Bikemap

Fishing for Cyclists

Zwischen Dänemark und Schweden liegt der Oeresund, eine schöne Region, die durch die neue Brücke zwischen Kopenhagen und Malmö weiter zusammenwächst. In dieser Region sollen fahrradtouristische Produkte entstehen, und als Gründer von Deutschlands größtem Veranstalter von Fahrradreisen (Radweg-Reisen) habe ich dort am 25. Januar 2012 auf einer Konferenz in Roskilde darüber gesprochen, wie wir Fahrradreisen erfolgreich vermarkten.

Meine Slides sind nicht selbsterklärend, aber ich stelle sie dennoch online.

Der Kern meines Vortrags waren drei Dinge:

1. Was ist das touristische Produkt einer Fahrradreise?

Für den Veranstalter sind es auf den ersten Blick die zu organisierenden Bestandteile (Hotels, Gepäcktransport, Wegbeschreibung etc.). Der Gast jedoch kauft jedoch ganz andere Dinge wie Landschaftserlebnis, körperliche Bewegung, Zeit mit Familie und Freunden, Stolz darauf die Tour geschafft zu haben, sorgenfreies Radeln – also Aspekte, die im touristischen Produkt nur indirekt enthalten sind. Vielleicht kann man sogar soweit gehen zu sagen, dass der Gast etwas kauft, was im Produkt (und im gesamten Angebot des Veranstalters) nicht enthalten ist: nämlich all die Touren, die es nicht in den Katalog geschafft haben – also ein indirektes Qualitätsversprechen.

Doch Radreisen werden nicht nur an Gäste verkauft, sondern auch an andere (kooperiernde und konkurrierende) Veranstalter. Ihnen erfüllt man gänzlich andere Bedürfnisse. Sie kaufen Profit, erweiterte Zielmärkte, Loyalität, Zahlungssicherheit etc.

Zugleich macht ein Veranstalter Geschäfte mit den wichtigsten Leistungsträgern, und zwar den Hotels. Sie wollen garantierte und vor allem gleichmäßige Auslastung, prompte Bezahlung, automatische Gutschriften statt eigener buchhalterischer Arbeit etc.

Für jede dieser Zielgruppe sind andere Aspekte entscheidend für zufriedene Geschäftspartner.

2. Welche Strategie ist langfristig erfolgreich?

Ich erzähle von Veranstaltern, die ihren eigenen Gästen soweit misstrauen, dass sie zB die Reiseunterlagen erst dann verschicken, wenn die Stornokosten so hoch sind, dass niemand die Reise absagt, nur um an die Unterlagen zu gelangen. Solche Veranstalter gibt es tatsächlich.

Unsere Strategie ist komplett umgekehrt. Wir versuchen den Besuchern unserer Webseiten dabei zu helfen, dass sie nicht unsere Kunden werden müssen, also ihre Radreise komplett ohne uns organisieren können, wenn sie dies wollen. Das schafft nicht nur Vertrauen, sondern auch Traffic.

3. Flexibel bei der Suche nach dem Produkt bleiben

Wir hatten Portale zu den 40 wichtigsten deutschen Radwegen aufgebaut, um dort mit interessierte Radlern in Kontakt zu treten. Die Strategie ging voll auf, stieß aber bei Radweg Nr. 41 an den Long Tail (der 2/3 aller Radtouristen umfasst). Ich konzipierte Bikemap als Möglichkeit, um die nächsten 1000 Radwege user-generiert zu erfassen.

Bikemap war binnen kurzer Zeit so erfolgreich, dass daraus ein eigenes Start-Up wurde, ich es vom Werkzeug zum Produkt umwandelte.

Für Bikemap entwickelten wir technische Lösungen, um Tausende Routen auf einer Google-Map abzubilden. Und wir bekamen immer häufiger Anfragen von Agenturen und Verlagen, ob wir dieses Know-How verkaufen wollten. Doch wir wollten keine Agentur werden (die Stunden verkauft statt Produkte).

Als die Anfragen immer häufiger wurden, beschlossen wir dieses Know-How in ein eigenes Produkt zu packen, das Maptoolkit.

Heute ist das Maptoolkit unsere Haupteinnahmequelle – und die Flexibilität im Blick auf die eigene Kompetenz hat uns einen spannenden Weg gehen lassen.

