Laufkreuzfahrten mit Rundays

In Geburtsanzeigen werden mangels Alleinstellungsmerkmalen stets Name, Gewicht und Größe des Kindes ausgerufen – als würde das ein Neugeborenes charakterisieren.

Da hat man es beim Blogpost über eine neue Firma schon einfacher.

Rundays

Letzte Woche erblickte also die Rundays GmbH das Licht der Welt. Sie wiegt notariell beglaubigte 25 Kilo, ist schon zehn Reisen groß, und ihr Papa ist mächtig stolz auf die kleine.

Doch wie gesagt, es geht auch genauer:

Mit Rundays versuche ich die Welt der Laufreisen aufzumischen. Oder genauer gesagt zu entwickeln. Und gemeinsam mit dem Ultraläufer Björn Grass werde ich die neue Firma sicher schnell zum Laufen bringen. (Achtung Kalauer!)

Im Programm stehen ausschließlich Laufkreuzfahrten, und diese überwiegend in der Karibik.

Also meist einwöchige Reisen auf einem Kreuzfahrtschiff, bei dem jeden Tag an einem anderen Strand oder einer anderen Promenade ein Lauf stattfindet. Warum das alles so vielversprechend ist, behalte ich natürlich für mich, aber auf der Webseite von Rundays gibt es schon einiges zu sehen (allerdings noch lange nicht alles, das Ding ist ja noch ein Baby).

Die nächste Reise ist bereits ausgebucht und daher erst gar nicht online. Aber bei der Reise ab dem 13. März 2010 durch die östliche Karibik bin ich selbst dabei und es sind auch noch Plätze frei.

Hallo Jogmaster, Gpsie und Tourspringer, wir sehen uns eh an Bord!

Aber wer kommt sonst noch alles mit?

FDP fällt Reiseveranstaltern in den Rücken

Heute wurde der von 19 auf 7% ermäßigte Mehrwertsteuersatz für Hotels in Deutschland beschlossen.

Ernst Burgbacher war vor der Wahl tourismuspolitischer Sprecher der FDP und ist seit der Wahl Beauftragter der Bundesregierung für Tourismus.

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Seiner Initiative ist diese “Förderung deutscher Hoteliers” maßgeblich zu verdanken – die in Wahrheit nichts anderes ist als eine weitere überflüssige Subventionierung (auch “Wahlgeschenk” genannt).

Heute wird Herr Burgbacher vor die Mikrofone treten und stolz verkünden, was er und die FDP da erreicht haben.

Ob ihm bewusst ist, wie sehr die FDP dabei Reiseveranstaltern in den Rücken fällt? Vermutlich schon, aber es wird ihm egal sein. Schließlich gibt es mehr Hoteliers als Veranstalter, und jeder hat nur eine Stimme.

Warum ist diese Ermäßigung für Reiseveranstalter so schlecht?

Verkaufen wir eine Reise innerhalb von Deutschland, so sind die Käufer entweder Endkunden oder aber andere Veranstalter.

(A) Verkaufen wir eine Reise an einen Endkunden, so müssen wir den Verkaufspreis differenzbesteuern. Es wird also die Differenz aus Brutto-Einkaufspreis und Brutto-Verkaufspreis mit 19% besteuert. Da Veranstalter mit Hotels stets Bruttopreise vereinbaren, bleibt für den Veranstalter hier alles gleich. Nur der Hotelier verdient plötzlich 14,8% mehr an unserem Kunden.

(B) Verkaufen wir die Reise aber an einen anderen Veranstalter (was sehr häufig vorkommt), so wird dieses Geschäft regel- oder auch margenbesteuert. Wir können alle bezahlte Vorsteuer (also alle in den Teilleistungen enthaltene Mehrwertsteuer) vom Finanzamt zurückholen und müssen vom Verkaufspreis 19% ans Finanzamt abführen.

Weil eine Reise eine Dienstleistung ist, wird sie mit 19% besteuert. In der Reise sind als Teilleistungen aber in erster Linie Hotelübernachtungen enthalten, deren Besteuerung plötzlich von 19 auf 7% gefallen ist. Genau genommen bestehen die Reisekosten sogar fast ausschließlich aus Hotelübernachtungen.

Im Tourismus werden zwischen Hotels und Veranstaltern immer nur Bruttopreise vereinbart. Damit bleiben zwar trotz Steuerveränderung alle Bruttopreise gleich, aber der vom Finanzamt für Hotelübernachtungen zurückerstattbare Betrag wird kleiner. Nämlich von 19 auf 7 Prozentpunkte, oder in anderen Worten: der erstattbare Betrag sinkt um sagenhafte 63%, während die zu bezahlende Steuer konstant bleibt.

Bei einer 7-nächtigen Reise um den Bodensee ist das pro Buchung ein Betrag von knapp 90 Euro, und der ist höher (höher!, HÖHER, H*Ö*H*E*R) als die kalkulierte Marge im B2B-Geschäft.

