Zeitkreise und Isochrone: The Future of Mapping

Isochrone um einen Punkt sind Umrisslinien auf einer Karte, deren Abstand zum Punkt der Distanz entspricht, die man in einer bestimmten Zeit erreicht.

Also markieren Isochrone die Fläche, innerhalb derer man sich in einer gewissen Zeit bewegen kann.

Komplex werden solche Flächen, wenn dabei auch ein Verkehrsmittelmix errechnet wird.

Hier ein Beispiel: ich bin als Tourist in London und stehe am London Eye. Nun will ich wissen, wie weit ich in 15 Minuten kommen, wenn ich zu Fuß gehe und auch Bahn und Bus benutzen kann.

Google nutzt in seinem Hotelfinder seit kurzem diese Art der Darstellung in umgekehrter Richtung. Ich kann mit darauf einen Punkt suchen (zB das London Eye) und darstellen lassen, welche Hotels in 15 Minuten Reisezeit von dieser Attraktion entfernt liegen.

Für mich ist das ein Blick in die spannende Zukunft der Online-Kartografie. Und: Toursprung kann das ;)

 

Die algebraische Struktur von Starbucks

Starbucks lässt mein Mathematikerherz höher schlagen. Und zwar nicht nur wegen der beeindruckenden Arithmetik, sondern auch wegen seiner gruppentheoretischen Eindeutigkeit.

Doch der Reihe nach.

Die Frage, wie viele verschieden Getränkekombinationen es bei Starbucks gibt, ist noch unbeantwortet. Gemeinhin wird behauptet es seien 87.000 bestellbare Variationen, andere sprechen hingegen von so wenigen wie 19.000 oder gar so vielen wie 38 Millionen (Quelle).

Mir hingegen ist das reichlich egal, denn wer sich für Mathematik interessiert, den langweilt Rechnen. Und außerdem trinke ich bei Starbucks eh immer das gleiche eine Getränk.

Und zwar einen “Grande Vanilla Soy Chai Tea Latte Non Water with each one pumps less”. Oder so ähnlich, denn auf den Punkt formuliert kann ich das zwar schreiben, nicht aber an der Kasse sprechen.

Also einen Chai Tee. In mittlerer Größe. Mit Sojamilch. Und ohne verdünnendes Wasser. Mit Vanille-Sirup. Aber, damit es nicht zu süß wird, nur drei statt vier Schuss vom Chai-Sirup und vom Vanille-Sirup.

Das kostet mich dann einen Grande Chai Tea für 3,70 Euro plus 50 Cent für den Vanille-Sirup, also 4,20 Euro.

Doch heute, irgendwo in Wien, ereilte mich eine überaus aufgeweckte Gegenfrage der klugen Starbucks-Dame an der Kasse. Sie winkte mich näher zu sich heran, und als ich mich halb über die Theke gebeugt hatte, da flüsterte sie verschwörerisch: das geht auch billiger!

Auf meine erstaunte Gegenfrage lernte ich, dass die 87.000 Getränke zwar eindeutige Bezeichnungen sind, nicht aber redundanzfrei und damit nicht ein-ein-deutige Bezeichnungen von ebensovielen Getränken im Angebot.

Starbucks hat gar nicht so viele Getränke im Angebot!

Denn mindestens eines dieser Getränke hat zwei Namen. Und zwar meines!

Statt des “Grande Vanilla Soy Chai Tea Latte Non Water with each one pumps less” lässt sich das exakt selbe Getränk nämlich auch als “Grande Steamed Soy Milk with three pumps Chai and Vanilla” bestellen. Zu 3 Euro Grundpreis plus 50 Cent pro Sirup, also 4 Euro statt 4,20 Euro.

Ich habe also jahrelang zu viel bezahlt…!

 

Rendite mit Immobilien – oder das Geheimnis des Kapitalismus

Vor einem Jahr beschloss ich, dass ich Erfahrungen in Kalkulation, Kauf und Unterhalt von Immobilien sammeln wollte um meiner Kompetenz im Umgang mit Geld und Vermögen einen weiteren und wichtigen Aspekt hinzuzufügen.

