Mein Fahrrad wird maßgefertigt

So sieht der Arbeitsplatz von Rudolf Pallesen aus, dem Inhaber der Firma Norwid, wo ich mein Traum-Fahrrad bauen lasse.

(This is the English translation of my blogpost)

Hier werden Fahrrad-Rahmen von Hand gebaut. Also nach allen Maßgaben des Kunden. Und diesem Fall bin ich das.

Die Armlänge, Beinlänge, Schulterbreite, gewünschte Sitzposition, Stahl-Arten, Wandstärke und Rohrdurchmesser und vieles mehr fließen hier in meinen ganz persönlichen Rahmen ein.

Allein der Beratungsprozess dauert mehrere Stunden, bei mir geschah das durch eine hervorragende Beratung bei Rad und Tat in Karlsruhe. Oder genau genommen in einem Café dort um die Ecke, wo wir über zwei Stunden lang bei Cappuccino das Für und Wider der verschiedenen Stahl-Arten und aller anderen Details in Bezug auf meinen Einsatzzweck diskutierten.

Und beim “fotogensten” Arbeitsschritt der Entstehung meines Traum-Fahrrads wollte ich dabei sein.

Darum hatte mir die Firma Norwid vorgeschlagen, dass ich beim Zusammenlöten der Rohre und beim Einspannen des Hinterrads in die Werkstatt nördlich von Hamburg kommen könne – was ich im Februar 2012 auch sehr gerne tat.

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Radfreundliche Ampeln in Frankreich

Seit Ende Januar 2012 gibt es in Frankreich eine neue Schilder für Radfahrer an Ampeln.

Lokale Behörden können dort nun entscheiden, dass an ausgewählten Ampeln bei Rotlicht den Radfahrern das Abbiegen nach rechts oder Geradeausfahren gestattet ist. Sie müssen dabei den Verkehrsteilnehmern Vorrang gewähren, die Grün haben.

Diese Regel legalisiert eine längst praktizierte Fahrweise vieler Radler, nämlich bei Rot über Kreuzungen zu fahren, wenn man dabei niemanden behindert oder gefährdet. Schließlich werden Ampeln in erster Linie wegen schneller und schwerer Autos aufgestellt und bedeuten für Radfahrer oftmals eine hinderliche Überregulierung.

So, wie das Radfahren entgegen Einbahnstraßen vielerorts sinnvoller Weise erlaubt wurde, so sollte auch in Deutschland eine pragmatische Regelung für das Radfahren an Ampeln eingeführt werden.

Bravo Frankreich!

( via Rad-Spannerei)

Die Wichtigkeit der Reißleine

Fliegen bei schönem Wetter macht nicht nur Spaß, sondern ist eigentlich auch ganz einfach.

Ein großer Teil der Ausbildung eines Piloten besteht aber nicht nur darin Gefahren zu vermeiden, sondern vor allem lernt man ihnen im Fall der Fälle auch sicher zu entkommen.

Man lernt also die Situation zu beherrschen, die zu vermeiden man erst recht lernt. Und wenn man beides gut kann, dann übt und tut man dauernd das eine, das andere jedoch nie. Was auch irgendwie gefährlich ist.

Ähnlich ist es beim Unternehmensgründen. Man tut alles, um das Start-Up zum Fliegen zu bekommen, und wenn man gut ist, dann klappt das auch. Wieder und wieder.

Und dabei verlernt man leicht den Umgang mit der Reißleine.

Wenn ich sie dann trotzdem plötzlich ziehen will, so brauche ich schon mal diese lange Vorrede, um mir den Misserfolg so gut und nützlich zu reden, wie er ist.

Mein Traum von Everybike

Kurzum: vor einem halben Jahr begann ich einen lang gehegten Traum umzusetzen. Mit Everybike wollte ich eine Marke schaffen, die für die schönsten Radreisen der Welt steht. Also ein oder zwei Dutzend exotischer Traumreisen zusammenfassen, die man mit dem Rad erleben kann.

Meine Idee war, dass ich meinen Namen als Radreise-Experte damit in Verbindung bringe, und dann mit der durchaus angenehmen Tatsache für diese Reisen werbe, dass ich sie persönlich erlebt habe und miterleben werde.

Ich wollte also jedes Jahr drei neue tolle und exotische Reisen ins Programm aufnehmen, die Spezialisten vor Ort für mich organisieren. Alles geführte Gruppenreisen mit dem Bike. Und beim ersten Termin bin ich jeweils selbst dabei, fotografiere und dokumentiere die Reise, um sie anschließend persönlich und erfrischend subjektiv online zu beschreiben und bewerben. Aus erster Hand, und dennoch nicht vom Veranstalter selbst.

Eine runde Sache, mit der niemand reich wird (weil keine skalierbare Geschäftsidee), die sich aber mehr als selbst trägt, und bei der ich mein Know-How mit meinem Wunsch kombinieren kann, selbst wieder mehr mit dem Rad und der Kamera zu erleben. Dachte ich zumindest.

Innere Bilder als Motivation

Wie das so ist beim Unternehmensgründen, sah ich blühende Landschaften vor meinem inneren Auge – und nicht die Feldarbeit. Also ein funktionierendens und verlockendes Fernziel, aus dem ich normalerweise sehr leicht die Motivation für jeden einzelnen Zwischenschritt herauspressen kann, wie süßen Saft aus einer reifen Orange. Ich sehe das Ziel, und dann muss ich nur noch ein paar Monate oder Jahre lang schuften, um dahin zu gelangen. Eine Kleinigkeit, während derer ich in Gedanken bereits die ganze Zeit durch die reifen Gärten spaziere und mich über die Ernte freue. Normalerweise.

Doch einerseit bemerkte ich an mir eine faktische Abneigung dagegen, die vielen Details zu klären. Ich wollte und wollte die Dinge einfach nicht erledigen. Keine großen Sachen, sondern ein Telefonat hier, ein Email dort, eine Einweisung von Mitarbeitern, oder einfach nur ein Buchungsformular auf der Webseite.

Ich sah also die prallen Gärten, wollte mir aber partout keine Gummistiefel zur Sat anziehen.

Ich schob das alles Woche um Woche vor mir her – und verlor den Spaß daran. Ich hatte ein Motivationsproblem. Eine auf den ersten Blick ganz neue Erfahrung für mich.

Selbst ein (schon länger geplantes) NLP-Seminar wollte meiner Motivation in dieser Sache nicht auf die Sprünge helfen. Meine Bilder waren bereits paradiesisch auf allen inneren Kanälen. Mehr Bunt und mehr Groß ging gar nicht, und meine eigenen Methoden sind längst erprobt und taugen locker als Muster für jedes Coaching. Eigentlich.

