Republikanisch, akademisch oder monarchistisch – wie sehen Airlines ihre Kunden?

Es ist sehr aufschlussreich zu vergleichen, wie verschiedene europäische Fluglinien die Daten ihrer Kunden aufnehmen.

Fangen wir mit der Lufthansa an. Wer sich von der größten deutschen Airline am Flughafen ausrufen lassen möchte, der kann seinen Namen und bei explizitem Wunsch auch seinen akademischen Titel im Laufsprecher hören.

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Ganz bundesrepublikanisch mordern und korrekt zerfallen Lufthansa-Kunden also in Frauen und Herren, die gegebenenfalls verschiedene akademischer Grade zur Schau tragen können.

Da unsere eidgenössischen Nachbarn kürzlich von uns erworben wurden (naja, zumindest ihre wichtigste Airline von der unsrigen, aber gefühlt muss das wohl dasselbe gewesen sein), hat auch Swiss dieselbe Anredeformen wie Lufthansa.

Die zweitgrößte deutsche Fluglinie Air Berlin hat kürzlich Anteile an der österreichischen Fly Niki erworben. Und mit ihr zugleich die österreichische Eigenart, den akademischen Titel zur unbedingten und etwas komplizierteren Anrede zu machen:

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Unsere republikanischen Nachbarn im Westen sind an dieser Stelle ganz postrevolutionär- konsequent geblieben, denn in Frankreich sind alle Herren gleich, und alle Frauen auch: die Air France möchte eventuelle Titel ganz ausdrücklich erst gar nicht wissen:

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Und spätestens an dieser Stelle drängt sich die Frage auf, wie es unsere monarchistischen Freunde von der Insel mit dieser Frage halten.

Das Formular von British Airways gibt darauf eine klare Antwort. Hier hier zählen die durch Sprache, Geburt, Konfession,  Jungfräulichkeit, Regierungs- und Militärgrad verdienten Titel noch was – oder ist dieses Eingabefeld etwa das Angebot eines Fluges in die europäische Vergangenheit?

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Idee: Alex Bainbridge.

About Peter Eich

Mathematiker und Philosoph eigentlich, Seriengründer und Investor tatsächlich. Gründer von Inselhüpfen, Radweg-Reisen, Bikemap, Toursprung, Tourbook, Bodensee-Verlag, und Cyclesummit. Außerdem Referent, Immobilien-Investor, Pilot, NLP-Coach und Barista. Und meistens unterwegs.

3 comments

  1. Wäre noch interessant wie die Österreicher es handhaben, die haben doch auch so einen Titelfimmel.

  2. @Michael … siehe Fly Niki ;-)

    @BP: fehlt nur noch das Eingabefeld für den ganz persönlichen Kosenamen (vielleicht hören manche dann besser?!) … “Herr Thomas “Schneuzelchen” Meier bitte zu Gate 7B” …

  3. Lasst folgendes doch mal ausrufen: “Die Herren Miyuk Zimshrid und Camminit Crazzen bitte am Lufthansa-Schalter in Terminal 2 melden”.
    Lest die Namen einfach mal phonetisch!

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