Netzbetreiberupdate am iPad für Vodafone

Für mein iPhone und mein iPad benutze ich einen Sprachtarif mit der Europe Mobile Connect Flat, so dass ich per Datenflatrate in 12 europäischen Ländern online gehen kann.

Dazu habe ich zwei UltraCard Micro-Sim-Karten, so dass ich mit einem Vertrag zwei mobile Endgeräte nutzen kann.

Das funktioniert mit nur einer Einschränkung: während ich am iPad online bin, ist mein iPhone für eingehende Anrufe besetzt.

Weil mir ein iPad geklaut wurde, bekam ich gestern ein neues iPad und neue Sim-Karten. Und damit fing der Ärger an, der unter anderem mit über 30 Minuten Wartezeit bei der Vodafone-Business-Hotline ihren traurigen Höhepunkt fand.

Doch nun habe ich das Problem gefunden.

Erstens ist am iPad ein Netzbetreiberupdate nötig, das iTunes selbstständig durchführt. Ohne das Netzbeteiberupdate kommen keine (KEINE!) Anrufe am iPhone durch.

Zweitens überschreibt das Netzbetreiberupdate leider die APN-Einstellungen am iPad. Die Vodafone-Hotline (also alle vier Mitarbeiter, mit denen ich zwischenzeitlich gesprochen hatte) wissen nicht davon.

Man findet sie am iPad hier: Einstellungen > Mobile Daten > APN-Einstellungen > APN

Und das Netzbetreiberupdate überschreibt die Einstellungen mit “pad1.vodafone.de”. Erst wenn man sie manuell wieder mit “web.vodafone.de” überschreibt, funktionert die Datenverbindung auch.

Andernfalls kommt ständig die Meldung:

Mobildes Datennetzwerk konnte nicht aktiviert werden. Sie sind kein Teilnehmer eines mobilen Datennetzwerkes.

Würde mich freuen, wenn Google und dieser Blogpost euch dabei helfen, falls ihr dasselbe Problem habt.

Konstanz ist Hochburg der Fahrrad-Diebstähle

Im Jahr 2009 wurden in Deutschland, Österreich und der Schweiz über 400.000 Fahrräder geklaut. Zumindest ist das die Zahl der aktenkundigen Diebstähle.

Ich selbst kann da noch ein eigenes geklautes Rad beisteuern (nein, ich habe es nicht geklaut, sondern es wurde mir gestohlen), und vermutlich gibt es insgesamt eine sehr große Dunkelziffer.

Pro 100.000 Einwohner wurden in der deutschen Fahrrad-Hauptstadt Münster mit 1.971 Rädern am meisten Fahrräder geklaut, und in Stuttgart waren es mit 145 Diebstählen 13,2 Mal weniger pro Einwohner.

Konstanz liegt laut Kriminalitätsjahresbericht der Polizei mit absoluten 1.379 Diebstählen, bzw 1.153 geklauten Rädern pro 100.000 Einwohnern ziemlich weit oben.

Diese Zahlen finden sich auf geld.de und im Fahrradportal des Verkehrsministeriums.

Die scheinbaren Hochburgen des Fahrrad-Dienstahls lauf Verkehrsministerium sind:

Münster: 1.971
Bremen 1.332
Konstanz: 1.153
Freiburg: 935
Berlin: 657

Stuttgart: 145

Die tatsächliche Wahrscheinlichkeit eines Fahrraddiebstahls hängt jeodch nicht nur von der Zahl der geklauten Räder pro 100.000 Einwohner ab, sondern muss im Verhältnis gesehen werden zur Häufigkeit der Fahrradnutzung.

Wenn ich mein Rad statistisch nur ein Mal pro Jahr aus dem Keller hole, so verwundert es nicht, dass man es mir kaum klauen kann. Nur eine Darstellung der Fahrraddiebstähle pro Fahrradnutzung gibt die tatsächliche Wahrscheintlichkeit eines Diebstahls wieder.

Im Bundesschnitt liegt der städtische Radverkehrsanteil bei 10% aller zurückgelegten Wege. Die fleißigsten Radler finden sich in Greifswald (44%) und in Münster (40%). In Konstanz liegt diese Zahl bei 19% (und soll bis 2020 auf 25% erhöht werden), und in Stuttgart bei minimalen 6%.

In Münster wird das Rad also 6,3 Mal so häufig zur innerstädtischen Fortbewegung genutzt wie in Stuttgart.

In Relation zur Häufigkeit der Radnutzung gesetzt ergibt sich folgender Diebstahlskoeffizient:

Münter: 1.971 / 40 = 49
Stuttgart: 145 / 6 = 24

In Münster ist es also dennoch doppelt so wahrscheinlich, dass ein aus dem Keller geholtes Rad bei der Nutzung gestohlen wird wie in Stuttgart.

Und Konstanz liegt mit 1.153 / 19 = 61 deutlich darüber.

Die tatsächliche Rangfolge dieser scheinbar sichersten und scheinbar gefährlichsten Städte ist demnach

Konstanz 1.153 / 19 = 61
Bremen 1.332 / 22 = 60
Münster: 1.971 / 40 = 49
Berlin 657 / 15 = 43
Freiburg: 935 / 26 = 36
Stuttgart: 145 / 6 = 24

Von den genannten Städten wird in Konstanz also am meisten geklaut, auch wenn die hiesige Polizei den absoluten Rückgang der Raddiebstähle feiert.

