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Beiträge vom Januar, 2009

User-Lob für Runmap

Mittwoch, 28. Januar 2009

Das Mail war schon so gut wie im Spam-Ordner. Draufgeklickt, rübergeschoben und nur die Maustaste noch nicht wieder losgelassen.

Dann erst fiel mir auf, dass es gar kein Spam, sondern das herzlichste Lob eines Users war, das wir je für Runmap bekommen haben:

also, ich muss mich jetzt erst mal wieder beruhigen, sonst treff ich die tasten vor lauter zittern nicht!!!!!

ICH BIN JA SO DERARTIG BEGEISTERT VON ***MAP.NET!!!!

Da habt ihr ja was tolles entwickelt! ich hab auch direkt schon einige laufstrecken angelegt und auf beverlauftreff.de eingefügt.

das ist ja der absolute oberhammer!!!

mann, entschuldigung, aber ich krieg mich nicht wieder ein ;-)

[...]

ich wünsch euch alles gute, viel erfolg und gottes segen – und dass ihr noch weiter so tolle ideen habt!!!

Wunderbar – sowas bekommt man wirklich nicht alle Tage. Danke! Ich strahle noch immer…

Vom Fernsehen zum Spätsehen

Sonntag, 25. Januar 2009

Im Spreeblick wurde ich gestern auf einen Dokumentarfilm aufmerksam, der Henryk M. Broder und Kay Diekmann protraitierte, wie sie sich einen langen Abend in einer S-Klasse durch Berlin chauffieren ließen und sich gegenseitig ihre liebsten Stellen zeigten.

broder

Der Abend beginnt bei Axel Springer in Diekmanns Büro, wo Broder warten muss, bis der Chefredakteur der Bild-Zeitung endlich kommt, dabei sein eigenes Buch auf dessen Schreibtisch entdeckt und sich mit den Worten bedankt: “Ich war sehr geschmeichelt, dass mein Buch auf ihrem Tisch liegt – ich finde das jedoch eine Spur zu demonstrativ.”

Mit ähnlich scharfem Wortgefechten zwischen den beiden unvergleichlichen Provokateuren vergeht dann der gesamte Abend. Broder ist dabei immer eine Spur schlagfertiger – wer hätte es gedacht – allerdings beherrscht Diekmann trotz seiner unsäglichen Frisur etwas, das Broder gar nicht hat: die Fähigkeit dem Gegenüber zuzuhören.

Eine wunderbar unterhaltsame Sendung, die man bei Arte anschauen kann.

Bis zu den Fünfzigern gab es im Wesentlichen nur Live-Musik, Live-Vorträge und Live-Theater. Also lauter Dinge, bei denen man am richtigen Ort zur richtigen Zeit sein musste.

Mit der Erfindung des Fernsehens konnte man den Ort selbst bestimmen – eben aus der Ferne sehen.

Und mit der Erfindung des Internets sollte man eigentlich bei allen Sendungen endlich auch den Zeitpunkt selbst bestimmen können – eben Spätsehen.

Zwar bezahlen wir unendlich viele Gebühren an die öffentlich-rechtlichen Monopolverschlafer – aber die allermeisten Sendungen gibt es nicht im Internet. Leider.

Stadtverwaltungen und Openstreetmap

Sonntag, 25. Januar 2009

Am Beispiel der estnischen Universitätsstadt Tartu kann man sehen, was passiert, wenn eine Stadtverwaltung die Openstreetmap als Chance und nicht als Bedrohung sieht: ein paar ehrenamtliche Openstreetmapper fangen an ihre eigene Stadt zu zeichnen, und es entsteht ohne Kosten zu verursachen eine für jedermann nutzbare Karte im Internet, deren Qualität um Klassen besser ist als die bekannte Google-Map.


View Larger Map

Wenn der “wind of change” weht, bauen kluge Menschen Windmühlen. Einige Stadtverwaltungen hingegen bauen einen Windschutz. Und das ist mehr als schade.

Wie schön wäre es, wenn meine Heimatstadt Konstanz endlich begreifen würde, welche Chance sie hier verpasst. Insbesondere im Tourismus, wo die Openstreetmap “the next big thing” ist.

