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Beiträge vom Juni, 2009

Travel 2.0 reloaded

Samstag, 13. Juni 2009

Die Österreich-Werbung nun den Travel 2.0 reloaded veröffentlicht. Der Wegweiser ist online und als Print erhältlich und beschäftigt sich wie auch sein Vorgänger mit den Themen Tourismus und Web 2.0.

travel20

Darin enthalten ist auch mein Beitrag über Tourismus und Openstreetmap.

Unsere Radreisen bei fahrrad.de

Donnerstag, 11. Juni 2009

Das Esslinger Unternehmen Internetstores weist eine beachtliche Erfolgsbilanz auf. Im Jahr 2003 kaufte René Köhler als junger Sohn eines Fahrrad-Fachhändlers die Domain fahrrad.de und baute darunter einen Versandhandel für Räder auf.

Nach nur drei Jahren brachte er es auf über 2 Millionen Euro Umstatz, was an sich schon eine gute Leistung ist.

Fahrrad.de

Viele erfolgreiche Unternehmen erkennen nicht, dass ihre wertvollste Kompetenz längst auf einer Metaebene liegt. Also nicht mehr im Verkauf des eigentlichen Produktes, sondern in einer es umfassenden und darüberliegenden Struktur.

Bekanntestes Beispiel dazu ist Amazon, das längst vom Buchhandel zum Unternehmen gewandelt ist, das als Marktführer nun (auch) die Infrastruktur verkauft, die zum Verkauf von Waren im Netz nötig ist. Also das klassische Metageschäft als  Ergänzung zum simplen quantitativen Wachstum. Dies erreicht nur, wer genau beobachtet, worin zu jeder Zeit die wahre Kompetenz seines Unternehmens liegt.

Im Jahr 2006 gelang René Marks genau dieser Schritt.

Zum Verkauf von Fahrrädern hatte er die Marke fahrrad.de geschaffen, die richtig gut lief und noch immer läuft. Doch die heimliche zweite Kompetenz des Unternehmens war das Metageschäft geworden: die Datenbank mit guten Bildern und Texten für alle Produkte rund ums Rad, die ausgefeilte Logistik, mit der man punktgenau sein Rad zum Wunschtermin nach Hause geliefert bekommt, das riesige Warenlager als Voraussetzung für diese schnelle Lieferung, und vor allem die Verknüpfung von all dem durch eine gute Software.

Die Grundlage des bisherigen Geschäftes ist oftmals ein ganz eigenes Produkt.

Genau dieses Produkt verstand René Marks zu monetarisieren, als er zuerst Amazon (Umsatz nun 5 Mio Euro) und später auch noch Neckermann (Umsatz nun 20 Mio Euro) als große Partner gewann. Er versorgte sie mit genau den Daten, dem Know-How und der Logistik, die sie zum Verkauf von Fahrrädern aus seinem Sortiment benötigten. Sein Umsatz verfielfachte sich somit abermals, und die Kurve zeigt weiter steil nach oben.

Amazon und Neckermann

Eine gewisse Parallele zu dieser Entwicklung haben wir (freilich auf kleinerem Niveau) mit unseren Radreisen durchlaufen, als wir erkannten, dass wir nicht nur gut darin sind, Reisen zu verkaufen, sondern auch darin, die dafür nötigen Daten intelligent zu handhaben.

Wir entwickelten darum in den letzten sechs Monaten eine Software auf der Ebene über unserem eigenen Geschäft. Sie heißt Anybike und ist eine Internet-Booking-Engine für Radreisen.

Auf der einen Seite stehen Veranstalter (wie wir selbst) und geben ihre Daten ein (meist dynamisch durch eine API), und auf der anderen Seite stehen kleine Affiliate-Partner oder große individuelle Partner, die auf ihren Webseiten nun Radreisen verkaufen können. Dazu müssen sie nur einmal die Verbindung zu Anybike herstellen (also unsere API nutzen und unsere Daten auf ihrer Seite darstellen), und fortan sind sie automatisch an unseren kompletten Produktkatalog angebunden und verkaufen täglich unsere Reisen, ohne noch etwas dafür tun zu müssen.

Was haben nun Anybike und fahrrad.de miteinander zu tun?

Nun, vor zwei Jahren Jahr fiel mir fahrrad.de als ein Unternehmen auf, das nicht nur das Internet zu nutzen versteht, sondern das vor allem die exakt selbe Zielgruppe hat wie wir, ihr aber ein komplett anderes Produkt verkauft. Also die allerbesten Voraussetzungen für eine reibungsfreie und erfolgreiche Kooperation.

Ich versuchte über ein Jahr lang immer wieder fahrrad.de als Kooperationspartner zu gewinnen, bis ich letzten Herbst endlich vor offenen Türen stand.

