Wenn Verträge nach hinten losgehen

Als Veranstalter von Radreisen sind wir immer auf der Suche nach neuen Regionen, in denen wir Pauschalangebote bündeln können – was in der Regel bekannte Radwege sind, zu denen wir die passenden Hotels suchen.

Im Altmühltal bekam ein Mitbewerber Wind von unseren Plänen – und offenbar auch Angst davor. Darum ließ er sich einen wunderbaren Trick einfallen: seine Preisvereinbarungen mit den Hotels ergänzte er um folgenden Absatz:

Es wird vereinbart, dass das Hotel NICHT mit Bodensee-Radweg Service GmbH (Peter Eich) in der gesamten Saison 2010 + 2011 zusammenarbeitet. Sollten doch Buchungen erfolgen, können wir alle unsere Buchungen kostenlos stornieren.

Das ist nicht nur ein sehr mutiger Boykottaufruf, sondern vor allem eine Einschränkung der Geschäftsfreiheit, über die sich alle Hoteliers so sehr freuten, dass mehrere von ihnen postwendend bei uns anriefen um zu erfragen, was wir besser könnten als unser Mitbewerber. Mit allen arbeiten wir nun hervorragend zusammen, und sie ließen den Passus streichen.

Heute schlief ich zufällig und unwissentlich in einem solchen Hotel, kam zufällig mit dem Hotelier ins Gespräch, er erkannte meinen Namen und zog stolz den Vertrag aus seinen Unterlagen:

Etliche andere Hotels meldeten sich zwar nicht bei uns, freuten sich aber um so mehr, als wir sie besuchten und ihnen eine Zusammenarbeit anboten, die sie alle gerne annahmen.

[...]

Und das Beste daran: das alles geschah ohne unser Zutun.

Ein 3D-Drucker, der sich selbst druckt

Lebewesen sind in der Lage sich selbst zu reproduzieren und damit zu vermehren.

RepRap ist ein 3D-Drucker – also ein Drucker, der feine Schichten von geschmolzenem Kunststoff (Polymilchsäure) übereinander auftragen kann, und so dreidimensionale Teile druckt. Er ist so konstruiert, dass er aus möglichst vielen Teilen besteht, die er selbst drucken kann. Eine Idee, die unter anderem auf den Mathematiker John von Neumann zurück geht.

Die Konstruktionspläne von RepRap und seine Software stehen unter der GNU-GPL-Lizenz, also nicht unter einem Copyright, sondern unter einem Copyleft. Jeder darf sie frei verwenden, wenn das, was damit entsteht, ebenfalls unter dieser Lizenz steht. Gewissermaßen eine Lizenz für sich selbst vermehrendes Allgemeingut.

In der ersten Version („Darwin“) von 2006 konnte RepRap einige Plastikteile drucken, die sofort dafür verwendet wurden, seine eigenen (mit einem kommerziellen Drucker hergestellten) Plastikteile zu ersetzen.

Seit dem wird die Qualität der Drucke und der Anteil der reproduzierbaren Teile in der Konstruktion von RepRap stets erhöht.

Die aktuelle Version heißt „Mendel“ und kostet nur noch etwa 400 Euro.

Das Ziel dieser herrlichen Idee ist ein Drucker, der sich selbst komplett reproduzieren kann.

Er wird die Welt verändern.

RepRap from Adrian Bowyer on Vimeo.

Noch ein Rekursionswitz

In all den Jahren nach meinem Studium habe ich nur zwei neue gute Mathematikerwitze kennen gelernt, die über das allgemein bekannte Standardwerk hinaus gehen: Googles-Rekursionswitz war der erste, und heute kam dieser:

Das „B“ in „Benoit B. Mandelbrot“ steht für „Benoit B. Mandelbrot“.

Rosgartenmuseum

Heute war ich mal wieder im Konstanzer Rosgartenmuseum. Herrlich! Meine unbedingte Empfehlung an alle, die es noch nicht kennen oder schon lange nicht mehr dort waren. Hier sind vier spontane Eindrücke:

Die erste Stunde habe ich damit verbracht, im Modell von Konstanz spazieren zu gucken, das einer Federzeichnung von 1600 nachgebaut wurde und die Stadt darstellt, wie sie etwa von 1500 bis 1800 aussah.