Unterdessen besitze ich mehrere Wohnungen, und ich berichte hier vom Kauf und von der Kalkulation meiner ersten Wohnung mit nun etwa einem halben Jahr Erfahrung nach dem Kauf.

Immobilien sind für mich in erster Linie Rendite-Objekte und nebenbei auch ein eventueller Inflationsschutz. Beim Kauf spielt der Inflationsschutz keine Rolle, wohl aber bei meiner generellen Entscheidung mit Immobilien Erfahrungen machen zu wollen. Wenn ich eine Immobilie kaufe, dann also allein wegen ihres Potentials als Rendite-Objekt.

Meine Ausgaben unterteile ich im Wesentlichen in zwei Arten: Konsum und Geldanlage.

  • Konsum ist alles, was mir Geld aus der Tasche zieht.
  • Geldanlage ist alles, was mir (vor allem langfristig) Geld aufs Konto bringt.

Diese Betrachtung ist stark vereinfacht (und von Robert Kiyosakis gutem Buch “Rich Dad, Poor Dad” inspiriert), und sie gefällt mir genau deswegen so gut.

  • Konsum: Abendessen, Miete, Kleidung, Reisen, Geschenke, selbstgenutzte Immobilien und Rohstoffe
  • Geldanlagen: Firmenanteile, Wertpapiere, vermietete Immobilien

Selbstgenutzte Immobilien und Rohstoffe wie Gold betrachten viele als Geldanlagen, doch beide haben eine negative Rendite, denn die kosten Geld und werfen vor allem keines dauerhaft ab. Darum halte ich sie für einen Luxus, der Geld kostet und keine Rendite bringt.

Meine erste Wohnung

Meine erste eigene Wohnung ist eine kleine Einzimmerwohnung, denn ich wollte mit einem minimalen Betrag meine ersten Erfahrungen sammeln. Sie ist knapp 40 qm groß, liegt in einer mir gut bekannten Kleinstadt und hat mich 47.500 Euro gekostet.

Der Kaufpreis hat sich wie folgt zusammengesetzt:

Kaufpreis

  • 47.500 Euro Kaufpreis

Kaufnebenkosten (2.470 Euro)

  • 1.780 Euro Makler
  • 1.520 Euro Grunderwerbsteuer
  • 480 Euro Notarkosten Kauf
  • 80 Euro Eintragung Grundbuch
  • 210 Euro Notarkosten Grundschuld
  • 180 Euro Eintragung Grundschuld

Den Kauf der Wohnung habe ich finanziert, denn ich wollte unbedingt auch diesen Teil üben. Ich habe darum für den Kauf der Wohnung ein Darlehen bei einer Bank abgeschlossen, das über 50.000 Euro läuft und faktisch mehr als 100% des reinen Kaufpreises finanziert (weil 50.000 Euro die Mindestsumme des Darlehnes war).

Darlehen

  • Darlehensbetrag 50.000 Euro
  • Zinssatz 4,1%
  • Zinsbindung 10 Jahre
  • Tilgung 1%
  • effektiver Zinssatz; 4,18% (die Zinsen sind für neue Verträge mittlerweile weiter gesunken)
  • ich bezahle also 4,18% Zinsen plus 1% Tilgung pro Jahr = 5,18%
Ich habe mir also 50.000 Euro von der Bank geliehen und brutto (= inklusive aller Kaufnebenkosten) 51.690 Euro für die Wohnung bezahlt. Das macht 1.690 Euro Eigenkapital, das ich aus meiner Tasche für den Wohnungskauf benötigt habe.
Die Wohnung wird von einer Verwaltung betreut, die mir auch gleich nach Kauf einen Mieter vermittelt hat und alle diesbezügliche Verwaltung übernimmt, also Kontrolle der Mieteingänge, Abrechnung der Nebenkosten, Abschluss der Mietverträge etc.
Mein Mieter bezahlt 340 Euro Kalt-Miete zuzüglich einiger Nebenkosten an mich. Die Nebenkosten sind für mich durchlaufende Posten, verwaltet von der Verwaltung, so dass ich in meine Kalkulation nur die Kalt-Miete einbeziehen muss abzüglich der Verwaltungsgebühr.
Miete
  • 340 Euro kalt
  • 10 Euro Verwaltungsgebühr

Bleiben mir also 330 Euro pro Monat.