Und seit gestern ist fahrrad.de der erste große Kunde von Anybike, und über 250 unserer Radreisen sind nun dort buchbar.

Radreisen bei fahrrad.de

Ich freue mich sehr über dieser vielversprechende Kooperation. Ich bin überzeugt, dass Anybike den Verkauf von Radreisen nachhaltig webtauglich machen und uns damit etliche neue Vertriebswege eröffnen wird. Und fahrrad.de wird als First-Mover seinen Umstaz pro Kunde durch ein komplett neues Produkt vergrößern.

Von Produkten und Bedürfnissen

Mittwoch, 10. Juni 2009

Heute wird im Inselhotel in Konstanz die neue Serie unserer Bodensee-Reiseführer der Presse vorgestellt. Da ich momentan in Australien unterwegs bin, kann ich nur mit diesem kleinem Grußwort dabei sein:

Eine der spannendsten Aufgaben eines Unternehmers ist es, den Blick nicht auf das eigene Produkt zu lenken, sondern statt dessen die Bedürfnisse der eigenen Kunden zu fokussieren.

Auf diese Weise fiel mir im Frühjahr 2001 auf, dass am Bodensee-Radweg zwar mehrere Veranstalter ihre Radreisen anboten, doch niemand kümmerte sich um solche Radfahrer, die ohne Hilfe eines Veranstalters um den See radeln wollten. Immerhin machen diese Radler 95% des Radtourismus am Bodensee aus. Die touristische Destination Bodensee-Radweg hatte sozusagen weder eine Telefonnummer noch eine eigene Webseite.

Ich gab ihr beides und gründete im Juni 2001 den Bodensee-Radweg Service. Keine acht Jahre später war diese neue Firma der größte deutsche Veranstalter von Radreisen – also Marktführer mit genau dem Produkt, auf das ich den Fokus nicht primär setzen wollte (und noch immer nicht setze), und die Firma wächst weiterhin mit gut 40% pro Jahr.

Im Jahr 2002 begannen wir fast eine halbe Million kostenloser Landkarten vom Bodensee-Radweg rund um den See zu verteilen. Dabei fiel uns auf, dass touristische Prospekte in Hotels auf Heizungen und Zigarrettenautomaten lagen, statt – wie in anderen Gegenden – in richtigen Prospektständern. Also kämpften offenbar alle touristischen Betriebe am See mit dem Problem einer unzureichenden Prospektverteilung.

Auch aus diesem Bedürfnis haben wir in nur einem Jahr ein Produkt geschaffen, das kurz darauf eine eigene Firma wurde: der Bodensee-Tourismus Service. Wir befüllen unterdessen täglich 400 eigene Prospektständer mit 56 verschiedenen Prospekten aller touristischen Partner (neben etlichen weiteren Dienstleistungen übrigens).

In den ersten Jahren mussten wir für die Landkarte in unserem Radweg-Prospekt Lizenzgebühren bezahlen, die teurer waren als das Zeichnen einer eigenen Karte. Also stellten wir eine Kartografin ein. Heute geben wir Landkarten vom Bodensee heraus, verteilen kostenlose Stadtpläne rund um den See und haben nebenbei ein neues Spin-Off entlassen (die Firma Toursprung), das Technologieführer im Angebot von touristischen Online-Karten geworden ist und so bekannte Produkte wie Bikemap und Runmap entwickelt hat.

Mit diesem Fokus auf Karten und Pläne fiel uns bald auf, dass Reiseführer rund um den Bodensee fast nur im Buchhandel zu finden sind – einem Ort, an dem sich zwar Einheimische, jedoch ganz selten Touristen aufhalten.

Darum haben wir letztes Jahr beschlossen, eine eigene Serie von 10 verschiedenen Reiseführern heraus zu geben und mit deren Hilfe einen Vertrieb zu genau den Orten aufzubauen, an denen Touristen sind: Hotels, Tourist-Informationen, Campingplätze, Jugendherbergen und so weiter.

Die ersten drei Bände dieser Serie sind nun fertig, und während wir fleißig an den folgenden Bodensee-Themen schreiben, freuen wir uns schon bereits kurz nach Fertigstellung über die überraschend guten Verkaufszahlen unserer Reiseführer.

Meine Reisemonster und ich

Dienstag, 9. Juni 2009

Uns verbindet eine Hassliebe:

Manchmal hilft mir meine Kreditkarte bei der Organisation meines Lebens, vor allem, wenn ich auf Reisen bin. Sie kauft mir das eine oder andere Geschenk, identifiziert mich am Check-In, versichert meine Mietwagen, verhilft mir zu Gratis-Flügen, lässt mich in Lounges ruhen und so weiter.

