rad durchquert, sondern auch etwa 40 gastfreundliche Familien kennen gelernt – und meine Reise dadurch ungemein bereichert.
Ich kehrte mit dem Vorsatz zurück, ab sofort auch ein Gastgeber für Radtouristen zu werden. Doch das ist am Bodensee gar nicht so einfach. Bei mehreren Hundertausend Radlern pro Jahr ist deren Anblick (im Gegensatz zu Kanada) derart gewöhnlich und die Inrastruktur für Radler (nicht zuletzt durch meine Arbeit) so gut, dass solche Kontakte kaum zustande kommen können.

Mein Vorsatz geriet darum zehn Jahr lang in Vergessenheit, und seit ein paar Tagen ist er wieder da!

Weil Helge mich auf Couchsurfing gestoßen hat.

Das ist ein Netzwerk von gastfreundlichen Leuten, die über ziemlich ausgeklügelte Anfrage- und Bewertungssysteme ihre Couch (oder ihr Gästezimmer) zur Verfügung stellen. Natürlich nicht uneingeschränkt, sondern nur per Nachfrage, und oftmals nichtmal das, sondern z.B. nur den Radtschlag eines Einheimischen zu einem Kaffee usw.

Couchsurfing ist ein nicht-kommerzielles Projekt, getragen von vielen freiwilligen Helfern, und allein schon wegen dieses Commitments jedem vergleichbaren kommerziellen Ansatz weit überlegen.

Die Zahl der neuen Mitglieder (pro Woche) wächst ungefähr so:

40 neue Mitglieder pro Woche im Januar 2004
100 neue Mitglieder pro Woche im Juli 2004
150 neue Mitglieder pro Woche im Januar 2005
900 neue Mitglieder pro Woche im Juli 2005
1400 neue Mitglieder pro Woche im Januar 2006
2500 neue Mitglieder pro Woche im Juli 2006
3000 neue Mitglieder pro Woche im Januar 2007
6000 neue Mitglieder pro Woche im Juli 2007

Die Seite ist sehr unübersichtlich gestaltet (und bewahrt vielleicht so auch ihren Graswurzelcharme), aber die implementieren Funktionen sind wirklich toll gemacht.

Und morgen kommen meine ersten Gäste…!

Radfahren macht dumm…

…oder wie sonst könnte ich erklären, dass ich vor acht Jahren z.B. das Theorem von Löwenheim-Skolem verstanden hatte, es erklären konnte und es vor allem ungeheuer bedeutsam fand (wegen der noch viel wichtigeren logischen Sätze, denen es den Weg bereitete).

Eben bei Wikipedia zufällig drüber gestolpert – und nix mehr kapiert. So schnell kann’s kommen (und wieder gehen).

Flugzeug auf Laufband

Im Januar erschien im MacUser-Forum diese Frage

Ein Flugzeug steht auf einem 3000 Meter langen Laufband, so groß und breit wie eine Startbahn.

Eine Geschwindigkeits-Steuerung setzt das Laufband automatisch in Bewegung, sobald die Räder des Flugzeugs anfangen zu drehen. Und zwar mit der gleichen Geschwindigkeit, nur in die entgegengesetzte Richtung.

Das Flugzeug versucht zu starten. Was passiert? Wird es abheben?

Sechs Monate und mehrere Tausend Foren-Beiträge später war man sich dort noch immer nicht einig.

Ende Juli griff die Süddeutsche Zeitung das Thema auf, und die Diskussion geht dort noch immer weiter und treibt mitunter logische und/oder physikalische Blüten.

Die schönste Antwort habe ich jedoch bei YouTube gefunden:

Lieber Blogger vom Bodensee…

…du schreibst einen wirklich lesenswerten Blog über den Bodensee. Zumindest auf den ersten Blick.

bodenseeblog.jpg

Auf den zweiten Blick erkennt man jedoch, dass du Texte, Gedichte und vor allem Fotos ziemlich dreist von diversen Webseiten klaust, zum Teil sogar anonymisierend veränderst und dann dafür benutzt, mit deinem Blog Werbe- und Affiliate-Einnahmen zu erziehlen.

Auf den dritten Blick finde ich etliche Fotos von mir, dazu einige von mir gut bekannten Kollegen – und wir alle haben eines gemeinsam: nämlich dir nie gestattet mit unseren Fotos Geld zu verdienen.

Nur eines kann ich auf deinem Blog nicht finden: einen Hinweis darauf, wer du bist und wie man dich erreichen kann.

Da du offensichtlich regelmäßig Fotos von mir klaust, hoffe ich für dich, dass du nun diesen Beitrag liest (oder wenigstens Technorati, Backlinks und Konsorten auswertest) und dich jetzt ratzfatz bei mir meldest.