Die richtigen Farben für das falsche Motiv

Mein Ziel war also definiert, und der Weg zum Ziel ist für mich kein grundsätzliches Problem. Hier lag also etwas anderes falsch.

Es waren nicht die Eigenschaften meiner inneren Bilder. Es war kein Motivationsproblem, wie ich zu den Bildern gelangen könnte.

Sondern die Bilder hatten das falsche Motiv!

Ich plante nämlich Reisen mit Everybike nach Südafrika, nach China und in die Rocky Mountains, und nebenbei wurde dafür gerade mein maßgeschneidertes Weltreiserad gebaut. So weit, so gut.

Doch wenn ich mir dieses Rad vorstelle, dann sehe ich mich damit:

  • Durch Island radeln – und nicht auf den Reisen von Everybike.
  • Alleine – und nicht in einer Gruppe von Everybike.
  • Mit dem Zelt – und nicht in Hotels einer Pauschalreise.

Ich will Reisen wieder selbst erleben und keine Reisen mehr veranstalten.

Es waren gute Gespräche mit Freunden und Mitarbeitern (danke dafür!), die mich auf das richtige Gleis gebracht haben.

Du machst nun genau das, was du an Rundays nicht haben wolltest – sagte die eine. Du brauchst keine Reisen verkaufen um sie zu erleben – sagte der andere. Du willst Freiheit erleben und gehst lauter neue Verpflichtungen ein – sagte ein weiterer.

Ich hatte mir das falsche Bild gemalt.

Darum habe ich gestern die Reißleine gezogen und das Projekt Everybike gestoppt.

Fishing for Cyclists

Zwischen Dänemark und Schweden liegt der Oeresund, eine schöne Region, die durch die neue Brücke zwischen Kopenhagen und Malmö weiter zusammenwächst. In dieser Region sollen fahrradtouristische Produkte entstehen, und als Gründer von Deutschlands größtem Veranstalter von Fahrradreisen (Radweg-Reisen) habe ich dort am 25. Januar 2012 auf einer Konferenz in Roskilde darüber gesprochen, wie wir Fahrradreisen erfolgreich vermarkten.

Meine Slides sind nicht selbsterklärend, aber ich stelle sie dennoch online.

Der Kern meines Vortrags waren drei Dinge:

1. Was ist das touristische Produkt einer Fahrradreise?

Für den Veranstalter sind es auf den ersten Blick die zu organisierenden Bestandteile (Hotels, Gepäcktransport, Wegbeschreibung etc.). Der Gast jedoch kauft jedoch ganz andere Dinge wie Landschaftserlebnis, körperliche Bewegung, Zeit mit Familie und Freunden, Stolz darauf die Tour geschafft zu haben, sorgenfreies Radeln – also Aspekte, die im touristischen Produkt nur indirekt enthalten sind. Vielleicht kann man sogar soweit gehen zu sagen, dass der Gast etwas kauft, was im Produkt (und im gesamten Angebot des Veranstalters) nicht enthalten ist: nämlich all die Touren, die es nicht in den Katalog geschafft haben – also ein indirektes Qualitätsversprechen.

Doch Radreisen werden nicht nur an Gäste verkauft, sondern auch an andere (kooperiernde und konkurrierende) Veranstalter. Ihnen erfüllt man gänzlich andere Bedürfnisse. Sie kaufen Profit, erweiterte Zielmärkte, Loyalität, Zahlungssicherheit etc.

Zugleich macht ein Veranstalter Geschäfte mit den wichtigsten Leistungsträgern, und zwar den Hotels. Sie wollen garantierte und vor allem gleichmäßige Auslastung, prompte Bezahlung, automatische Gutschriften statt eigener buchhalterischer Arbeit etc.

Für jede dieser Zielgruppe sind andere Aspekte entscheidend für zufriedene Geschäftspartner.

2. Welche Strategie ist langfristig erfolgreich?

Ich erzähle von Veranstaltern, die ihren eigenen Gästen soweit misstrauen, dass sie zB die Reiseunterlagen erst dann verschicken, wenn die Stornokosten so hoch sind, dass niemand die Reise absagt, nur um an die Unterlagen zu gelangen. Solche Veranstalter gibt es tatsächlich.

Unsere Strategie ist komplett umgekehrt. Wir versuchen den Besuchern unserer Webseiten dabei zu helfen, dass sie nicht unsere Kunden werden müssen, also ihre Radreise komplett ohne uns organisieren können, wenn sie dies wollen. Das schafft nicht nur Vertrauen, sondern auch Traffic.

3. Flexibel bei der Suche nach dem Produkt bleiben

Wir hatten Portale zu den 40 wichtigsten deutschen Radwegen aufgebaut, um dort mit interessierte Radlern in Kontakt zu treten. Die Strategie ging voll auf, stieß aber bei Radweg Nr. 41 an den Long Tail (der 2/3 aller Radtouristen umfasst). Ich konzipierte Bikemap als Möglichkeit, um die nächsten 1000 Radwege user-generiert zu erfassen.

Bikemap war binnen kurzer Zeit so erfolgreich, dass daraus ein eigenes Start-Up wurde, ich es vom Werkzeug zum Produkt umwandelte.

Für Bikemap entwickelten wir technische Lösungen, um Tausende Routen auf einer Google-Map abzubilden. Und wir bekamen immer häufiger Anfragen von Agenturen und Verlagen, ob wir dieses Know-How verkaufen wollten. Doch wir wollten keine Agentur werden (die Stunden verkauft statt Produkte).

Als die Anfragen immer häufiger wurden, beschlossen wir dieses Know-How in ein eigenes Produkt zu packen, das Maptoolkit.

Heute ist das Maptoolkit unsere Haupteinnahmequelle – und die Flexibilität im Blick auf die eigene Kompetenz hat uns einen spannenden Weg gehen lassen.

Soviel zu meiner knappen Zusammenfassung des Vortrags. Hier nun die Slides.

Verschiedene Zeitzonen am Bodensee

Heute habe ich diesen historischen Fahrplan der Bodensee-Schiffe von 1894 erhalten.

Beim genauen Hinschauen sah ich unter “Bemerkungen” folgenden Hinweis:

Die Abfahrtszeiten sind für sämtliche Bodenseeuferorte in mitteleuropäischer Zeit angegeben. In den Schweizer Häfen findet dagegen die Abfahrt vom 1.-31. Mai noch nach Berner Zeit, also 30 Minuten früher als angegeben, statt.

