Seit mehreren Jahren verkaufe ich Satteltiere, die Schutzüberzüge in Tierkopfform für Fahrradsättel.
In den letzten Wochen jedoch fallen mir immer häufiger ihre kostenlosen Freemium-Kollegen auf, die nachts von Guerilla-Agenturen über Hunderte Fahrräder derselben Stadt gezogen werden, und auf denen eine deutliche Werbebotschaft steht.
Auf den ersten Blick ist das eine interessante neue Werbeform.
Auf den zweiten Blick aber scheint auch das Ordnungsamt daran seinen Gefallen zu finden. Zumindest in Konstanz klebte nämlich genau vier Wochen nach einer solchen Aktion eines Morgens auf den Gepäckträgern aller (!) Rädern, von denen die Sattelbezüge noch nicht entfernt waren, eine Grußbotschaft, nach der das Rad binnen xx Tagen entfernt würde, weil es offenbar nicht mehr benutzt würde.
Eigentlich sind Hieroglyphen doch nichts anderes als eine gute Powerpoint-Präsentation in einem ungeheuer kompatiblen und relativ kopiersicheren Format.
Mein Reisemoster ist erfinderisch. Es sucht immer neue Wege, um mich von meinen Reisen abzuhalten, und nur meiner Erfahrung mit Reisen im Allgemeinen und dem Reisemonster im Speziellen ist es zu verdanken, dass ich den einen oder anderen Flug doch noch erwische.
Heute fuhr ich nach Zürich um von dort nach Berlin zu fliegen. In Zürich sollte ich von Gate B04 einsteigen, als es nur ein Gate neben meinem an B05 verdächtig nach Schwefel roch. Dort sollte Easyjet ebenfalls von Zürich nach Berlin fliegen. Oder besser: längst geflogen sein.
Ich wurde darauf aufmerksam, weil die Menge der Wartenden jubelte, als ihr Boarding parallel zu meinem aufgerufen wurde. Ein Blick auf die Anzeigentafel verriet, dass sie 7 Stunden und 20 Minuten warten mussten.
Mein Reisemonster hatte also die Gates verwechselt, dachte ich, als ich entspannt nach Berlin flog und mich sicher wähnte.
In Tegel angekommen, erläuterte ich souveräner Vielflieger beim Aussteigen Sylvia die Besonderheit von Tegel: dezentrales Checkin, Sicherheitskontrolle und Boarding. Alles fein am Gate zusammen gefasst, ermöglicht es maximal ausgedehnte Wartezeit in Lounge oder Starbucks.
Stimmt doch, oder?
Check-In, Sicherheitskontrolle und Boarding.
Denkt mal nach! Habe ich etwas vergessen?
Genau, es fehlt noch eines… nämlich das Gepäckband. Kaum bemerkte ich souveräner und vielfliegender Besserwisser das vergessene Gepäckband, da schloss sich auch schon die No-Way-Back-Tür des Gate hinter uns und trennt uns seit dem von unserem Gepäck, das seit dem wunderbar dezentral auf dem Band seine Runden dreht.
Während Sylvia nun meinen All-You-Can-Eat-Gutschein als Wiedergutmachung im Starbucks vertilgt, nutzt der besserwissende Vielflieger die Zwangspause, um sich seine Niederlage von der Seele zu bloggen.
Und ich bin ungewollt um die Erfahrung reicher, dass das Reisemonster mit fintenreicher Ablenkung auch am Ende der Reise zuschlagen kann.
Ein Barcamp ist jedoch nicht nur ein offener Workshop, sondern ein Barcamp ist und bleibt vor allem eines: kostenlos.
Ich bin sicher, dass Ihnen eine Welle der Empörung der Community bevor steht, die Sie gewiss vermeiden wollen.
[...siehe Update 2...]
Mit freundlichen Grüßen,
Peter Eich
Update am 19.8.2010: Die Veranstaltung wurde umbenannt. Statt “Barcamp” heißt sie nun “Usercamp”. Bravo!
