Ärger runterspülen (Ziele statt Werte)

Nicht mit mir!

Denn wenn ich sauer bin, dann habe ich Biss. Und dann ist meine Anwältin ist nicht nur hübscher, sondern auch besser als eure. Und vor allem kann ich sie mir leisten. Und ich habe auch die Zeit dafür mich zu ärgern.

Also tretet mir nicht gegen mein Schienbein, denn ich trete zurück. Aber sowas von!

Da handelte ich also mit Bitcoin, verkaufte ein paar davon. Und der Käufer war ein Betrüger. Also nicht mich hat er betrogen, sondern den Inhaber des Kontos, von dem er die Bitcoins bezahlte. Dazu fälschte er einfach die manuellen Überweisungsträger, und die Postbank war faul, schaute nicht mal drauf und winkte alles durch.

Der Betrüger bekam also meine Bitcoins (anonym versendet), und irgend ein Typ in Berlin war um ein paar Hundert Euro ärmer. Hier der Blogpost dazu.

Für solche Fälle, also wenn eine Bank zu faul ist für Beträge von weniger als 500 Euro einen Blick auf die Unterschrift zu werfen, da gibt es eine Versicherung der Banken.

Aber der Betrüger war schlau. Denn er machte es nicht nur einmal, sondern ganz oft. Und da dachte sich die Bank, sie könnte ja mal versuchen die Verantwortung für ihre Schlamperei abzuwälzen auf den, der sich ihrer Meinung nach am schlechtesten wehren kann. Also mich.

Drum bekam ich diese Aufforderung der Postbank, dass ich für den Schaden einzustehen habe. Mit allerlei Geschwurbel im Brief, das mich beeindrucken soll.

Tat es aber nicht, denn ich habe ja diese Anwältin, die Zeit, das Geld und vor allem den Biss.

Dennoch habe ich der Postbank eben ein paar Hundert Euro überwiesen – ohne es zu müssen, und ohne mich zu wehren.

Warum?

Weil ich mit meiner Anwältin lieber beim Kaffee plaudere als darüber zu sprechen, wie schlecht die Welt ist.

Weil ich mein Geld lieber dafür nutze, um den Tritt gegen mein Schienbein beiseite zu wischen. Ich kaufe mich frei.

Weil ich Zeit habe, nämlich 24 Stunden jeden Tag, und mir niemand vorschreibt, wie ich sie verwende. Schon gar nicht durch Probleme am Schienbein.

Und weil heute die Sonne scheint.

Ich habe mich also mit Biss entschieden heute gut gelaunt zu sein. Den „Ärger“ mit der Postbank habe ich in den Ausguss geschüttet. Und nachgespült. Also überwiesen.

Mein Ziel ist gute Laune. Und meine Werte müssen dem folgen.

Denn Ziele sind oftmals wichtiger als Werte.

Und jetzt genießt euren Tag!

About Peter Eich

Mathematiker und Philosoph eigentlich, Seriengründer und Investor tatsächlich. Gründer von Inselhüpfen, Radweg-Reisen, Bikemap, Toursprung, Tourbook, Bodensee-Verlag, und Cyclesummit. Außerdem Referent, Immobilien-Investor, Pilot, NLP-Coach und Barista. Und meistens unterwegs.

3 comments

  1. Herzlichen Glückwunsch, dann hat die Postbank mit ihren bösen Briefen ja alles richtig gemacht.

    • Klar, so ist es. Und meine Herausforderung war, mich nicht berufen zu fühlen, der Robin Hood all jener zu sein, die sich zwar wehren wollen, es aber nicht können.

      Es darf auch jemanden geben, der sich wehren kann, aber nicht will.

  2. Strategie:
    Diese kleinen Ungerechtigkeiten sind mittlerweile Methode und einiges an Rechtsanwälte usw. verdienen Ihr Geld damit. Die Abwägung ob man sich 1 Tag ärgert weil man bezahlt oder Monate mit Rechtsanwälten usw. kämpft ist immer eine Abwägung. Die Welt ist ungerecht und das wird auch so bleiben. Was mir aber bei der Postbank aufgefallen ist, das bisher Sie eigentlich immer zum wohl des Kunden agiert hat und nicht zum Wohl der Bank. Mit Eintritt der Deutschen Bank bei der Postbank hat sich da einiges geändert.

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