Häkel-Anschlag in Konstanz

Konstanz liegt am Rande der Republik, und das in jeder Hinsicht. Wäre unsere Republik eine Banane, wir wären ihre bittere Schale.

Wer hier lebt und Kunst und Kultur nicht nur aus dem Feuilleton erleben will, der muss ein paar Hundert Kilometer weit reisen. Dorthin, wo das, was bei uns nicht mal in der Zeitung steht, auch wirklich passiert. Denn das heimliche Motto unserer Stadt lautet “des hemma noch nie ghabt, des welle mia it”.

Achtung Kalauer: Veränderungsphobie ist nämlich die eigentliche Konstanz.

Doch was bei den Nachbarn im Norden die tapferen sieben Schwaben waren, das sind bei uns die dreizehn heimlichen Häkel-Damen.

Hier haben sich also dreizehn namenlose Heldinnen gefunden und das Häkeln als ihre soziale Passion entdeckt. Frau trifft sich regelmäßig, und seit alle heimischen Kreise beschalt und bemützt sind, wächst der Mut aus den eigenen vier Wänden hinaus.

Und mit diesem Mut haben unsere dreizehn Konstanzer Häkel-Damen beschlossen den öffentlichen Raum zu behäkeln. Das ist längst eine wunderschöne Kunstform geworden, die auf der ganzen Welt Menschen zum Lächeln bringt:

Wer’s nicht glaubt, der schaue mal bei Google oder Flickr unter Yarnbombin, Urban Knitting oder lese bei Wikipedia über Guerilla Knitting.

So schlichen sich unsere dreisten Dreizehn also letzte Woche nach Mitternacht zum Konstanzer Triumphbogen, unter Einheimischen auch als der Autofahrer-Brunnen von Peter Lenk bekannt.

Peter Lenk? Das ist doch der von der Imperia. Und wer A sagt, der muss auch B sagen. Doch das ist eine andere Geschichte, auf die wir noch hoffen dürfen. Bleiben wir also vorerst bei A.

Des nachts in der vergangen Woche schlichen diese Damen also auf die Laube und nähten dort heimlich zusammen, was sie in den Wochen zuvor in ihren Kellern maßgehäkelt hatten. Allerfeinstes Yarnbombing.

Während der knappen Stunde vor Ort kam natürlich sogleich eine Streife der Polizei vorbei und stelle die Damen zur Rede. Kopfschüttelnd aber unverrichteter Dinge zogen unsere Beschützer nach einer kurzen Diskussion davon.

Als Lenks Hässlichkeiten schließlich kunterbunt aufgehübscht waren, machten unsere dreisten Dreizehn noch ein paar Fotos und taten das, was jeder brave Konstanzer nach Mitternacht zu tun hat: sie gingen schlafen.

Am nächsten Morgen um sieben Uhr hatten die spaßbefreite Polizei und die spaßbefreite Verwaltung unserer spaßbefreiten Stadt bereits ihre Pflicht getan, und die Lenk’schen Hässlichkeiten waren wieder nackt wie je zuvor.

Weil: des welle mia it!*

Wieder alles beim Alten

*Um ganz fair zu bleiben: der Künstler höchstselbst klärte unsere Damen derweil auf, dass die Mischung aus Temperaturschwankungen, Luftfeuchtigkeit und Kälte so gar nicht gut für die zarte Haut seiner Figuren sei. Und weil man ja nur belustigen aber nicht beschädigen wolle, sollten wir Konstanzer derweil im Vorbeigehen eher auf Brückengeländer, Parkbänke und Bäume achten als auf unsere rotierende Hübschlerin. Munkelt man.

Eine Weihnachtsmarkt-Marketing-Geschichte

Weihnachtsmärkten kann ich nichts abgewinnen. Kalte Füße, zu viele Menschen pro Quadratmeter und zuckriger Glühwein sind nichts für mich.