Liebe Konstanzer Politiker, Stadtverwalter und Touristiker, wenn ihr mehr darüber wissen wollt, wie ihr die Openstreetmap unterstützen und nutzen könnt (und solltet), so komme ich gerne zu euch und erkläre es.

Verflieger sind die Ausnahme

Donnerstag, 22. Januar 2009

Ok, dieser eine hatte sich wohl verflogen, aber hier sieht man, wie viele Airliner in 24 Stunden dann doch ihr Ziel finden – und das meist auf dem direkten Weg Großkreis:


World Air Traffic in 24 hours from Clément Joubert on Vimeo.

Via Doctorsblog.

Couchsurfer abgelehnt

Donnerstag, 22. Januar 2009

Ich halte das Gastfreundschaftsportal Couchsurfing für eine der besten touristischen Webseiten, die es gibt. Und ich kenne keine tourische Webseite, die von den “professionellen” Touristikern mehr unterschätzt wird als diese.

Normalerweise freue ich mich über Gäste, die mich fragen, ob sie mein Gästezimmer für eine oder zwei Nächte beziehen dürfen. Viele lustige und spannende Abende habe ich schon mit Gästen aus aller Welt erlebt, und dabei habe ich ausnahmslos gute Erfahrungen gemacht. Soldaten, die direkt aus dem Irak kamen, Hasenzüchter aus dem tiefsten Sibiren, zimmersuchende Studenten und natürlich jede Menge Radfahrer am Bodensee waren bei mir.

Gastfreundschaft macht Spaß, und Couchsurfing hilft dabei, sie zu praktizieren (und zu finden).

Doch heute habe ich eine Anfrage wie folgt abgelehnt:

Hallo ihr beiden,

leider kann ich euch keine Couch anbieten, und ich sage euch auch ganz offen warum:

Euer Profil ist komplett leer, ihr habt euch keine Mühe gegeben mir und allen anderen Couchsurfern zu zeigen, wer ihr seid, die vielen kleinen Fragen über euch, eure Interessen, eure Reiselust, das Bilderalbum und alles andere ist bei euch komplett leer. Und Referenzen habt ihr schon gar nicht.

Das ist unfair. Schaut euch mal mein Profil an. Alles, was ich dort eingestellt habe, habe ich geschrieben, damit Leute wir ihr sich ein Bild von mir machen können.

Und so ein Bild kann ich mir von euch nicht machen.

Darum möchte ich euch auch nicht aufnehmen.

Danke für euer Verständnis.

Gruß, Peter

Verflieger gefunden?

Donnerstag, 22. Januar 2009

Eine meiner liebsten Mashup-Seiten ist die Darstellung aller Airliner im Luftraum Zürich, der sich bis über mein Haus erstreckt. Sehe ich einen Flieger über mir, kann ich dort sofort erkennen, woher er kommt und wohin er fliegt.

Eben habe ich diesen Verflieger entdeckt:

bild-10

Laut Transponderinformation sollte er auf dem Weg von Dublin nach Frankfurt sein.

Was ungefähr diesem Umweg entspricht:

dublin

Bayern und Frankreich spenden Daten für Openstreetmap

Donnerstag, 22. Januar 2009

Bayern hat’s erkannt. Die dortige Landesre180px-bayern-wappengierung hat der Openstreetmap Luftbilder der Oberpfalz von knapp 10.000 qkm Fläche zur Verfügung gestellt.

In den verschiedenen Editoren kann man sich diese Bilder als Hintergrund-Layer einblenden und sie so bequem und ganz legal abzeichnen.

Das Projekt läuft von Dezember 08 bis März 09 als Test. Wenn die OSM-Community bis dahin die Operpfalz gut kartografiert hat, wird Bayern weitere Luftbilder spenden und bei der bundesweiten Konferenz der Landesvermessungsämter dafür eintreten, dass auch die Ämter der anderen Länder diese Daten freigeben.

Die Luftbilder dürfen nur für diesen Zweck verwendet werden, aber die entstehenden Karten kommen in die OSM-übliche Lizenz.

Aus den Luftbildern werden folgende Daten übernommen:

  • Straßennetz
  • Bahnnetz
  • Wald
  • Gewässer
  • Stromleitungen (soweit möglich)
  • Siedlungen und Häuser
  • und möglichst viele Details

Das ist sowas von richtig. Mit Steuergelder erstellte Karten gehören der Allgemeinheit. Ich freue mich, dass sich diese Idee langsam durchzusetzen scheint.

