Support von TomTom eine Katastrophe

tomtom2.jpgVor knapp über einem Jahr habe ich ein TomTom Go 910 gekauft (die Gewährleistung ist also seit 22 Tagen abgelaufen). Morgen reise ich in die USA, und ich stellte erfreut fest, dass im Lieferumfang auch die Karten von Nordamerika enthalten sind.

Ein Blick ins Gerät offenbarte jedoch, dass genau diese Karte von TomTom nicht aufgespielt worden war.

Im Lieferumfang enthalten sind Product-Keys für Karten-Updates von Europa und Nordamerika. Diese helfen jedoch nicht, wenn fehlende Karten aufgespielt werden müssen.

Der Anruf beim Support von TomTom war eine Grenzerfahrung. Die Dame am Telefon erklärte mir in einem agressiven Wortschwall, es würden jeden Tag (!!!) Kunden mit diesem Problem bei TomTom anrufen. Ich sei doch – genau wie diese anderen Kunden – selber Schuld, wenn ich online bei Ebay oder Amazon ein Gerät von TomTom kaufen würde, denn „TomTom könne doch wohl nicht dafür geradestehen, wenn Amazon defekte Geräte verkaufe“. Ich solle stattdessen lieber bei MediaMarkt einkaufen.

Ich frug sie, ob der Fehler wirklich von Amazon oder nicht vielleicht eher von TomTom verursacht sei, weil Amazon mir doch nur ein verpacktes und eingeschweißtes Paket verkauft hätte, genau so, wie es auch der MediaMarkt tun würde. Darauf erbat sie sich eine Denkpause (mit Musik in der Leitung), um anschließend zu antworten „Da könnten sie Recht haben“.

Ihr nächster Satz war: „Aber Herr Eich, aber wenn Sie beim Kauf des Gerätes den Fehler gemacht haben, die Software nicht auf Vollständikeit zu überprüfen, dann können Sie doch jetzt nicht kommen, und uns die Schuld dafür geben.“

Auf meine Frage, ob ich das bloggen und bei Amazon in der Kritik angeben dürfe, meinte sie doch tatsächlich, dass sie das Gespräch mit mir jetzt beenden wolle, da sie sich sonst zu sehr über mich ärgern müsse. Dann legte sie grußlos auf.

Auf der Webseite von TomTom steht:

Wir möchten Ihnen nicht nur die besten Navigationsprodukte bieten, sondern darüber hinaus auch umfangreiche Supportressourcen zur Verfügung stellen.

Die Wirklichkeit hingegen ist:

(a) TomTom besitzt die Dreistigkeit, mir die Schuld dafür geben, dass ich ein unvollständiges Produkt gekauft habe.

(b) TomTom will mich dazu bewegen, dass ich offline bei MediaMarkt einkaufe.

(c) TomTom hat mich für immer als Kunden verloren.

(d) Ich warne von nun an alle davor, ein TomTom-Gerät zu kaufen.

Übrigens verrät ein Blick in die Kritken bei Amazon, dass es nicht nur mir so geht. Der Support von TomTom ist wohl nicht nur momentan, sondern dauerhaft eine Katastrophe.

Also: Hände weg von TomTom!

About Peter Eich

Mathematiker und Philosoph eigentlich, Seriengründer und Investor tatsächlich. Gründer von Inselhüpfen, Radweg-Reisen, Bikemap, Toursprung, Tourbook, Bodensee-Verlag, und Cyclesummit. Außerdem Referent, Immobilien-Investor, Pilot, NLP-Coach und Barista. Und meistens unterwegs.

10 comments

  1. vielen dank! ich wollte mir nämlich ungelogen genau dieses gerät demnächst zulegen. auf anraten unserer beider lieblingskusine.
    na, warte. wenn die aus dem urlaub wieder kommt… ;)

  2. Augenwischerei eines notorischen Nörglers… Von mir bekommt TomTom eine 1. Das Geld (und damals war es noch richtig viel) was ich 2005 für’s TT One ausgegeben habe war jeden Cent wert – mir blindem Maulwurf hat es nach drei verzweifelten Medion-Anläufen extrem gute Dienste geleistet. Einmal Tomtom – immer Tomtom.