Einzig die Erdbeer-Ananas-Schokospieße, also aufgespießtes und durch ein Milchschokoladenbad veredeltes Obst – das liebe ich.

In Konstanz gibt es auf dem Weihnachtsmarkt seit Jahr und Tag denselben Stand an derselben Stelle mit diesen Schokospießen.

Nur damals, als ich noch Student war, hatten sie dort zwar sowohl Erdbeeren als auch Ananas, doch die Kombination als Erdbeer-Ananas gab es nicht.

Herausforderung genug für mich zu fragen, ob ich nicht bitte einen haben könne.

“Nein, gibt’s nicht”

“Aber Sie haben doch Erdbeeren, Ananas und Milchschokolade. Machen Sie mir doch einfach einen.”

“Steht nicht auf der Karte, haben wir nicht.”

“Egal, ich bezahle auch mehr.”

“Nein. Wer ist nächster?”

An dieser Stelle ging es plötzlich nicht mehr nur um Obst und Schokolade, sondern um Ego und Ehrgeiz.

Darum kehrte ich ein paar Tage später wieder zurück und bestellte erneut und scheinbar ganz unwissend:

“Einmal Erdbeer-Ananas in Milchschokolade bitte.”

“Gibt’s nicht.”

“Was? Das gibt’s doch überall. Ich komme gerade aus Karlsruhe, dort verkaufen die fast nichts anderes. In Freiburg ebenso. Und sie haben das wirklich nicht? Na gut, dann esse ich lieber gar nichts. Tschüss!”

Gesagt, gegangen.

Und zuhause habe ich alle meine WG-Kollegen, Kommilitonen und Freunde instruiert: Geht bitte dort hin, fragt nach Erdbeer-Ananas, das wird’s nicht geben, und dann tut total erstaunt und murmelt, dass es das doch überall gebe und dort fast nichts anderes gegessen werde!

Ein paar Tage später, als ich wieder auf dem Weihnachtsmarkt war und an dem Stand vorbei gehen wollte, sah ich den Bruder einer Freundin, ich ging näher ran und hörte, wie er – den ich selbst nie gesprochen hatte – fragt, ob es Erdbeer-Ananas-Spieße gebe.

Wow, das Ding kommt tatsächlich ins Rollen, dachte ich mir, und ich ging weiter.

Ein Jahr später, als ich diese Geschichte längst vergessen hatte, war plötzlich wieder Weihnachtsmarkt. Ich schlenderte am ersten Tag kurz nach Eröffnung mit Freunden über den Platz, als ich das vergessene Schokohäusle sah und an meine Geschichte dachte.

Als ich näher kam, entdeckte ich zu meiner großen Überraschung: es gab tatsächlich Erdbeer-Ananas-Spieße.

Wow, mein Ego war gerettet, mein Ehrgeiz war befriedigt.

“Hallo, ich bins…”

“Ja und, was wollen Sie?”

“…also ich möchte einen, also meinen…. Erdbeer…. Ananas…. Spieß in Milchschokolade”

Zu meiner größten Verwunderung antwortete der Typ, dem ich ohne sein Wissen zu einem Bestseller verholfen hatte:

“Sorry, sind schon ausverkauft”

Kurze Geschichte des Fahrrads

 

1817 erfindet der badische Forstmeister von Drais das Laufrad.

1868 erfindet der französische Ingenieur Guilmet den Hinterradantrieb.

1888 erfindet der britische Tierarzt Dunlop dem Luftreifen.

2012 erfindet der deutsche Verkehrsminister Ramsauer den Kampfradler.

Radtour auf der Insel Jeju in Südkorea

Im September 2011 bin ich als “Mr. Fahrrad-Tourismus” einer Einladung von Südkorea-Tourismus und Asiana-Airlines gefolgt und habe mir die Olle-Trails auf der südkoreanischen Insel Jeju angeschaut.

Auf dem Flug von Frankfurt nach Seoul habe ich schnell noch etwas Koreanisch gelernt.

Darum konnte ich am Gate in Seoul auch schon das eine oder andere Schild lesen. Hier zum Beispiel steht sinngemäß: Kodak-Point, hier beste Sicht auf Flugzeug.

In Jeju konnten wir uns bei einem engagierten Shop Fahrräder leihen. Die Räder waren liebevoll beklebt, hatten alle erdenklichen Farben und diverse Kindergrößen.

Mit dem Rad von Manali nach Leh

Im Herbst 1996 radelte ich mit Anré Blaschette per Bike im Norden Indiens durch das Himalaja, und zwar von Manali nach Leh. Hier sind meine gescannten Dias von der Reise.

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Westweg im November

Der Westweg ist der bunte Hund unter den deutschen Wanderwegen, und die Strecke durch den (westlichen) Schwarzwald wird in gewöhnlich 13 Tagesetappen gewandert.

Die ersten sechs Etappen bin ich im August gewandert, und die Etappen 7 bis 9 in den vergangen Tagen im November. Hier ist mein Bericht davon:

Der Einstieg war in Hausach, wohin wir mit dem Auto gefahren sind. Morgens um 10 ging es dort los, und zwar erst mal kräftig bergauf zur anstrengendsten Etappe. Aber das ist die erste ja immer.

Westweg

Zwar gibt es im November keine Brombeeren, Himbeeren, Walderdbeeren und Preiselbeeren mehr, und auch ihre wundervollen Gerüche begleiten den Wanderer nicht mehr.

Dafür aber ist der Waldboden voller Pilze – und Fotografen, die sich für eine gute Perspektive vor ihnen auf die Erde legen.

Manche Wanderer schauen dennoch nicht hin.

Westweg Pilze

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Instagram schön in WordPress integrieren

Für die Integration meiner Instagram-Fotos in meinen Blog hatte ich zwei Anforderungen:

  1. In der rechten Spalte soll durch die letzten 6 oder 8 Fotos das Thema Instagram geteasert werden, und (nur) von dort aus soll auf die eigentlichen Bilder verlinkt werden.
  2. Die eigentlichen Fotos sollen je als eigener Post im Blog angelegt werden. Warum? Weil sie nur dann kommentierbar sind und einzeln verlinkt werden können.
  3. Ich möchte alle meine Instagram-Fotos in meinem eigenen Speicherplatz (dem meines Blogs) sichern.

Die Kombination aus 1) und 2) konnte ich nur durch Kombinieren zweier Plugins erreichen.

Das Plugin Instapress lässt sich leicht durch Eingabe von Benutzernamen und Passwort mit dem Instagram-Account assoziieren. Etwas Tricky ist nur, dass man das nicht mehrmals kurz hintereinander machen kann, dann gibt es Fehlermeldungen. Also ggf. einfach kurz einen Espresso trinken und dann erneut versuchen (ich hatte es schon fluchend deinstalliert und Alternativen gesucht und nicht gefunden).

Im Backend ded Blogs auf Design>Widgets findet sich dann das Widget “Instagram”, das ich so konfiguriert habe:

Hier könnte noch ein Tag benannt werden (zB #wp), den ich dann in Instagram für zur Veröffentlichung im Blog gedachter Fotos verwenden könnte. Ich streame aber einfach alle.

In Plugins>Instapress>Editieren habe ich dann die Datei instapress/widget in einer Zeile verändert und die Links auf das jeweils einzelne Instagram-Foto (außerhalb des Blogs!) durch den unterstrichenen Link ersetzt…

case ‘highslide’:
$image = ‘<a href=”http://www.bodenseepeter.de/category/instagram/” title=”‘.$title.’”>’;
break;

…und damit egal bei welchem Foto den Link zur Kategorie meiner Instagram-Fotos gesetzt.

Und damit sind wir beim zweiten Plugin, nämlich Instagrate to WordPress (in der kostenlosen Version, also ohne “Pro”), mit dem ich pro Instagram-Foto je einen eigenen Blogpost (Artikel) erstellen lasse.

In den Einstellungen (also im Backend unter Einstellungen>Instagrate to WordPress) habe ich gewählt:

Damit werden alle meine Instagram-Fotos in meiner Media Library gesichert, und jedes neue Instagram-Foto wird zu einem Post (Artikel) angelegt, der die (vorher manuell angelegte) Kategorie “Instagram” bekommt.

Mit dem Plugin “Simply Exclude” verwalte ich die Kategorien, die auf der Startseite nicht gezeigt werden, und dort habe ich “Instagram” hinzugefügt.

Feddisch ;)

Rheinradweg von Konstanz nach Freiburg

Los geht’s in Konstanz. Erst einen Kilometer gefahren, und schon eine Fotopause.

Diese Bild ist für Helge. Einfach so.

Und vom Fotografieren ganz müde mache ich schnell noch eine kleine Pause.

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Warum die Telekom keinen Sex-Appeal hat

Wenn du eine GoPro auspackst, dann empfängt dich folgende Motivation zum sofortigen Loslegen:

Und wenn du ein Telefon der Telekom auspackst, dann empfängt dich folgender Warnhinweis:

Liebe Telekom, es wäre so einfach meine Sympathie zu erlangen. Aber ihr habt es wieder mal nicht geschafft.

PS: Danke Helge für den Vergleich mit der GoPro!

Bike-Porn: Mein Reiserad von Norwid

Endlich ist es fertig. Die ersten 1.000 Kilometer bin ich schon damit gefahren, und nun sind alle Kinderkrankheiten beseitigt. Das Norwid ist nun mein absolutes… Traumweltreiserad!

Die Entstehung des Rahmens habe ich bereits mit vielen Fotos dokumentiert. Und nun folgen die ersten Fotos des fertigen Rads. Enjoy!

Mein fully customized Norwid Reiserad.

Basis ist das Modell Spitzbergen, der Rahmen auf Columbus Zona-Novachrome oversize Rohren gelötet (siehe Dokumentation von Rahmenbau).

Der Ramen ist ein 26″ Touren-Rahmen mit folgenden Maßen: max 50-559, Rahmenhöhe hinten 600 (OK-SR), Rahmenhöhe vorne  670, Oberrohrlänge 590, Sattenrohrwinkel 72 Grad, Hinderbaulänge 450, Steuerrohrwinkel 70,5 Grad.

Statt eines Logos habe ich meinen handgeschriebenen Namen im Unterrohr unter Lack anbringen lassen. Das Finish des Rahmens ist matt, die Farbe Grau.

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Ärger runterspülen (Ziele statt Werte)

Nicht mit mir!

Denn wenn ich sauer bin, dann habe ich Biss. Und dann ist meine Anwältin ist nicht nur hübscher, sondern auch besser als eure. Und vor allem kann ich sie mir leisten. Und ich habe auch die Zeit dafür mich zu ärgern.

Also tretet mir nicht gegen mein Schienbein, denn ich trete zurück. Aber sowas von!

Da handelte ich also mit Bitcoin, verkaufte ein paar davon. Und der Käufer war ein Betrüger. Also nicht mich hat er betrogen, sondern den Inhaber des Kontos, von dem er die Bitcoins bezahlte. Dazu fälschte er einfach die manuellen Überweisungsträger, und die Postbank war faul, schaute nicht mal drauf und winkte alles durch.

Der Betrüger bekam also meine Bitcoins (anonym versendet), und irgend ein Typ in Berlin war um ein paar Hundert Euro ärmer. Hier der Blogpost dazu.

Für solche Fälle, also wenn eine Bank zu faul ist für Beträge von weniger als 500 Euro einen Blick auf die Unterschrift zu werfen, da gibt es eine Versicherung der Banken.

Aber der Betrüger war schlau. Denn er machte es nicht nur einmal, sondern ganz oft. Und da dachte sich die Bank, sie könnte ja mal versuchen die Verantwortung für ihre Schlamperei abzuwälzen auf den, der sich ihrer Meinung nach am schlechtesten wehren kann. Also mich.

Drum bekam ich diese Aufforderung der Postbank, dass ich für den Schaden einzustehen habe. Mit allerlei Geschwurbel im Brief, das mich beeindrucken soll.

Tat es aber nicht, denn ich habe ja diese Anwältin, die Zeit, das Geld und vor allem den Biss.

Dennoch habe ich der Postbank eben ein paar Hundert Euro überwiesen – ohne es zu müssen, und ohne mich zu wehren.

Warum?

Weil ich mit meiner Anwältin lieber beim Kaffee plaudere als darüber zu sprechen, wie schlecht die Welt ist.

Weil ich mein Geld lieber dafür nutze, um den Tritt gegen mein Schienbein beiseite zu wischen. Ich kaufe mich frei.

Weil ich Zeit habe, nämlich 24 Stunden jeden Tag, und mir niemand vorschreibt, wie ich sie verwende. Schon gar nicht durch Probleme am Schienbein.

Und weil heute die Sonne scheint.

Ich habe mich also mit Biss entschieden heute gut gelaunt zu sein. Den “Ärger” mit der Postbank habe ich in den Ausguss geschüttet. Und nachgespült. Also überwiesen.

Mein Ziel ist gute Laune. Und meine Werte müssen dem folgen.

Denn Ziele sind oftmals wichtiger als Werte.

Und jetzt genießt euren Tag!

Kurzgeschichte: Der Ahnalter

Diese Kurzgeschichte habe ich 1988 als Schüler der zwölften Klasse geschrieben und eben wieder gefunden. Vermutlich hatte ich kurz zuvor Gödel Escher Bach gelesen.

Wer die Geschichte nicht komplett lesen will, kann die Lektüre auch anhören und anschauen ;)

Wie gesagt, ich war damals pubertierender Schüler und stilistisch noch nicht ganz auf meiner Höhe.

Anyway. Voilà:

Autobahnauffahrt Heidelberg-Süd. Zweiundzwanzig Uhr. Ein junger Mann - vielleicht Mitte Zwanzig - steht mit einem kleinen Rucksack in der Hand unter einer Laterne. Das gelbe Licht lässt sein Gesicht sehr geheimnisvoll erscheinen.

Ab und zu fahren Autos an ihm vorbei, doch keines macht Anstalten ihn mitzunehmen. Endlich aber hielt ein Wagen an. Der junge Mann läuft ihm hinterher und beugt sich an die Beifahrerscheibe. Der Fahrer öffnet das Fenster:

FAHRER: Wo darf’s denn hingehen?

ANHALTER: Ich möchte nach Karlsruhe. Wenn sie mich ein Stück in diese Richtung mitnehmen könnten, das wäre sehr nett.

FAHRER: Aber ja doch, steigen sie ein.

Der Anhalter steigt ein. Nun sind die zwei Personen alleine im Auto. 

FAHRER: Da haben sie ja noch mal Glück gehabt, es fängt gerade an zu regnen – aber, sagen sie mal, kennen wir uns nicht? Mir ist es, als habe ich ihr Gesicht schon einmal gesehen. 

ANHALTER: Na so ein Zufall aber auch. Sie sind doch Professor Koin aus Stuttgart. Ich komme gerade aus ihrer Vorlesung, und heute Abend saß ich in der ersten Reihe, vielleicht daher? 

PROF KOIN: Ja, das mag sein. Aber das ist wirklich ein Zufall, denn normalerweise nehme ich keine Anhalter mit.

