User-Generated-Content im Tourismus

Im April 2007 ging mit Bikemap unser erstes Routenportal online, und neben Runmap, Inlinemap und Mopedmap folgte vor wenigen Wochen zuletzt auch Wandermap.

Auf allen Portalen bieten wir touristischen Organisationen die Möglichkeit, ihre Routen bei uns zu visualisieren, zu bewerben und vor allem auf unserem Seiten Widgets zu generieren, mit denen sie diese Routen dann auch auf den eigenen Webseiten entsprechend dargestellt werden können.

Diese „offiziellen“ Routen sind jedoch nur ein Bruchteil des Inhaltes unserer Portale. Geschätzte 99% der insgesamt 99.232 Routen (Stand von heute) stammen von irgendwelchen „dahergelaufenen“ Usern. Und damit bestehen unsere Portale also zum größten Teil aus User Generated Content.

Diese wabernde Masse von scheinbar unkontrollierbarer Qualität eignet sich hervorragend um z.B. Europas größtes Routenportal zu betreiben. Klar.

Aber man kann damit auch prima Geister scheiden.

Nämlich habe ich bei meinen vielen Gesprächen mit Tourismusorganisationen genau zwei Arten von Gesprächspartner gefunden: Touristiker 1.0 und Touristiker 2.0.

Was ich damit meine?

Wenn ich bei einer Präsentation von unseren knapp 100.000 Routen spreche, so bekomme ich immer eine der folgenden zwei Antworten:

Etwa 80% der Touristiker sind Version 1.0 und sagen: „Uuuuhhhh, da kann also jedermann eine noch so schlechte Wandertour einzeichnen? Und das sogar ohne sich vorher zu registrieren? Also völlig unkontrollierbar das ganze. Nein danke, kein Interesse.“

Und dann gibt es noch 20% der Touristiker, die schon auf Version 2.0 upgegradet wurden und die antworten: „Wow, das ist ja irre. Ich kann also eine riesige Zahl von Routen einblenden die praktisch flächendeckenden Content bieten. Erzählt mal von euren Selektionskriterien, wie ihr gute von schlechten Routen unterscheidet und wie ich auf meiner Webseite vermeiden kann, die schlechten Routen angezeigt zu bekommen.“

Interessant finde ich, dass Touristiker 2.0 fast immer aus Österreich oder der Schweiz kommen. Davon kann sich Deutschland ein paar Scheiben abschneiden!

Zu Illustration hier eine Wanderroute eines heute „dahergelaufenen“ Benutzers von Wandermap:


Wanderroute 99156 – powered by Wandermap 

Hier ist die Route direkt auf Wandermap.

About Peter Eich

Mathematiker und Philosoph eigentlich, Seriengründer und Investor tatsächlich. Gründer von Inselhüpfen, Radweg-Reisen, Bikemap, Toursprung, Tourbook, Bodensee-Verlag, und Cyclesummit. Außerdem Referent, Immobilien-Investor, Pilot, NLP-Coach und Barista. Und meistens unterwegs.

8 comments

  1. da ist ein typo im link zur wandermap. und damit dies nicht zu einem völlig sinnlosen kommentar verkommt noch ein „vielen dank fürs erinnern, ich setz gleich mal die letzte wanderung in die karte“

  2. @Olli: Danke für den Hinweis, habe es korrigiert.

  3. Hey, und da bin ich[*], der als Hotelier seine eigenen Routen einzeichnet – in der Qualität, die ich möchte. Bin ich so alleine, dass es nicht mal für 1% reicht? Kann ich mir nicht vorstellen.

    Apropos: Für Stadtrundgänge wie http://krone-neuenburg.de/2008/11/historischer-stadtrundgang-durch-neuenburg-am-rhein/ wäre es prima, bei Wandermap „näher ranzoomen“ zu können, da die Wegpunkte manchmal etwas eng beieinander liegen.

    Ach ja, wenn man Wegpunkten auch Beschreibungen und Bilder zuordnen könnte, wäre das auch prima :)

    /me loves [bike|run|wander]map!

    Viele Grüße aus Neuenburg,

    Stefan

  4. PS: [*] ist einer total verhundsten Grammatik zum Opfer gefallen…sollte ein Grinsegesicht oder so werden… :)

  5. @Stefan: den Stadtrundgang habe ich schon bemerkt, und ich wollte dir eh den Tipp geben, die Karte vor Generierung des Codes auf KARTE umzustellen, also auf Google-Map, denn dann kannst du zwei Stufen weiter reinzoomen. Der Ist-Zustand der Karte im Moment des Code-Generierens (KArtentyp, Zoomstufe und Ausschnitt) wird dann als Default in den Code übernommen.

  6. @Stefan: …und anhand der Tatsache, dass mit deine Tour schon aufgefallen war, siehst du, wie sehr wir uns über Leute wie dich freuen. Du bist nicht alleine, nein. Trotzdem könnten es gerne noch viele weitere Hoteliers nachmachen, was du tust ;)

  7. ich finde deine 80:20 Berechnungen sehr interessant. Klar ist Österreich Tourismusweltmeister und passieren hier eine Reihe hoch interessanter und -innovativer Dinge. Manchmal würde ich mir aber wünschen, dass es was Social Media anlangt schon 20 Prozent „Aufgeschlossene“ gibt. Zum Hintergrund: Ich dehne meine Aussage schon über die Gruppe der Touristiker aus. Komme gerade von der Uni wo ich zum onlinePR/PR2.0 sprechen durfte. Bei der Frage, wer von den ca. 40 Studis RSS einsetzt bekam ich 100%iges Schweigen. Und jetzt gehts weiter!

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