  3. AAH.
    und was soll ich bitteschön jetzt machen?!?!?
    hm?

  4. @ kusine: z.B. bei BP mal nachhaken, wer oder was ihn durch die (un)wegsamen Gefilde Mallorcas geführt hat…

  5. Riecht doch etwas nach dem berühmten „Montagsgerät“ , aber witzig, dass immer wieder Leute versuchen auf privaten Homepages, die auch Geschäfts-Seiten sein sollen Politik für oder gegen etwas zu machen.
    Meine Erfahrung mit bislang drei TT´s ist durchweg positiv…aber ich muss mir auch mal ne Internetseite basteln, um Produkte oder Servicegesellschaften schlecht darzustellen, die mir übel aufgestossen sind. tztz

  6. @Stephan: Das ist nicht „witzig“ oder „Politik“, das ist die neue Qualität der Konsumgesellschaft: Die Stimme der Kosumenten ist jetzt laut und unüberhörbar.

    Firmen, die das noch nicht verstanden haben, sollten das Cluetrain-Manifest lesen anstatt Kampfposter zu schicken (ok, böse Unterstellung).

  7. @Kusine: Ich fahre gerade quer (ok, längs) durch die USA mit einem Garmin StreetPilot c330 und bin sehr zufrieden. Er ähnelt eigentlich dem TomTom, nur dass er (a) über alle versprochenen Karten verfügt, (b) ein Stellrädchen für die Lautstärke hat (gut für schnelles leise-Stellen), und vor allem (c) sich der grausame „Hausfrauenmodus“ (= Fahrtrichtung statt Norden oben) ausschalten lässt.

  8. oh peter! du wagemutiger! jetzt, in den sicheren USA, außer reichweite vom bösen Stephan, lässt es sich leicht provokante sprüche über bessere navigeräte als TOMTOM klopfen.

    aber wenn du wieder deutschen boden betreten hast, dann kann ich dich nicht beschützen. auch wenn ich drei monate älter bin.
    nur dass dus weisst.
    nicht dass es dann wieder das heulende elend gibt.

    ;)

  9. TRAURIG ABER WAHR ICH BIN SEIT 6 WOCHEN in kontakt per e-mail horror service FINGER WEG von TOMTOM
    ich habe das RAIDER ich frage mich wie eine solche firma noch existieren kann denn ohne zufriedene kunden verkaufen sie nix

    gruss

    Goetti

  10. Hallo,

    nach dem Studieren mehrerer Test von Navigationsgeräten habe mir im Juli 2009 ein TomTom XL IQ-Routes Europe (42 Länder) mit TMC gekauft.

    Das Gerät läßt sich leicht und intuitiv bedienen und führte mich bislang ans Ziel. Als ich dann das Betriebssystem bzw. die Karte mit „TomTom HOME“ aktualisieren wollte, schien dies problemlos über die Bühne gehen. Leider ließ sich das Gerät anschließend aber nicht mehr starten, weil die Karte erst „aktiviert“ werden müsse.

    Von nun an erwies sich die Unterstützung von TomTom als grauenhaft, das Internet lieferte keine Antworten, die E-Mail bestand aus vorgefertigten Textbausteinen („… führen Sie einen Reset durch …“) und das Gerät lief trotzdem an, brach aber das Hochfahren ab, da es keine Karte finden könne. Telefonische Unterstützung über Gebühr ist kein Service, sondern eine kostenpflichtige Dienstleistung – in meinen Augen also Abzocke. Ich ließ das Gerät dann innerhalt der gesetzlichen Rückgabefrist von 14 Tagen an den Versandhändler Reichelt zurückgeben, der es ohne Probleme annahm, von TOMTOM eine neue Software aufspielen ließ (angebelich war versehentlich eine falsche Version installiert) und es funktionierte.

    Was mich jetzt noch stört, ist, daß das Gerät nach dem Anschließen an den PC nicht mehr navigiert und es dann erneut wieder zurückgesetzt bzw. erneut mit TomTom HOME aktulisiert werden muß. Nach mehreren Monaten Nutzung stört mich jetzt nur noch die Qualität der Karen – so hat mich das TomTom tatsächlich über schmale Feldwege lotsen wollen, die nur für landwirtschaftlichen Verkehr zugelassen sind. Außerdem ist die Kettelerstraße in 66822 Landsweiler bei Lebach nicht mehr erreichbar, nachdem eine manuelle Kartenkorrektur durchgeführt wurde (siehe Google oder Yahoo Maps): Die Unterführung durch den Bahndamm in der Habacher Straße ist im TomTom nicht eingezeichnet, aber der einzige öffentliche Weg, um den Ort Landsweiler verlassen zu können. Dafür wurde ein Fußgängerüberweg über die ehemalige Bahntrasse als für Autos befahrbar dargestellt und von TomTom zur Navigation benutzt, obwohl eine ca. 1 m breite Treppe bestimmt nicht für Automobile gedacht ist.

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