Wie ein Autohaus die Marke Audi beschädigt

Mehrere Freude hatten mich gewarnt. Sie sagten:

Kauf dir bloß keinen Audi. In Konstanz gibt es nur eine Werkstatt, und du wirst dein Auto jedes Mal kaputter zurück bekommen, als du es abgegeben hast.

Ich schlug die Warnung in den Wind und kaufte mir letztes Jahr einen Audi A6 und begab mich in die Hände des Monopolisten.

Zwar gehören tatsächlich sämtliche Werkstätten in der Umgebung zu Gohm + Graf Hardenberg GmbH, aber eine Werkstatt muss doch eine Werkstatt sein, dachte ich.

Falsch gedacht!

Zuerst haben sie mir die falschen Sommerräder verkauft. Ohne Drucksensoren. Aber dafür bei jedem (!) Anlassen mit ohrenbetäubendem Warnton.

Ingesamt hat es über ein Jahr gedauert (die Geschichte ist im Details zu langweilig), bis man erkannt hatte, dass selbst die nachgelieferten Sensoren nicht funkioniert hatten. Und jedes Mal hatte man mir die Schuld gegeben, bis nach zig Telefonaten, Emails und Werkstattbesuchen schließlich kleinlaut und gratis neue Sensoren eingebaut wurden.

Und beim selben letzten Werkstattbesuch wurde auch eine Inspektion durchgeführt.

Wir haben ihr Licht neu eingestellt…

…hatte man mir anschließend verkündet. Doch schon bei der ersten nächtlichen Fahrt wurde mir klar, dass der Abblendmodus zwar Licht auf Engel in den Wolken wirft, aber kein gutes Licht auf Graf Hardenberg.

In einem Parkhaus sah das Licht so aus:

Das falsch eingestellte Abblendlicht

Ich brachte den Audi also zurück, und anschließend versicherte man mir, dass mit dem Licht alles in Ordnung gewesen sei und man es bei Graf Hardenberg eh immer einen Tick tiefer einstelle, damit der Gegenverkehr von den hellen Xenon-Scheinwerfern nicht geblendet würde.

Einen Moment lang hatte ich an mir selbst gezweifelt.

Doch gestern fuhr ich nachts auf über 100 km Bundesstraße von Freiburg bis Donaueschingen. Und ohne zu übertreiben: etwa 2 von 3 entgegen kommenden Autos blendeten bewusst auf, um mir zu signalisieren, dass ich doch bitte abblenden möge. Ingesamt waren das über 50 solcher Signale:

Also fuhr ich eben zum TÜV, ließ einen Lichttest machen, der zutage brachte: beide Scheinwerfer waren zu hoch und zu weit links eingestellt. Zu hoch und viel zu weit links.

Als ich den TÜV-Mitarbeiter fragte, wie es sein könne, dass meine Werkstatt dies mehrfach nicht bemerkte, da stellte er mir eine Gegenfrage:

Graf Hardenberg? Bei denen ist das ständig so.

Ergo?

Monopole vernichten Qualität. Und Graf Hardenberg beschädigt mit seinem Monopol die Marke Audi.

Habt ihr ähnliche Erfahrungen gemacht?

Update am 7. Juli: Nachdem das Audi-Zentrum meinen Wagen zur abermaligen Korrektur der Licht-Einstellung abgeholt hatte, bekam ich vom Meister einen Anruf, der kaum zu glauben ist. Er fragte mich doch tatsächlich, ob ich ihm bitte sagen könne, welcher der beiden Scheinwerfer der falsch eingestellte sei.

PS: Hier geht es zum zweiten Teil der unendlichen Geschichte mit dem Autohaus Graf Hardenberg.