Die IBT schadet dem Bodensee

Auf auf nationalen und auf internationalen Konferenzen, bei Tourismuscamps und bei Gesprächen an Hochschulen höre ich immer wieder, dass der Tourismusverband vom Bodensee als bestes Beispiel dafür genannt wird, wie man es nicht machen sollte. Als Beispiel dafür, wie politische Instanzen und einige touristische Unternehmen ihr Interesse an einer schwachen und untätigen Tourismusorganisation durchsetzen. Wie man seit Jahren darüber redet etwas zu ändern statt etwas zu ändern. Wie eine Region seit Jahren darüber redet ihre Position zu bestimmen statt sie zu beziehen. Wie durch Geschäfte mit Leistungsträgern aus dem privaten Freundeskreis gigantische Summen zum Fenster heraus geworfen werden für Dinge, die nichts taugen. Wie Fördergelder verbraten werden um bestehende Stellen quer zu finanzieren, die am Ende nichts anderes tun als den nächsten Fördergeldantrag zu stellen. Und überhaupt: wie man durch Fördergelder von diesen so weit abhängig wurde, dass die Kompetenz im Fördergeldantragstellen längt viel größer ist als die im Tourismus.

Seit knapp 10 Jahren bin ich selbst als Reiseveranstalter am Bodensee aktiv – anfangs als Gründer und Geschäftsführer, und seit einem Jahr nur noch als Gesellschafter. Von unseren etwa 10 Millionen Euro Umstatz geht das meiste direkt zu den Leistungsträgern in der Region. Allein in Konstanz bucht niemand auch nur annähernd so viele Übernachtungen in den Hotels wie wir – selbst die städtische Touristinformation produziert hier weniger Wertschöpfung als wir. Wir sind Marktführer als Radreiseveranstalter in Deutschland, und in noch keinem Jahr hatten wir weniger als 24% Umsatzwachstum.

Kurzum: der Laden läuft, und ich weiß wie Tourismus funktioniert.

Aber unser Geschäft am Bodensee läuft nicht etwa, WEGEN des hiesigen Tourismusverbandes, sondern TROTZ seiner unfassbar schlechten Arbeit.

Ich berichte an dieser Stelle in loser Folge über solche Beispiele. Denn als Touristiker wünsche ich mir einen Verband, der uns mehr nützt als schadet. Und als Steuerzahler erwarte ich, dass der Inkompetenz der IBT endlich ein Ende gesetzt wird.

Hier also ein weiteres Beispiel dafür, warum die IBT dem Bodensee mehr schadet als sie nützt:

Auf eure Kommentare freue ich mich. Da sich viele von euch nicht trauen werden ihre Kritik an der IBT offen vorzutragen, werde ich auch anonyme Kommentare stehen lassen.

Fünf Mal gratis Scheißen

Zeit ist ein Gut, von dem ich selten genug besitze. Doch wenn man mich ärgert, dann verwende ich sie gelegentlich, um anderen davon noch mehr zu nehmen.

Als ich kürzlich auf der Autobahn unterwegs war, überkam mich ein allzu menschliches Bedürfnis. Ich fuhr darum zu einer Autobahnraststätte, benutzte deren Örtchen und trank anschließend noch einen Ristretto.

Dabei hatte mich der schlechte Geschmack des Kaffees weniger überrascht als die Tatsache, dass ich für die Benutzung des Sanifair-Klos 70 Cent Eintritt bezahlen musste, dafür aber nur einen Verzehrgutschein in Höhe von 50 Cent erhielt. Ich war ausgerechnet an die erste Raststätte geraten, bei der dieses neue Pricing verwendet und man doppelt abkassiert wird: man muss sowohl für das bezahlen, was man oben reinschüttet, als auch für das, was unten wieder rauskommt.

Wäre wenigstens eine der fünf Toiletten sauber und der Seitenspender voll gewesen, so hätte ich über den Straßenraub meiner 20 Cent kulant hinweg gesehen. Da ich aber einer stundenlangen Autofahrt entgegen sah, telefonierte ich mich als Beschäftigung (und als Übung in Rhetorik) während der Weiterfahrt durch die Instanzen bis zum Management von Sanifair, also genauer der Zentrale der Autobahn Tank & Rast GmbH.

Neben meiner Beschwerde über den Zustand einer teuren Toilette, auf der unablässig von Wohlfühlmusik untermahltes Eigenlob erschallt, unterstellte ich, dass man vor habe, millionenfach 20-Cent-Beträge in einer Schwarzgeldkasse zur Steuerhinterziehung sammeln – denn anders könne ich mir nicht erklären, warum ich keinen Beleg mit ausgewiesener Mehrwertsteuer für diese Dienstleistung habe (die, nebenbei bemerkt, ohne jeden Mehrwert war).

Natürlich wurde mir ausführlich erklärt, um welche seltene Ausnahme der korrekten Regel es sich hier handele – doch ich bestand darauf, dass man mir den Beleg an meinen Wohnort nachsende.

Danach passierte zwei Wochen lang gar nichts.

Aber heute erhielt ich tatsächlich Post, und in einem zweiseitigen Schreiben erklärt man mir, warum das „für Nebenbetriebe einschlägige Bundesfernstraßenrecht“ den Raststätten gestatte „im Rahmen [ihrer] unternehmerischen Entscheidungsfreiheit die Ausgestaltung aber auch den Zutritt zu den Toilettenanlagen eigenverantwortlich im Sinne der Daseinsvorsorge zu regeln“ und dafür 20 Cent zu verlangen, obwohl dort zugleich verzehrt und getrunken werden kann. Denn „Bundesfernstraßenrecht [sei] gegenüber den Ländergesetzen abschließend“ und „das Gaststättenbaurecht finde desbezüglich keine Anwendung“.

Immerhin bewies Sanifair den Großmut dem Schreiben fünf Gutscheine über je ein kostenloses Scheißen beizulegen.