Soviel zu meiner knappen Zusammenfassung des Vortrags. Hier nun die Slides.

Radfalle: Schwachstellen im Radverkehr markieren

In Zusammenarbeit mit der SPD-Landesverband Baden-Württemberg hat Toursprung das Projekt Radfalle entwickelt und umgesetzt.

Auf konstanz.radfalle.de können Schwachstellen im Konstanzer Radverkehr markiert und diskutiert werden. Mit wenigen Klicks lassen sich diese Stellen in eine Karte eintragen. Vorhandene Markierungen können diskutiert werden, und die lokale Kooperation mit dem jeweiligen Ortsverband der SPD hilft dabei, dass die Ergebnisse aus Radfalle auch wirklich in die jeweilige Verwaltung gelangen und dort im besten Fall als Vorlage für Verbesserungen des Radverkehrs genutzt werden.

Hinter Radfalle steckt unsere Sorftware für eine Bürgerbeteiligungs-Karte auf Basis des Maptoolkit.

Kennt ihr weitere Schwachstellen im Radverkehr von Konstanz? Gefährliche Punkte? Schlechte Beschilderungen?

Über eine rege Beteiligung auf konstanz.radfalle.de freue ich mich – damit rasch viele weitere Orte folgen.

Bikemap wird profitabel

Im April 2007 haben Helge und ich Bikemap gelauncht.

Ursprünglich war Bikemap “nur” als Werbeträger für meine Radreisen im Long-Tail der Radwege gedacht.

Wenige Monate später schon erkannten wir, dass Bikemap viel schneller populär geworden war, als wir es erhofft hatten. Es veranlasste mich zur ersten Metamorphose von Bikemap: vom potentiellen Werbeträger wurde es zu einem StartUp, das Helge und ich fortan gemeinsam im Rahmen der neu gegründeten Firma Toursprung betrieben. Bikemap war also nicht länger Werbeträger, sondern Selbstzweck. Vom Träger eines Produktes wurde es selbst zum Produkt. Oder in anderen Worten: Bikemap wurde von einer Kostenstelle zu einem (potentiellen) Profitcenter.

Doch den Weg zur Profitabilität verlängerten wir an einer entscheidenden Stelle, in dem Bikemap eine zweite Metamorphose erfuhr.

Das technologische Herz von Bikemap ist die Abbildung von Punkte und Routen in großer Zahl auf einer Online-Karte. Diese Kernfunktionalität hatten wir so gut gelöst, dass wir immer wieder von potentiellen Kunden gefragt wurden, ob wir ihnen als Software-Agentur mit diesem Know-How etwas programmieren könnten.

Jedoch hatten wir schon vor der Gründung von Toursprung entschieden, dass wir nur skalierbare Geschäfte betreiben würden, also insbesondere keine Stunden, sondern nur Produkte verkaufen würden. Noch war unser einziges Produkt aber Bikemap.

Darum holten wir an einer Stelle etwas weiter aus und verlagerten unser Know-How in ein neues Produkt. Das Maptoolkit war geboren und unser Know-How in ein (skalierbares) Produkt transformiert, dass wir bie heute erfolgreich an Tourismusorganisationen und Verlage vermieten.

Doch durch diesen Umweg sank natürlich die Entwicklungsgeschwindigkeit von Bikemap, und wir konnten nur einen Bruchteil der vielen “auf Halde liegenden” guten Ideen für Bikemap umsetzen.

Dennoch wuchs Bikemap konstant und ist heute die größte Sammlung von Radrouten im Web. Übrigens weltweit und bereits in 12 Sprachen.

Bislang konnten wir unsere Besucherzahlen jedes Jahr mindestens verdoppeln. Und seit einigen Monaten lassen wir (ganz vorsichtig und zurückhaltend) Bannerplätze auf Bikemap vermarkten.

Heute war mit knapp 19.000 eindeutigen Besuchern wieder ein absoluter Besucherrekord auf Bikemap. Und für August, unseren besucherstärksten Monat des Jahres, erwarten wir über 700.000 eindeutiges Besucher.

Dank der dezenten Vermarktung von Bikemap ist unser Portal unterdessen profitabel geworden. Die Einnahmen von Bikemap fließen nun direkt in die Weiterentwicklung der Seite. Und wir freuen uns sehr darüber, nun das Entwicklungstempo wieder zu erhöhen und viele der Ideen umzusetzen, die wir selbst schon so lange gerne auf Bikemap sehen würden.

