Mapzen – der OSM POI Collector für das iPhone

Verwirrende Überschrift, ich weiß. Aber eigentlich ist Mapzen eine wunderbar einfache Sache.

Nämlich eine Applikation für das iPhone, mit der man POIs (also interessante Punkte) in der Openstreetmap sammeln kann.

Konkret funktioniert das so:

App auf dem iPhone installieren, öffnen und die Login-Daten der Openstreetmap eingeben (oder sich ein Benutzerkonto erstellen).

Dann in der App den OSM-Kartenausschnitt wählen, an dem man sich aufhält. Das macht entweder die Triangulierung der Funkzellen einigermaßen genau, oder aber (beim neuen Modell des iPhone) das GPS ziemlich genau. Sieht dann ungefähr so aus:

Mapzen, Screen 1

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Reisemonster mit Airline-Judo abgewehrt

Mit den Jahren lernt man die Taktik seines persönlichen Reisemonsters immer besser kennen, und machmal ahnt man schon vorher, wann es wieder zuschlagen könnte.

So heute.

Ich sollte von Zürich nach Düsseldorf und von dort weiter nach Miami fliegen. Die beiden Lufthansa-Flüge wurden unabhängig voneinander gebucht, hatten also getrennte Vorgangsnummern. Beim einen war ich mit Kreditkarte, beim anderen mit Reisepass identifiziert.

Schon beim Check-In in Zürich ahnte ich, dass der Tag noch für eine Überraschung sorgen könnte. Draußen war Nebel, und drinnen roch es bereits ganz leicht nach Reisemonster. Das Ding war also bereits auf dem Weg zu mir. Ich musste aufpassen!

Darum versuchte ich wenigstens mein Gepäck durchzuchecken, also erst wieder in Miami in Empfang nehmen zu müssen. Und damit das Risiko des Neu-Eincheckens meines Gepäcks in Düsseldorf von mir auf die Lufthansa zu übertragen.

Ich nahm an, dass der Check-In-Automat damit überfordert sei, ging also direkt zum Counter. Der aber wurde von einem Einlassdrachen bewacht, und diese Duttträgerin wollte mich partout nicht ohne Boardingpass durchlassen. Meine Erklärung, dass ich einen etwas komplexeren Vorgang hätte, tat sie mit der unwirschen Bemerkung ab, dass am Automaten jemand stehe, der mir helfen könne.

Ich versprach ihr, dass wir uns eh in drei Minuten wieder sehen würden, aber wenn sie darauf bestünde, dann würde ich ihr gerne beweisen, dass der Automat es auch mit dieser Hilfe nicht könne.

Gesagt, getan. Der Automat schaffte es nicht, und der Hilfe-Typ erkärte mir ausführlich, dass ich mein Gepäck nicht durchchecken könne, weil die Flüge ja unter Umständen zu dicht beieinander lägen. Mein Hinweis, dass sie das nicht tun, überzeugte ihn nicht. Ich müsse mich mit einer Neu-Aufgabe des Gepäcks in Düsseldorf abfinden, meinte er. Schweizer Freundlichkeit eben.

So trabte ich also wieder an der feuerspeienden Duttfrisur vorbei, murmelte “Sagte ich doch gleich” und suchte mir einen Schalter mit einer sympatischen Swiss-Perle dahinter aus. Ihr erzählte ich, dass ich zu ihr geschickt worden sei, damit mein Gepäck durchgecheckt werden könne bis Miami.

Ok, das war gelogen.

Aber es klappte, und es rettete mir später meine Reise. Immerhin eine Kreuzfahrt, bei der man pünktlich anreisen sollte.

Der Flieger nach Düsseldorf hatte Verspätung. Alle Passagiere warteten am Gate und mussten eben später ankommen, als geplant. Einzig mein Name wurde ausgerufen. Mein durchgechecktes Gepäck hatte mein potentielles Folgeproblem verraten, denn ich hätte den Anschlussflug nach Miami verpasst. Ich solle zum Worst-Case-Schalter kommen.

Dort ließ ich so lange Leute von hinten in der Schlage vor, bis der Schalter mit der sympathischsten Person frei wurde. Man weiß ja nie.

Und tatsächlich, auch sie war eine Swiss-Perle, und wir wurden sofort gute Feunde. Und mein Gepäck hatte sogar davon abgelenkt, dass ich eigentlich zwei Flüge statt einen indirekten Flug gebucht hatte.