Bei Wikipedia habe ich darauf gelesen:

Da Bern auf 7,5 Grad östlicher Länge liegt, ergab sich gegenüber der MEZ ein Versatz von 30 Minuten. Zumindest in einigen Orten wurde parallel die Ortszeit weiter verwendet, so hatte der Genfer Inselturm beispielsweise um 1880 drei Uhren:

  • Die rechte zeigte die Berner Zeit
  • Die mittlere zeigte die Ortszeit (Bern -5 Minuten)
  • Die linke zeigte die Zeit von Paris beziehungsweise die der Bahnlinie nach Paris (Berner Zeit -20 Minuten).

Diese von Mitteleuropa abweichenden Zeitzonen der Schweiz wurden am 1. Juni 1894 abgeschafft, also genau einen Monat nach Beginn des in diesem Poster genannten Fahrplans.

Mercedes-Werkstatt zu blöd um Ölstand zu prüfen

Über meine Unzufriedenheit mit der Audi-Werkstatt von Hardenberg in Konstanz habe ich an dieser Stelle schon ausführlich berichtet (hier und hier). Sie war Grund genug, um fortan zu einer anderen (und weiter entfernten) Audi-Werkstatt zu fahren, nämlich zu Brodmann in Allensbach.

Außerdem war die schlechte Erfahrung bei Grad-Hardenberg für mich der Auslöser um fortan Mercedes zu fahren.

Doch als ich meinen Daimler nun von seiner ersten Inspektion bei der hiesigen Mercedes-Werkstatt Bölle abholte, da kam ich gerade mal 500 Meter weit. Kaum vom Hof gefahren, warnte mich mein Mercedes vor zu niedrigem Ölstand.

Ich musste sofort anhalten und am nächsten Tag erneut in die Werkstatt. Man habe zuerst zu viel Öl eingefüllt, dann wieder etwas davon abgelassen, und dabei wohl nicht Maß gehalten, lautete die Erklärung.

In anderen Worten: vor der Inspektion war mein Mercedes fahrtauglich, danach nicht.

Besonders ärgerlich war aber, dass man mir diese Unfähigkeit auch noch berechnen wollte.

Rund um Island

Im Sommer 2011 bin ich auf der Suche nach der perfekten Radreise einmal mit dem Auto rund um Island gefahren. Hier sind die Bilder der Reise durch dieses unfassbar schöne Land.

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Interview als Seriengründer

Die Zahl der Fragebögen, die mich zum Thema “Seriengründer” erreichen, steigt schneller als ich Firmen gründen kann. Da muss man aufpassen, dass man vor lauter Reflexion des Gründens das Gründen selbst nicht vergisst. Darum schicke ich auch meist ein “Sorry, keine Zeit, muss gründen” als Absage.

Doch heute hatte ich Lust auf das Interview, und hier sind ein paar meiner Antworten auf die Fragen im Rahmen einer Bachelor-Thesis zum Thema “Serial Entrepreneurship”:

Interview als Seriengründer

Wie viele Unternehmen haben Sie bereits gegründet?

Sechs Firmen sowie vier firmenähnliche Projekte, die allerdings in vorhandenen Firmen laufen.

An wie vielen Unternehmen sind Sie außerdem beteiligt und in welcher Form (Business Angel, Investor, weitere)?

Keine. Meine Stärke liegt darin Dinge selbst anzustoßen. Ich habe kein Indiz dafür, dass ich als Investor gut sein könnte, nur weil ich selbst erfolgreich ein paar Firmen aufgebaut habe.

In wie vielen Unternehmen sind Sie im operativen Geschäft tätig? Was ist Ihre Hauptaufgabe?

Ab Gründung war ich das in jeder, momentan nur noch in einer. In den anderen habe ich die Geschäftsführung nach der Start-Up-Phase abgegeben.

War es von Beginn an Ihr Ziel, die Unternehmen mit einer Exit Strategie aufzubauen?

Nein, gegründet habe ich immer mit dem Ziel die Firma (das Projekt, die Idee) zum Laufen zu bekommen. Sozusagen aus Projektästhetik mit betriebswirtschaftlichem Nebennutzen. „Da muss man doch“ und „da könnte man“ waren immer die ersten Gedanken. Also Marktlücken, die nach Schließung schrien. Der Verkauf kam bislang immer zustande, weil ein Käufer auf mich zukam.

Unterdessen arbeite ich jedoch bei bestehenden und profitabel laufenden Firmen durchaus daran, sie verkaufbar zu machen, dh schon vor konkreten Kaufabsichten die Firma so aufzustellen, dass sie für einen potentiellen Käufer leichter zu durchschauen ist. Also an Entflechtungen, klaren Positionierungen und auch Unabhängigkeiten von meinen anderen Projekten.

Wie haben Sie Ihre Unternehmen finanziert? Über Investoren, private Geldgeber, Bankkredite, eigene Finanzierung, sonstige?

Die allererste durch einen spontan angebotenen Kleinkredit des Steuerberaters, den ich eigentlich nur gebeten hatte, meinen Businessplan Korrektur zu lesen. Eine weitere Firma durch einen Risikokapitalgeber (der bis heute Gesellschafter ist), und alle andere mit eigenem Geld. Alle meine Firmen sind frei von Fremdkrediten, dh ich verzichte auch auf teure Ideen und schnelles Wachstum zugunsten der Unabhängigkeit von Dritten.

Wie schützen Sie sich vor Konkurrenz? Haben Sie dafür eine besondere Strategie?

Damit, dass ich mich mehr anstrenge als meine Konkurrenten. Und vielleicht die besseren Ideen habe. Aber sobald man als Unternehmer müde und faul wird, beißen einen die (fleißigeren) Hunde!

Haben Sie vor, weitere Unternehmen zu gründen? Wenn ja, was ist Ihr Ziel?

Ja, auch wenn das Geldverdienen nicht mehr meine hauptsächliche Motivation ist. Ich liebe es Projektchancen zu suchen, zu finden, Projekte zu initiieren, zum Laufen zu bringen und auf eigene Beine zu stellen, also nach möglichst kurzer Zeit nicht mehr im, sondern am Projekt zu arbeiten. Der Reiz der ersten Stunde eines Projektes ist für mich ungebrochen, die erste Nachtschicht mit zu viel Espresso in meinem Arbeitszimmer ist ein Glückmoment und ein immer wieder von mir gesuchter Flow.

Mich reizen vor allem Projekte, die ich alleine an meinem MacBook mit diversen Tools anstoßen kann, die es so vor 10 Jahren noch nicht gegeben hatte, und die nun keine teuren Experten mehr erfordern. Das Gründen ist sehr viel einfacher geworden.

Der monetäre Aspekt bei der Gründung ist mir nicht mehr so wichtig, weil mein Auskommen bereits gesichert ist. Das genieße ich vor allem deswegen, weil es die Spanne möglicher neuer Projekte auf solche vergrößert, die nicht kurzfristig betriebswirtschaftlich motiviert sind.