Mittlerweile regnet es sehr stark. Die Scheibenwischer tun nur noch unzufriedenstellend ihren Dienst. Doch im Auto ist es warm und trocken. Während das Fahrzeug durch das nasse Schwarz saust, trommelt der Regen leise und monoton gegen die Scheibe. Erst die Frage des Professors unterbricht das Schweigen.

PROF KOIN: Haben sie etwas dagegen, wenn .ich das Radio anmache?

ANHALTER: Nein, nein, im Gegenteil. Aber… selbst wenn ich aber etwas dagegen hätte, so könnte ich es ihnen ja nicht erzählen.

PROF KOIN: Das ist ja eine interessante Antwort – oder nein, eigentlich …. ja, genau genommen ist es überhaupt keine Antwort. Wie soll ich denn nun wissen, ob sie etwas dagegen haben oder nicht? Aber wenigstens haben sie ehrlich geantwortet. Ha, schon wieder so was: es war also ehrlich von ihnen, zuzugeben, dass sie nicht ehrlich sein können. Klingt doch paradox, nicht? Aber lassen wir das, schauen sie lieber einmal vor sich in der grauen Schachtel nach, dort sind die Kassetten.

Der Anhalter öffnet die Schachtel und liest laut vor:

ANHALTER: Ja, was haben wir denn da: Das ist Telemann, Bach… Vivaldi, noch mal Bach, Pagi… äh, nein, Paganini, … Corelli, Manfredini… schon wieder Bach, und noch mal.

PROF KOIN: Suchen sie sich etwas raus, nur bitte nicht Paganini, das lenkt zu sehr vom Fahren ab.

ANHALTER: Hier ist eine Kassette ohne Beschriftung. Wie wäre es damit? Ich lasse mich überraschen.

PROF KOIN: Nun gut, wenn sie meinen. Geben sie die Kassette her, ich lege sie ein…

Der Professor nimmt die Kassette, schaltet das Autoradio an und legt die Kassette ein.

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Apple verschenkt Speicherplatz für 760 Euro

Apple hat seine ersten Gehversuche in der Cloud mit MobileMe gemacht, ist damit ständig gestolpert und hat es 2011 durch den neuen Service iCloud ersetzt.

Allen früheren Usern von MobileMe wurden wegen des Einstellens dieses Dienstes 20 GB Speicherplatz in der iCloud für ein Jahr geschenkt.

Doch wer genau hinschaut, der erkennt, dass dieser Plan bis ins Jahr 2050 läuft.

(In meinem Fall läuft zwar ein kostenpflichtiges 50 GB-Abo, aber man erkennt, dass die 20 GB als Standard-Lösung erst am 30. 9. 2050 in Rechnung gestellt würden.)

Die Preise für den Speicherplatz in der iCloud sind momentan:

  • 5 GB – kostenlos
  • 15 GB – 16 Euro pro Jahr
  • 25 GB – 32 Euro pro Jahr
  • 55 GB – 80 Euro pro Jahr

Also sind 20 GB etwa 20 Euro wert, und zwar pro Jahr.

Die Aussage von Apple im Screenshot ist also beim momentanen Preis 38 Jahre x 20 Euro = 760 Euro wert.

Auf meine Rückfrage sagte man mir bei Apple eben, dass das “Problem” erkannt worden sei und Apple sich noch nicht entschieden habe, ob sie ihr Wort an dieser Stelle nun halten werden oder nicht.

Ich habe meine Kaufentscheidung (oder genauer: meine Entscheidung darüber, welchen meiner versehentlich parallel entstandenen beiden iCloud-Accounts ich behalten werde) jedenfalls von dieser Aussage abhängig gemacht und mich darauf verlassen, dass es stimmt, was mir das iOS sagt.

 

Betrug bei Bezahlung von Bitcoin mit manuellem Überweisungsschein

In den letzten Wochen häufen sich Fälle von Betrug im Zusammenhang mit Bitoin-Käufen.