Update am 20.8.2010: Die Veranstalter baten mich bei der Namensnennung und der Verlinkung zu differenzieren, da nicht die genannte und verlinkte GmbH, sondern ein Verein Veranstalter sei. Weil ich mir nun nicht mehr die Mühe machen möchte zu verifizieren, wer genau was veranstaltet (bzw. zum Veröffentlichungszeitpunkt des Artikels als Veranstalter genannt war), habe ich die Nennungen und Links entfernt.
Eine Woche nach der Katastrophe bei der Loveparade in Duisburg konzentriert sich öffentliche Diskussion auf die berufliche Zukunft von Adolf Sauerland, den OB von Duisburg.
Von vielen Seiten wird gefordert, er solle sein Amt niederlegen. Alternativ wird im Duisburger Parlament seine Abwahl vorbereitet.
Legt er sein Amt nieder, so verliert er seine als Beamter erworbenen Pensionsansprüche (behält aber eine viel kleinere Rente).
Wird er abgewählt, so bleiben ihm Pensionsabsprüche von von seiner Besoldungsstufe B10 (10.700 Euro) in Höhe von 75% bis 2015 und 35% danach.
Sauerland ist 55 Jahre alt. Bis 60 bekäme er also 7.600 Euro und danach für den Rest seines Lebens immerhin noch 3.700 Euro pro Monat.
Bei einer Lebenserwartung von weiteren 27,5 Jahren sind das summiert 1.455.000 Euro. Hinzu kommen noch einige weitere Bezüge und Ansprüche, die etwa gegen die geringe gesetzliche Rente verrechnet werden können, die er alternativ beziehen würde.
Sauerländ kämpft also gerade um über eine Million Euro.
Mein Audi A6 war bei Gohm & Graf Hardenberg in Konstanz zur Inspektion – zwei Dinge wurden dabei “erledigt”:
(1) das Licht neu eingestellt, und
(2) die Reifendrucksensoren ausgetauscht.
Zu (1): Das mit dem Licht hatte leider nicht geklappt, es war nämlich vor der Inspektion okay, leuchtete danach aber in den Himmel.
Bei meiner ersten Reklamation wurde nur festgestellt, dass alles korrekt leuchten würde. Danach ging ich zum TÜV und ließ mir die falsch eingestellten Scheinwerder attestieren. Der Mensch vom TÜV meinte auch noch “Graf Hardenberg? Da werden alle Lichter falsch justiert.”
Ein Scheinwerfer konnte beim TÜV justiert werden, der zweite jedoch ohne Spezialwerkzeug nicht.
Also brachte ich den A6 erneut zum Autohaus, sogar mit dem kleinen Gutachten vom TÜV.
Ich war von den Socken, als mich der Mechaniker tatsächlich anrief und von mir wissen wollte, welche Seite denn nun korrekt und welche falsch eingestellt sei. Kein gutes Zeichen…
Am Ende stellte sich heraus, dass seit mehreren Monaten mit einer falsch eingestellten Maschine dort vermutlich alle (!) Scheinwerfer falsch eingestellt worden sind.
Zu (2): Die Reifendrucksensoren wurden (übrigens nach 1,5 Jahren Ärger mit dem selben Autohaus, bis sie endlich einsahen, dass es ihr Fehler war) ausgetauscht.
Doch danach verlor mein linker hinterer Reifen etwa 1 Bar Druck pro 300 Kilometer.
Das entspricht genau 24 Nachfüllungen bei meiner Geschäftsreise der vergangenen Tagen – ich musste JEDE EINZELNE Autobahn-Tankstelle anfahren.
Entsprechend geladen tauchte ich heute im Autohaus Gohm & Graf Hardenberg auf. Ich verlangte bei der Fehlersuche dabei zu sein um selbst zu sehen, ob ich nur zufällig einen Nagel im Reifen hatte, oder ob es etwas mit den Arbeiten an den Ventilen zu tun hatte.
Und siehe da: zwei Reparaturen wurden bei der Inspektion erledigt, und in beiden Fällen mehr kaputt als heil gemacht:
Unterdessen haben mich die Geschäftsführung und der Qualitätsmanager des Autohauses mehrere Mal angerufen und getroffen und mir dabei ihr Bedauern ausgedrückt.