Doch Alternativen waren rar. Nach Düsseldorf kam ich nicht mehr rechtzeitig, der Direktflug nach Miami war bereits überbucht, indirekte Flüge über Montreal etc. waren auch schon voll oder bereits abgeflogen…

Doch unter Freunden hilft man sich. Eine geschlagene halbe Stunde und etliche Telefonate später hatte mir das hübsche Fräulein doch noch einen Platz organisiert – ein paar Meter weiter vorne im überbuchten Direktflug der Swiss nach Miami – mit dem ich nun eine halbe Stunde früher ankommen werde als ursprünglich gebucht.

Satz und Sieg. Reisemonster geschlagen. Durch Verspätung früher ankommen. Klassisches Airline-Judo.

Bodensee ohne eigene Webseite?

Braucht eine touristische Destination eine eigene Webeite? Braucht eine Ferienwohnung eine eigene Webseite? Und ein Café?

Letzte Woche schaute ich online nach, wann das Voglhaus-Café sonntag öffnet, um dort nicht vor verschlossenen Türen zu stehen. Dann machte ich mich auf den Weg – und stand vor verschlossenen Türen. Weil die Öffnungszeiten auf der eigenen Webseite nicht korrekt angegeben waren.

Mir kam es vor, als hätte ich den Inhaber selbst gefragt und von ihm eine falsche Antwort erhalten.

Da die URL des Café nicht generisch ist, muss selbst ich als Stammgast danach googeln. Und auf den Folgeplätzen des  Suchergebnisses sind die Einträge desselben Cafés bei Tupalo, Qype und Tripadvisor. Jeder einzelne ist informativer und nützlicher als die Webseite des Café selbst.

Der Wirt wäre also gut beraten, würde er dort seine Öffnungszeiten eintragen und die Daten kontrollieren. Womit er auch die Kartensuche von Google kontrollieren würde. Seine eigene Webseite hingegen hat im Vergleich fast keine Bedeutung mehr.

Weil: die im Web verstreuten Inhalte sind wichtiger als die eigene und schlechte Webseite. Oder auch: content rules.

Bei einer Ferienwohnung ist es ganz ähnlich. Wäre sie ein Auto, würden eh 99% der eigenen Webseiten so schöne Texte präsentieren wie: “Vermiete Auto. Mit vier Rädern, Türen und einem Kofferraum. Vier Sitze drin”. Aha!

Viel wichtiger für den wirtschaftlichen Erfolg einer Ferienwohnung ist deren Präsenz auf den entsprechenden Portalen und in den Suchmaschinen. Eine eigene Webseite braucht man dazu nicht.

Entlang des baden-württembergischen Teils des Bodensee-Radwegs steht auf jedem einzelnen Schild eine Werbung für www.tourismus-bw.de. Nur findet man dort so gut wie nichts über den Bodensee-Radweg. Aha!

Was ist Google? Die erfolgreichste Webeite überhaupt. Und was macht Google? Schickt seine User immer gleich weiter, und zwar dorthin, wo der Inhalt steht.

Weil: content rules.

Es ist viel wichtiger, den Inhalt über die eigene Destination auf den verschiedensten Stellen im Web zu pflegen als eine eigene Webseite zu betreiben. Und wenn man für beides gemeinsam keine Zeit hat, sollte man sich für den Inhalt entscheiden und gegen die eigene Webseite.

Denn eine touristische Destination hat auf Tripadvisor, Faebook, Wikipedia etc. längst viel mehr Besucher als auf ihrer eigenen Webseite (selbst die offizielle Seite vom Bodensee hat im Jahresschnitt pro Tag keine Tausend Besucher!).

Die Konsequenz aus diesem Trend zog Vancouver-Island und löste die eigene Webseite auf. Statt dessen wanderte der Inhalt auf das Tourismusportal von British-Columbia, und man kümmert sich auf Twitter und Facebook um die Anliegen der Gäste.

Ein lokaler Vergleich: die (inoffizielle und somit unkontrollierbare) Facebook-Page des Bodensee auf Facebook zählt bereits 20.000 Fans. Vermutlich ein Vielfaches mehr als der gute alte Bodensee-Newsletter Abonnenten besitzt. Ihre Reichweite wächst mit jeder Stunde. Und dies ist nur der Anfang des Trends.

Den fast alle touristischen Destinationen sowas von verpassen.