Welche Kriterien müssen eine Idee und/oder ein Konzept erfüllen, damit Sie es als erfolgsversprechend ansehen?

Es muss ein vorhandenes Bedürfnis stillen. Ein Bedürfnis, das existiert, auch wenn es vielleicht noch niemand bewusst wahrgenommen und ausgesprochen hat.

Haben Sie eine bestimmte Branche auf die Sie sich spezialisieren? Wenn ja, warum? Warum sind andere Branchen nicht interessant für Sie?

Jein – meine Firmengründungen begannen im Fahrradtourismus und sind momentan in der Web-Technologie. Dennoch gibt es einen klaren roten Faden, der sich vom ersten bis zum momentenen Projekt zieht. Das ist jedoch weniger ein Vorsatz, als viel mehr die Tatsache, dass ich stets dort neue Projekte finde, wo sich gerade meine Aufmerksamkeit befindet. Andere Branchen sind also interessant, aber ich bewege mich nur Schritt für Schritt von Branche zu Nachbarbranche weiter.

Gründen Sie lieber im Team oder alleine?

Alleine. Augenzwinkernd begründe ich das mit meinen zwei linken Gehirnhälften, meinem Halbautismus und der Tatsache, dass ich Einzelkind war. Faktisch hat es auch mit meinem sehr hohen Arbeitstempo zu tun in der Gründungsphase, in dem ich mit diversen lieb gewonnenen Tools eine Produktivität besitze, die durchaus einem Team von 10 weniger erfahrenen Gründern vorweggründet. Bevor ich Dinge in der Anfangsphase kommuniziert hätte, habe ich sie selbst längst erledigt.

Allerdings gibt es auch ein paar Dream-Partner, mit denen ich jederzeit gerne (wieder) etwas Neues anstoßen würde.

Wie darf man sich bei Ihnen einen typischen Arbeitstag vorstellen? Wie schaffen Sie es, den Überblick über Ihre Unternehmen zu bewahren? Haben Sie spezielle Techniken entwickelt, sich nicht zu verzetteln?

Den gibt es nicht, und er änderte sich im Laufe der Jahre. Momentan habe ich (zum Glück) keine operative Rolle mehr, dh ich muss nicht mehr in den Firmen arbeiten, sondern kann mich also ganz auf das Gründen und die Arbeit an den Firmen konzentrieren. Und das hat keinen Rhythmus. Ich spreche viel mit Leuten. Ich reise sehr viel, bin über 50% der Nächte außer Haus. Ich bin sehr pro-aktiv, dh ich besuche interessante Leute offensiv. Es ist hoffentlich nicht leicht mir meinen bei Bedarf auch vehementen Wunsch nach einem Kennenlernen und einem Gespräch abzuschlagen. Meine Geschäft laufen also meist über persönliche Beziehungen. Ich habe immer ein Notizbuch bei mir (und nutze zunehmend alternativ Evernote). Ich lese sehr viel, etwa 5 Bücher pro Woche, viele Webseiten und Zeitungen. Meine Arbeit sieht in der Ideenfindungsphase nicht wie Arbeit aus, und das echte Starten eines Projektes ist nicht die häufigste Tätigkeit, sondern eher die Suche danach.

Ich verliere den Überblick immer wieder. Und dann muss ich dort Feuer löschen, wo es brennt. Und Lösungen implementieren, damit das nicht wieder passiert. Aber generell bin ich sehr zufrieden mit meinen Teams, die fast alle Entscheidungen alleine treffen sollen, fast jeden Fehler machen dürfen – zumindest jeden einmal.

Ich verzettele mich regelmäßig. Und dann wird in meinen Projekten aufgeräumt. Das ist Teil der Arbeit.

Was ist Ihre Motivation zum Gründen? Was ist Ihr Hauptziel? Was ist der besondere Reiz?

Eine Lücke zu sehen, dort ein Projekt zu initiieren oder ein Unternehmen zu gründen, das die Lücke schließt und das fortan autark bestehen bleibt – das ist der mich faszinierende ästhetische Reiz.

Waren Sie jemals Angestellter? Wenn ja, was war der Grund einen sicheren Arbeitsplatz gegen das risikoreiche Gründen zu tauschen?

Nein. Ich habe schon als Schüler Projekte und Einzelunternehmen gegründet. Wenn ich die alle mitzähle, bin ich als Seriengründer übrigens längst zweistellig.

Gibt es besondere Charaktereigenschaften, die Ihrer Meinung nach besonders wichtig sind als Gründer?

Die Bereitschaft sich mehr anzustrengen als andere. Ein großes Maß an Selbstsicherheit, jedoch ohne die Fähigkeit zu verlieren Feedback zu suchen und anzunehmen. Schneller denken und arbeiten als andere. Gute Organisation der eigenen Sachen. Die Lust und Sucht sich stets weiter zu entwickeln. Einsamkeit zu ertragen.

Was waren die schwierigsten Momente, die Sie als Gründer erlebt haben?

Schulden zu haben und von den Kreditentscheidungen anderer anhängig zu sein. Das ist mir zwei Mal passiert, und das soll mir nie wieder passieren. Darum gründe ich wohl auch lieber klein und nur mit eigenem Geld.

Trennungen von Mitgründern waren immer schmerzlich, aber das hält mich nicht davon ab, auch weiterhin bei Gelegenheit Dinge im kleinen Team zu gründen.

Entlassungen. Wie bei jedem Geschäftsführer.

Sind Sie der Meinung, dass fundierte betriebswirtschaftliche Kenntnisse von Nöten sind, ein erfolgreiches Unternehmen aufzubauen, oder glauben Sie, dass die Idee, der Wille und die richtigen Partner gepaart mit einem ausgereiften Konzept genügen?

Nein, ein BLW-Studium hätte mir nicht geholfen. Ich kann bis heute kaum Bilanzen lesen. Aber man muss Leute kennen, die das können. Ein Projekt kalkulieren zu können reicht. Mein Mathestudium war dafür also keine Hilfe – außer vielleicht als Übung präzise zu denken.

Nutzen Sie Komponenten für Ihre Unternehmen (z.B. Fulfillment, Outsourcing im Bereich Buchhaltung, Design, usw.)?

Ja klar. Und der Umgang mit diesen herrlichen Tool ist einer der Schlüssel zum Erfolg. Man kann damit die eigene Produktivität vervielfachen. Diese Tools werden jedes Jahr besser und günstiger (bzw meist sogar gratis). Beispiele sind Evernote, Logotournament, WordPress, Google-Docs, Basecamp, Highrise etc.

Was können Sie anderen Gründern mit auf den Weg geben?

Keine allgemeinen Tipps. Die bekam ich damals auch nicht, bzw ich habe sie nie angenommen.