Von z.B. einer Gutschrift für die völlig misslungene und über 800 Euro teure Inspektion war keine Rede. Wohl aber davon, wie schade es sei, dass ich darüber bloggen würde.
Darum habe ich das Video auf der Facebook-Page von Audi gepostet und an einige Mitarbeiter der Audi AG via Xing gemailt.
Ich bin mal gespannt, ob ich eine Reaktion erhalte.
Es gibt zwei Gründe und eine Voraussetzungen, wegen derer ich mich in Cafés setze: (1) guter Espresso und (2) diverse Tageszeitungen zwischen FAZ und TAZ locken mich hin, und (3) ein schnelles WLAN erwarte ich.
Heute früh trank ich im MoccaSin einen Ristretto, las dabei in der FAZ einen Artikel über Damaskus und stolperte darin über das Wort “Maschrek“, das ich in Wikipedia nachschlug und dann dort kreuz und quer über das Morgenland weiterlas.
Dieses assoziative Informationsritual gefiel mir so gut, dass ich darüber bloggen wollte. Vorher versuchte ich aber noch jenen Artikel über die Kaffeehauserzähler in Damaskus an einem Freund weiterleiten, und dabei stieß meine Zufriedenheit mit der aktuellen “Gesamtsituation” an ihre engen Grenzen: Der Artikel ist auf FAZ.net nämlich nur nach Login und nur für Abonennten sichtbar.
Die FAZ ist leider geschlossen und kann nicht weiteremfohlen werden.
Diese Unterbrechung meiner Zufriedenheit müsse sich doch richten lassen.
Der Wirt bezahlt mir die Lektüre meiner Zeitungen, und ich bezahle ihn dafür mit dem konsumierten Kaffee.
Warum funktioniert das eigentlich noch nicht digital?
Im Zuge der Digitalisierung der Medien, spätestens aber mit ihrer iPadisierung, sollte jeder Wirt die Möglichkeit haben, die (sonst kostenpflichtigen) Online-Ausgaben der Medien in seinem WLAN anzubieten. Ich stelle mir vor, dass ich nur ins Café gehen muss, um dort (und nur dort) meine liebsten Zeitungen und Zeitschriften auf meinem Notebook oder meinem iPad lesen zu können. Der Wirt bezahlt die Medien dafür, dass alle User in seinem WLAN sie lesen dürfen.
Dort, wo heute die Zeitungen an der Wand hängen und gelesen werden wollen, da hängt ein kleines Schild und informiert darüber, welche normalerweise kostenpflichtigen Online-Medien im Café gratis gelesen werden können.
Technisch sehe ich keine Schwierigkeit, die Zeitungen würde es einen Schritt weiter bringen ihre Redaktionen zu bezahlen, und ich könnte endlich auch online lesen, was offline schon lange geht.
Spricht etwas dagegen? Oder gibt es das etwa schon?
Kauf dir bloß keinen Audi. In Konstanz gibt es nur eine Werkstatt, und du wirst dein Auto jedes Mal kaputter zurück bekommen, als du es abgegeben hast.
Ich schlug die Warnung in den Wind und kaufte mir letztes Jahr einen Audi A6 und begab mich in die Hände des Monopolisten.
Zwar gehören tatsächlich sämtliche Werkstätten in der Umgebung zu Gohm + Graf Hardenberg GmbH, aber eine Werkstatt muss doch eine Werkstatt sein, dachte ich.
Falsch gedacht!
Zuerst haben sie mir die falschen Sommerräder verkauft. Ohne Drucksensoren. Aber dafür bei jedem (!) Anlassen mit ohrenbetäubendem Warnton.
Ingesamt hat es über ein Jahr gedauert (die Geschichte ist im Details zu langweilig), bis man erkannt hatte, dass selbst die nachgelieferten Sensoren nicht funkioniert hatten. Und jedes Mal hatte man mir die Schuld gegeben, bis nach zig Telefonaten, Emails und Werkstattbesuchen schließlich kleinlaut und gratis neue Sensoren eingebaut wurden.
Und beim selben letzten Werkstattbesuch wurde auch eine Inspektion durchgeführt.