Sollte ich nämlich bis Donnerstag, den 16. September um 12 Uhr noch immer nicht wissen, wer du bist und was du dir dabei (nicht) gedacht hast, so werden sich diese Freunde von mir bei dir melden. Und vermutlich auch diese und diese.

Update: Offenbar liest du meinen Blog, denn kaum einen halben Tag nach Veröffentlichung dieses Artikels war dein Blog offline. Dennoch erwarte ich, dass du dich bei mir meldest.
Dein Copyright-Verstoß wird durch das Löschen weder rückgängig gemacht noch gemildert, und die Seiten habe ich natürlich alle ausgedruckt…

Stadtpläne für den Bodensee

Der Bodensee ist mit gut 10 Millionen Übernachtungen pro Jahr eine der größten Tourismusregionen Deutschlands. Dennoch überrascht der hiesige Tourismus immer wieder mit einer sehr niedrigen Innovationsrate.

Ich habe mir darum angewöhnt, mehrmals pro Jahr andere touristische Destinationen zu bereisen, um dabei zu recherchieren, welche touristischen Produkte, Dienstleistungen und Infrastrukturen ich dort vorfinde, die es am Bodensee (noch) nicht gibt.

Die große Ausbeute solcher Reisen überrascht mich immer wieder, und in meinem Büro habe ich eine randvolle “Inspirations-Kiste” angehäuft.

Im Juni war ich ein paar Tage in Kopenhagen, und dabei sind mir die dortigen Stadtpläne aufgefallen. Ich hatte fünf verschiedene kostenlose Stadtpläne vorgefunden, die von verschiedenen Stellen herausgegeben werden. Zum Vergleich: vom Bodensee gibt es (außer unserem Radweg-Flyer) keine kostenlose Landkarte, und von Konstanz keinen kostenlosen Stadtplan.

In Hamburg, München, Mailand und Rom fand ich jedoch ein ähnliches Angebot wie in Kopenhagen.

Nach meiner Rückkehr brauchte ich darum nicht lange für die Entscheidung, dass auch wir kostenlose und nur durch Werbung finanzierte Pläne vom Bodensee und seinen jeweiligen Städten heraugeben können und sollten. Wegen der bereits fortgeschrittenen touristischen Saison entschied ich mich für hohes Tempo und ließ die Pläne der ersten Städte sofort zeichnen – damit die erste Version noch diesen Sommer erscheinen kann und zur Saison 2008 dann die verbesserten zweiten Auflagen fertig sein werden.

stadtplan.jpg

Heute wurden die Blöcke der A3-großen Abreißpläne an die ersten Hotels, Campingplätze, Jugendherbergen und Touristinformationen ausgeliefert.

Von der Entscheidung bis zu den fertigen Produkten sind also nur acht Wochen vergangen.

Eine starke Leistung meines Teams und vor allem der Grafiker, die wegen Hochsaison und der parallelen Produktion unserer Reisekataloge nur nebenbei daran arbeiten konnten und etliche Male erst nach Mitternacht heim kamen…

Danke dafür!!!

[mygal=070807_stadtplaene]

Lob für Bikemap

Zwei kleine aber feine Aussagen über Bikemap nähren den Stolz auf unser Baby:

Die Kurfpfalznotizen meinen, Bikemap sei zurzeit “eine der interessantesten deutschen Webseiten”, und OgleEarth schreibt, Bikemap sei “with nice design” and “definitely worth a look”.

Es wird Zeit für unsere englische Version…

HRS versus Holidaycheck

Holidaycheck ist auf dem deutschen Markt der “Erfinder” von Hotelbewertungen. Im Jahr 2000 haben sie auf privater Ebene mit dem Sammeln von Hotelbewertungen begonnen, ab 2004 wurde Holidaycheck richtig kommerziell. Zwischen 2003 und 2007 wurde Holidaycheck als Marktführer quer durch alle Medien empfohlen (übrigens völlig zu Recht), und mit der schieren Zahl von Bewertungen lagen sie bislang unangefochten vorne.

Die Bewertungen und der Verkauf von Reisen sind eng miteinander verknüpft. So kam Holidaycheck erst nach einigen Jahren darauf, dass man nach dem Lesen von Hotelbewertungen auch geneigt ist, beim Geber dieser Transparenz mit Vertrauen eben jene Reise zu buchen, über die man soeben neutral und hilfreich informiert wurde.

Also: aus Hotelbewertung folgt Hotelbuchung. Und Holidaychecks Cashcow wurde fortan das eng mit dem Portal verknüpfte Internet-Reisebüro.

Doch die Korrelation funktioniert insbesondere auch in umgekehrter Richtung. Denn wer bei Holidaycheck eine Reise gebucht hat, der wird mit recht hoher Wahrscheinlichkeit anschließend auch dieselbe Reise dort bewerten.

Darum hat Holidaycheck einen starken Schwerpunkt von Bewertungen solcher Reisen zu Ferienanlagen, die man typischerweise im Reisebüro bucht.

