Lufthansa stellt um auf Mastercard mit PayPass

Als einer von 420.000 Nutzern der Kreditkarte von Lufthansa wurde mir heute ungefragt eine Mastercard zugeschickt, die meine bisherige VISA ersetzen wird.

Lufthansa streicht etliche Vorteile des neuen Partners hervor, die mich jedoch nicht wirklich von der Umstellung überzeugen.

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Kein Wort hingegen verliert Lufthansa über die viel schlechtere Akzeptanz der neuen Karte in den USA.

Kein Wort verlieren sie darüber, wie viel Arbeit ich nun damit habe, meine vielen Nutzerprofile umzustellen, bei denen ich nun nämlich meine Kreditkarten-Daten aktualisieren muss. Also ich muss das machen. Also ich persönlich. Und das ist zufällig genau der Typ, der auf solchen Verwaltungskram ganz ganz wenig Lust und dafür absolut keine Zeit hat. Und dieser Typ, der ärgert sich nun gewaltig über Lufthansa.

Außerdem konnte ich meine alte KK-Nummer auswendig, und die neue kann ich mir partout nicht merken.

Und dann hat die neue Karte auch noch diese PayPass-Funktion. Das ist eine Technik, mit der ich an bestimmten Automaten Zahlungsbeträge bis zu 25 Euro ohne Berührung und ohne Unterschrift autorisieren kann, indem ich die Karte einfach in kurzem Abstand daran „vorbeiwinke“. Ist das nicht genau die Technik, von der alle sagen, sie sei soooo sicher und/weil sie funktioniere ja nur in wenigen Zentimetern Entfernung?

Cory Doctorow hat da eine ganz andere Meinung und erzäht im verlinkten Fim ab Minute 15, wie die RFID-Technik auch auf Distanz zur Überwachung aller Kreditkarteninhaber genutzt werden kann.

Jetzt habe ich dieses Ding plötzlich in meiner Hosentasche und wurde weder gefragt noch aufgeklärt.

Was hat Mastercard wohl an Lufthansa dafür bezahlt, dass sie ihre Kunden so behandeln? Immerhin tätigen die Inhaber von Lufthansa-Kreditkarten im Schnitt viermal so viel Umsatz wie alle anderen. Das muss richtig teuer gewesen sein…

About Peter Eich

Mathematiker und Philosoph eigentlich, Seriengründer und Investor tatsächlich. Gründer von Inselhüpfen, Radweg-Reisen, Bikemap, Toursprung, Tourbook, Bodensee-Verlag, und Cyclesummit. Außerdem Referent, Immobilien-Investor, Pilot, NLP-Coach und Barista. Und meistens unterwegs.

7 comments

  1. Hallo Peter,
    ich habe das gleiche Problem mit der LH CC. Mehrfaches anrufen erbrachte keinen Nutzen. Mir tun die Damen der Service Hotline langsam wirklich leid. Ich kann hierzu nur das Wort „Frechheit“ benutzen. Ich habe mich schon mal zu Alternativen erkundigt, werde Dir dann ggf. eine Mail zukommen lassen.
    Sport frei!
    Christoph

  2. @Christoph: Meine erste Reaktion war, dass ich mich bei SkyTeam und OneWorld bei deren Vielfliegerprogrammen angemeldet habe. Sollen eh viel effektiver sein als Miles-and-more.

  3. Die Umstellung ist ein Desaster. Keine Beantwortung von Online-Fragen (warte seit 2 Monaten auf Info). Geld wird nicht vom alten auf das neue Konto transferiert. Stattdessen wird munter ein 5-stelliger Betrag erneut bei meinem Girokonto abgebucht, obwohl das Guthaben auf dem „alten“ Konto zur verfügung steht.
    All dies trotz der Zusage eines Mitarbeiters dies Umgehend zu tun. Als dies nicht geschehen ist, kam die Anwort von einem anderer Mitarbeiter:“ Das können Sie nur schriftlich einfordern, aber bei Ihnen kann ich ja mal eine Ausnahme machen.“
    Und?!?!?! Nein es hat auch nicht geklappt, habe nun das Geld auf mein Referenzkonto überwiesen und das Konto gekündigt, trotz Senator-Status.
    So geht man nicht mit fremden Geld um.

  4. @Steffi

    Du verzichtest also in Zukunft auf eine 5-stellige Anzahl von Prämienmeilen pro Monat? Oder hast Du eine alternative Kreditkarte mit Meilengutschrift gefunden?

  5. Ich würde jetzt auch keinen Grund sehen, nur wegen der Umstellung der Kreditkartengesellschaft von Visa auf Mastercard auf die Prämienmeilen zu verzichten, dazumal es meinem Wissensstand nach keine vergleichbare Karte gibt. Maximal wäre hier noch die American Express Business Card zu nennen, bei der dem Nutzer für jeden Einsatz Bonusmeilen gutgeschrieben werden. Vorteil gegenüber der Lufthansa-Karte: American Express führt an das zuständige Betriebsfinanzamt pauschlisierte Einkommenssteuer für die gesammelten Bonusmeilen ab, weshalb die im Gegenzug erhaltenen Gutscheine bedenkenlos auch privat eingesetzt und nicht als geldwerter Vorteil versteuert werden müssen.

  6. Guter Hinweis. Danke, Rene!

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