Oder in anderen Worten: wir Veranstalter machen plötzlich mit jedem einzelnen Gast Verlust.

Die FDP ist die Partei der Unternehmer.

Gewesen.

Danke dafür, Herr Burgbacher!

PS: Nochmal ganz ohne jede Polemik, Herr Burgbacher. Wie genau sollen wir mit dieser Situation umgehen? Insolvenz anmelden? Ich bin wirklich neugierig auf die Antwort von Ihnen. Sowie auf die meiner Abgeordneten Birgit Homburger. Gerne hier im Blog als Kommentar. Oder irgendwo persönlich – und das gerne im Beisein eines von Ihnen vermittelten Steuerexperten, der mir dann erklären kann, wie wir Ihrer FDP-Steuererfalle ohne Insolvenz entkommen können. Hauptsache Sie kneifen nicht.

Der Bodensee will gemappt werden

Als OSM-affiner Bodensee-Touristiker treffe ich ab und zu Mapper von anderswo, die an den Bodensee reisen und ihren Aufenthalt damit verbinden, die eine oder andere Ecke des Bodensee besser gemappt zu hinterlassen, als sie ihn vorgefunden hatten.

Die Zielgenauigkeit, mit der einige dieser Mapper ganz bewusst in noch ungemappten Gegenden des Bodensees Urlaub machen, beweist, dass es sogar einen echten Mapping-Tourismus gibt.

Diese Bereitschaft möchte ich gezielt unterstützen und nutzen, um der touristischen Region Bodensee zu einer besseren Kartografierung in der OSM zu verhelfen.

Einerseits organisiere ich das Barcamp Bodensee (5.-6. Juni 2010 in Konstanz). Andererseits bin tourismuspolitisch am Bodensee gut bekannt und vernetzt.

Diese beiden Fakten möchte ich kombinieren und eine MOVING MAPPING PARTY organisieren.

In der Woche direkt nach dem Barcamp (also Montag 7. Juni und die darauf folgenden Tage) soll der Bodensee gemappt werden. Von lauter freiwilligen Openstreetmappern, die dafür an den See reisen. Und die vom Bodensee in der einen oder anderen Weise willkommen geheißen werden.

Ich stelle mir vor, dass z.B. die Übernachtungen (inkl. WLAN) von den jeweiligen Tourismusverbänden bezahlt werden, dass es abends gemeinsames Essen gibt, bei der sich die Orte für die geleistete Arbeit bedanken können (durch das Abendessen oder durch das eine oder andere Bier), dass vielleicht abends gemeinsam in Konferenzräumen irgendwelcher Hotels die tagsüber erhobenen Daten hochgeladen werden.

Ich selbst würde für eine Woche kostenlose Leihfahrräder spendieren.

Im Idealfall werden zwei oder gar drei Gruppen gebildet, die gegenläuig jeden Tag einen Ort weiter um den See ziehen, so dass man sich nach einer Woche am anderen Ende trifft – und alle Uferbereiche des Bodensee am Ende vorzeigbar – und für alle Touristiker fortan kostenlos nutzbar – in der Openstreetmap sind.

Das Musterhafte an dieser Aktion wäre, dass eine tourisitsche Region explizit dazu aufruft, durch Freiwillige gemappt zu werden. Eine Arbeit, die niemand bezahlen könnte. Die aber durch ein kleines Sponsoring zur einer spaßigen Aktion würde und so stattfinden könnte.

Starten kann diese MOVING MAPPING PARTY beim Barcamp am Sonntag – mit einer Session über das Mappen für all jene, die damit noch nicht vertraut sind.

Diese “Map-Me!”-Idee ist noch ganz frisch und braucht Feinschliff. Darum freue ich mich auf eure Kommentare, Ideen und Verlinkungen!

Ich freue mich auch insbesondere über innovative touristische Leistungsträger und Verbände vom Bodensee, die hier ihre Bereitschaft erklären, diese Aktion zu unterstützen und damit stattfinden zu lassen. Darum: Hallo IBT, TU, Vorarlberg-Bodensee, Thugau-Tourismus, Ostschweiz usw … Hallo Konstanz, Lindau, Friedrichshafen und alle anderen Orte… Hallo BSB, Mainau, Affenberg, Pfahlbauten, Festspiele und alle anderen Attraktionen… Hallo Südkurier und Schwäbische Zeitung, wer von euch beiden hat das Web kapiert und meldet sich zuerst… Hallo IHKs, Wirtschaftsförderungen und Tourist-Informationen… Ich weiß, dass die meisten von euch meinen Blog lesen. Jetzt könnt ihr alle euren Worten Taten folgen lassen. Ich bin gespannt auf euer Feedback gleich hier unter dem Artikel…!

PS: Sorry für den offenen Verteiler in meinem Mail an die hiesigen Tourisiker….!

Social Media… auch im Tourismus

Wunderbares Video, bei dem all jene Touristiker kalte Füße bekommen sollten, die sich nicht um Social Media kümmern: