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Archiv der Kategorie 'OSM'

Der Bodensee will gemappt werden

Montag, 14. Dezember 2009

Als OSM-affiner Bodensee-Touristiker treffe ich ab und zu Mapper von anderswo, die an den Bodensee reisen und ihren Aufenthalt damit verbinden, die eine oder andere Ecke des Bodensee besser gemappt zu hinterlassen, als sie ihn vorgefunden hatten.

Die Zielgenauigkeit, mit der einige dieser Mapper ganz bewusst in noch ungemappten Gegenden des Bodensees Urlaub machen, beweist, dass es sogar einen echten Mapping-Tourismus gibt.

Diese Bereitschaft möchte ich gezielt unterstützen und nutzen, um der touristischen Region Bodensee zu einer besseren Kartografierung in der OSM zu verhelfen.

Einerseits organisiere ich das Barcamp Bodensee (5.-6. Juni 2010 in Konstanz). Andererseits bin tourismuspolitisch am Bodensee gut bekannt und vernetzt.

Diese beiden Fakten möchte ich kombinieren und eine MOVING MAPPING PARTY organisieren.

In der Woche direkt nach dem Barcamp (also Montag 7. Juni und die darauf folgenden Tage) soll der Bodensee gemappt werden. Von lauter freiwilligen Openstreetmappern, die dafür an den See reisen. Und die vom Bodensee in der einen oder anderen Weise willkommen geheißen werden.

Ich stelle mir vor, dass z.B. die Übernachtungen (inkl. WLAN) von den jeweiligen Tourismusverbänden bezahlt werden, dass es abends gemeinsames Essen gibt, bei der sich die Orte für die geleistete Arbeit bedanken können (durch das Abendessen oder durch das eine oder andere Bier), dass vielleicht abends gemeinsam in Konferenzräumen irgendwelcher Hotels die tagsüber erhobenen Daten hochgeladen werden.

Ich selbst würde für eine Woche kostenlose Leihfahrräder spendieren.

Im Idealfall werden zwei oder gar drei Gruppen gebildet, die gegenläuig jeden Tag einen Ort weiter um den See ziehen, so dass man sich nach einer Woche am anderen Ende trifft – und alle Uferbereiche des Bodensee am Ende vorzeigbar – und für alle Touristiker fortan kostenlos nutzbar – in der Openstreetmap sind.

Das Musterhafte an dieser Aktion wäre, dass eine tourisitsche Region explizit dazu aufruft, durch Freiwillige gemappt zu werden. Eine Arbeit, die niemand bezahlen könnte. Die aber durch ein kleines Sponsoring zur einer spaßigen Aktion würde und so stattfinden könnte.

Starten kann diese MOVING MAPPING PARTY beim Barcamp am Sonntag – mit einer Session über das Mappen für all jene, die damit noch nicht vertraut sind.

Diese “Map-Me!”-Idee ist noch ganz frisch und braucht Feinschliff. Darum freue ich mich auf eure Kommentare, Ideen und Verlinkungen!

Ich freue mich auch insbesondere über innovative touristische Leistungsträger und Verbände vom Bodensee, die hier ihre Bereitschaft erklären, diese Aktion zu unterstützen und damit stattfinden zu lassen. Darum: Hallo IBT, TU, Vorarlberg-Bodensee, Thugau-Tourismus, Ostschweiz usw … Hallo Konstanz, Lindau, Friedrichshafen und alle anderen Orte… Hallo BSB, Mainau, Affenberg, Pfahlbauten, Festspiele und alle anderen Attraktionen… Hallo Südkurier und Schwäbische Zeitung, wer von euch beiden hat das Web kapiert und meldet sich zuerst… Hallo IHKs, Wirtschaftsförderungen und Tourist-Informationen… Ich weiß, dass die meisten von euch meinen Blog lesen. Jetzt könnt ihr alle euren Worten Taten folgen lassen. Ich bin gespannt auf euer Feedback gleich hier unter dem Artikel…!

PS: Sorry für den offenen Verteiler in meinem Mail an die hiesigen Tourisiker….!

Mapzen – der OSM POI Collector für das iPhone

Freitag, 27. November 2009

Verwirrende Überschrift, ich weiß. Aber eigentlich ist Mapzen eine wunderbar einfache Sache.

Nämlich eine Applikation für das iPhone, mit der man POIs (also interessante Punkte) in der Openstreetmap sammeln kann.

Konkret funktioniert das so:

App auf dem iPhone installieren, öffnen und die Login-Daten der Openstreetmap eingeben (oder sich ein Benutzerkonto erstellen).