Details und Anleitungen stehen im OSM-Wiki.

(Via Kommentar bei Georg Holzer)

Schön wäre es nun, wenn auch die anderen Landesvermessungsämter und vor allem die vielen städtischen Ämter endlich begreifen würden, dass die OSM sie nicht bedroht, sondern in ihrer eigentlichen Aufgabe unterstützt.

Außerdem lese ich gerade bei Heise, dass das französische Katasteramt der OSM-Community seine gesamten Daten ebenfalls zum Abzeichnen zur Verfügung stellt. Dies ist die zu erwartende Genauigkeit der Daten:

bild-44

(Tipp von Helge)

Wunderbar. Da scheint tatsächlich eine sehr vernünftige Idee in Erfüllung zu gehen. Denn die Ämter sind für die Bürger da, und nicht umgekehrt.

Wanderreisen am Bodensee

Mittwoch, 21. Januar 2009

Im Jahr 2001 habe ich mich auf gemacht und in einem bestehenden und gesättigten Markt einen weiteren Veranstalter von Radreisen platziert.

Gestartet wurde ursprünglich ein regionaler Veranstalter nur von Radreisen am Bodensee-Radweg. Durch die unerwartet schnelle Zunahme der Gästezahl haben wir nach kurzer Zeit mit dem Radweg-Service eine allgemeine Veranstaltermarke geschaffen.

Wir konnten (und können auch 2009) durch besonderes Engagement und effektives Marketing jedes Jahr um mindestens 20% wachsen und sind nun Deutschlands größter Veranstalter von Radreisen.

borazahlen

Heute ging ein neues Projekt online, der Bodensee-Wanderpark.

wanderpark

Ich bin mehr als gespannt, ob das wieder so eine Erfolgsgeschichte wird…

Keynote per iPhone steuern

Dienstag, 20. Januar 2009

Bislang hatte ich meine Prästentationen immer mit PowerPoint gehalten, und heute habe ich damit begonnen, alle meine .ptt’s zu Keynote zu migrieren.

Keynote ist das entsprechende Programm von Apple, und ich je mehr ich mich einarbeite, desto begeisterter bin ich.

Ein schönes Beispiel des “geschlossenen Systems Apple” ist die Nutzung des iPhones.

Auf dem iPhone läuft “Remote Keynote”, eine Applikation, die es für 79 Cent bei iTunes gibt.

Sind mein MacBook und mein iPhone im selben WLAN, so kann ich sie ganz einfach miteinander sprechen lassen.

keyn

Ab diesem Moment ist mein iPhone nicht nur eine Fernbedienung mit “vorwärts” und “rückwärts”.

folie1

Sondern ich sehe auf dem iPhone auch den Inhalt der jeweiligen Folie, die ich zum Blättern einfach zur Seite schiebe.

Ich kann sogar Hilfstexte einblenden lassen, die nur ich sehe, aber meine Zuschauer nicht am großen Screen.

folie2

Wunderbar!

Österreich bald komplett auf Openstreetmap

Dienstag, 20. Januar 2009

Andreas Klinger twittert eben den Link auf Futurezone.

Dort steht die gute Nachricht, dass Plan.at, eine Tochter des Compass Verlags und größter Plandienstleister Österreichs, seinen ganzen Kartenbestand der OSM-Community zur Verfügung stelle.

Die Daten werden nicht einfach importiert (das würde unendlich viele Konflikte mit den vorhandenen Daten geben), sondern als Layer zum Nachzeichnen zur Verfügung gestellt. Also als Futter für die vielen Freiwilligen, die nun von zuhause aus das Kartenmaterial von Österreich verbessern können.

Interessant ist die Begründung: man wolle nicht länger die Last der Aktualisierung der Karten tragen.

Der Verlag hat’s also kapiert.

Die meisten anderen Verlage hingegen haben noch immer nicht begriffen, dass sie durch die OSM-Bewegung längst ihrer nur noch scheinbaren Geschäftsgrundlage beraubt wurden. Sie sind genauso dem Verschwinden vom Markt ausgeliefert, wie Wikipedia (völlig zu recht) die Enzyklopädien aus(ge)löscht (hat). Weil crowdgesourced und damit besser. Und weil in einer offenen Lizenz und damit kostenlos und frei verwendbar.