Aber ich kommuniziere meine Rolle recht offen, blogge und facebooke über Ideen, Erfolge, Misserfolge und meinen täglichen Kampf gegen Prokrastination und Reisemonster. So hat sich eine gewisse Rolle als Seriengründer ergeben, die ich zB auch in Vorträgen ausübe. Damit komme ich regelmäßig in Kontakt mit potentiellen Gründern, die dann vor allem implizit erkennen, wie und wer ich bin. Daraus sollen sie ihre eigenen Schlüsse ziehen.

Ich selbst hatte und habe auch immer Vorbilder, und sie waren (oft ohne es zu wissen) meine größten Hilfen.

Alle Radfahrer haben gleichzeitig Grün

In Konstanz werden etwa 19% aller innerstädtischen Fahrten mit dem Rad zurück gelegt. Das ist über dem deutschen Durchschnitt, aber noch weit unter besonders fahrradfreundlichen Städten wie Oldenburg oder Münster.

In der niederländischen Stadt Gronigen werden 57% aller Fahrten mit dem Rad zurück gelegt, also genau drei Mal so häufig wie in Konstanz.

Dort gibt es eine Kreuzung, an der alle Radfahrer gleichzeitig Grün haben.

Warum ist das gut? Weil durch die Radwegbenutzungspflicht das Linksabbiegen für Radfahrer in Konstanz oftmals bedeutet, dass man zwei Rotphasen hintereinander abwarten muss: die erste um auf dem Radweg gerade aus über die Kreuzung zu fahren, und die zwangsläufig darauf folgende, um danach links abzubiegen.

Radfahrer haben minimal eine Rotphase und zu 50% eine zweite. Autofahrer hingegen haben maximal eine Rotphase, und auch diese nur zu 50% Wahrscheinlichkeit. Statistisch haben Radfahrer also drei Mal so oft Rot wie Autofahrer.

Kein Wunder ist man als Radler in solchen Situationen geneigt die eine oder andere Verkehrsregel zu missachten.

Die Kreuzung in Groningen entschärft diese Problematik erfolgreich. Seht selbst:

Groningen: Green Phase for Cyclists from Streetfilms on Vimeo.

(via fahrradforum-blog)

Weltrekord: die schlechteste Dienstleistung überhaupt!

In einer Immobilen-Angelegenheit musste ich mich heute an einen bestimmten Notar irgendwo in Deutschland wenden.

Im Laufe des Vormittags hatte ich etwa 5 Mal erfolglos versucht dort anzurufen. Entweder kam ein Besetzt-Zeichen, oder aber eine Nachricht von Band, dass der Anschluss besetzt sei und sich gleich jemand um mich kümmern würde. Dann machte es jedes Mal KLACK und die Verbindung war unterbrochen.

Ich schrieb also ein Mail mit der Bitte um Rückruf, aber nichts geschah.

Also versuchte ich es am Nachmittag weitere 10 Mal dort anzurufen, aber es klappt wieder nicht.

Dann schrieb ich folgendes Mail:

Da ich Sie auch nach etwa 15 Versuchen noch immer nicht telefonisch erreichen kann, bitte ich um einen Rückruf unter [...], unbedingt noch heute. Danke.

Mit freundlichen Grüßen

Peter Eich

Darauf erhielt ich wenige Minuten später diese UNFASSBARE Antwort:

Sehr geehrte Absenderin,
sehr geehrter Absender,

die von Ihnen übersandte Nachricht enthält kein Aktenzeichen und kann daher nicht zugeordnet werden. Sollte Ihnen UNSER Aktenzeichen nicht bekannt sein, geben Sie bitte Ihren vollständigen Namen und Ihre Anschrift sowie den Namen der Gegenseite an. Bitte bedenken Sie, dass Sie im Übrigen grundsätzlich keine Antworten per Email erhalten. Vielen Dank für Ihr Verständnis und Ihre Mithilfe.

Mit freundlichen Grüßen
Im Auftrag

[...] – Bürovorsteher –

Weder gab es in dieser Angelegenheit jemals ein Aktenzeichen, noch eine Gegenseite. Dafür aber postwendend meine Entscheidung mit diesen Meistern des Dienstleistens niemals auch nur das Geringste zu tun zu haben zu wollen.

Ersatz-Kindle so schnell wie der Wind

Das nenne ich einen perfekten Kundenservice:

Gestern ging mein Kindle kaputt (ok, dieser Teil hat noch nichts mit dem Service zu tun), und heute schon habe ich einen neuen im Briefkasten.

Auch wenn iPhoto das bei genauem Hinschauen nicht begreift ;)

Steve ohne Kindle

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Mein Kindle ging ausgerechnet am Tag kaputt, als die neue Biografie von Steve Jobs herauskam. Irgendwie fühlt es sich es auch richtiger an, sie auf dem iPad zu lesen…

Die FAZ von gestern

Habe eben einen Artikel “Keine Angst vor großen Zahlen” in der heutigen FAZ auf Papier gelesen und ihn weiterempfehlen wollen. Und dann begann das Drama:

1. Artikel ist auf faz.net nicht auffindbar. Selbst gegen Bezahlung. Fail #1.

2. FAZ-App auf iPhone geladen, heutige Zeitung ist drauf, Artikel aber nicht. Fail #2.

3. FAZ-Abo für Kindle bestellt, FAZ aber auf Mac-Kindle nicht sichtbar. Offenbar braucht es ein Abo pro Kindle (in meinem Fall: Mac, iPhone, iPad und Kindle, also 4 x 29 = 116 Euro pro Monat). Fail #3.

4. Zweites (Probe-) Abo für greifbare Kindle-Version bestellt, Artikel drauf gefunden, aber keine Chance ihn oder seinen Link weiterzuleiten. Fail #4.

Fazit, Faz(sic)it, Fazsic: Guter Artikel in einer unendlich gestrigen Zeitung, deren DRM einfach nur… let’s name it… zum Kotzen ist.

Bitcoin: 7% Rendite in 2 Stunden

News über das Web sind spätestens dann alt, wenn auf spiegel.de darüber berichtet wird.

Darum ist seit ein paar Tagen auch die digitale Peer-to-Peer-Währung Bitcoin ist fast aller Munde, denn der Spiegel hat am 31. Mai darüber geschrieben.

Wer Bitcoin noch nicht kennt, der kann auf Wikipedia, Spiegel, Netzpolitik und im Bitcoin-Wiki darüber nachlesen. Und wer sich daraus keine eigene Meinung bilden möchte, findet hier hier je ein Plädoyer dafür und dagegen, und hier ein interessanter Artikel über das Potential von Bitcoin.