Dann in der App den OSM-Kartenausschnitt wählen, an dem man sich aufhält. Das macht entweder die Triangulierung der Funkzellen einigermaßen genau, oder aber (beim neuen Modell des iPhone) das GPS ziemlich genau. Sieht dann ungefähr so aus:

Mapzen, Screen 1

(weiterlesen…)

Schöne OSM-Renderung von MapSurfer.net

Dienstag, 22. September 2009

Mit MapSufer.net (Roadmap und Topomap, siehe unten) haben Maxim Rylov and Vitaly Chezganov die schönsten Renderungen der Openstreetmap geschaffen, die ich je gesehen habe:

Roadmap

Topomap

Mehr darüber im OSM-Wiki.

Ouagadougou ist Best of Openstreetmap

Samstag, 11. Juli 2009

Die Geofabrik aus Karlsruhe hat mit der Seite Best Of OSM eine Sammlung von Orten erstellt, die in der Openstreetmap von bemerkenswerter Qualität sind.

best-of-openstreetmap

Darunter ist auch die Stadt Ouagadougou, deren intensive Kartografierung Helge und ich im Oktober 2008 angestoßen hatten.

Opentreetmap und Tourismus

Samstag, 30. Mai 2009

Im Vorjahr brachte die Österreich Werbung eine Broschüre heraus, um heimischen Touristikern das Web 2.0 näher zu bringen.

Die erste Auflage ist zwar bereits vergriffen, das PDF steht aber nach wie vor online zum Download bereit.

Österreich Werbung

Mitte Juni soll die zweite Auflage (“Reloaded”) erscheinen, für die ich – neben einigen anderen (zB Georg Holzer, bei dem ich mich u.a. für diesen Satz bedanke;) – einen Text schreiben durfte.

Hier ist die Rohfassung meines Textes:

Openstreetmap und Tourmismus

Als Wikipedia im Jahr 2001 online ging, ahnte damals noch niemand, welche Kraft und Kompetenz im partizipativen Web stecken würde. Doch bereits sieben fünf Jahre später musste sich die Brockhaus Enzyklopädie geschlagen geben. Im Jahr 2008 2006 erschien die letzte gedruckte Fassung der 200 Jahre alten und zuletzt 2.670 Euro teuren Enzyklopädie, und heute möchte niemand die Existenz von Wikipedia missen.

Im Jahr 2004 wurde die „die freie Weltkarte“ Openstreetmap gegründet, die in vielerlei Hinsicht mit Wikipedia vergleichbar ist.

Auch hier tragen Freiwillige ihr Wissen zusammen und verwandeln es in Allgemeingut. Anders als bei Wikipedia muss man hier jedoch kein Experte eines bestimmten Faches sein, um einen Beitrag zu leisten. Bei der Openstreetmap reicht schlichtes Ortswissen – und darin ist jeder von uns Experte, zumindest für einen bestimmten Ort an dem man zuhause ist.

Die Openstreetmap wird eine gewaltige Kraft entwickeln und den Wert von bislang gehüteten kartografischen Werken auf nahezu Null reduzieren. Die Verlagswelt wird revolutioniert werden, wertvoll geglaubte Geschäftsgrundlagen werden dahinschmelzen und der Eintritt in den Markt der Kartografie wird so leicht wie niemals zuvor.

War bislang der Besitz einer Karte entscheidend, so wird nun das Verwandeln der kartografischen Datengrundlage der Openstreetmap in entsprechende Karten zur bestimmenden Kompetenz – die übrigens viel leichter zu erreichen ist und zur Monopolstellung nicht ausreicht.

Die davon ausgehende Innovation wird die Art verändern, wie wir das Web benutzen, und die Karte wird zur Navigation im Web eine zentrale Rolle einnehmen.

Bei der Beurteilung der Openstreetmap darf man eines nicht vergessen: ihr Datenvolumen verdoppelt sich momentan alle fünf Monate. Was heute noch wie ein weißer Fleck aussieht, ist vielleicht schon morgen ein perfekt gezeichnetes Dorf mit einer Datenfülle, wie man sie aus der bekannten Google-Map nicht kennt.

Die uns geläufigen Karten im Web wurden von wenigen großen Firmen kommerziell erstellt und dienen in erster Linie der Navigation von Autofahrern. Um zum Beispiel von der Auto- zur Fußgängernavigation zu gelangen, braucht man jedoch 100 Mal mehr Daten in der Karte, deren Erhebung wiederum bis zu 100 Mal mehr Kosten verursachen würde. Keine Frage, dass das kommerzielle Modell hier an seinen Grenzen angelangt ist.

