Inselhüpfen-Katalog

Unser Katalog vom Inselhüpfen 2008:

Zerbricht Belgien mit offenen Karten?

Ein Blogger aus einem gebührenfreien Bundesland meinte kürzlich, allein wegen der Sendung “Mit offenen Karten” wäre er bereits bereit, TV-Gebühren für die Internet-Nutzung zu bezahlen.

Hier ist der Beitrag “Zerbricht Belgien” aus dieser Serie, der sich wie alle anderen Beiträge in klaren Worten und mit ungemein beruhigender “Bleistift-Animation” eines Themas annimmt: diesmal erklärt er an der Vergangenheit Belgiens seine gegenwärtigen Zukunftsprobleme:

Gespräch mit Fon

fonn.jpgFon ist eine Zusammenschluss von knapp 700.000 Leuten, die sich gegenseitig ihr WLAN zur Verfügung stellen. Ich bin einer davon. Und täglich werden es 500 mehr…

Fon ist auch eine Firma, in die Google und Ebay investiert haben. Vielleicht, um mit Fon irgendwann Geld zu verdienen, vielleicht aber auch “nur”, weil die Idee von Fon gut ist, und weil diese Firmen daran interessiert sind, die Zugänglichkeit des Internets weiter zu vereinfachen.

Hätte ich einen webaffinen Wunsch frei, so wäre es ein kostenloser und schneller Internetzugang, wo immer ich mich befinde. Fast jeden Tag ärgere ich mich darüber, dass ich in zwei meiner drei Lieblingscafés nicht einfach mal mit meinem Handy via WLAN schauen kann, ob ich neue Emails habe. Fast jede Woche ärgere ich mich darüber, dass mir wieder irgendein Hotel 100 oder 200 Euro pro Nacht berechnet, und ich für die Nutzung des hauseigenen WLANs nochmal 20 Euro pro Tag bezahlen soll. Darum führe ich auch die Liste der offenen WLANs vom Bodensee.

Wenn ich aber nur einen halben Wunsch frei hätte, so wäre es eine größere Verbreitung von Fon, denn das ist immerhin “fast” so etwas, wie ein offenes WLAN (solange man mitmacht, man sich einloggt usw).

Freier und möglichst flächendeckender Zugang zum Internet sollte also ein Grundrecht sein.

Einige Gastronomen und Hoteliers haben das verstanden.

Andere haben (sich) Angst davor (machen lassen), dass sie haftbar seien, wenn jemand ihren Zugang zum Internet missbraucht.

Was, wenn einer meiner Gäste in meinem Lokal Kinderpornos runterlädt? fragen sie sich.

Das erste, was der Staatsanwantschaft auffallen würde, wäre tatsächlich die IP-Adresse des Gastronomen. Und damit auch ein Anfangsverdacht.

Und tatsächlich gibt es einen Fall aus Hamburg, in dem eine Mutter nicht dafür gerade stehen wollte, dass ihr Sohn illegal Musik runtergeladen hatte. Der Richter hielt sie wegen ihres offenen WLANs dafür verantwortlich und haftbar.

Dieser Fall wird nun hundertfach von all jenen zitiert, die Gastronomen und Hoteliers ihr kostenpflichtiges WLAN verkaufen wollen. Es ist ein Argument der Unsicherheit und der Angst.

Und es ist ungefähr so überzeugend wie dieses hier:

Wenn jemand sein Fahrrad mit einer nicht funktionierenden Bremse vor einer Kneipe abstellt, dieses Rad geklaut wird, und der Dieb mit dem Rad wegen der defekten Bremse einen Unfall verursacht – wer haftet dann für den Schaden? Es ist der Besitzer des Rades!

Niemand käme auf die Idee, von dieser Absurdität des Rechtssystems abzuleiten, dass der Besitz eines Rades eine gefährliche Sache sei.

Warum? Weil es extrem unwahrscheinlich ist, dass ein solcher Fall eintritt und diese Art von Recht von einem anderen Richter nochmal gesprochen wird.

So ähnlich ist es mit dem offenen WLAN. Alle Richter und Staatsanwälte aus meinem Freundeskreis haben mir versichert, dass außer diesem Anfangsverdacht keine weiteren Konsequenzen auf den Wirt zukämen. Die Staatsanwaltschaft würde sehen, dass er selbst nicht in Verdacht geraten sei, und man würde versuchen, den Täter zu ermitteln, anstatt den Wirt zur Rechenschaft zu ziehen.

Und je mehr Zeit vergeht, desto mehr wird es sich auch unter Richtern herumgesprochen haben, dass WLAN manchmal offen ist und man nicht weiß, wer es gerade nutzt. Darum gibt es zB auch freien Internetzugang in ganz St. Gallen. Oder am ganzen Flughafen von Wien. Oder in Friedrichshafen, der neuen T-City.

