Süddeutsche verkauft Reisen

Wie fast jede Zeitung hat auch die Süddeutsche Zeitung einen Reiseteil. In diesem thematischen Schwerpunkt sammelt die Zeitung seit vielen Jahren ihre Reisereportagen, um damit vordergründig den Lesehunger ihrer Abonnenten zu stillen, und vor allem aber um dort Anzeigen in einem besonderen redaktionellen Umfeld zum Thema “Reisen” treffgenauer und damit teurer zu verkaufen.

Ein erprobtes und erfolgreiches Konzept. Zumindest auf Papier.

Auf Webseiten – und damit auch in den Online-Ausgaben der Zeitungen – lässt sich ein solches Zusammenführen von Inhalt und Anzeige noch viel genauer erreichen. Insbesondere seit der Erfindung von AdSense. Also seit 13 Jahren.

Kein Wunder hat sich diese Idee nun auch bei den deutschen Medien herumgesprochen. So hat die Süddeutsche Zeitung heute bekannt gegeben, dass sie zu jeder ihrer 272 Reiserubriken entpsprechende buchbare Angebote von Expedia bereit hält.

Schließlich verdienen die Kollegen von Burda via Holidaycheck mit diesem Prinzip über eine Million Euro Umsatz. Pro Tag.

Man darf also erwarten, dass die Reiseredaktion der Süddeutschen ab sofort alle neuen Artikel mit einem teils algorithmischen und teils handverlesenen Teil des Expedia-Angebots bereichern werden.

Es bleibt nur eine Frage: warum erst jetzt?