Und genau hier beginnt die Stärke der Openstreetmap.

Im Zoologischen Garten in Berlin sind schon jetzt alle Fußwege, Gehege und Tierarten in der Openstreetmap zu finden – also eine perfekte Karte für den Rundgang im Zoo. Oder in anderen Worten: der Zoo braucht keine eigene Karte mehr erstellen (lassen), sondern kann sich direkt an der Openstreetmap bedienen.
View Larger Map

Die Openstreetmap ist wie ein Eisberg. Das wenige, was man sieht, sind die Renderungen (also grafischen Darstellungen) eines meist nur geringen Teils der vorhandenen Daten.

So ist in einem gängigen Stadtplan im besten Fall ein Schwimmbad als Symbol eingezeichnet, obwohl die Openstreetmap dessen Namen, Hausnummer, Telefonnummer, Webseite und seine Öffnungszeiten kennt. Viele Daten aus etlichen Kategorien sind aber längst unter der sichtbaren Oberfläche der bekannten Renderung vorhanden.

Und mit genau dieser Datenfülle wird die Openstreetmap sehr bald zu einer der wichtigsten Datensammlungen des gesamten Web werden.

Schon jetzt liefern erste Firmen Module, mit denen man ganz einfach seine eigenen Renderungen der Openstreetmap erstellen kann. So wäre zum Beispiel ein behindertengerechter Stadtplan nur einen Mausklick vom Stadtplan für Radfahrer entfernt – denn beide bringen nur verschiedene Teile desselben Eisberges an die Oberfläche der sichtbaren Karte.

Vielleicht wird eine zentrale Aufgabe einer Tourist-Information bald schon die Komplettierung und Aktualisierung aller touristisch relevanten Daten in der Openstreetmap sein. Dann können sich alle Suchmaschinen, alle Portale und alle dynamisch erstellten Reiseführer daran orientieren, und ein Datensatz, der nicht in der Openstreetmap angelegt ist, existiert dann touristisch praktisch nicht mehr.

Openstreetmap hat über 100.000 Mitwirkende

Dienstag, 17. März 2009

Heute muss in London und San Francisco die eine oder andere Flasche geköpft worden sein, denn die Openstreetmap hat nun erstmal über 100.000 registrierte User:

osm100000

Weiterhin gilt: das Datenvolumen verdoppelt sich alle 5 Monate, und die OSM ist “the next big thing” im Web.

Via OpenGeoData.

Navigation für Fußgänger mit Openstreetmap

Montag, 16. März 2009

Die University of Maryland macht es vor: wenn in einer Region die Daten der Openstreetmap nur gut genug erhoben sind, entstehen extrem spannende Projekte mit großem Mehrwert. Hier ist es ein OSM-Machup, das fußgängertauglich ist und sogar Barrierefreiheit als Kriterium für das Routing zulässt.

Routing University of Maryland

Erst gestern wurde ich wieder gefragt, ob ich mich an einem Projekt beteiligen könne, um in einer kleinen Region Kriterien der Barrierefreiheit zu erfassen und darzustellen.

Ich habe es abgelehnt und dringend empfohlen, alle Daten direkt in die OSM einzupflegen, wo sie allen zugänglich sind und gemeinschaftlich genutzt werden können.

Das ist übrigens eine seltsame Herausforderung, Barrierefreiheitsdaten zugänglich machen zu müssen…

Ich stelle mir immer wieder gerne vor, wie eine touristische Region sich entscheidet, voll auf die OSM zu setzen, alle touristisch relevanten Daten dort zu sammeln und damit nicht nur die Daten, sondern insbesondere ihre Verwendung der Allgemeinheit zugänglich zu machen. Ich wäre als Consultant sofort dabei…!

Golfplätze in der Openstreetmap

Montag, 16. Februar 2009

Als die Openstreetmap im Jahr 2004 gegründet wurde, konnte man sich nur an der Google-Map messen. Also an der Darstellung einer Karte, die für Autofahrer gemacht wurde.

Unterdessen ist die OSM in vielen Teilen der Welt schon sehr weit über dieses Ziel hinaus gewachsen, und sie stillt das kartografische Bedürfnis anicht nur das Autofahrer, sondern auch von Radfahrern, Fußgängern, Rollstuhlfahrern und neuerdings auch Golfspielern.

Allein der Schritt von der Kartografierung der autotauglichen Straßen hin zur Erfassung aller Fußwege bedeutet eine Verhundertfachung der Datenmenge. Keine Firma der Welt könnte solch ein Projekt stemmen – nur eine partizipative und user-generierte Bewegung im Web ist dazu in der Lage.