Doch manchmal entpuppt sie sich auch als ein fieses Reisemonster.

blog570

Heute zum Beispiel.

Zuerst arbeitete sie Hand in Hand mit mir bei der Buchung der nächsten Hotels, bezahlte sogar noch einen letzten und dann einen allerletzten Espresso im Hotel in Sydney. Lecker war er, und ich hatte nicht bemerkt, dass hier bereits das fiese Reisemonster am Werk war und nicht länger die freundliche Kreditkarte.

Während ich also einen Kaffee nach dem anderen trank und die Sonne ins Meer sinken sah, dachte ich noch, wie wären Freunde. Doch tatsächlich arbeitete sie an ihrem heimlichen Plan, mich meinen Flug verpassen zu lassen.

Als ich es bemerkte, war es schon fast zu spät. Ich bin also schnell ins nächste Taxi gehastet und helgemäßig zum Airport gebraust. Der Fahrer spielte mit und kam gut voran. Ich merkte, wie ich langsam wieder die Oberhand über das Zeitmanagement gewann.

Dachte ich.

Doch beim Aussteigen verbündete sich mein Reisemonster mit meinem Portemonnaie und beide blieben klammheimlich auf der Rückbank im Taxi liegen.

Als mir das auffiel, war das Taxi natürlich längst über alle Berge und mitten im Feierabendstau von Sydney.

Ich weiß nicht, ob ihr auch ein Reisemoster habt, das euch unterwegs immer wieder in die Falle lockt. Falls nicht, so will ich euch erklären, wie sich sowas anfühlt.

Einerseits könnte man sich ärgern über die Umstände, die einem das Reisemonster immer wieder in den Weg legt. Doch als  Mensch des 21sten Jahrhunderts nimmt man jede solche Herausforderung natürlich mit einem sportlichen Ehrgeiz. Schließlich ist das Reisemonster die Eintrittkarte in den ziemlich exklusiven Club der Reisemonsterreisenden.

Das sind Leute, die es trotz Reisemonsterärger immer wieder an ihr Ziel schaffen. Sozusagen die Crème de la crème in allen Airports. Leute, denen normales Reisen längst viel zu langweilig geworden ist. Leute mit schwarzem Gürtel in Airline-Judo. Und vor allem Leute, die es Kraft der sie ständig begleitenden Monsterumstände zu einer beeindruckenden Improvisationsfähigkeit und Seelenruhe gebracht haben.

In gelegentlichen Treffen mit anderen Reisemonsterreisenden werden dann Geschichten erzählt, die für normale Reisende wie Horrormärchen klingen. Tatsächlich aber sind es Rituale, mit denen im Club Rangfolgen und Respekt ermittelt werden. Mitunter sogar großer Respekt.

Somit ist das Reisemonster also nicht nur die Quell ständiger Herausforderungen, sondern auch die Eintrittkarte in einen exklusiven Club. Eine Hassliebe eben.

Nun, als ich heute also am Check-In-Automaten stand und meine Kreditkarte nicht fand, wurde mir reflexartig klar: nicht länger suchen, sondern SOFORT raus zum Taxi rennen und es im besten Fall zu Fuß noch einholen. Das Gepäck würde derweil schon nicht geklaut werden.

Doch Pustekuchen, der Kerl im Taxi war schon weg.

Also rein in die Phase zwei des Kampfes: Verbündete suchen. In anderen Worten: die kompetenteste Angestellte am Airport ausspähen, bei der ich mit meinem Armer-armer-Peter-Blick binnen Sekunden eine grenzenlose Hilfebereitschaft auslösen kann. Und ihre Kompetenz nutzen bei der Suche nach diesem… sagen wir: weißen Taxi mit vier Rädern. Ja, genau dieses eine! Sie wird schon wissen, wie man es von den 1.000 anderen Taxis unterscheidet.

Klar, das wir binnen weniger Minuten die Handynummer des Fahrers hatten – anfangs zwar mit Nummerndreher, aber auch der lies sich rasch identifizieren. Nun galt es noch den Fahrer angesichtes des Staus dazu zu bewegen, sein Taxi stehen zu lassen und zu Fuß (!) zurück zum Airport zu rennen. Auch das kein Problem. Kurze Zeit später hatte ich mein Portemonnaie wieder, und der Taxifahrer sein Trinkgeld des Monats.

Doch kaum stellte sich das Gefühl der Oberhand wieder ein, schlug mein Reisemonster erneut zu. Dieser Moment, das gebe ich zu, war gut gewählt. Denn ich wähnte mich sicher und schrieb in Gedanken längst an diesem Blogpost.

