Twitter ist wie ein Tischgespräch

Vor einem Monat frug ich Helge: „Musst mir mal Twitter RICHTIG erklären, inkl Motivation. Kann keinen Spaß erkennen“.

Seine Antwort hat in den Blogs eine kleine Runde gemacht, und seitdem twittere auch ich täglich.

(Hier mein Twitter-Account, freue mich über neue Followers)

Im Wesentlichen meinte Helge, dass Twitter eine periphäre Sicht ins soziale Umfeld erlaube. Also aus dem Augenwinkel mitzubekommen, was die Freunde gerade so tun.

Nach einem Monat und 150 eigenen Twitter-Meldungen habe ich eine eigene und etwas andere Analogie für Twitter gefunden: das Tischgespräch.

Warum das?

Ein Austausch per Sms ist wie ein Vier-Augen-Gespäch. Niemand außer den beiden Teilnehmern erfährt, worum es gerade geht.

Sitze ich aber (im echten Leben) mit 7 Freunden an einem Tisch, so funktioniert das Tischgespräch meist nach anderen Regeln. Nämlich sagt A etwas, und zu diesem Zeitpunkt ist noch gar nicht klar, wer darauf antworten wird. Wenn B dies tut, so gehen zwischen A und B ein paar Sätze hin und her, aber zu jedem Moment ist jeder am Tisch dazu berufen, das Wort zu übernehmen.

Auch können die Themen spontan wechseln oder sich sogar zeitgleich überschneiden. Dann reden vier Leute für einen Moment über zwei Themen.

Meistens redet man am Tisch nicht zu einer bestimmten Person (und wenn, dann nur für eine kurze Weile), sondern man redet sozusagen in die Tischmitte, und jeder darf den geworfenen Ball aufnehmen.

Und so funktioniert auch Twitter.

Ich benutze Twitter meist via iPhone, dh per Sms. Sende ich eine Nachricht aus, zB

Wer kommt mit zu Indi(ana Jones)?“

so erhalte ich vielleicht ein paar Antworten, es entstehen kurze (und für alle sichtbare) Gespräche, und am Ende gehen wir gemeinsam ins Kino (so gestern geschehen).

Manchmal antwortet aber auch niemand auf meine Meldungen, zB bei

Cooles Daktarigefüh: mit dem offenen Landrover zum Tontaubenschießen…“

Aber meine Followers haben aus dem Augenwinkel mitbekommen, was ich gerade so mache – und auch wie es endet:

vorgestern beim tontaubenschießen auf der landebahn. gestern beim reifenflicken auf der landebahn…“

Twitter ist für mich also eine Mischung aus Tischgespräch und periphärer Sicht ins soziale Umfeld.

Und das Schöne an Twitter ist, dass es sowohl die Tischrunde vergrößert als auch das soziale Umfeld erweitert.

About Peter Eich

Mathematiker und Philosoph eigentlich, Seriengründer und Investor tatsächlich. Gründer von Inselhüpfen, Radweg-Reisen, Bikemap, Toursprung, Tourbook, Bodensee-Verlag, und Cyclesummit. Außerdem Referent, Immobilien-Investor, Pilot, NLP-Coach und Barista. Und meistens unterwegs.

5 comments

  1. nur ein Tischgespräch wird nicht für die Ewigkeit(?) aufgezeichnet!?

    P.S.: Der Betriebsprüfer weiß was Du um 21:29 am 27. April 2008 getan hast.

  2. @Harald: Da hast du Recht. Glaub mir, ich denke als Unternehmer bei jeder Twittermeldung daran, dass das Finanzamt mitliest. Leider.

  3. @Harals: aber am 27.4.08 habe ich gar nicht getwittert! ;)

  4. Dafür gibt’s „Protect Updates“!

  5. Gewitter ? In Neuss ?? :-))
    ..ich bin zu langsam für diese Welt..

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