Ein Beispiel für die Diversifizierung der OSM sind Golfplätze.

Eine Handvoll User diskutieren im Wiki der OSM darüber, welche Funktionen die OSM für die Belange der Abbildung von Golfplätzen haben solle. Am Ende einigt man sich darauf, die Diskussionsseite wandert von den proposed features zu den map features und die Datenstruktur ist damit “offizfiell” geworden. Da aber im Hintergrund bereits etliche Golfplätze gemappt wurden, sind längst genug Daten da, um die Struktur sofort mit Inhalten zu füllen.

Wie zum Beispiel diesen Golfplatz in Inden.

Hier ist seine momentane Darstellung gemäß der Renderung im Mapnik-Stil:


View Larger Map

Und so würde er nach momentanem Stand der Diskussion aussehen, wenn alle vorgeschlagenen Eigenschaften in das Aussehen der Karte übernommen würden:

golf

OpenCycleMap auf Bikemap

Sonntag, 15. Februar 2009

Im Jahr 2007 (das ist im Kalender 2.0 ganz schön lange her) begann der ADFC Baden-Württemberg in Kooperation mit MagicMaps das ADFC-Tourenporal.

Die Grundidee war gut: ADFC-Mitglieder wurden motiviert, den Verlauf aller offiziellen Radwege in einem Mashup mit Google-Maps zu kartografieren und somit ein Routing für Radfahrer zu ermöglichen.

Die Umsetzung stammt jedoch ist rückwärts gewandt und ignoriert alle Lehren über partizipative Web-Projekte:
- man kommerzialisierte das System
- man bezahlte die User pro Kilometer
- man verlangt Geld pro Kilometer runtergeladenem Radweg
- die Rechte an den Routen gehen an den ADFC zur kommerziellen Nutzung

Offenbar haben die Entwickler so getan, als stünde die Enzyclopedia Britannica nach wie vor in voller Blüte und als wäre Wikipedia der größte Flop des Webs gewesen.

(Jetzt werden die ADFCler und MagicMaper im Ländle wieder ein weiteres Jahr lang kein Wort mit mir reden… Also, liebe Leute: ich spreche doch nur aus, was ihr verpasst habe. Verpasst habt ihr es. Sauer sein müsstet ihr also auf euch und nicht auf mich. Wirklich schade, dass ihr das nicht versteht.)

Doch die Wirklichkeit hat sich zum Glück andere Bahnen gesucht. So wie das user-generierte und nicht-kommerzielle Wikipedia seinen Siegeszug über alle Enzyklopädien angetreten hat, so weht die Openstreetmap zurzeit alle kommerziellen Kartenwerke an die Wand.

Und im Windschatten der Openstreetmap hat sich die Opencyclemap entwickelt.

bild-23

Von den 85.000 freiwilligen OSM-lern werden momentan alle Radwege der Welt (!!!) in der OSM angelegt und sind nun in der Opencyclemap sichtbar. Das Datenvolumen der OSM verdoppelt sich momentan alle 5 Monate, die Qualität der OSM wächst also exponentiell. Und mit ihr die Opencyclemap.

Sie visualisiert die in der OSM enthaltenen Radwege zu einer velophilen Karte. Der vielleicht wichtigste Nebeneffekt dabei ist, dass diese Visualisierung und Bekanntmachung der (ansonsten in klassischer Darstellung nahezu unsichtbaren) Radwege-Daten dazu motiviert, sie zu erheben, zu verbessern und zu am Ende auch nutzen.

Hier wird also perfekt angewandt, was man aus allen user-generierten Projekten lernen kann:
- ein offenes System ohne primäres kommerzielles Interesse
- alle Mitarbeit ist freiwillig
- alle Nutzung der Daten ist gratis (momentan noch unter cc-Lizenz)
- die Rechte an den Routen sind sozusagen Allgemeingut

Wir haben nun in Bikemap einen neue Karten-Ebene eingefügt: die Opencyclemap.

Damit lassen sich nun noch viel leichter Touren entlang touristischer Routen planen. Man sieht sozusagen auf der Karte die Radwegeführungen, anhand derer sich Radrouten perfekt planen lassen.

Oder etwas philosophischer ausgedrückt: Bikemap gewinnt an normativer Kraft.