Strompreise in Konstanz

Dienstag, 20. Januar 2009

In meiner neuen Wohnung wurde die Beleuchtung von einem Architekten geplant und von einem Elektriker eingebaut. Das Ergebnis gefällt mir gut, an den Wänden wird nun “mit Licht gemalt”.

Allein im Flug hängen vier indirekte und zwei direkte Leuchtkörper und verwandeln den fensterlosen Raum in eine Lichttherapie für dunkle Wintertage.

flur

Nur habe ich mir eben mal ausgerechnet, was mich eine Stunde Licht im Flur mit 1.800 Watt eigentlich kostet. Eine Kilowattstunde bei den Stadtwerken Konstanz wird mit 22 Cent berechnet, also schlägt eine Stunde 40 Cent zu Buche.

Oder anders gerechnet: wenn das Licht im Flur im Schnitt 5 Stunden am Tag brennt, bezahlt ich dafür im Jahr über 700 Euro.

Bei einem Vergleich der Strompreise finden sich sofort Stromlieferanten, bei denen ich über 300 Euro sparen würde. Allein für den Flur.

Alternativ (oder noch besser: zusätzlich) könnte ich auch mit dem Licht etwas sparsamer umgehen. Eine Stunde weniger pro Tag spart momentan 144 Euro im Jahr.

Hätte ich nie gedacht…!

Meine Zwangsmitgliedschaften in der IHK

Montag, 19. Januar 2009

Wer ein Unternehmen gründet, bekommt vom deutschen Staat eine Zwangsmitgliedschaft in der Industrie- und Handelskammer geschenkt und muss dafür jedes Jahr 200 Euro bezahlen.

Wer mehrere Unternehmen besitzt, bekommt mehrere Zwangsmitgliedschaften geschenkt und muss für jede 200 Euro pro Jahr bezahlen – ob man will oder nicht.

Ich bezahlen also einen vierstelligen Betrag jedes Jahr an die IHK Bodensee-Oberschwaben.

Dafür bekomme ich… nix.

Oder genau genommen ab und zu einen ganzen Stapel Mitgliederzeitschriften (für jede Firma eine), die ich sofort in den Müll werfe, weil sie mich nicht interessieren.

Ach ja, und dann bekam ich heute auch noch den Hinweis, dass die IHK nun einen touristischen Email-Newsletter versendet.

Vermutlich zum Beweis dafür, dass sich die IHK mit meinen Zwangsbeiträgen modernste Technik und modernstes Denken leistet, lag im postalischen Anschreiben auch gleich noch das Bestellformular für den Email-Newsletter. Als einzige (!) Möglichkeit den Email-Newsletter zu bestellen.

Wohl gemerkt war das ein Rückfax-Formular aus Papier.

Wien komplett in der Openstreetmap

Sonntag, 18. Januar 2009

Der Siegeszug der Openstreetmap als vollständigste Karte der Welt setzt sich fort: nach Hamburg ist mit Wien nun eine weitere große europäische Stadt komplett in der Openstreetmap erfasst. Über 85.000 registrierte User arbeiten unterdessen an der “freien Weltkarte”, und rund 7.000 Straßen sind in Wien erfasst – nur die Rad- und Fußwege sind noch nicht komplett.

Seit heute heise.de darüber berichtet hat, ist die Openstreetmap allerdings kaum noch erreichbar…

Hier ist eine schöne Visualisierung der rasanten Entwicklung der Openstreetmap:

In HD gibt’s den Film direkt bei Vimeo.

Lauftreff Konstanz

Samstag, 17. Januar 2009

Es gibt sie noch, die guten alten Dinge, die man nie verlernt.

Zum Beispiel das Körpergefühl beim Laufen. Meine Zeit als aktiver Langstreckenläufer liegt nun 20 Jahre zurück. Aber egal wie wenig trainiert ich bin – sobald ich Laufschuhe trage, fühle ich wieder die alte Leichtigkeit und trabe los.

Zumindest bis zur ersten Steigung.

Und die folgenden 8 Kilometer beim heutigen Lauftreff waren entsprechend mühsam. Das Ergebnis sind vier Blasen an den Füßen und ein Restabend auf der Couch.