(Angeregt durch Blogpost von Reinhard Lenner)

Flug von Konstanz nach Freiburg

Im Spätsommer wollten Gregor und ich einen Kaffee in Freiburg trinken. Also haben wir uns die Skylark geschnappt, sind quer über den Schwarzwald geflogen und 38 Minuten später punktgenau auf der Schwelle in Freiburg gelandet.

on the fly from ICONOGRAPH on Vimeo.

Lust auf mehr Luftbilder von mir?

DiBoBo – die Digitale Bohème am Bodensee

Es ist leicht über den Wirtschaftsstandort Konstanz zu schimpfen – vor allem, weil es eigentlich keiner ist.

Auch kulturell wächst einem hier schnell der grüne Bart, und ich lebe nur deswegen so gerne am Bodensee, weil ich in regelmäßigen Abständen nach Berlin oder Wien fliegen kann, um zu kontrollieren, ob das, was bei uns nur im Feuilleton steht, dort auch wirklich passiert. Sozusagen.

Das Wirtschaftswachstum einer Region ist (statistisch klar nachweisbar) eng mit den Anteil der anwesenden “kreativen Klasse” der Erwerbstätigen verknüpft. Diese Kreativarbeiter bestehen darauf, in einem kreativen und stimulierenden Umfeld zu leben. Sie ziehen sich gegenseitig an – und darum fast alle von Konstanz weg.

Man erkennt die Kreativarbeiter an ihren Freytag-Taschen, in denen ein Subnotebook steckt. Oder ein MacBook. In den Cargohosen versteckt sich ein iPhone. Oder zumindest der Wunsch nach einem. Auf dem Tisch liegt es zwischen Caffè Latte und Moleskine. Und der Tisch steht in einem Café mit WLAN. Oder zumindest in einem Café, über dem ein freundlicher Fonero wohnt. Sitzen mehrere solcher Leute zusammen im Café, dann stehen mindestens genauso viele Notebooks auf dem Tisch – die meist über und über mit Aufklebern von BarCamps beklebt sind.

Der Arbeitgeber dieser digitalen Bohème hat kein Sekretariat. Dafür aber ein Wii-Zimmer und einen guten Tischkicker in der Küche. Entweder tatsächlich – oder vorerst nur in den Gedanken dessen, der diese Firma gerade gründen möchte.

Diese digitale Bohème ist selten am Bodensee. Aber vorhanden!

Schade nur, dass man sich so selten trifft. Wie auch, wenn die coolsten Cafés hier “diese Notebook-Leute” als störend empfinden (das dürft ihr vom Klimperkasten und Voglhaus jetzt gerne mal persönlich nehmen).

Mir passiert es aber trotzdem immer wieder, dass ich neue spannende Leute kennen lerne, mit denen ich schon Monate oder Jahre meine kleine Stadt teile. Und jedes Mal denke ich: hätten wir uns nur früher schon getroffen.

Und damit nun nicht noch mehr Zeit vergeht, bevor wir uns alle in unserer digitalen Diaspora finden (oder schlimmer noch: beim nächsten Barcamp viele Hundert Kilometer entfernt), rufe ich hiermit zum monatlichen DiBoBo-Treffen auf: dem Stammtisch der digitalen Bohème am Bodensee.

Jeden ersten Donnerstag ab 19 Uhr im Il Boccone. Ein loses Kommen und Gehen. Erstmals diese Woche am 5.November. Details per Twitter mit #dibobo und/oder über das Event bei Facebook. Einfach dort sein, eine Anmeldung ist nicht erforderlich – über das Facebook-Event wegen der Platzplanung jedoch hilfreich.

Jetzt hoffe ich, dass unser aller digitales Word-of-Mouth überall dorthin schallt, wo sie stecken, die Blogger, Holidaychecker, Twitterer, Toursprunger, Startupper, Notebooknomaden, VC-Burner, Lauter und wie sie alle heißen.

PS: Kommt euch der Text bekannt vor? Klar, es gab ihn vor über einem Jahr schonmal an dieser Stelle. Leider schlief das DiBoBo-Treffen damals wieder ein, obwohl es eigentlich ganz spannend war. Darum wiederhole ich es hiermit auf vielfache Anregung, jedoch nicht mehr als wöchentliches, sondern nur noch als monatliches Treffen.

Und weil unsere Wirtschaftsförderung sich damals nicht zu Wort gemeldet hatte, bekommt sie hiermit auch eine zweiter Chance auf unseren ersten freien Kaffee.