Hier ist als Beispiel die Kreuzung vom Bodensee-Radweg und Donau-Bodensee-Radweg in Immenstaad:


Popular routes in this area – powered by Bikemap 

Google MapMaker versus Openstreetmap

Freitag, 13. Februar 2009

Mit meinem Post über 10-Argumente für die Openstreetmap hatte ich Beispiele präsentiert, wo die Openstreetmap Google-Maps weit überlegen ist.

Die Funktion MapMaker von Google ist auf den ersten Blick mit der Openstreetmap vergleichbar: jedermann kann dort eventuelle Fehler in der Google-Map verbessern oder fehlende Daten nachtragen.

Jedoch ist MapMaker auf bestimmte Regionen begerenzt, und vor allem gehört das Ergebnis Google – im vollen Gegensatz zur Openstreetmap, wo das Ergebnis eine Art Allgemeingut wird und von jedermann zu jedem Zweck (mit bestimmten Bedingungen) genutzt werden kann.

Dennoch macht MapMaker gute Fortschritte.

Dis isländische Hauptstadt Reykjavik ist auf Google-Maps nicht zu finden. Aber bei MapMaker hat der User Mapperz ganze Arbeit geleistet (leider, denn bei der OSM wären seine Daten gewiss besser aufgehoben).

reyk

Links ist die user-generierte Karte von MapMaper, rechts von der Openstreetmap. Auf den ersten Blick zwei ähnlich gute Karten.

Der wesentliche Unterschied liegt jedoch in der Lizenz. Während mein Screenshot der linken Karte illegal ist, weil Google selbst Bildschirmfotos verbietet, ist der rechte legal. Ich darf die Openstreetmap-Karte von Reykjavik in einem Buch verweden, sie für den Druck einer kommerziellen Karte benutzen usw.

Wer bei der Openstreetmap als Hobby-Kartograf mitmacht, teilt das Ergebnis seiner Arbeit mit allen Menschen (ähnlich wie die Autoren von Wikipedia). Wer seine Zeit bei MapMaker verbringt, schenkt sein Ergbnis Google.

Oder noch knapper formuliert:

Openstreetmap ist gut. Google MapMaker ist böse.

Style-Editor für Openstreetmap

Dienstag, 10. Februar 2009

Das überaus spannende Startup Cloudmade von Openstreetmap-Gründer Steve Coast hat einen Style-Editor erstellt, mit der man OSM-Karten ganz einfach nach seinen eigenen Vorstellungen darstellen kann:


CloudMade StyleEditor ScreenCast from CloudMade on Vimeo.

Via Cloudmade-Blog.

Stadtverwaltungen und Openstreetmap

Sonntag, 25. Januar 2009

Am Beispiel der estnischen Universitätsstadt Tartu kann man sehen, was passiert, wenn eine Stadtverwaltung die Openstreetmap als Chance und nicht als Bedrohung sieht: ein paar ehrenamtliche Openstreetmapper fangen an ihre eigene Stadt zu zeichnen, und es entsteht ohne Kosten zu verursachen eine für jedermann nutzbare Karte im Internet, deren Qualität um Klassen besser ist als die bekannte Google-Map.


View Larger Map

Wenn der “wind of change” weht, bauen kluge Menschen Windmühlen. Einige Stadtverwaltungen hingegen bauen einen Windschutz. Und das ist mehr als schade.

Wie schön wäre es, wenn meine Heimatstadt Konstanz endlich begreifen würde, welche Chance sie hier verpasst. Insbesondere im Tourismus, wo die Openstreetmap “the next big thing” ist.

Liebe Konstanzer Politiker, Stadtverwalter und Touristiker, wenn ihr mehr darüber wissen wollt, wie ihr die Openstreetmap unterstützen und nutzen könnt (und solltet), so komme ich gerne zu euch und erkläre es.

Bayern und Frankreich spenden Daten für Openstreetmap

Donnerstag, 22. Januar 2009

Bayern hat’s erkannt. Die dortige Landesre180px-bayern-wappengierung hat der Openstreetmap Luftbilder der Oberpfalz von knapp 10.000 qkm Fläche zur Verfügung gestellt.

In den verschiedenen Editoren kann man sich diese Bilder als Hintergrund-Layer einblenden und sie so bequem und ganz legal abzeichnen.

Das Projekt läuft von Dezember 08 bis März 09 als Test. Wenn die OSM-Community bis dahin die Operpfalz gut kartografiert hat, wird Bayern weitere Luftbilder spenden und bei der bundesweiten Konferenz der Landesvermessungsämter dafür eintreten, dass auch die Ämter der anderen Länder diese Daten freigeben.

