Konstanzer Bürgeramt ignoriert Fahrradtourismus

Konstanz gibt sich ab und zu Mühe, um als „Fahrradhauptstadt“ wahr genommen zu werden. Immerhin sind wir hier die größte Stadt am frequentiertesten Radweg der Welt: dem Bodensee-Radweg.

Von den 220.000 Radtouristen und ihren 1,21 Mio Übernachtungen am Bodensee entfallen auf Konstanz etwa 170.000 Nächte. Das sind zwar „nur“ 30% aller Übernachtungen der Stadt (Quelle, S. 11), aber weil die Radfahrer vor allem in der Nebensaison an den Bodensee kommen, liegt der Anteil ihrer Übernachtungen dort bei weit über 50%. Wenn man nun noch bedenkt, dass die touristische Qualität einer Saison am Bodensee vor allem in der Vor- und Nachsaison entschieden wird (im Sommer ist eh alles voll), so wird klar, dass Radtouristen der wichtigste Faktor beim größten Arbeitgeber der Stadt sind.

Wenn sie nur nicht so viel Arbeit machen würden…

Vor etwa zwei Jahren hat man begonnen, die miserable Wegeführung und Beschilderung etwas zu verbessern (in unseren Zufriedenheits-Statistiken schneidet Konstanz vom gesamten Bodensee in beidem immer mit großem Abstand am schlechtesten ab – nach wie vor).

Eines dieser neuen Schilder steht rechtsrheinisch der alten Rheinbrücke:

Die Distanz zur Reichenau wird darauf sowohl mit 5,1 als auch mit 8,5 km angegeben. Eine Lapalie, die durch einen kleinen Aufkleber in einer halben Stunde korrigiert wäre.

Am 21.2.2007 schrieb ich als Geschäftsführer des Bodensee-Radweg Service an den stellvertretenden Leiter des Bürgeramtes eine Email:

Gute Tag Herr B…,

fällt Ihnen an der Beschilderung nahe der alten Rheinbrücke auch etwas auf?

Liegt das in Ihrer Zuständigkeit? Falls nicht, so würde ich mich über eine entsprechende Weiterleitung an die richtige Stelle freuen (am besten mit CC an mich, damit ich weiß, ob sich was tut und bei wem es gelandet ist).

Mit freundlichen Grüßen,

Peter Eich

Leider bekam ich keine Antwort. Darum schrieb ich ein halbes Jahr später:

Sehr geehrter Herr B…,

vor über einem halben Jahr haben ich Ihnen das untenstehende Mail geschickt, und es wäre nett, wenn Sie mir seinen Empfang bestätigen könnten, so wie ich es im original-Mail bereits erbeten hatte.

Mit freundlichen Grüßen,

Peter Eich

Nun ist abermals ein halbes Jahr vergangen. Weder wurde das Schild korrigiert, noch habe ich eine Antwort erhalten.

Mal sehen, was passiert, wenn ich jetzt darüber blogge…

About Peter Eich

Mathematiker und Philosoph eigentlich, Seriengründer und Investor tatsächlich. Gründer von Inselhüpfen, Radweg-Reisen, Bikemap, Toursprung, Tourbook, Bodensee-Verlag, und Cyclesummit. Außerdem Referent, Immobilien-Investor, Pilot, NLP-Coach und Barista. Und meistens unterwegs.

4 comments

  1. Tja, nach einem deiner Blogeinträge hat sich ja schon so manches getan, hoffentlich hilft’s!

  2. Ein Schildbürgerstreich? ;-)

  3. von einem Insider habe ich nach einigen unbeantworteten E-Mails einmal den Tipp bekommen, bei einer Behörde wie der Stadt Beschwerden/Anregungen nur per Brief oder Fax vorzubringen, da dann wohl ein Vorgang angelegt wird, der bearbeitet werden muss. Bei einer E-Mail waere das nicht der Fall. Ein materielles Papierstück darf wohl nicht ignoriert werden, eine imaterielle E-Mail kann schonmal verloren gehen.
    Falls man doch beim Medium E-Mail bleiben möchte, so ist es hilfreich die E-Mail im CC auch an ob-frank(at)stadt.konstanz.de zu senden, denn auch dann geht sie nicht so leicht verloren.
    Aus eigener Erfahrung kann ich bestätigen, dass beide Vorgehensweisen sowohl bei der Stadt, als auch bei städtisch kontrollierten Unternehmen wie z.B. den Stadtwerken Konstanz funktionieren.

  4. tja, ignoranter ist halt konschtanzerischer …

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