Mir persönlich ist es innerhalb kurzer Zeit drei Mal passiert, dass ich Bitcoins auf der Handelsplattform bitcoin.de verkauft habe, und der Käufer hat den Kaufpreis betrügerischer Weise von einem fremden Konto bezahlt (und ich habe es erst viel später bemerkt).

Wie hat er das gemacht? Es sind stets manuelle Überweisungen gewesen, bei denen der Käufer die ihm bekannte Kontoverbindung des Opfers händisch eingetragen und mit gefälschter Unterschrift versehen hat. Die Banken haben die Unterschriften nicht kontrolliert, die Überweisung wurde ausgeführt, ich sah den Geldeingang auf meinem Konto und habe die Bitcoins an den Käufer (anonym) geschickt.

Wenige Tage bis mehrere Wochen später hatte das Opfer bemerkt, dass ihm Geld vom Konto abgebucht worden war, sich an seine Bank gewendet und den Betrag zurück buchen wollen. Darauf rief mich jedes Mal meine Bank an und fragte nach. Da ich die Ware stets geliefert habe, blieb das Geld auf meinem Konto. Das Opfer des Betrugs ist meines Wissens also die Bank, die den Überweisungsschein nicht kontrolliert hat.

Sind Bitcoins also unsicher? Nein, denn der Betrug wurde bei der Bezahlung begangen. Unsicher sind hier nur die manuellen Überweisungen. Von meiner Bank erfuhr ich, dass manuelle Überweisungen bei Beträgen von unter 500 Euro eh nie kontrolliert würden.

Da es sich in allen Fällen um Käufe zwischen 300 und 400 Euro handelte, gingen sie also offenbar problemlos “durch”. Und da die Ware anonym verschickt wurde, kann höchstens die Handelsplattform Bitcoin Deutschland GmbH bei der Verfolgung des Betrügers weiter helfen.

Ich fasse zusammen:

  • Der Käufer erwarb stets auf bitocoin.de die Bitcoins
  • Es handelte ich stets um Beträge von 300 bis 400 Euro
  • Alle Käufe fanden im August 2012 statt (ich habe aber viele Monate davor und danach nicht mit Bitcoin gehandelt)
  • Die Überweisungsscheine wurden in Berlin eingeworfen – bei verschiedenen Banken.
  • In zwei von drei Fällen bekam ich auf bitcoin.de eine ungeduldige Nachricht des Käufers, dass er es eilig habe
  • Als Verkäufer habe ich keinen Schaden
  • Die Unsicherheit liegt nicht bei der Ware Bitcoin, sondern an den manuellen Überweisungsscheinen, die von den Banken offenbar “blind” ausgeführt werden
  • Der Käufer/Betrüger musste die Kontoverbindungen der Opfer kennen

Sind euch ähnliche Betrugsfälle bekannt? Ich habe im August 12 Verkäufe getätigt, und davon sind (mindestens) drei betrügerisch bezahlt worden, also 25%. Darum erwarte ich, dass es auch noch viele andere solcher Fälle gibt.

Auf eure Antworten bin ich gespannt!

Update 2.10.12: Hier im Bitcoin-Forum werden offenbar eine ganze Menge gleicher Fälle diskutiert.

Update 2.10.12: Offenbar hat bitcoin.de auf die Vorfälle reagiert und zwischenzeitlich eine Kontoverifizierung für Käufer eingeführt. Meines Wissens sollte das Problem damit gelöst sein.