Die Luftbilder dürfen nur für diesen Zweck verwendet werden, aber die entstehenden Karten kommen in die OSM-übliche Lizenz.

Aus den Luftbildern werden folgende Daten übernommen:

  • Straßennetz
  • Bahnnetz
  • Wald
  • Gewässer
  • Stromleitungen (soweit möglich)
  • Siedlungen und Häuser
  • und möglichst viele Details

Das ist sowas von richtig. Mit Steuergelder erstellte Karten gehören der Allgemeinheit. Ich freue mich, dass sich diese Idee langsam durchzusetzen scheint.

Details und Anleitungen stehen im OSM-Wiki.

(Via Kommentar bei Georg Holzer)

Schön wäre es nun, wenn auch die anderen Landesvermessungsämter und vor allem die vielen städtischen Ämter endlich begreifen würden, dass die OSM sie nicht bedroht, sondern in ihrer eigentlichen Aufgabe unterstützt.

Außerdem lese ich gerade bei Heise, dass das französische Katasteramt der OSM-Community seine gesamten Daten ebenfalls zum Abzeichnen zur Verfügung stellt. Dies ist die zu erwartende Genauigkeit der Daten:

bild-44

(Tipp von Helge)

Wunderbar. Da scheint tatsächlich eine sehr vernünftige Idee in Erfüllung zu gehen. Denn die Ämter sind für die Bürger da, und nicht umgekehrt.

Österreich bald komplett auf Openstreetmap

Dienstag, 20. Januar 2009

Andreas Klinger twittert eben den Link auf Futurezone.

Dort steht die gute Nachricht, dass Plan.at, eine Tochter des Compass Verlags und größter Plandienstleister Österreichs, seinen ganzen Kartenbestand der OSM-Community zur Verfügung stelle.

Die Daten werden nicht einfach importiert (das würde unendlich viele Konflikte mit den vorhandenen Daten geben), sondern als Layer zum Nachzeichnen zur Verfügung gestellt. Also als Futter für die vielen Freiwilligen, die nun von zuhause aus das Kartenmaterial von Österreich verbessern können.

Interessant ist die Begründung: man wolle nicht länger die Last der Aktualisierung der Karten tragen.

Der Verlag hat’s also kapiert.

Die meisten anderen Verlage hingegen haben noch immer nicht begriffen, dass sie durch die OSM-Bewegung längst ihrer nur noch scheinbaren Geschäftsgrundlage beraubt wurden. Sie sind genauso dem Verschwinden vom Markt ausgeliefert, wie Wikipedia (völlig zu recht) die Enzyklopädien aus(ge)löscht (hat). Weil crowdgesourced und damit besser. Und weil in einer offenen Lizenz und damit kostenlos und frei verwendbar.

Wien komplett in der Openstreetmap

Sonntag, 18. Januar 2009

Der Siegeszug der Openstreetmap als vollständigste Karte der Welt setzt sich fort: nach Hamburg ist mit Wien nun eine weitere große europäische Stadt komplett in der Openstreetmap erfasst. Über 85.000 registrierte User arbeiten unterdessen an der “freien Weltkarte”, und rund 7.000 Straßen sind in Wien erfasst – nur die Rad- und Fußwege sind noch nicht komplett.

Seit heute heise.de darüber berichtet hat, ist die Openstreetmap allerdings kaum noch erreichbar…

Hier ist eine schöne Visualisierung der rasanten Entwicklung der Openstreetmap:

In HD gibt’s den Film direkt bei Vimeo.

Kanada komplett in der Openstreetmap

Samstag, 6. Dezember 2008

Das Bundesamt für Kartografie und Geodäsie nennt sich selbst ein “modernes Kompetenzzentrum”. Tatsächlich ist seine Politik gestrig und schädlich.

Eine seiner wesentlichen Aufgaben ist die Erfassung und Koordination von kleinmaßstäbigen Karten in Deuschland. Also zum Beispiel die Erstellung der topografischen Kargen im Maßstab 1:50.000.

Diese Aufgabe wird von Steuergeldern bezahlt und von den Landesvermessungsämtern durchgeführt. Die so entstandenen Karten sind aber keineswegs kostenlos nutzbar, wie dies zB in den USA und in Kanada der Fall ist. Vielmehr muss für die Nutzung dieser Daten Geld bezahlt werden.

Darum gibt es auf Bikemap auch keine feiner aufgelösten Karten, weil uns dies sonst einen fünfstelligen Betrag pro Jahr kosten würde (wohl gemerkt bedeutet es, dass wir die Erfassung der Daten durch unsere Steuerabgaben bezahlen, und die Nutzung ein zweites Mal bezahlen müsste).

