OpenCycleMap auf Bikemap

Im Jahr 2007 (das ist im Kalender 2.0 ganz schön lange her) begann der ADFC Baden-Württemberg in Kooperation mit MagicMaps das ADFC-Tourenporal.

Die Grundidee war gut: ADFC-Mitglieder wurden motiviert, den Verlauf aller offiziellen Radwege in einem Mashup mit Google-Maps zu kartografieren und somit ein Routing für Radfahrer zu ermöglichen.

Die Umsetzung stammt jedoch ist rückwärts gewandt und ignoriert alle Lehren über partizipative Web-Projekte:
- man kommerzialisierte das System
- man bezahlte die User pro Kilometer
- man verlangt Geld pro Kilometer runtergeladenem Radweg
- die Rechte an den Routen gehen an den ADFC zur kommerziellen Nutzung

Offenbar haben die Entwickler so getan, als stünde die Enzyclopedia Britannica nach wie vor in voller Blüte und als wäre Wikipedia der größte Flop des Webs gewesen.

(Jetzt werden die ADFCler und MagicMaper im Ländle wieder ein weiteres Jahr lang kein Wort mit mir reden… Also, liebe Leute: ich spreche doch nur aus, was ihr verpasst habe. Verpasst habt ihr es. Sauer sein müsstet ihr also auf euch und nicht auf mich. Wirklich schade, dass ihr das nicht versteht.)

Doch die Wirklichkeit hat sich zum Glück andere Bahnen gesucht. So wie das user-generierte und nicht-kommerzielle Wikipedia seinen Siegeszug über alle Enzyklopädien angetreten hat, so weht die Openstreetmap zurzeit alle kommerziellen Kartenwerke an die Wand.

Und im Windschatten der Openstreetmap hat sich die Opencyclemap entwickelt.

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Von den 85.000 freiwilligen OSM-lern werden momentan alle Radwege der Welt (!!!) in der OSM angelegt und sind nun in der Opencyclemap sichtbar. Das Datenvolumen der OSM verdoppelt sich momentan alle 5 Monate, die Qualität der OSM wächst also exponentiell. Und mit ihr die Opencyclemap.

Sie visualisiert die in der OSM enthaltenen Radwege zu einer velophilen Karte. Der vielleicht wichtigste Nebeneffekt dabei ist, dass diese Visualisierung und Bekanntmachung der (ansonsten in klassischer Darstellung nahezu unsichtbaren) Radwege-Daten dazu motiviert, sie zu erheben, zu verbessern und zu am Ende auch nutzen.

Hier wird also perfekt angewandt, was man aus allen user-generierten Projekten lernen kann:
- ein offenes System ohne primäres kommerzielles Interesse
- alle Mitarbeit ist freiwillig
- alle Nutzung der Daten ist gratis (momentan noch unter cc-Lizenz)
- die Rechte an den Routen sind sozusagen Allgemeingut

Wir haben nun in Bikemap einen neue Karten-Ebene eingefügt: die Opencyclemap.

Damit lassen sich nun noch viel leichter Touren entlang touristischer Routen planen. Man sieht sozusagen auf der Karte die Radwegeführungen, anhand derer sich Radrouten perfekt planen lassen.

Oder etwas philosophischer ausgedrückt: Bikemap gewinnt an normativer Kraft.

Hier ist als Beispiel die Kreuzung vom Bodensee-Radweg und Donau-Bodensee-Radweg in Immenstaad:


Popular routes in this area – powered by Bikemap