Die Idee von Bitcoin mag umstritten sein, die momentane Wertsteigerung der Hacker-Währung ist es jedenfalls nicht.

Je nach Handelsplatz und Währung (dazu später mehr) hat sich ihr Wert alleine im vergangenen Mai von 4 auf 16 Dollar erhöht und damit vervierfacht.

Und das Tempo der Wertsteigerung nimmt zu.

Ich habe vorgestern (2. Juni) spaßeshalber ausprobiert an diesem Wertzuwachs teilzuhaben, und weil der Weg dorthin nicht immer selbsterklärend war, veröffentliche ich hier eine kleine Anleitung zur digitalen Vermögensbildung:

0. Voraussetzung

Um Bitcoins zu besitzen, braucht man ein Wallet, muss also die zugehörige Bitcoin-Software auf dem eigenen Rechner installiert haben. Das eigentliche Vermögen liegt dann in einer davon verwahrten Datei, dem Wallet. Sie ist gut zu sichern ist und zB auf dem Mac hier zu finden:
USERNAME/Library/Application Support/Bitcoin/wallet.dat

Bevor man die Software jedoch nutzen kann, muss sie erstmal eine Weile lang rechnen und sich eine (stets steigende) Zahl von sogenannten Blöcken generieren. In meinem Fall waren das knapp 130.000 Blöcke, und es hat etwa eine halbe Stunde gedauert. Danach hat man eine funkionierende Bitcoin-Adresse, also etwa zB eine solche Zeichenfolge:
1PBhWfiovgnjMpiJrETqxkayXgkmW3eRna

Diese Zeichenfolge braucht man bei allen Handelsplattformen, um die gekauften Bitcoins ins eigene Wallet zu übertragen (“in der eigenen Tasche zu haben”).

Bitcoin kann man sich theoretisch errechnen, aber das ist nicht mehr rentabel.

Bitcoins muss man sich also entweder verdienen, oder man kauft sie. Letzteres geht am schnellsten, und hier sind drei mögliche Wege es zu tun:

1. Mt. Gox

Wer oder was Mt. Gox genau ist, weiß ich nicht.

Dahinter scheint eine japanische Firma mit einer französischen Adresse zu stecken. Und um dort Bitcoins zu kaufen, muss man ein Benutzerkonto erstellen, per Email bestätigen und anschließend einige (oder viele) Euros auf das französische Konto überweisen. Also echtes Geld per SEPA-Überweisung nach Frankreich schicken.

Freunde von mir bekamen nach nur einem Tag den Euro-Betrag in ihrem dortigen Guthaben angezeigt und konnten davon Bitcoins kaufen, die sich prompt auf das heimische Wallet übertragen ließen. Meine Überweisung an Mt. Gox wird dort auch am dritten Tag noch immer nicht angezeigt, was mich wegen des Feiertags jedoch noch nicht beunruhigt.

Falls das Geld dort nie angezeigt wird – keine Ahnung, ob ich es je wieder sehe.

Falls das Geld dort ankommt, dann bekomme ich es auf Mt. Gox in meinem Account gutgeschrieben. Davon kann ich mir zum aktuellen Kurs von anderen Teilnehmern Bitcoins kaufen.

Sobald man Bitcoins im Account von Mt. Gox hat, kann man sich diese auf das eigene Wallet überweisen lassen, was nur wenige Minuten dauert. Falls ich alles richtig verstehe, dann fallen bei dieser Art des Kaufs keinerlei Gebühren an.

Wenn man auf Mt. Gox hingegen seine Bitcoins gegen Euro verkauft und anschließend das Guthaben auf das eigene Bankkonto überweisen lassen möchte (oder nicht ausgegebenes Guthaben zurück überweisen möchte), dann kostet das 2% Gebühren.

Mt. Gox ist ein klassischer Weg um gebührenfrei Bitcoins zu erwerben. Ob Mt. Gox empfehlenswert ist, hängt meines Ermessens von drei Dingen ab:

1. Ist Mt. Gox vertrauenswürdiger Treuhänder des überwiesenen Geldes? Keine Ahnung!

2. Man spart Gebühren. Allerdings dauert es 24-72 Stunden, bis das überwiesene Geld angekommen und in Bitcoins verwandelt werden kann. In dieser Zeit partizipiert man NICHT an stattfindenden der Kurssteigerung, und dieser Malus wiegt deutlich schwerer als der Bonus durch die Gebührenfreiheit.

3. Man muss den Kurs beachten, der tagesaktuell geboten wird und ihn mit den anderen Handelsplattformen vergleichen (und dabei aufpassen, dass man ggf auch korrekt von Euro in Dollar umrechnet)

2.  BitMarket.eu

Wer oder was BitMarket genau ist, weiß ich nicht.

Um sich bei Bitmarket zu registrieren, muss man dort nicht nur ein Konto einrichten und es mit dem privaten Bitcoin-Key verknüpfen, sondern man muss auch sein Konto verifizieren. Das geht zum Beispiel, in dem man seinen Ebay-Benutzernamen dort angibt und dem Betreiber von BitMarket via Ebay eine Frage beantwortet. Damit weiß er, dass man Zugriff auf jenes Ebay-Konto hat, was eine gewisse Vertrauenswürdigkeit hat, die man von seinen Ebay-Bewertungen übernehmen kann. Weil das Thema Bitcoin aber gerade derart hype ist, dauert auch die (händische!) Verifizierung mitunter lange. Bei mir schon deutlich länger als die angekündigten 24 Stunden.

BitMarket ist ein Handelsplatz für Bitcoins. Hier kann man Angebote und Gesuche eintragen, also z.B. das Angebot 10 Bitcoins für je 15 Euro zu verkaufen. Treffen sich ein Käufer und ein Verkäufer, so findet eine Zahlung direkt zwischen ihnen statt. Entweder per Payal oder per (nationaler oder internationaler) Überweisung.

Hier wird das Geld also nicht vorab an die Handelsplattform bezahlt (wie im Fall von Mt. Gox), sondern a) erst beim Zustandekommen des Kaufs/Verkaufs, und b) vom Käufer direkt an den Verkäufer bezahlt.

Was passiert, wenn man dem Verkäufer Geld überweist und dieser dennoch keine Bitcoins an den Key des Käufers sendet, weiß ich nicht. Ich betrachte es als das Risiko des Käufers. Immerhin kann man mit dem Verkäufer vorher Kontakt aufnehmen und so ein wenig Vertrauen aufbauen.

Auf BitMarket kann in Euro gehandelt werden. Um Bitcoin zu kaufen, darf man nicht vergessen nach unten zu scrollen, wenn dort sind die “Ask offers”.

(Okok, der Finne ist ein Grieche ;)

Hier finden sich viele deutsche User, und entsprechend oft kann auch per inländischer Überweisung bezahlt werden.