Ein kurioses Beispiel: Die Shuttle Radar Topography Mission ist ein deutsch-amerikanisches und steuer-finanziertes Gemeinschaftsprojekt. Diese SRTM-Daten sind in den USA frei zugänglich, während man in Deuschland für ihre Nutzung ein zweites Mal bzahlen muss.

Preisfrage: Welches Land tut mehr für Forschung und innovative Unternehmensgründung?

Kanada ist immerhin das flächenmäßig zweitgrößte Land der Erde. Die staatliche kanadische Inititative GeoBase hat am 18. November bekannt gegeben, ihre kompletten Daten der Openstreetmap zur freien Verfügung zu stellen. Damit wird Kanada nun sukzessive komplett in der Openstreetmap erfasst.

Daran sollte sich Deutschland ein gutes Beispiel nehmen.

Via Oliver on Twitter.

Fußgänger brauchen 10 bis 100 Mal mehr Daten als Autofahrer

Sonntag, 9. November 2008

Die Erhebung und der Verkauf von kartografischen Karten ist ein großer Markt, den sich im Wesentlichen zwei Firmen teilen: Tele Atlas und Navtech.

Navtech wurde dieses Jahr von weltgrößten Handy-Hersteller Nokia für 5,1 Milliarden Euro gekauft, und Tele Atlas vom Navi-Hersteller TomTom für 2,9 Milliarden Euro.

Beide haben große Teile der westlichen Welt vermessen und verkaufen diese Daten zB. an Google für die Google-Maps (man sieht übrigens rechts unten in der Karte jeweils, wessen Daten eingeblendet sind) oder an Besitzer von GPS-Geräten, die für eine Karte schnell mal denselben Preis bezahlen müssen wie für das Gerät selbst.

Seit 2004 kommt diese Wikipedia-ähnliche Initiative von mittlerweile 70.000 Freiwillgen daher und bastelt aus Sammelwut und Lokalpatriotismus die Openstreetmap (OSM), also eine Weltkarte, die jedem zur freien Nutzung offen steht.

Mittlerweile ist die Datenqualität der OSM in urbanen westlichen Gegenden besser als die von Tele Atlas und Navtech. Das kann man z.B. hier gut vergleichen (Schieberegler beachten!).

In ländlichen Gegenden westlicher Länder hingegen sind die hinter Google-Maps stehenden Daten-Lieferanten noch besser als die OSM, und die Betonung liegt hier ganz ganz stark auf dem Wort “noch”.

Warum?

Weil sich die Datendichte der OSM momentan alle 4-5 Monate VERDOPPELT. Es ist somit nur noch eine Frage von sehr kurzer Zeit, bis man wirklich lange suchen muss für Vorteile der teuren kommerziellen Kartendaten gegenüber der OSM.

Wir erleben also gerade eine Revolution in der Kartografie. Die Vermessungsdaten der Welt waren seit der Zeit der Seefahrer gut gehütete kommerzielle Schätze, und sie werden 450 Jahre nach Gallilei endlich zum Allgemeingut.

Doch die Opentreetmap kann noch mehr.

Weil die Kartendaten von Tele Atlas und Navtech allein die Bedürfnisse von Autofahrern berücksichtigen, fehlen dort eine riesige Masse von Radwegen, Fußwegen, Treppen, kleinen Straßen usw. Darum kann man auf Google-Maps zum Beispiel auch keine Radtouren planen.

Ein Fußgänger jedoch braucht eine 10 bis 100 Mal größere Datendichte, schreibt Dominique Bonte in diesem 2.500 USD teuren Report.

Für Firmen wie Tele Atlas und Navtech würde dies bedeuten, dass ihre Kosten zur Erhebung der Daten ebenfalls 10 bis 100 Mal größer wären als bisher. In anderen Worten: sie sind kommerziell nicht mehr zu erheben.

Aber es gibt einen wunderbaren webzweinulligen Weg, um solche Daten zu sammeln: User Generated Content.

Oder in anderen Worten: die Openstreetmap.

Hier ist ein schönes Beispiel für die Datenfülle der Fußgängernavigation: der Tierpark in Belin ist auf der Google-Map nur eine graue Fläche, während in der Openstreetmap jeder Fußweg und jedes Gehege mit den jeweiligen Tierarten eingezeichnet ist.

Hier ist ein anschaulicher direkter Verleich mit der Google-Map (Schieberegler rechts oben beachten!)

