Na hoffentlich hält diese Erlebnisdichte nicht mehr lange an, sonst komme ich mit dem Bloggen nicht nach…
Jetzt muss ich ein wenig ausholen: Ich bin auf dem Weg zu einer Konferenz in Australien, verbringe wegen mangelnder Flüge eine Nacht in Singapur, und in meinem Gepäck sind neben Business-Anzug etc. auch mein Fahrradhelm, etliche Trikots, Klickpedale usw. für die Veranstaltungen, an denen ich teilnehmen werde (diese und diese), und weil ich öffentlich gewettet habe, musste ich auch noch meine Laufsachen mitnehmen, damit Andrea und Katja die 99 Kilometer nicht vor mir voll haben…
Neben dem ganzen Sportzeug habe ich aber auch Kataloge vom Radweg-Service und vom Inselhüpfen im Gepäck. Je 20 Stück davon bringen gleich mal 15 Kilo auf die Waage.
Wie gut, dass ich Frequent Traveller bin und mit der Singapore-Airlines fliege. Ersteres erlaubt ein erhöhtes Freigepäck, und zweitere ist nun ja auch Mitglied in der Staralliance.
Dachte ich.
Stattdessen musste ich feststellen: das gilt für alle teilnehmenden Airlines außer dieser, darum sind genau 20kg frei, jedes weitere kostet 83 Franken. Also über 2000 Franken zusätzlich. Hier und jetzt. Oder mal runtergerechnet: 30 Euro pro Katalog!
Kommt aber noch dicker. Ab Singapur fliege ich mit Quantas weiter. Ganz anderes Lager, und darum wird für die zweite Hälfte meiner Strecke eine neue und zusätzliche Gebühr fürs Übergepäck fällig.
Packe ich gestern am Flughafen also zuerst so viele Kataloge aus, wie möglich, und dann auch noch all meinen Charme. Wirklich bis aufs letzte Gramm. Bleiben einerseits nur noch 15 Kilo zuviel, doch an der anderen Front komme ich nicht weiter, als dass frau sich am Schalter um 10kg zu meinen Gunsten verrechnet. Also 5 statt 15 Kilo sind noch immer 5 Kilo zu viel. Granit! Und somit noch immer über 400 Franken.
Durch die Diskussionen verpasse um ein Haar auch noch den Flug (“boarding closed”, “bittebittebitte”, “boarding wieder geöffnet”…), die Airmiles wurden versehentlich nicht angerechnet (kann man ja nachreichen, WENN man die Bordkarte nicht verliert, für micherfahrungsgemäß ein sicheres Knock-Out), und das Durchchecken des Gepäcks klappt aus Zeitnot auch nicht mehr.
Also: ich kündige jetzt schon an, in Adelaide meine nur 2 Tage alte Reisetasche von VauDe zu verschenken. Denn neu kaufen kommt billiger, als auf dem Rückflug nochmal 400 Franken fürs Übergepäck zu bezahlen…
Dann im Flieger. Singapore halt. Etwa siebentausend Filme zur Auswahl, Essen satt, und zwischen den Gängen auch noch Sandwiches. Oder genaugenommen EIN Sandwich. Eines mit Käse und Majo. Mit Betonung auf Majo… schlechter Majo, um ganz genau zu sein.
Auf einem Flug, der schon 5 Stunden gedauert hatte und noch 6 weitere Stunden dauern würde.
Bis ins Taxi hatte ich es (leichenblass und mit hämmerndem Kopfweh) ausgehalten. Dann ging nix mehr, bzw. alles rückwärts wieder raus. Ins saubere Taxi im sauberen Singapur. Wohl (m)eine Art KTrotzreaktion…
Nächster Stopp im Hotel. The Stamford. THE Stamford. Ungefähr siebenhundet Meter hoch, knappe tausend Stockwerke, und ich ganz oben mit Blick über die Hochhäuser auf den Hafen…
Wunderbar zwar, ganz toll auch die Espresomaschine in jedem einzelnen Zimmer, aber rumgekriegt hat mich das iHotel mit einem anderen iDetail:

Steht auf dem Nachttisch doch glatt ein Player für mein iPhone. Zwar kein Bose und kein Apple, sondern eine Billigmarke, aber egal. Kann’s kaum fassen, bin begeistert, bezahle dafür auch neben dem horrenden Zimmerpreis die WLAN-Tagespauschale klaglos, um das sofort zu bloggen, und erst nach einer halben Stunde, als ich mein iPhone kurz benutzen möchte und ich mit DIESEM Absatz beginne, merke ich, dass es sich locker auf 80 Grad erhitzt hat. Weder Bose noch Apple halt…
Hier der Blick von meinem Balkon im 58sten Stock:

PS: Und wie nicht anders zu erwarten, schmeckt der Espresso aus der Pads-Maschine von und mit Lavazza sowie mit abgeschlossenem (!) Wassertank (“Ihr Kaffeewasser ist so alt wie WIR das wollen”) ziemlich fürchterlich.