Update 12.10.12: Heute bekam ich einen Brief der Postbank in dieser Sache. Sie behaupten ich hätte die Gutschrift auf meinem Konto ohne Rechtsgrund erhalten, da der Absender des Geldes den Auftrag nicht erteilt hätte. Sie faseln etwas von geltender Rechtsprechung (was glatt gelogen ist) und von einem Rückzahlungsanspruch von mir an sie. Sie fordern Geldeingang oder Stellungnahme. Letzteres haben sie jetzt, und zwar wie folgt:

Sehr geehrter Herr Bauer,

ich nehme Bezug zu Ihrem o.g. Schreiben und wiederhole, was meine Hausbank Ihnen bereits im Detail ausgerichtet hat:

  • Am 20. 08. 2012 habe ich 29 Bitcoin über die Handelsplattform der Bitcoin Deutschland GmbH verkauft, die dort zu treuen Händen gehalten waren.
  • Am 20. 08. 2012 hat der Käufer auf dieser Plattform die gekauften Bictoin als bezahlt markiert.
  • Am 22. 08. 2012 erhielt ich den Kaufpreis von 389,54 Euro auf meinem Konto gutgeschrieben mit der nur dem Käufer bekannten ID Cb998U im Überweisungstext.
  • Am 25. 08. 2012 habe ich darum den Erhalt des Geldes unter der genannten ID bestätigt und damit wurden dem Käufer die gekauften Bitcoin gutgeschrieben.

Es ist also ein Verkauf einer Dienstleistung zustande gekommen (Bitcoin sind kybernetische Rechenleistungen) und keine unberechtigte Bereicherung. Ich hatte keinen Grund zu der Annahme, dass dabei irgend ein Detail nicht in Ordnung sein konnte. Nach Auskunft meiner Bank haben Sie es hingegen unterlassen die Unterschrift auf dem manuellen Überweisungsträger zu kontrollieren und diese scheint gefälscht gewesen zu sein. Als Bank sind Sie offenbar Ihrer Sorgfaltspflicht nicht nachgekommen.

Im Übrigen habe ich über diesen Sachverhalt geschrieben auf http://www.bodenseepeter.de/2012/10/02/betrug-bei-bezahlung-von-bitcoin-mit-manuellem-uberweisungsschein/. Bitte beachten Sie insbesondere das Update vom 2.10., in dem ich beschreibe, dass die Bitcoin Deutschland GmbH auf diese Sicherheitslücke seitens einiger nicht ordentlich arbeitenden Banken reagiert hat und nunmehr eine Kontoverifizierung für den Kauf von Bitcoin verlangt. Ihr Problem sollte also zukünftig nicht mehr auftauchen, und Sie können sich auch in Zukunft die bislang unterlassene Sorgfalt bei der Kontrolle von manuellen Überweisungsträgern sparen.

Ich betrachte die Angelegenheit als erledigt. Eine allfällige Fortsetzung der Korrespondenz werde ich von meiner Anwältin durchführen lassen.

Mit freundlichen Grüßen,

Peter Eich

 

Die Immobilienpreise und der Euro

Wie findet ihr diesen Gedanken:

Es findet momentan ein großer privater Geldfluss von den Euro-Südländern nach Deutschland statt, vor allem in Sachwerte, vor allem in Immobilien. Schlagwort: Italiener kaufen Wohnungen in Berlin.

Ein Auseinanderbrechen des Euro ist noch immer ein mögliches Szenario. Das Ausscheiden Deutschlands wird immer offener diskutiert, vor allem in jeden Südländern. Berlusconi macht damit seit ein paar Tagen Wahlkampf.

Sollte Deutschland aus dem Euro ausscheiden, so wird sofort der Euro ab- und die neue Mark aufgewertet. Aus Sicht dieser Südländer ist ihr Vermögen in Deutschland also perfekt investiert für diesen Fall: die Immobilienbesitze würden im Süd-Euro gerechnet durch die Kursanpassungen sofort an Wert gewinnen.

In anderen Worten: die vermögenden Südländer haben ein zusätzliches Interesse an einem Ausscheren Deutschlands aus dem Euro.

Da die Rendite dieser Immobilien konstant bleibt (die Mietzahlungen sind in der neuen Mark), entsteht ein sofortiger Verkaufsdruck.

Die Immobilienpreise in Deutschland werden also einbrechen, wenn Deutschland aus dem Euro ausscheidet.