Datendichte der Openstreetmap

Freitag, 7. November 2008

Eine geografische Verteilung lässt sich auf vielerlei Weise darstellen. Eine besonders augenfällige ist die Kartenanamorphote (engl: cartogram, Beispiele), bei dem die topologischen Beziehungen erhalten bleiben, die Fläche eines Landes aber der darzustellenden Größe entsprechend dargstellt wird.

Wenn man die (POI-) Datendichte der Openstreetmap entsprechend darstellt, sieht die Welt so aus:

Via Cloudmade.

3D-Ansicht aus Luftaufnahmen

Freitag, 7. November 2008

Die schwedische Firma C3 hat eine automatische 3D-Berechnung von Luftaufnahmen erfunden, sozusagen ein echtzeit Bird’s-View-On-Demand.

Google’s Satelliten-Ansicht war gestern. Jetzt kommt C3…!

Leider funkioniert das ganze noch nicht für Mac, aber das Video ist schon schwer beeindruckend. Bitte anschnallen!

Via Ogle Earth. (Hochaufgelöste 30MB-WMV-Version des Filmes)

Geodaten sind wie Eisberge

Samstag, 25. Oktober 2008

Gerade geistert es durchs Web, dass Hamburg nun vollständig in der OSM gemappt sei.

Vollständig?

Von den 8.000 Hamburger Straßen sind alle erfasst. Das ist damit gemeint. Aber es ist nur die Spitze des Eisbergs.

Foto: featherplucker

Unter der Oberfläche des Eisbergs liegen alle in der OSM enthaltenen Informationen, die nicht bei der Renderung in die grafische Darstellung der Karte übersetzt wurden.

In anderen Worten: alle Daten, die nicht auf der dargestellten Karte sichtbar sind.

Hier sind ein paar Beispiele solcher Daten:

Hinter den meisten Ortsnamen verbergen sich Informationen darüber, wie viele Einwohner eine Stadt hat, welchen administrativen Rang sie einnimmt, ob es eine Uni-Stadt ist, welche Vorwahl und welche Postleitzahlen sie hat usw. Bei der Stadt Konstanz ist auf der Karte nur der Ortsname sichtbar. Zwar hängt dessen Schriftgröße durchaus von seiner Einwohnerzahl ab, aber die meisten zuätzlichen Informationen bleiben unter der Oberfläche verborgen. Hier sind sie:

Außerdem gibt es eine fast endlose Zahl von Grundelementen (Features) in der Openstreetmap. Dazu gehören zum Beispiel: Reitwege, Zebrastreifen, Ampeln, Fahrbahnschwellen, Zäune, Hecken, diverse Arten von Radwegen, Ankerplätze, Stromleitungen, Fußballplätze, Spielplätze, Geldautomaten, Biergärten, Babyklappen, Cafés, Krematorien, Streugutcontainer, Kindergärten, Briefkästen, Taxistände, alle Arten von Geschäften, touristische Elemente wie Tourismusinformationen, Hotels, Jugendherbergen, Campingplätze, Freizeitparks, Museen, Burgen, Ruinen, Steinbrüche, Bunker, Schachplätze, jede Art von Sportplätze und vieles mehr.

Darüber hinaus Durchfahrtshöhen von Brücken, Geschwindigkeitsbegrenzungen, Radarfallen, Art der Staßenoberflächen, Wegbreiten, Flussbreiten, fast jede Art von Verkehrsschildern, Hausnummern, usw.

Neben diesen bereits vereinbarten Grundelemenden (Map Features) gibt es auch eine große Zahl von Elementen, über deren Aufnahme in die OSM gerade diskutiert wird (Proposed Features). Wenngleich diese Elemente noch keine beschlossene Sachen sind, werden auch sie bereits in der Karte gesammelt.

Die meisten dieser Elemente sind lokalisierbare Points of Interest (POIs), und die wenigsten von ihnen werden in den Karten dargestellt. Selbst für Elemente wie ein Café, dessen Namen vielleicht auf der Karte erscheint, kann es noch weitere Eigenschaften geben, die man nicht sieht, zB ob es WLAN hat, seine Telefonnummer, seine Webadresse usw.

Vielleicht sinkt der monetäre Wert von POI-Sammlungen durch die offene Konkurrenz seitens der OSM. Aber der imaterielle Wert steigt dafür um so schneller. Denn alle diese POIs lassen sich aus der OSM leicht auslesen und von jedermann für alles mögliche Verwenden.

Alle diese Informationen bilden den immer mächtiger werdenden Körper des Eisberges. Hier wächst und reift gerade ein Schatz, dessen Wert unschätzbar groß ist.