Aber schön war es trotzdem, und die Herzlichkeit, mit der ich im Lauftreff Konstanz aufgenommen wurde, mündet im festen Vorsatz, ab sofort dabei zu bleiben.

Hier ist unsere Strecke:


Laufroute 113940 – powered by Runmap 

Alpen abwärts

Samstag, 17. Januar 2009

Ich gehe ja gerne in die Berge, aber das wäre mir wohl eine Nummer zu schnell…

Via steephill.tv

Never give up, Teil 2

Donnerstag, 15. Januar 2009

Als ich darüber schrieb, dass ein Flugzeug auch ohne Flügel fliegen könnte, war ich einem viralen Hoax aufgesessen.

Um so sicherer bin ich mir jedoch, dass man auch ohne Arme und Beine andere Leute zum Fliegen bringen kann:

Via JK Livin’ und Tim Ferris (dem Typ mit der 4 Stunden Arbeitswoche).

1 Milliarde Euro durch Radtourismus

Donnerstag, 15. Januar 2009

Bislang wurde die publikumswirksame Analyse des fahrradtouristischen Marktes allein dem ADFC überlassen, der jährlich während der ITB seine Radreiseanalyse präsentierte.

Seit Herbst 08 gibt es eine wissenschaftlich fundierte Analyse zur Ergänzung der Analyse des ADFC: die Studie “Radreisen der Deutschen 2008” der Firma Trendscope (216 Seiten, 598,- Euro und definitiv ihr Geld wert).

Als Geschäftsführer von Deutschlands größtem Veranstalter von Radreisen war ich auf diese Studie natürlich sehr gespannt. Wie erwartet, konnte ich darin kaum etwas Neues entdecken – wer Jahre lang in der Branche aktiv ist, weiß meist viel mehr als sich durch Befragungen erhellen lässt. Vor allem durch vertrauliche Gespräche unter Kollegen und Mitbewerben kann ich den Markt relativ gut einschätzen.

Trendscope unterscheidet begrifflich zwischen Radaufsflügen (ohne Übernachtung), Radkurzurlauben (1-3 Nächten) und Radurlauben (>3 Nächte). Außerdem werden die Typen Radwanderer, Rennradler und MTBler unterschieden.

Leider wurde eine für uns Veranstalter sehr wichtige Unterscheidung praktisch nicht berücksichtigt: nämlich die zwischen Individual- und Pauschalreisenden. Man erfährt nur an einer Stelle, dass etwa 8% der Radurlauber pauschal verreisen – also Kunde des einen oder anderen Vernstalters sind.

Die in meinen Augen überraschendsten Ergebnisse der Analyse sind:

Radurlauber machen viele Radausflüge.

Denn nur 2% von Ihnen haben keinen Radausflug im Vorjahr gemacht, aber 52% hingegen 10 oder mehr davon. Wer sich also für die Zielgruppe der Radausflügler interessiert, kann sie bequem unter den Radurlaubern bewerben. Oder in anderen Worten: Regionen und Verbände, inseriert weniger in Zeitschriften und mehr Katalogen von Reiseveranstaltern!

Radurlauber sind Wiederholungstäter.

Denn 46% von ihnen haben in den vergangenen 3 Jahren mehr als 3 Radurlaube gemacht. Dies ist eine ganz wichtige Aussage für unser Marketing, bei dem wir in erster Linie Direktkunden ansprechen und uns kaum dafür interessieren, unsere Reisen von anderen Veranstaltern verkaufen zu lassen. Dieses – überdies noch margenschwache – Feld überlassen wir gerne unserem Mitbewerber. Mir ist übrigens kein Mitbewerber bekannt, der unseren Direktkundenanteil von 79% übertrifft.

Das Thema GPS wird total überschätzt.
Die genauen Zahlen nenne ich auf Bitte von Trenscope hier nicht (mehr), weil sie dieses Thema zur ITB genauer ausbreiten wollen. Aber sie treffen exakt meine Meinung zum Thema GPS. Selbst bei Bikemap, dem größten Radroutenportal Europas, wo es natürlich einen GPS-Up- und -Download gibt, werden fast alle Daten manuell über die Karten eingegeben. Und als Reiseveranstalter werden wir so gut wie nie nach GPS gefragt.