Ich lege eine Monatsmiete iHv 340 Euro pro Jahr kalkulatorisch beiseite für Mietausfälle, Rücklagen und nicht umlagefähige Kosten, so dass ich Nettoeinnahmen von 3.620 Euro pro Jahr habe.

Bezogen auf den brutto Kaufpreis der Wohnung (inklusive aller Kaufnebenkosten) von 51.690 Euro habe ich jährliche Netto-Einnahmen von 3.620. Hätte ich die Wohnung also bar aus eigener Tasche gekauft, so hätte ich mir eine Geldanlage zugelegt, die bei 51.690 Euro Kaufpreis eine jährliche Rendite von 3.620 Euro erwirtschaftet. Das ergibt eine Rendite von genau 7%.

Das nenne ich die Nettomietrendite, und sie ist mein mit Abstand wichtigstes Kriterium beim Kauf einer Immobilie.

Zum Vergleich: wer 51.690 Euro auf dem Bankkonto liegen lässt bekommt zurzeit kaum über 2% Zinsen dafür. So gesehen ist die Wohnung schon sehr rentabel.

Doch vier Aspekte erhöhen die Rentabilität meiner Wohnung: a) Finanzierung, b) Tilgung, c) Mieterhöhung und d) Steuer.

Zu a) Finanzierung:

Erstens habe ich meine Wohnung nicht bar bezahlt, sondern nur 1.690 Euro eigenes Geld dafür gebraucht. Die restlichen 50.000 Euro hat mir die Bank für 10 Jahre geliehen, und sie verlangt dafür 4,18% Zinsen.

Da die Wohnung derweil aber 7% Rendite erwirtschaftet, bekomme ich zweierlei:

  1. Auf meine Investition von 1.690 Euro erhalte ich 7% Rendite pro Jahr.
  2. Für die geliehenen 50.000 Euro bezahle ich 5,18% Zinsen & Tilgung und erhalte ebenfalls 7% Rendite pro Jahr, also 7% – 5,18% = 1,82% Rendite auf Geld, das mir gar nicht gehört. Genau hier liegt das Geheimnis des Kapitalismus: ich verdiene Geld mit Geld, das mir nicht gehört.

In der Summe ergeben (7% auf 1.690 Euro =) 118,30 Euro PLUS (1,82% auf 50.000 Euro =) 910 Euro ganze 1.028 Euro Rendite, die pro Jahr für mich übrig bleiben.

Oder in anderen Worten: ich verdiene pro Monat (vor Steuer) 86 Euro an meiner Immobilie. Ich nenne das den Cash-Flow, und er ist genau das, was Konsum von einer Geldanlage unterscheidet: regelmäßiges Geld in meiner eigenen Tasche.

Da ich aber nur 1.690 Euro investiert habe entspricht das einer Eigenkapitalrendite von 61%. Denn 1.028 Euro Rendite für meine investierten 1.690 Euro entsprechen einer Verzinsung in Höhe von 61%.

Und die Tatsache, dass ich die Wohnung nicht komplett bar, sondern mit einer Finanzierung bezahlt habe, hebelt also meine Rendite von 7% auf 61%.

Zu b) Tilgung

Die erwähnten 5,18%, die ich pro Jahr an die Bank bezahlt, beinhalten auch 1% Tilgung, also Rückzahlung des geliehenen Geldes und damit eine Reduktion meiner Schulden. Diese 1% fließen also in mein eigenes Kapital, und je nach Betrachtungsweise kann man diese 1% in die Berechnung der Eigenkapitalrendite hinzuziehen. Sie würde dann auf 91% steigen.

