Kostenlose Online-Zeitungen im Café

Es gibt zwei Gründe und eine Voraussetzungen, wegen derer ich mich in Cafés setze: (1) guter Espresso und (2) diverse Tageszeitungen zwischen FAZ und TAZ locken mich hin, und (3) ein schnelles WLAN erwarte ich.

Heute früh trank ich im MoccaSin einen Ristretto, las dabei in der FAZ einen Artikel über Damaskus und stolperte darin über das Wort „Maschrek„, das ich in Wikipedia nachschlug und dann dort kreuz und quer über das Morgenland weiterlas.

Bodenseepeter, Tageszeitung, MacBook/iPad/iPhone, Ristretto (im Uhrzeigersinn)

Dieses assoziative Informationsritual gefiel mir so gut, dass ich darüber bloggen wollte.  Vorher versuchte ich aber noch jenen Artikel über die Kaffeehauserzähler in Damaskus an einem Freund weiterleiten, und dabei stieß meine Zufriedenheit mit der aktuellen „Gesamtsituation“ an ihre engen Grenzen: Der Artikel ist auf FAZ.net nämlich nur nach Login und nur für Abonennten sichtbar.

Die FAZ ist leider geschlossen und kann nicht weiteremfohlen werden.

Diese Unterbrechung meiner Zufriedenheit müsse sich doch richten lassen.

Der Wirt bezahlt mir die Lektüre meiner Zeitungen, und ich bezahle ihn dafür mit dem konsumierten Kaffee.

Warum funktioniert das eigentlich noch nicht digital?

Im Zuge der Digitalisierung der Medien, spätestens aber mit ihrer iPadisierung, sollte jeder Wirt die Möglichkeit haben, die (sonst kostenpflichtigen) Online-Ausgaben der Medien in seinem WLAN anzubieten. Ich stelle mir vor, dass ich nur ins Café gehen muss, um dort (und nur dort) meine liebsten Zeitungen und Zeitschriften auf meinem Notebook oder meinem iPad lesen zu können. Der Wirt bezahlt die Medien dafür, dass alle User in seinem WLAN sie lesen dürfen.

Dort, wo heute die Zeitungen an der Wand hängen und gelesen werden wollen, da hängt ein kleines Schild und informiert darüber, welche normalerweise kostenpflichtigen Online-Medien im Café gratis gelesen werden können.

Technisch sehe ich keine Schwierigkeit, die Zeitungen würde es einen Schritt weiter bringen ihre Redaktionen zu bezahlen, und ich könnte endlich auch online lesen, was offline schon lange geht.

Spricht etwas dagegen? Oder gibt es das etwa schon?

About Peter Eich

Mathematiker und Philosoph eigentlich, Seriengründer und Investor tatsächlich. Gründer von Inselhüpfen, Radweg-Reisen, Bikemap, Toursprung, Tourbook, Bodensee-Verlag, und Cyclesummit. Außerdem Referent, Immobilien-Investor, Pilot, NLP-Coach und Barista. Und meistens unterwegs.

3 comments

  1. Aha, als stiller Mitleser bemerke ich mit Wohlwollen Deine Rückkehr ins alte lay out – mögen Deine Beweggründe auch ungetwittert bleiben!
    Und zum Artikel eine Anmerkung:
    ich kenne in den genannten Zeitungsecken kein einziges gedrucktes Periodikum, das vollumfaenglich seine Printausgabe online verfügbar macht (wissenschaftsinterne Fachzeitschriften einmal ausgenommen, da habe ich keinen Überblick). Du? Mir würde in der sowieso qualitativ schon sowas von ausblutenden deutschen Presselandschaft definitiv noch viel mehr fehlen, wenn die wenigen zu „grosser“ Reportage und Recherche faehigen Redaktionen immer schielen muessten, ob ihre Texte auch ja iPad-kompatibel und quotenfaehig bei den Wlan-Abhängigen sind.

    Insgesamt schön, dass Du wieder öfter schreibst!
    Deine Hand mit der Kaffeetasse hast Du aber ins Bild reinmontiert, gib´s zu :)
    Robert

  2. Nicht reinmontiert, aber schon so gut wie angewachsen.

    Die FAZ ist komplett online, aber erst nach Login für Abonennten. Ich denke so machen das viele Medien.

    LG, Peter

  3. Schließt sich FAZ und Espresso nicht aus ? Der gemeine Italiener trinkt seinen Espresso, soweit mir bekannt, vorzugsweise auf die Schnelle im Stehen. In der Kürze der Zeit schafft man da maximal die Titelseite der BILD ;-)

Kommentar verfassen