Dennoch investieren fast alle touristischen Regionen wie wild in das Thema. Vermutlich vor allem, weil an zwei oder drei relevanten Stellen zur Vergabe von Förderlinien das Thema modern klingt. Was für eine inkompetente Geldverschwendung!

Reisemessen werden überschätzt.
Denn nur 1% der Radurlauber sind dort auf einen Veranstalter aufmerksam geworden, hingergen 23% durch gestreute Prospekte. Wer genauer hinschaut, findet auf Radreisemessen seit ein paar Jahren eh nur noch touristische Regionen (die nicht wissen, wie sie sonst Marketing machen sollen, und die noch immer denken Messen wären “state of the art”) und ein paar Radreiseveranstalter, deren Chefs im Pensionsalter sind und die sich nicht anders zu helfen wissen, seit die “neue Generation” ihnen das Wasser abgräbt.

Der ADFC wird noch viel mehr überschätzt.
Denn nur 1% der Radurlauber interessieren sich für den ADFC (dennoch zog der ADFC bislang seine Analyse nur aus seinen Mitgliedern). Eine verschwindend geringe Anzahl und eine Erklärung für meine Erfahrung, warum Werbung beim ADFC nie das erwünschte Feedback brachte.

Hier noch eine grobe Schätzung des Fahrradtourismus: Knapp 4 Millionen Deutsche haben 2007 einen Radurlaub verbracht, etwa 1,7 Millionen einen Radkurzurlaub. Das ergibt 55 Millionen Radurlaubstage mit einer Nettowertschöpfung von knapp über 1 Milliarde Euro. Radausflügler sind hier noch nicht eingerechnet.

Eine imposante Zahl, der tourtismuspolitisch noch mehr Rechnung getragen werden müsste.

Andererseits ergeben die Zahlen von Trendscope eine Summe von 320.000 Radurlaubern, die mit einem Veranstalter verreisen. Dies ist nach meinen eigenen Schätzungen etwa um den Faktor 2 zu hoch und dürfe die Fehlerrate solcher Statistiken zum Ausdruck bringen.

Dennoch ist die Studie von Trendscope eine starke Verbesserung gegenüber den noch viel vageren Auskünften des ADFC, und sie stützt dessen jahrelange Bemühungen um die Wahrnehmung der Wichtigkeit des Fahrradtourismus. Kurzum: sie ist die bislang beste Studie, die es zum Thema Radtourismus gibt.

Interessanter Weise bin ich nach Aussage von Trendscope von allen Käufern der Studie der einzige (!) Radreiseveranstalter. Ich frage mich oft, warum mein Radweg-Service so viel schneller wächst als der Markt, und warum wir in nur 8 Jahren von Ein-Mann-Unternehmen zum Marktführer wurde. Bestimmt hat die Antwort auf die Frage auch damit zu tun, dass meine Mitbewerber zu wenig Fragen stellen und zu selten Studien lesen…

Tagesschau auf Schwäbisch

Mittwoch, 14. Januar 2009

Stern berichtet geschmacklos über Selbstmord

Dienstag, 6. Januar 2009

Heute meldet der Stern in seinem Newsflash den Selbstmord des Unternehmers Adolf Merckle. Während im Video eine blutverschmierte Bahnstrecke zu sehen ist, bewirbt Proximic rechts oben den Buchtitel “Der Notausgang: Wie Sie schnell und schmerzlos Selbstmord begehen.”

Proximic ist sowas wie Google AdSense und schreibt über sich selbst:

When matching content, Proximic is able to incorporate many factors: location, time, price, description, and more. This means that Proximic can match highly qualified content with extremely targeted ads or information.

Zur Vermeidung des sogenannten Werther-Effektes empfiehlt der Deutsche Presserat in seinem Kodex unter §8.5: “Die Berichterstattung über Selbsttötung gebietet Zurückhaltung”.

In deutlicheren Worten bedeutet dies:

Beschreibe den Suizidenten, die Methode, den Ort, die Lebensverhältnisse und die Gründe so abstrakt, dass sie kein Anschauungsmaterial mehr enthalten, das einer möglichen Identifikation und Enthemmung Vorschub leisten könnte.

Sowohl die blutverschmierten Gleise als auch insbesondere die Anzeige liegen hier weit von gutem Journalismus entfernt.