Tour Down Under nutzt Bikemap

Die Tour Down Under ist das größtes und wichtigste Radrennen auf der Südhalbkugel, und vor wenigen Tagen wurden die Strecken des Rennens vom Januar 2010 bekannt gegeben.

Seit dem Relaunch der Webseite nutzt die Tour Down Under die interaktiven Karten Bikemap, um die Routen auf der eigenen Seite darzustellen.

Tour Down Under

Ein netter und gewollter Nebeneffekt: damit macht die Tour Down Under automatisch für sich in der Community von Bikemap Werbung, denn die Tour Down ist offizieller User, alle ihre Strecken damit Premium-Routen mit höchster Sichtbarkeit, und die Routen sind zur offiziellen Webseite verlinkt.

Maptoolkit + Qype = MapTheQ

Weil wir uns schon lange über die schwache Einbindung von Karten auf Qype geärgert hatten, und weil unser Maptoolkit unterdessen richtig gut geworden ist, haben wir die beiden kurzerhand zusammengebracht:

Wir haben von der Qype-API die Daten von Restaurants und Café erhalten und mit nur ganz wenig Programmieraufwand daraus MapTheQ gebaut.

maptheq

Wer noch mehr über das Maptoolkit wissen möchte, kann diese kleine Dokumentation bei Toursprung anschauen oder muss Fragen stellen.

Übrigens: Ursprünglich sollte Bikemap ein Marketing-Instrument im Long-Tail für unsere Radreisen werden. Eine erste Evolution brachte uns die Erkenntnis, dass es zum eigenen Start-Up taugt, und Helge und ich haben Toursprung daraus gemacht. In einer zweiten Evolution wurde uns klar, dass wir mit Bikemap & Co längst Technologieführer im Handling von Punkten und Routen in großer Zahl geworden waren. Dieses Know-How exzerpierten wir zum Maptoolkit und bauten es konsequent aus. Nun führen wir es mit Bikemap als Showcase vor und vermieten es erfolgreich, in erster Linie an Tourismusverbände und Medienhäuser.

OpenCycleMap auf Bikemap

Im Jahr 2007 (das ist im Kalender 2.0 ganz schön lange her) begann der ADFC Baden-Württemberg in Kooperation mit MagicMaps das ADFC-Tourenporal.

Die Grundidee war gut: ADFC-Mitglieder wurden motiviert, den Verlauf aller offiziellen Radwege in einem Mashup mit Google-Maps zu kartografieren und somit ein Routing für Radfahrer zu ermöglichen.

Die Umsetzung stammt jedoch ist rückwärts gewandt und ignoriert alle Lehren über partizipative Web-Projekte:
- man kommerzialisierte das System
- man bezahlte die User pro Kilometer
- man verlangt Geld pro Kilometer runtergeladenem Radweg
- die Rechte an den Routen gehen an den ADFC zur kommerziellen Nutzung

Offenbar haben die Entwickler so getan, als stünde die Enzyclopedia Britannica nach wie vor in voller Blüte und als wäre Wikipedia der größte Flop des Webs gewesen.

(Jetzt werden die ADFCler und MagicMaper im Ländle wieder ein weiteres Jahr lang kein Wort mit mir reden… Also, liebe Leute: ich spreche doch nur aus, was ihr verpasst habe. Verpasst habt ihr es. Sauer sein müsstet ihr also auf euch und nicht auf mich. Wirklich schade, dass ihr das nicht versteht.)

Doch die Wirklichkeit hat sich zum Glück andere Bahnen gesucht. So wie das user-generierte und nicht-kommerzielle Wikipedia seinen Siegeszug über alle Enzyklopädien angetreten hat, so weht die Openstreetmap zurzeit alle kommerziellen Kartenwerke an die Wand.

Und im Windschatten der Openstreetmap hat sich die Opencyclemap entwickelt.

bild-23

Von den 85.000 freiwilligen OSM-lern werden momentan alle Radwege der Welt (!!!) in der OSM angelegt und sind nun in der Opencyclemap sichtbar. Das Datenvolumen der OSM verdoppelt sich momentan alle 5 Monate, die Qualität der OSM wächst also exponentiell. Und mit ihr die Opencyclemap.