In der Chronik des Konstanzer Konzils von Ulrich Richenthal von 1465 ist die erste bekannte Darstellung eines Fahrrads versteckt. Wer findet es?

Die Inventarliste des Konstanzer Rosgartenmuseums ist im Museum selbst ein Exponat. Das ist verdammt nah an der Russellsche Antinomie.

Denn: Wenn diese Inventarliste vollständig ist, dann verzeichnet sie sich selbst als eines der Ausstellungsstücke. Lasst sie uns Herrn Engelsing wegnehmen und lasst uns daraus ein Museum bauen, in dem lauter solche Inventarlisten aussgestellt sind, die sich selbst verzeichnen!

Dann kommt Herr Engelsing sofort auf die Idee alle (!) anderen Inventarlisten zu sammeln (die sich eben nicht selbst verzeichnen) um damit ein anderes Museum zu befüllen. Das Museum der Inventarlisten, die sich nicht selbst verzeichnen.

Weil dieses Museum nicht so spannend ist, wird es nur wenige Besucher anlocken. Herr Engelsing hätte also viel Zeit. Die er dazu nutzen könnte, auch von diesem Museum eine Inventarliste zu erstellen.

Wenn er mit dieser Inventarliste fast fertig ist, wird er sich fragen: muss sich meine Inventarliste eigentlich selbst auflisten?

Angenommen er würde sie nicht in sich selbst auflisten, dann wäre es eine Inventarliste, die sich nicht selbst verzeichnet. Also müsste sie in seinem Museum ausgestellt werden. Also müsste sie in der Inventarliste geführt werden.

Wenn sie sich aber selbst auflistet, dann müsste sie nicht in sein, sondern in mein Museum als Exponat gelangen. Weil sie dann in meinem und nicht in seinem Museum stünde, hätte sie sich aber nicht selbst auflisten dürfen.

Kurzum: Herr Engelsing hätte dasselbe Problem wie der Barbier, der alle Männer rasiert, die sich nicht selbst rasieren. Oder wie die Menge aller Mengen, die sich nicht selbst enthalten. Denn sie kann es genau so wenig geben wie die Inventarliste des Museums aller Inventarlisten, die sich nicht selbst enthalten.

Logisch gesehen schaut das so aus:

Und zum Schluss noch eines der weniger spannenden Exponate…

Relevanz von Konstanz versus Bodensee

Mit Google-Trends lässt sich die Häufigkeit verschiedener Suchanfragen miteinander vergleichen.

Man sieht damit beispielsweise, dass im Jahresmittel 16% häufiger nach “Konstanz” gegoogelt wird als nach “Bodensee”.

Schaut man sich den jahreszeitlichen Verlauf genauer an, so wird klar, dass im Juli 13% häufiger nach nach “Bodensee” gesucht wird, und im November hingegen über doppelt so oft nach “Konstanz”.

Der Suchbegriff “Bodensee” ist also viel saisonabhängiger als “Konstanz”, und dennoch überrascht mich, dass “Konstanz” im Jahresmittel der wichtigere Begriff zu sein scheint.

Schaut man sich die Herkunft der Suchanfragen genauer an, so “Konstanz” um so populärer, je näher die Anfrage an Konstanz liegt. Die Suchanfragen nach “Bodensee” sind also genau dort am populärsten, von wo aus auch die meisten Gäste an den Bodensee reisen:

Interessant wäre es, die Besucherzahlen der Webseiten von konstanz-tourismus.de mit den drei wichtigen Bodensee-Seiten bodensee.de, bodensee.eu und bodenseeferien.de zu vergleichen. Ich wäre nicht überrascht, wenn Konstanz deutlich mehr Traffic hätte als bodensee.eu.

Zanderzauber

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Zanderfilet auf Currygemüse im Il Boccone, Konstanz