Wir haben ihr Licht neu eingestellt…
…hatte man mir anschließend verkündet. Doch schon bei der ersten nächtlichen Fahrt wurde mir klar, dass der Abblendmodus zwar Licht auf Engel in den Wolken wirft, aber kein gutes Licht auf Graf Hardenberg.
In einem Parkhaus sah das Licht so aus:
Das falsch eingestellte Abblendlicht
Ich brachte den Audi also zurück, und anschließend versicherte man mir, dass mit dem Licht alles in Ordnung gewesen sei und man es bei Graf Hardenberg eh immer einen Tick tiefer einstelle, damit der Gegenverkehr von den hellen Xenon-Scheinwerfern nicht geblendet würde.
Einen Moment lang hatte ich an mir selbst gezweifelt.
Doch gestern fuhr ich nachts auf über 100 km Bundesstraße von Freiburg bis Donaueschingen. Und ohne zu übertreiben: etwa 2 von 3 entgegen kommenden Autos blendeten bewusst auf, um mir zu signalisieren, dass ich doch bitte abblenden möge. Ingesamt waren das über 50 solcher Signale:
Also fuhr ich eben zum TÜV, ließ einen Lichttest machen, der zutage brachte: beide Scheinwerfer waren zu hoch und zu weit links eingestellt. Zu hoch und viel zu weit links.
Als ich den TÜV-Mitarbeiter fragte, wie es sein könne, dass meine Werkstatt dies mehrfach nicht bemerkte, da stellte er mir eine Gegenfrage:
Graf Hardenberg? Bei denen ist das ständig so.
Ergo?
Monopole vernichten Qualität. Und Graf Hardenberg beschädigt mit seinem Monopol die Marke Audi.
Habt ihr ähnliche Erfahrungen gemacht?
Update am 7. Juli: Nachdem das Audi-Zentrum meinen Wagen zur abermaligen Korrektur der Licht-Einstellung abgeholt hatte, bekam ich vom Meister einen Anruf, der kaum zu glauben ist. Er fragte mich doch tatsächlich, ob ich ihm bitte sagen könne, welcher der beiden Scheinwerfer der falsch eingestellte sei.
PS: Hier geht es zum zweiten Teil der unendlichen Geschichte mit dem Autohaus Graf Hardenberg.
Stefan 25. August 2010, 13:48 Uhr: Ausserdem wolltest Du kein neues iPhone mehr, sondern Dein altes zurückgeben. Dieses Verfahren soll Dich nochmals daran erinnern!
Oliver 25. August 2010, 12:58 Uhr: Wenn du dich in iTunes dafuer entscheidest encrypted Backups zu verwenden, werden die Keychain und damit die Passwoerter mitgesichert bzw....
Thomas Koch 24. August 2010, 09:25 Uhr: Gerade versucht eine Melanie, die Veranstaltungen MICEcamp und Hotelcamp auf der t3n BarCamp Liste unterzubringen: http://t3n.de/new...
Nick 15. August 2010, 23:24 Uhr: Und Wikipedia hat mich grad auch eines besseren belehrt. Easyjet Schweiz hat tatsächlich den ICAO-Code EZS. Da sieht man’s mal wieder:...
Nick 15. August 2010, 23:21 Uhr: @Bohram: Ja, Air Berlin ist eine tolle Alternative, leider fliegen die ab Zürich verhältnismäßig wenige Ziele direkt an. Und ab Zürich ist...
Borahm 15. August 2010, 23:03 Uhr: @Nick Selbstschuld, ich fliege fast nur noch mit Airberlin! Da ist es selbst kurzfristig noch bezahlbar! Und es gibt im Gegensatz zu Swiss...
Nick 15. August 2010, 22:45 Uhr: @Borahm: Genau das habe ich mir auch gerade gedacht. Easyjet fliegt von Zürich aus nur nach Großbritannien. Sowohl laut Flugplan als auch laut...
KWentin 15. August 2010, 21:25 Uhr: im juli von zürich nach london mit easyjet, zwar nur über 1h verspätung aber so gut wie JEDER flug auf dem easyjet terminal hatte verspätung,...