Sie visualisiert die in der OSM enthaltenen Radwege zu einer velophilen Karte. Der vielleicht wichtigste Nebeneffekt dabei ist, dass diese Visualisierung und Bekanntmachung der (ansonsten in klassischer Darstellung nahezu unsichtbaren) Radwege-Daten dazu motiviert, sie zu erheben, zu verbessern und zu am Ende auch nutzen.

Hier wird also perfekt angewandt, was man aus allen user-generierten Projekten lernen kann:
- ein offenes System ohne primäres kommerzielles Interesse
- alle Mitarbeit ist freiwillig
- alle Nutzung der Daten ist gratis (momentan noch unter cc-Lizenz)
- die Rechte an den Routen sind sozusagen Allgemeingut

Wir haben nun in Bikemap einen neue Karten-Ebene eingefügt: die Opencyclemap.

Damit lassen sich nun noch viel leichter Touren entlang touristischer Routen planen. Man sieht sozusagen auf der Karte die Radwegeführungen, anhand derer sich Radrouten perfekt planen lassen.

Oder etwas philosophischer ausgedrückt: Bikemap gewinnt an normativer Kraft.

Hier ist als Beispiel die Kreuzung vom Bodensee-Radweg und Donau-Bodensee-Radweg in Immenstaad:


Popular routes in this area – powered by Bikemap 

Südkurier schreibt über Runmap

Im Südkurier ist heute ein Artikel über mich und Runmap erschienen.

Nur Insider wissen, wie sehr ich diese Berichterstattung über Runmap in einem Holtzbrinck-Medium zu schätzen weiß ;)

User-Lob für Runmap

Das Mail war schon so gut wie im Spam-Ordner. Draufgeklickt, rübergeschoben und nur die Maustaste noch nicht wieder losgelassen.

Dann erst fiel mir auf, dass es gar kein Spam, sondern das herzlichste Lob eines Users war, das wir je für Runmap bekommen haben:

also, ich muss mich jetzt erst mal wieder beruhigen, sonst treff ich die tasten vor lauter zittern nicht!!!!!

ICH BIN JA SO DERARTIG BEGEISTERT VON ***MAP.NET!!!!

Da habt ihr ja was tolles entwickelt! ich hab auch direkt schon einige laufstrecken angelegt und auf beverlauftreff.de eingefügt.

das ist ja der absolute oberhammer!!!

mann, entschuldigung, aber ich krieg mich nicht wieder ein ;-)

[...]

ich wünsch euch alles gute, viel erfolg und gottes segen – und dass ihr noch weiter so tolle ideen habt!!!

Wunderbar – sowas bekommt man wirklich nicht alle Tage. Danke! Ich strahle noch immer…

100.000 Routen gesammelt

Es ist nur eine Zahl am Rande, aber sie hat Herzklopfen verursacht: die letzten Minuten habe ich damit verbracht, an fünf geöffneten Browser-Fenstern sowohl Bikemap, Runmap, Inlinemap, Mopedmap und Wandermap im Sekundentakt immer wieder zu aktualisieren.

Warum?

Weil wir immer näher an die 100.000ste Route kam, die auf unseren Portalen angelegt wurden.

Am Ende hat diese Lauftrecke am Strand von England die Schallmauer durchbrochen:


Laufroute 100000 – powered by Runmap 

User-Generated-Content im Tourismus

Im April 2007 ging mit Bikemap unser erstes Routenportal online, und neben Runmap, Inlinemap und Mopedmap folgte vor wenigen Wochen zuletzt auch Wandermap.

Auf allen Portalen bieten wir touristischen Organisationen die Möglichkeit, ihre Routen bei uns zu visualisieren, zu bewerben und vor allem auf unserem Seiten Widgets zu generieren, mit denen sie diese Routen dann auch auf den eigenen Webseiten entsprechend dargestellt werden können.

Diese “offiziellen” Routen sind jedoch nur ein Bruchteil des Inhaltes unserer Portale. Geschätzte 99% der insgesamt 99.232 Routen (Stand von heute) stammen von irgendwelchen “dahergelaufenen” Usern. Und damit bestehen unsere Portale also zum größten Teil aus User Generated Content.

Diese wabernde Masse von scheinbar unkontrollierbarer Qualität eignet sich hervorragend um z.B. Europas größtes Routenportal zu betreiben. Klar.