Da mit jeder monatlichen Tilgung meine Schulden ein wenig sinken, sinkt auch der Betrag, für den ich Zinsen bezahlen muss. Da die Rate aus Zins und Tilgung 10 Jahre lang konstant bleibt (und den anfänglichen 5,18% entspricht), steigt mit jedem Monat der Anteil meiner Tilgung. Und weil die Tilgung durchaus in die Betrachtung der Rendite einfließen kann, steigt auch diese mit jedem Monat.

Oder in anderen Worten: die 91% sind nur der Wert vom Anfang, und es wird mit jedem Monat besser.

Zu c) Mieterhöhung

Mit meinem Mieter habe ich eine Staffelmiete vereinbart, also eine automatische Erhöhung der Miete um 2% pro Jahr.

Da die Mieteinnahmen auf der Haben-Seite meiner Rechnung sind, während Zins (und eventuell Tilgung) auf der Soll-Seite steht, steigt die erste jedes Jahr weiter an, während die zweite konstant bleibt (bzw. nach b) sogar leicht sinkt). Die Nettomietrendite meiner Wohnung beträgt darum im zweiten Jahr schon 7,14%, und im fünften Jahr 7,58% und im zehnten Jahr bereits 8,73%.

Umgerechnet auf die Eigenkapitalrendite (ohne Tilgung) entspricht das einer Steigerung von 61% auf 65%, 79% bzw. 103%.

Rechne ich die Tilgung noch zur Rendite hinzu, so sind es 95%, 108% bzw 111% (nach 1, 5 und 10 Jahren).

Zu d) Steuer

Einnahmen müssen versteuert werden, doch von den Einnahmen durch Vermietung kann ich 2% des Kaufpreises der Immobilie pro Jahr steuermindernd geltend machen.

Bei einem angenommenen Steuersatz von 36% würden aus 1.028 Euro “durch Arbeit verdienten” Einnahmen netto nur noch 658 Euro netto. Wenn diese Einnahmen aber der Cash-Flow aus der o.g. Immobilie sind, dann werden daraus netto 769 Euro. Also nochmal ein Steuervorteil von 111 Euro.

Fazit

Auf den Pros und Contras und aus den ganzen Details von Rendite-Immobilien könnte ich ein ganzes Buch schreiben. Vielleicht mache ich das auch. Doch vorab einige kritische Punkte:

  • Eine Netto-Mietrendite von 7% ist nicht immer leicht zu finden. In “zukunftssicheren” Gegenden (Zentren wie München oder glücklichen Inseln wie Konstanz) ist es sogar fast unmöglich. Darum kaufe ich dort auch keine Immobilien, denn in meiner Kalkulation ist eines nicht aufgetaucht: die Wette auf eine Wertsteigerung.In kleineren Städten, die ein diverses und gesundes Umfeld von Arbeitgebern und Universitäten haben, sind solche Renditen hingegen ab und an zu finden. Und genau dort kaufe ich.
  • Die Haben-Seite hängt stark davon ab, ob die Miete auch tatsächlich bezahlt wird. Einen guten Mieter zu finden, ist darum ein wichtiger Teil der Kunst.
  • Die Zinsen der Banken sind momentan noch tiefer als vor einem halben Jahr. Die Renditen sind darum noch besser geworden.
  • Eine hohe Finanzierung (also 100%) bedeutet auch, dass man “nur” einen sehr kleinen Betrag investieren muss. Das ist ein großer Vorteil für alle, die sich früh im Leben um Kapitalbildung bemühen wollen. Ich wünschte, ich hätte das schon als Student begonnen. Doch wer eine größere Summe Kapital anlegen möchte, der muss mit dieser Methode viele Wohnungen kaufen. Hätte ich mit mehreren solcher Wohnungen zB 100.000 Euro anlegen wollen, so hätte ich 59 solcher Wohnungen kaufen müssen. Die sind jedoch in kurzer Zeit so kaum zu finden, und die Suche und der Kauf einer Wohnung ist eine Menge Arbeit.
  • Es besteht ein Risiko nach 10 Jahren, wenn der Kreditvertrag ausläuft. Falls die Immobilie dann deutlich weniger wert sein sollte und die Zinsen für einen neuen Vertrag dann deutlich höher wären, dann würde ich Verlust erleiden.
  • Bei einer finanziellen Staatskrise könnte es durchaus zu einer Sonderhypothek auf fremdgenutzte Immobilien kommen. Zumindest halte ich das für möglich. Eine solche Sonderschuld des Eigners (=ich) auf die Immobilie zugunsten des Staates würde eine 100%-Finanzierung schnell in die Verlustzone treiben.