Im obigen Screenshot bei Mt. Gox könnte ich also ab 16,2 US-Dollar Bitcoins kaufen, also für etwa 11,1 Euro. Und hier bei BitMarket könnte ich zB in der ersten Zeile 5 Bitcoin zu je 14,5 Euro kaufen.

Fazit: bei Mt. Gox wäre der Kauf deutlich günstiger. Allerdings muss ich bei Mt. Gox ZUERST warten, bis dort mein Geld angekommen ist (und so lange steigt der Kurs), während ich bei BitMarket SOFORT einen Kauf tätigen kann (sobald mein Konto verifiziert ist), und erst anschließend muss ich die Überweisung tätigen. In der Zeit, bis das Geld beim Verkäufer angekommen ist, verändert sich aber der dem Kauf zugrunde liegende Kurs nicht mehr.

Die entstehende Kursänderung könnte den Preisvorteil also aufwiegen.

3. BitcoinMarket.com

Wer oder was BitcoinMarket genau ist, weiß ich nicht.

Der Handel mit Bitcoins funktioniert hier ähnlich wie bei BitMarket (man verwechselt die beiden Namen sehr leicht).

Die Unterschiede sind:

1. Unübersichtlicher Einstieg  (=mühsam)

Nach der Registrierung muss man dem eigenen Benutzerkonto seine Bitcoin-Adresse zuordnen.

Im eigenen Account sieht das so aus:

Hätte ich bereits ein paar Bitcoins auf BitcoinMarket erstanden, dann wären sie hier angezeigt.

Auf Payment Processors klicken…

Hier auf “Add” klicken und dann die Zeichenfolge der eigenen Bitcoin-Adresse eingeben. Diese Adresse bekommt man im eigenen Bitcoin-Programm, siehe ganz oben.

Man braucht diese Adresse, um die hier erstandenen Bitcoins anschließend in die eigene “Geldbörse” übertragen zu können.

Wenn die eigenen Bitcoin-Adresse angegeben ist, dann braucht es noch die Zuordnung der eigenen Paypal-Adresse. Also der jeweiligen Email-Adresse, die man bei seinem Paypal-Konto dafür angegeben hat.

 

Also auf “Payment Processors” klicken, dann auf “Paypal”, dann auf “Add” und dort die Email-Adresse des eigenen Paypal-Kontos eingeben.

Und dann kann’s los gehen!

2. Sofort loslegen (=Vorteil)

Bei BitcoinMarket kann man bereits nach einer einfachen Registrierung und einer Bestätigung per Email mit dem Handeln loslegen. Also nach wenigen Minuten. Das spart Zeit, und in Anbetracht der momentanen Kurssteigerungen von etwa 15% pro Tag ist dies ein wichtiges Argument.

Während man bei Mt. Gox und bei BitMarket während der Wartezeit tatenlos zusehen muss, wie die Bitcoins laufend teurer werden, kann man bei Bitcoin-Market sofort kaufen.

Um zu handeln, kann man entweder eine eigene Order aufgeben (zB “ich biete 160 Dollar für 10 Bitcoins”) oder bestehende Order akzeptieren, also:

My Orders > Accept an Existing Order

Es stehen nun 5 Handsplätze zur Auswahl und nur MBBTC/PPUSD ist für uns wichtig, weil nur hier mit Paypal Geld gesendet und empfangen werden kann.

Zur Erklärung von MBMTC: BM steht für BitcoinMarket. BTC ist die Abkürzung von Bitcoin.

Zur Erklärung von PPUSD: PP steht für Paypal, also die Art der Bezahlung. USD steht für US-Dollar, also die Währung, in der gehandelt wird.

Wir klicken wollen Bitcoin in Dollar handeln und mit Paypal bezahlen, klicken also auf BMBTC/PPUSD:

Auf der linken Seite stehen also die Kaufgesuche, und ganz oben der größte gebotene Preis.

In diesem Fall will Mitglied 4335 also Bitcoins kaufen, und zwar 19 Stück zu je 20 Dollar.

Auf der rechten Seite stehen die Angebote von Mitgliedern, die ihre Bitcoins verkaufen wollen, ganz oben der günstigste gebotene Preis. Man könnte im Moment also 2,5 Bitcoin zu je 23,99 Dollar kaufen. (Die Schreibweise ist hier amerikanisch, der Punkt in den Zahlen ist also wie ein Komma zu lesen.)

Natürlich sind die Preise zum Kauf eines Bitcoins stets ein wenig höher als die der Verkaufsangebote. Doch nur zu jedem gebotenen Zeitpunkt.

Schaut man sich die Entwicklung über die Zeit an, so steigen die gebotenen Preise momentan um etwa einen Dollar alle paar Stunden.

Hier sind die Charts der gehandelten Preise (und Volumina). Nicht vergessen auf MBBTC/PPUSD umzuschalten!

Ich habe vorgestern Abend für 12 Dollar auf BitcoinMarket einen Bitcoin gekauft und sofort per Paypal bezahlt. Zwei Stunden später habe ich den Bitcoin an derselben Stelle für 13,5 Dollar verkauft. Abzüglich aller Gebühren von BiocoinMarket und Paypal blieben mir 90 Cent Gewinn. Also 7,8% Rendite in genau 2 Stunden. Und nicht auf einer seltsamen Plattform, sondern in meinem Paypal-Konto.

Während ich diesen Blogpost schreibe, ist der Preis übrigens bereits auf etwa 20 Dollar gestiegen.

Interessant ist außerdem die Beobachtung, dass die gehandelten Einheiten (also die Zahl der Bitcoins pro Angebot) ebenfalls steigen. Während man vor zwei Tagen fast nur 1-2 Bitcoin pro Handel kaufen oder verkaufen konnte, sind nun 10 oder 20 Bitcoin pro Handel die Regel.

Heute würde ich statt der 90 Cent also 9 Dollar pro Handel verdienen.

3. Bezahlung nur per Paypal (=Nachteil)

Wer häufig mit Paypal bezahlt, weiß ein Lied davon zu singen, dass Paypal immer wieder mal ein Konto einfriert. Ohne Ankündigung, und ohne jede Möglichkeit darauf Einfluss zu nehmen.

Mit ist das direkt nach dem Kauf passiert, und mein Verkäufer hat sich natürlich darüber geärgert. In der Zeit, die derweil vergeht, verändern sich die Kurse. Der Verkäufer bekommt sein Geld erst zu einen Zeitpunkt, wo er bereits deutlich mehr für seine Bitcoins bekommen könnte.

Diese unerwarteten und unvorhersagbaren Verzögerungen von Paypal sind ein echtes Ärgernis. Und ein gutes Argument dafür mit echten Überweisungen zwischen deutschen Anbietern auf BitMarket.eu zu handeln.