Aber man kann damit auch prima Geister scheiden.

Nämlich habe ich bei meinen vielen Gesprächen mit Tourismusorganisationen genau zwei Arten von Gesprächspartner gefunden: Touristiker 1.0 und Touristiker 2.0.

Was ich damit meine?

Wenn ich bei einer Präsentation von unseren knapp 100.000 Routen spreche, so bekomme ich immer eine der folgenden zwei Antworten:

Etwa 80% der Touristiker sind Version 1.0 und sagen: “Uuuuhhhh, da kann also jedermann eine noch so schlechte Wandertour einzeichnen? Und das sogar ohne sich vorher zu registrieren? Also völlig unkontrollierbar das ganze. Nein danke, kein Interesse.”

Und dann gibt es noch 20% der Touristiker, die schon auf Version 2.0 upgegradet wurden und die antworten: “Wow, das ist ja irre. Ich kann also eine riesige Zahl von Routen einblenden die praktisch flächendeckenden Content bieten. Erzählt mal von euren Selektionskriterien, wie ihr gute von schlechten Routen unterscheidet und wie ich auf meiner Webseite vermeiden kann, die schlechten Routen angezeigt zu bekommen.”

Interessant finde ich, dass Touristiker 2.0 fast immer aus Österreich oder der Schweiz kommen. Davon kann sich Deutschland ein paar Scheiben abschneiden!

Zu Illustration hier eine Wanderroute eines heute “dahergelaufenen” Benutzers von Wandermap:


Wanderroute 99156 – powered by Wandermap 

Hier ist die Route direkt auf Wandermap.

Bikemap goes OSM

Hauruck! Und schon ist die Openstreetmap als Option in Bikemap integriert:

Hier stehen die Details.

Treffen mit Steve Coast, dem OSM-Gründer

Heute war ich in Menlo Park, Kalifornien, gleich neben dem Headquarter von SUN-Micosystems.

Keine zwei Häuser weiter in (noch) leeren Fluren und Räumen sitzt die junge Firma Cloudmade, die Zugänge und Tools zur Openstreetmap entwickelt, und die seit ein paar Monaten mit dem Kapital von Sunstone arbeiten kann. Hier traf ich ihren Chef Steve Coast, den Gründer der Openstreetmap.

Wir besprachen Mittel und Wege, wie die Community von Bikemap dazu beitragen kann, alle Radwege Deutschlands, Europas und der Welt in der Openstreetmap zu kartografieren und von dort aus jedermann frei und gratis zugänglich zu machen. Am Ende dieses Weges stünde die erste echte und offene Routing-Funktion für Radfahrer (“wie komme ich per Rad von A nach B?”).

Zwar gibt es in Nordrheinwestfalen, München und beim ADFC Baden-Württemberg schon ein paar Versuche, die jedoch allesamt nur komplizierte Insellösungen und zum Teil sogar kostenpflichtig sind und deshalb keine größere Bedeutung erlangen werden.

Das Gespräch mit Steve war der erste Schritt eines längeren Weges, den wir mit Bikemap nun in Richtung OSM gehen werden. Begleiten werden uns übrigens unsere Freunde von GPSies aus Berlin, mit denen wir hinsichtlich OSM gemeinsame Sache machen.

Warum?

Aus zwei Gründen: Erstens haben wir alle ein lebhaftes Interesse am Erfolg der Openstreetmap, weil ihr Lizenzmodell eine dauerhaft kosten- und werbefreie Alternative zu den Maps von Google, Yahoo und Microsoft bleiben wird. Und zweitens, weil es m.E. höchstens noch zwei Jahre dauert, bis die Openstreetmap alle anderen Karten hinsichtlich Informationsgehalt und Detailreichtum in den Schatten stellt.

Eines der Probleme, an denen die Opentreetmap momentan hängt, sind die zunehmenden Serverkosten für Rendering und Übertragung der Kartendaten. Diese werden noch von der University College London getragen, doch nicht mehr lange.

In meiner Begeisterung für die OSM textete ich Steve mit meiner Überzeugung zu, dass es nur noch eine Frage von Sekunden sein könne, bis Google diese Kosten übernehmen würde.

Warum?