Beim schnellen Kauf eines belegten Brotes (diese Zeit musste einfach noch sein), blieb meine Kreditkarte nämlich schon wieder heimlich zurück – während ich scheinbar siegessicher zum Gate hechtete.

Erfahrene Kämpfer mit eigenen Reisemonstern wird es kaum verwundern, dass mein Flieger dann nach zweimaliger Sicherheitsprozedur (Eingang der Crew benutzt, klar!) genau die Verspätung hatte, die ich brauchte, um exakt als letzter an Bord zu rennen.

Alles andere wäre auch viel zu langweilig und ließe sich nicht bloggen.

Stimmt’s, Helge?

Sydney in besonderem Licht

Montag, 8. Juni 2009

Zurzeit erstrahlt Sydney in ganz besonders schönem Licht, denn im Rahmen des Vivid Sydney Festivals sind an 25 Standorten der Stadt besondere Lichtinstallationen zu bewundern.

Die auffallendste unter ihnen ist zweifelsohne die ständig wechselnde Beleuchtung des Sydney Opera House:

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Hier etliche weitere Fotos auf Flickr.

Google Cycle View

Montag, 8. Juni 2009

Ach, wenn ich doch nur einen Wunsch frei hätte…

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Tatsächlich aber hört genau hier Googles Street View auf, wo der Radweg beginnt. Wie schade!

Quarks über die Wirtschaftskrise

Montag, 8. Juni 2009

Es kommt nicht oft vor, dass ich mich positiv über das öffentlich-rechtliche Fernsehen äußere – ein Amt, das schon im letzten Jahrtausend veraltet war.

Doch die Sendung “Wohin verschwindet unser Geld” aus der WRD-Reise Quarks erklärt einige volkswirtschaftliche Begriffe  im Zusammenhang mit der Wirtschaftskrise in wunderbar klarem Stil.

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Diese Sendung muss man nicht zufällig gesehen haben, wie meist im Fernsehen*.

*Fernsehen = ein Ereignis abseits seines ursprünglichen Ortes verfolgen. Produkt der 40er Jahre. Für mich so uninteressant, dass ich kein solches Gerät besitze.

Vielmehr kann man es zu einem selbst bestimmten späteren Zeitpunkt online anschauen bzw downloaden, wie meist im Web*.

*Web = Produkt der 90er Jahre. Ermöglicht das Spätsehen*, eine grundlegende Voraussetzung, um Dinge weiterempfehlen zu können.

*Spätsehen = grundlegende Voraussetzung, die erfüllt sein muss, bevor ich überhaupt daran denke, einen Brief der GEZ zu öffnen.

Neuseeland aus dem Autofenster

Freitag, 5. Juni 2009

Eine Woche lang bin ich nun in Neuseeland, und leider hatte ich bisher nur einen halben Tag Zeit um mir die schöne Landschaft anzuschauen.

Bei der Fahrt von Cromwell nach Christchurch konnte ich jedoch ein wenig aus dem Fenster meines spiegelverkehrten Autos fotografieren. Sind zwar nur ein paar schnelle Bilder eines kleinen Teils von Neuseeland, aber es wird auch schon jetzt klar, warum Neuseeland sich “100% pure” nennt. Oder?

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Otago Rail Trail

Mittwoch, 3. Juni 2009

Heute habe ich den bekanntesten Radweg Neuseelands kennen gelernt, den Otago Rail Trail:


Bike route 201978 – powered by Bikemap 

Hier noch ein paar (öffentliche) Fotos:

Diesen Blog-Artikel habe ich veröffentlicht, um hier vor Ort vorzuführen, wie einfach und schnell man mit Mashups wie Bikemap und Flickr eine Webseite mit nützlichen Daten bereichern kann.

Die GPX-Daten des Radwegs habe ich aus dem Web geholt und bei Bikemap hochgeladen, und die Diashow sind die Ergebnisse der Suche bei Flickr nach “Otago Rail Trail” mit CC-Lizenz inklusive kommerzieller Nutzung (als Indiz für die besten Bilder). Beide Ergebnisse sind als Widget in meinen Blog eingebunden.

Insgesamt hat das keine 10 Minuten gedauert.

Globales Arbeiten

Dienstag, 2. Juni 2009

In diesem Moment sitze ich morgens um 8:30 Uhr mit meinem MacBook auf den Beinen in meinem Bett in Neuseeland und koordiniere die Zusammenarbeit von Borahm in Konstanz (22:30 Uhr) und Steve in San Francisco (13:30 Uhr) – alle drei sind in gerade online und arbeiten zusammen am selben Projekt: die Routen des Radrennens Dauphiné Libéré mit der Hilfe von Bikemap auf steephill.tv online zu stellen. Ist schon nett, dieses Internet…!