4. Ab ins Wallet

Egal auf welcher der drei beschriebenen Plattformen man seine Bitcoins ersteht, in jedem Fall liegt das eigene Guthaben erstmal auf einem Portal, von dem ich nicht sagen kann, ob es morgen noch existieren wird.

Mein eigenes Fazit ist also: erstandene Bitcoins direkt ins eigene Wallet überweisen.

Das geht in allen drei Fällen einfach, denn man hat ja bereits bei der Registrierung eine eigene ID angegeben.

Im Fall von BitcoinMarket geht die Übertragung so: Ich klicke auf meinen Account.

Das Abheben (withdraw) wird über auf den Bitcoin-Client veranlasst, und es muss nur noch die Anzahl der Bitoins (im amerikanischen Stil) eingetragen werden. Also wenn ich dreieinhalb Bitoins abheben will, dann ist das “3.5″.

Es dauert einige Minuten, bis der Betrag auf dem eigenen Bitcoin-Wallet angezeigt wird.

Ich hatte das Problem, dass nach einem von mir veranlassten Programmabbruch während der anfänglichen Block-Berechnungen keine Verbindung des Programms mehr hergestellt werden konnte. Hier ist eine Beschreibung der Lösung dieses Problems für Apple-User.

5. Zwischen Plattformen wechseln

Richtig spannend wird es, wenn man den Hebel damit vergrößert, nun beim Einkauf und Verkauf zwischen den drei genannten Plattformen zu wechseln. Dazu muss man:

1. Kurse vergleichen
2. Währungen umrechnen
3. Laufzeit beachten (und die derweiligen Kurssteigerungen abschätzen)

Mein Fazit: Ich finde die Idee des Bitcoin extrem spannend. Und die Kurssteigerungen sind goldrauschartig. Ich spiele ein wenig mit, setze aber keine Beträge ein, die mir in meinem Alltag fehlen würden. Zugegeben, der erste Handel mit genau einen Bitcoin war nicht alles, unterdessen handle ich größere Volumina.

Aber wenn morgen keine der genannten Webseiten mehr erreichbar wäre, ich würde sagen: ok, vorbei, hat Spaß gemacht! Ich hätte zwar einige Bitoins in meinem Wallet, aber vielleicht keinen Weg mehr sie zurück in Euros zu verwandeln.

Ich habe einige Beträge auf verschiedenen Wegen (auch um sie auszuprobieren) in Bitcoins umgewandelt. Einige Bitcoins habe ich wieder mit Gewinn verkauft, und das Geld ist bereits wieder auf meinem eigenen echten Bankkonto. Auch das wollte ich ausprobieren. Aber ein Teil meines Geldes ist noch im Spiel (und im Wallet).

Meine persönliche Strategie lautet:

  • Ich setze nicht mehr ein, als ich bei einem Totalverlust mit einem kleinen “Aua” verschmerzen kann. Ich setze mir also eine Obergrenze, die ich nicht überschreite. Diese investiere ich aber rasch.
  • Sobald ich zum doppelten Einkaufspreis verkaufen kann, verkaufe ich die Hälfte meiner Bitcoins und wandle sie sofort in Euros auf meinem Bankkonto um.
  • Genau genommen kommt noch die Summe der Transaktionsgebühren hinzu. Je nach Handelsplattform und Standort des Handelspartners via Paypal sind das geschätzt nicht mehr als 5%. Also verkaufe ich kurz nach einer Verdoppelung.
  • Es dauert momentan etwa 4-5 Tage, bis sich der Kurs verdoppelt.
  • So lange betrachte ich mein Geld als äußerst riskant angelegt und einen Totalverlust halte ich für möglich
  • Nach diesen 4-5 Tagen bekomme ich all mein eingesetztes Geld zurück (und muss keinen entstandenen Ertrag versteuern).
  • Derselbe Betrag bleibt durch die Kursverdoppelung jedoch nochmal in Bitcoins bestehen.
  • Und erst mit diesem Betrag spekuliere ich wirklich.
  • Der Spaß beginnt für mich also erst, wenn ich mit erhandelten (und nicht mit gekauften) Bitcoins handeln kann.

Und noch was:

Ich bin kein Experte. Ich habe keine Ahnung. Ich habe nur ein wenig gegoogelt. Ich rate also niemandem dazu, es mir gleich zu tun. Wirklich nicht!

Aber der Handel mit Bitcoins macht gerade verflixt viel Spaß ;)

Updates:

  • Borahm hat auch darüber gebloggt
  • Beitrag von DRadio über Bitcoin online hören. Sendung vom 4. Juni.
  • Am 6.6. wurde auf bitcoinmarket.com das Bezahlen mit PP (also genau die hier beschriebene Variante) vorübergehend deaktiviert. Ich handle darum momentan vor allem auf BitMarket.eu und kaufen neue Bitcoins auf Mt. Gox.
  • 8. Juni: So viel ich weiß, muss bei einem BTC-Handel mit Gewinnerzielungsabsicht (und darum geht es hier) die Umsatzsteuer abgeführt werden. Da man die BTC in der Regel ohne ausgewiesene USt erwirbt, sind die ersten 19% Gewinn also für das Finanzamt, und erst ab dem 20. Prozentpunkt  geht es in die eigene Tasche (anteilig, denn auch der Gewinn muss wiederum anteilig versteuert werden). Sollte man nicht vergessen…!

Scannen und Faxen mit dem iPhone

Gestern habe ich hier eine herrliche neue App für das iPhone kennen gelernt: Scanner Pro.

Die App kann alles, was man von einer Scan-App erwartet: mit der Kamera des iPhone ein Dokument fotografieren, es dann entzerren und als ein- oder mehrseitigen SW-, Graustufen oder Farbscan mit wählbaren Parametern speichern, drucken, versenden oder direkt in die eigene Dropbox oder zu Evernote hochladen.

Andere Apps wie JotNot können das auch, hier eine Übersicht der Funktionen.

Doch Scanner Pro hat eine Funktion, die darüber hinaus geht: ein so erstellter Scan kann anschließend direkt aus der App als Fax gesendet werden.

Dazu gibt man die Empfängernummer ein und Scan Pro nennt den Preis für das Fax. Im Fall eines einseitigen Faxes von Deutschland nach Deutschland sind das zB 79 Cent. Die Abrechnung erfolgt direkt über iTunes.

Es passiert mir immer wieder mal, dass jemand von mir eine unterschriebene Antwort per Fax erhalten möchte, und nun kann ich solche einfach versenden, ohne mir umständlich ein Faxgerät und einen Festnetzanschluss installieren zu müssen.