Weil Google zwei große Kostenstellen hat: die Lizenz der Karten von Teleatlas, Navtech usw, und die Serverkosten. Bei einer Kooperation mit OSM und der Übernahme der Serverkosten durch Google würden diese für Google konstant bleiben, doch die Lizenzkosten würden für Google wegfallen. Und für die OSM würden die Serverkosten wegfallen und etliche andere Vorteile entstehen – also eine klassische Win-Win-Situation, deren Eintreten nur eine Frage der Zeit sei.

Dachte ich.

Steve hingegen ist etwas desillusionierter. Selbst bei Google, meinte er, gebe es Bürokratie, Posten- und Budget-Neid. Und ein Schwenk hin zur OSM würde manchem Mitarbeiter bei Google die Privillegien und das Budget kürzen, und daran scheitere eine Kooperation bislang – nebst der momentan noch mangelhaften Datenfülle der OSM.

Mein Optimismus, dass sowas doch an höchster Stelle entschieden und als langfristige Investition betrachtet würde… nunja… er scheint sich in der Praxis leider nicht bewahrheitet zu haben. Noch nicht.

Drücken wir Steve und der OSM also die Daumen, dass die Erreichbarkeit von OSM langfristig nicht nur von der Burnrate von Couldmade abhängen wird, wenn sie die Aufgabe des University College übernommen haben werden.

Inlinemap ist da

So langsam wird Toursprung eine Familie. Gestern haben unsere Kinder Bikemap und Runmap noch ein Geschwister bekommen: Inlinemap.

inlinemap

Es ist natürlich wieder eine kartenbasierte Sammlung von Routen – und zwar diesmal für Inline-Skater.

bikemap_sprachen.jpgAußerdem haben wir mit der Hilfe unserer User alle Seiten von drei auf sechs Sprachen erweitert. Danke für die Übersetzungen!

Neben etlichen kleinen Bugs, die bereinigt wurden, benutzen wir nun das Re-Captcha für Spam-Schutz bei den Kommentaren (für nicht eingeloggte User) .

Das Re-Captcha zeigt vordergründig zwei unscharfe Wörter an, die abgetippt werden müssen. Hintergründig steckt aber noch viel mehr dahinter, denn bei nur einem der beiden Wörter ist bekannt, was es bedeutet. Das andere hingegen wird dem User rpäsentiert, damit er helfen kann, diesen unscharfen Scan zu entziffern. Sobald an mehreren Stellen im Web dieselbe Lösung für diesen unscharfen Scan geliefert wurde, ist wieder ein Wort aus einem schlecht gescannten Buch digitalisiert worden.

re-captcha.jpg

Somit hilft man nebenbei beim Digitalisieren von Büchern – genaugenommen entspricht die Verbreitung von Re-Captcha dem Einsatz von 8.000 (!) Arbeitskräften. Darum auch das Motto “Stop Spam -Read Books”.

Lob für Bikemap

Zwei kleine aber feine Aussagen über Bikemap nähren den Stolz auf unser Baby:

Die Kurfpfalznotizen meinen, Bikemap sei zurzeit “eine der interessantesten deutschen Webseiten”, und OgleEarth schreibt, Bikemap sei “with nice design” and “definitely worth a look”.

Es wird Zeit für unsere englische Version…

Bikemap in der FAZ

faz1.jpg
Die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung hat heute ihr Rätsel der Woche in Bikemap versteckt:

Finden Sie eine von mir angelegte Route, die in einer “ulkigen” Stadt beginnt und durch ein ehemaliges DDR-Tagebaugebiet führt.

Leider war unser Server überraschend den halben Sonntag mit anderen Dingen beschäftigt, so dass viele FAZ-Leser vor verschlossenen Türen – und wir vor unserem eigenen administrativen Rätsel – standen. Doch gegen 14 Uhr lief dann plötzlich alles wieder, und bis zum frühen Abend hatten wir mit 5.000 neuen Routen-Kilometern, knapp 3.000 Besuchern und über 12.000 Seitenaufrufen unseren neuen quantitativen Rekord.

Aber auch qualitativ war der FAZ-Artikel überaus schmeichelnd:

Endlich gibt es ein Online-Werkzeug, mit dem man Radtouren vernünftig planen kann. Schon seit Jahren warte ich auf so etwas, und nun ist es unter www.bikemap.de realisiert.

Da fühlen sich alle geschmeichelt, der Master of Html, die Masterin of Screendesign, der Master of Code, der Master of Concept und auch der Master of the Idea.