Was ich lange nicht verstanden hatte, war die Trägheit aller großen Buchungsportale und Veranstalterkonzerne, die es Jahre lang versäumt hatten, im Anschluss an den Verkauf von Reisen dieselben bewerten zu lassen und diese Bewertungen wiederum neuen Kunden als vertrauensbildende Maßnahme zur Entscheidungshilfe zu Verfügung zu stellen.

Ich verfolge den Markt der touristischen Bewertungen nur mit einem halben Auge, aber seit etwa einem halben Jahr sehe ich immer mehr “große” Veranstalter und Reiseverkäufer das Konzept von Holidaycheck kopieren und Hotebewertungen sammeln. Und in genau diesem Zeitraum haben die Gründer von Holidaycheck ihre Firma (oder einen großen Teil davon) an Tomorrow-Focus verkauft. Als ich damals davon erfuhr, dachte ich: “das war keine Sekunde zu früh…”

Und gestern fiel mir dieser Vergleich auf (Screenshots von den jeweiligen Startseiten):
vergleich.jpg

Wenn ich das richtig verstehe, so hat HRS (ein großes Hotelbuchungsportal) in nur einem Monat mehr Bewertungen gesammelt als der ehemalige Marktführer Holidayckeck seit Firmenbestehen in sieben Jahren.

Das zeigt erstens, wie viel schneller man Bewertungen “nebenbei” sammeln kann, wenn man ein laufendes Kerngeschäft hat.

Und es zeigt zweitens vermutlich auch, dass Holidaycheck nun rapide an Relevanz verlieren wird.
(Auch wenn die Bewertungen von Holidaycheck viel umfang- und damit hilfreicher sind als die von HRS. Der Pressesprecher von Holidaycheck hat auf meine Nachfrage angekündigt, sich bald zu diesem Thema zu äußern. Ich bin gespannt.).

Vor allem aber zeigt es drittens, dass Bewertungen in sämtlichen Nischen gesammelt werden können und müssen – nämlich genau dort, wo die Nischenprodukte verkauft werden. Das Sammeln von Bewertungen geht also erst richtig los.

Praktikant aus Berlin

Am Bodensee herrscht eigentlich Vollbeschäftigung, und dennoch sind die Praktikumsplätze beim Bodensee-Radweg Service so heiß umkämpft, dass es nur die besten der Besten schaffen.

Gestern zum Beispiel war Peter Friedrich (MdB) bei uns für einen Tag zu einem Schnupperpraktikum im Betrieb.

MdB Peter Friedrich

Da ich ihm nach Ende des Praktikums leider keine Aussicht auf Festanstellung bieten konnte, wird er nach der Plenarpause wieder in seinen Job als Mitglied des Bundestags zurückkehren.

Wo er seinen Kollegen in Berlin dann erzählen kann, wie der Hase am Bodensee so läuft.

IBT launcht neues Web (ohne Konstanz)

Heute hat die IBT die alte “offizielle” Webseite www.bodensee-tourismus.com vom Bodensee durch den neuen Inhalt ersetzt, der schon länger unter www.bodensee.eu erreichbar war.

Im neuen Web funktioniert zwar ganz vieles noch nicht richtig, aber dennoch ist es schon jetzt eine deutliche Verbesserung gegenüber der alten, die seit einem knappen Jahr ohne Update “on hold” gehalten worden war.

Was ich jedoch nicht verstehe ist die regionale Einordnung von Konstanz. Kann mir jemand sagen, in welcher Region sich  Konstanz versteckt? Ich hab’s partout nicht gefunden…

Michaels Mannenbach

Auf besonderen Wunsch von Michael (seinen Blog lesen!) reiche ich noch ein Luftbild von Mannenbach nach – und damit mein Gallery-Tool das auch frisst, mache ich gleich eine kleine Galerie weiterer Luftbilder vom gestrigen Zeppelinflug draus…

[mygal=070731mannenbach]

Mit dem Zeppelin über den Bodensee

Eben noch für den WDR ultraleichte Kreise um den Zeppelin gedreht, und im nächsten Augenblick selbst drin gesessen. Gute zwei Stunden (oder in anderen Worten: genau vier Gigabyte) lang drehten wir in einem Charterflug unsere Kreise über unseren liebsten Flecken des westlichen Bodensees.

Endlich konnte ich Luftbilder machen ohne dabei selbst zu fliegen. Endlich konnte ich meine Weitwinkelobjektive benutzen ohne immer gleich eine Flügelstrebe im Bild zu haben. Und endlich konnte ich vibrationsfrei Teleaufnahmen machen.
zepp.jpg

Hier sind ein paar meiner Bilder:

[mygal=070731zeppelin]

Lust auf mehr Luftbilder? Gibt’s zusammengefasst wie immer in der Kategorie Luftbilder.