Große Wirkung auf dem kleinen Dienstweg

Das Leben in Grenznähe ist generell komplizierter als eines in der Mitte des Landes. Doch bringt die Kompliziertheit mitunter auch Vorteile, wenn man sich denn die Mühe macht, jene zu suchen und zu nutzen.

So wird mittels deutscher Bahncard bei innnerschweizerischen Verbindungen kein Rabatt gewährt. Sobald ein Zug aber eine internationale Strecke fährt und diese auch nur zum Teil in Deutschland liegt, so gilt die BahnCard mit halbem Prozentsatz auf die gesamte Strecke.

Wenn ich von Zürich bis Kreuzlingen fahre, also bis an den letzte Schweizer Ort, so muss ich den vollen Preis bezahlen. Fahre ich aber eine Station weiter bis ins deutsche Konstanz (oder löse wenigstens die Fahrkarte bis dorthin), so wird die ganze Strecke mit rabattiert.

Das gilt auch für die Rückrichtung. Jedoch nicht, wenn man die Karte im Zug beim Schweizer Personal lösen möchte – denn das kann den Rabatt aus irgendeinem technischen Grund nicht gewähren.

Genau das mussten eben zwei Studentinnen erfahren, die für diese Kompliziertheit zwar gut, aber nicht gut genug informiert waren.

Die Antwort des Schaffners hat mich sehr überrascht. Er entschuldigte sich für den Sachverhalt und bot den beiden ein einziges Vollpreisticket für beide Personen an. „Das kommt dann auf dasselbe raus, und das nächste Mal lösen Sie die Karte am Automaten“.

Die Begeisterung der beiden für die Schweizer Bahn stand ihnen die ganze Fahrt über ins Gesicht geschrieben.

About Peter Eich

Mathematiker und Philosoph eigentlich, Seriengründer und Investor tatsächlich. Gründer von Inselhüpfen, Radweg-Reisen, Bikemap, Toursprung, Tourbook, Bodensee-Verlag, und Cyclesummit. Außerdem Referent, Immobilien-Investor, Pilot, NLP-Coach und Barista. Und meistens unterwegs.

One comment

  1. Ehrlich? Das nenn ich Service. Stellt euch das mal bei „Sänkt ju for träffeling wiss Deutsche Bahn“ vor. Unmöglich.

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