Stern berichtet geschmacklos über Selbstmord

Heute meldet der Stern in seinem Newsflash den Selbstmord des Unternehmers Adolf Merckle. Während im Video eine blutverschmierte Bahnstrecke zu sehen ist, bewirbt Proximic rechts oben den Buchtitel “Der Notausgang: Wie Sie schnell und schmerzlos Selbstmord begehen.”

Proximic ist sowas wie Google AdSense und schreibt über sich selbst:

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Zur Vermeidung des sogenannten Werther-Effektes empfiehlt der Deutsche Presserat in seinem Kodex unter §8.5: “Die Berichterstattung über Selbsttötung gebietet Zurückhaltung”.

In deutlicheren Worten bedeutet dies:

Beschreibe den Suizidenten, die Methode, den Ort, die Lebensverhältnisse und die Gründe so abstrakt, dass sie kein Anschauungsmaterial mehr enthalten, das einer möglichen Identifikation und Enthemmung Vorschub leisten könnte.

Sowohl die blutverschmierten Gleise als auch insbesondere die Anzeige liegen hier weit von gutem Journalismus entfernt.