Newsletter bitte abbestellbar machen!

Newsletter per Email sind ein Medium aus der Vergangenheit.

Warum? Weil ich nicht selbst bestimmen kann, wann ich sie lese. Sie tauchen plötzlich in meinem Posteingang auf, zB auf dem Handy während einer Auslandsreise, wenn ich es überhaupt nicht brauchen kann.

Die hinreichend bekannte Alternative ist ein RSS-Feed, den ich abonnieren kann, und den ich zu einem von mir selbst gewählten Zeitpunkt lese.

Also PULL statt PUSH.

Darum bestelle ich alle meine irgendwann abonnierten Newsletter sukzessive ab.

Theoretisch jedenfalls.

Tatsächlich kämpfe ich jedoch gegen Windmühlen. Immer wieder erhalte ich Newsletter, die sich gar nicht so einfach abbestellen lassen.

Die guten Newsletter haben einen Link im Fuß des Mails, bei dem ich mich mit einem einzigen Klick von der Empfängerliste abmelden kann. Ich lande auf einer Webseite auf der zB steht:

Ihre Emailadresse XYZ@bodenseepeter.de wurde aus unserer Datenbank gelöscht.

Die schlechten Newsletter haben keinen solchen Drop-Out-Link. Stattdessen muss ich an den Absender umständlich eine Mail schreiben, und um die Löschung aus der Datenbank bitten. Immerhin zeigen diese Newsletter im Header, an welche meiner (vielen) Email-Adressen er verschickt wurde.

Warum ist das wichtig? Weil ich (wie fast jeder) etliche verschiedene Email-Empfängeradressen besitze, aber nur eine Absenderadresse. Dh wenn ich dem Herausgeber einfach nur ein Mail schreibe, dann ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass dies NICHT von der Adresse aus geschieht, an die der Newsletter gesendet wurde. Die meisten meiner Email-Adressen sind sogar so eingerichtet, dass ich von ihnen aus gar keine Emails senden KANN.

Solche Newsletter sind schlecht, weil mich das Abmelden etwa eine Minute kostet – und zwar in einem Moment, wo ich sowieso schon nicht gut auf den Absender zu sprechen bin, weil mich sein Newsletter gerade nervt. Negativ-Marketing par excellence.

Die ganz schlechten Newsletter haben zwar einen solchen Drop-Out-Link. Dieser verlangt jedoch ein Einloggen in das Back-End der Webseite, also meinen Benutzernamen und mein Passwort, die ich garantiert beide nicht mehr weiß. Im besten Fall ist dem Newsletter meine verwendete Email-Adresse zu entnehmen, mit der ich mich an mein Passwort erinnern lassen kann und so aus dem Verteiler rauskomme.

Der Versender eines solchen schlechten Newsletter tut sich damit keinen Gefallen, denn das Abbestellen dauert 2-3 kostbare Minuten eines Interessenten, der immerhin mal den Newsletter haben wollte – also einem potentiellen Kunden, der nun unnötig genervt wird.

Die ganz ganz schlechten Newsletter stammen technisch als dem letzten Jahrtausend. Solche habe ich heute erhalten. Sie werden zwar auf kommerzieller Ebene aber unter konsequenter Benutzung des BCC-Feldes manuell verschickt. Ich kann mich weder direkt abmelden, noch sehe ich, an welche meiner Email-Adressen der Newsletter gesendet wurde.

Die einzige Möglichkeit des Abmeldens ist ein persönliches Mail an den Herausgeber, in dem ich darum bitten muss, dass jemand von Hand in der Datenbank nach den möglichen Kernwörtern meiner verschiedenen Email-Adressen sucht (also zB mein Nachname) um diese dann zu löschen.

Meine Erfahrung zeigt, dass darauf nur jedes dritte Mal überhaupt reagiert wird. Ich habe auch schon ganz unverschämte Antworten erhalten, dass meine Adresse nur gelöscht werden könne, wenn ich von ihr aus eine entsprechende Mail schreibe.

Eine solche Abmeldung dauert also in der Regel einen mühsamen Mailwechsel von 5-10 Minuten, der Herausgeber weiß meist gar nicht darum, wie gesetzeswidrig er mit meinen Daten umgeht, und er schadet seiner Marke bis auf den Grund.

Um solche Newsletter abzubestellen, ist es also viel einfacher, sie als SPAM zu markieren und fortan direkt in den Mülleiner zu leiten.

Was die meisten Versender solcher Newsletter nicht wissen, ist die „Gesprächigkeit“ von Spam-Filtern. Wenn drei Kunden einer Firma den Spam-Stempel auf die Stirn drücken, dann bekommen auch Kunden vier, fünf uns sechs keine Mails mehr, weil der Absender langsam aber sicher als Spammer bekannt wird.

Warum ich das alles schreibe? Damit ich in Zukunft in meinen Mails nur noch auf diesen Artikel verlinken muss und das nicht immer wieder neu erklären muss…

About Peter Eich

Mathematiker und Philosoph eigentlich, Seriengründer und Investor tatsächlich. Gründer von Inselhüpfen, Radweg-Reisen, Bikemap, Toursprung, Tourbook, Bodensee-Verlag, und Cyclesummit. Außerdem Referent, Immobilien-Investor, Pilot, NLP-Coach und Barista. Und meistens unterwegs.

3 comments

  1. hallo peter!

    ich bin gerade ebenfalls dabei, nach und nach meine newsletter abzubestellen und auf feeds umzustellen.
    eine mir auffallende firma am internationalen bodensee ist die dornbirner messe, die mich regelmäßig per BCC mit anhängen, die meist mehrere MBs umfassen, beschickt haben.
    und die ganz ganz ganz schlechten newsletter sind die, welche einfach alle e-mail-adressen in „To“ kopieren und diese somit an alle empfänger mitliefern.

    liebe grüße über den see

    holger

  2. Hm, ich mach das anders, ich markiere Newsletter, dei mir weder ein Unsub-Link bieten NOCH sagen, an welceh mailadresse sie denn gehen in den Spamfilter. (Newsletter udn Presseverteilereinträge, um die ich nicht gebeten habe, sowieso.)
    Spart Lebenszeit und Nerven, also nochmal Lebenszeit ;)

Kommentar verfassen