Trotzdem hat Fon unter anderem mit diesem Argument versucht, Gastronomen mit WLAN in Wien von einer Mitgliedschaft bei Fon zu überzeugen. Das wiederum hat Helge geärgert, ich habe es gebloggt, und heute morgen habe ich einen Kaffee mit Florian Forster getrunken, den Head of Market Development von Fon.

Aus einem Kaffee wurde dann ein mehrstündiges Gespräch, bei dem wir uns zwar nicht wirklich im Kern der Auseinandersetzung einig geworden sind (klar auch, er vertritt nunmal die Interessen von Fon), aber wir sind uns einig darüber, dass Fon eine gute Sache ist (nämlich die zweitbeste nach einem offenen WLAN ;).

Und wir wollen schauen, ob wir gemeinsam die Verbreitung von Fon am Bodensee voranbringen können.

Und wir waren überrascht davon, dass wir beide einen ganz ähnlichen Moleskine benutzen.

fon.jpg

Was dann auch ein guter Anknüpfungspunkt für Helge wäre, der seinen Ideen auch in einem solchen Ding mit sich herumschleppt ;)

Fon soll scheißen gehn

Bis heute war ich ein Freund von Fon, der weltweiten Gemeinschaft von “ich öffne dir mein WLAN und du öffnest mir deines”-Leuten.

Fon eine gute Lösung. Aber nicht die beste.

Die beste Lösung ist ein für alle offenes und kostenloses WLANs. So wie in der gesamten Stadt St. Gallen. Oder wie bei den 30 Kneipen vom Bodensee, die ich in meiner Liste führe.

Eine solche Liste mit 125 WLAN-Kneipen aus Wien führt auch Helge.

Und eben lese ich, dass Fon offenbar Helges Liste genutzt hat, um diese 125 Wirte anzuschreiben und sie zu verunsichern – mit dem Ziel, sie zu Foneros zu machen.

Um also die beste Lösung zur zweitbesten zu degradieren (und ihr WLAN für alle Nicht-Foneros kostenpflichtig zu machen).

Helge nimmt kein Blatt vor den Mund antwortet auf gut Wienerisch: Fon soll scheißn gehn. Wunderbar!

Also, liebe Wirte vom Bodensee: bitte lest den Beitrag und die vielen Kommentare bei Helge. Dann sehr ihr, warum es sich nicht lohnt, ein kostenloses WLAN in einen Fon-Spot umzuwandeln (genausowenig wie in einen T-Hotspot und dergleichen).

Warum? Weil es nur um Pfennigbeträge geht, aber sofort die Gäste wegbleiben. Und weil der mediale Gegenwind zu groß ist.

Letzteres übrigens auch für Fon, wenn sie nochmal so einen Blödsinn machen…

Australia rocks!

Wenn ihr wissen wollt, warum es mir in Australien so gut gefallen hat und mit wem ich dort verreist bin, dann schaut euch das neue Video vom Adventure-Collective an:

Und dann bucht eure Reise dort!

Link zum Youtube-Video.

Dickerchen gesichtet

Endlich haben sich unsere Wege gekreuzt, auch wenn ich nun vergleichsweise ultraleicht von Kuala Lumpur weiterfliegen werde…

a380.jpg

PS: Mannomann, hätte ich nicht über den A380 gebloggt, sondern wäre gleich zum Transfercounter gegangen und hätte dort gefragt, ob ich mit dem Singapore-Codeshare-Flug eine Stunde früher nach Singapur hätte fliegen können, hättehättehätte, dann wäre ich in genau diesem A380 gesessen, statt ihn nur beim Einparken fotografiert zu haben…

Mit dem U-Boot in Ubud

ubud.jpg

Ich muss zugeben, dass dieses Bild noch in 0 Fuß Tiefe entstanden ist, wie man an der roten Anzeige unschwer ablesen kann. Außerdem liegt Ubud nicht wirklich am Meer. Aber ein paar Minuten später ging es trotzdem auf Tauchfahrt 35 Meter tiefer zu einem Riff vor Bali zum Fischegucken.

So ein Ding würde sich am Teufelstisch bestimmt auch gut machen. Wäre dann endlich mal eine Winterattraktion am Bodensee (wegen des im Winter besonders klaren Wassers).

Für mich geht’s jetzt endlich mal wieder zurück an den Bodensee, in drei Stunden steige ich in den Flieger…

Balipeter

Nun streiche ich also für drei Tage den Bodensee aus meinem Namen und genieße abgeschieden zwischen Reisfeldern die warme und zeitweise auch recht feuchte Luft von Bali…

bali1.jpg

bali2.jpg

Angeber im 64sten Stock

(Link zum Youtube-Video)
Zu blöd für den Blog? Egal, rauf damit!

Cycling Down Under

 driveleft.jpg

Radfahren in Australien ist immer wieder mit Nachdenken verbunden.