Zu guter Letzt hier noch ein Screenshot meiner Kalkulation zu dieser Wohnung mit den o.g. Zahlen:

Was meint ihr dazu? Wäre ein ganzes Buch darüber interessant? Ich freue mich auf eure Kommentare!

Strategietrainer als Hörbuch

Ich bin Unternehmer, habe bislang 7 Firmen und etliche weitere Projekte gegründet, und ich verstehe meinen Job als Ideen-Finder und -Umsetzer. Ich höre und lese ständig irgendwelche Motivations-Bücher, investiere Geld und Zeit in Trainings und Coachings, und heute will ich ein Hörbuch bis über allen grünen Klee hinaus loben.

Mein Bücherregal, mein Kindle und mein Playlist auf dem iPhone sind voll von allem möglichen Motivationskrimskrams, und ich habe alle diese kleinen Helferlein immer in Armlänge bei mir. Und dieser “Strategietrainer” ist eine der besten Perlen in meinem Regal. Er ist mein absoluter Tipp an alle, die nicht nur in, sondern auch (und zunehmend) an ihrem Unternehmen arbeiten wollen. Ich habe ihn schon mehrfach gehört und auch schon oft an Mitarbeiter und Freunde verschenkt.

Im Moment höre ich ihn zum dritten Mal, vor allem bei längeren Autofahrten wie gerade gestern wieder, und auch dieses Mal sprudelte es dabei nur so vor Ideen. Wenn das losgeht, dann folgen immer diese drei Schritte:

Siri zum Diktat!

Bei meinen Autofahrten habe ich stets diesen genialen Bose-Knopf dabei, also die Freisprecheinrichtung mit dynamischer  Außengeräuschunterdrückung. Meine Gesprächspartner merken damit nicht, dass ich sie aus dem Auto anrufe, und selbst im offenen Cabrio rauscht auf der anderen Seite bis Tempo 140 kein Windchen.

Nur Siri merkt es, denn sie erreiche ich durch einen Knopfdruck am Ohr.

Da ich am iPhone die wunderbare App Evernote geöffnet habe (wie konnte ich früher ohne Evernote leben?), diktiere ich ich während der Fahrt alle meine Ideen dort hinein, ohne auch nur eine Hand vom Steuer zu nehmen.

Und so kann ich auch auf der Autobahn immer wieder mal die Pause-Taste beim Strategetrainer drücken, vom Bose-Sound zum Bose-Mikrofon wechseln und alle Anregungen des Strategietrainers in meinen eigenen Worten in Evernote zusammenfassen. Also meistens meine Ideen, die mir in Bezug auf meine eigenen Firmen dabei kommen.

Gestern zum Beispiel ging es um den Perspektivwechsel von Firmen-Produkt zu Kunden-Bedürfnis. Eigentlich keine neue Sache für mich, aber dennoch hatte ich noch nie (!) so viel Anregung dazu erhalten wie aus dem Strategietrainer. Unmöglich für mich da einfach nur still zuzuhören. Darum erstes Abladen und Archivieren zu Evernote noch während der Fahrt, wenn iTunes derweil kurz pausiert.

Mitarbeiter zum Telefonterror!

Nachdem das absatzweise in Evernote gelandet ist, beginnt als zweiter Schritt meist der Telefonterror.

Ich rufe der Reihe nach diverse meiner Mitarbeiter an.

Die ersten beiden texte ich noch frontal zu, ab dem dritten wird es dialogisch, und am Ende ist meine Euphorie dann doch ein wenig der rhetorischen Routine gewichen, und ich versuche die Kollegen durch Fragen auf dieselben oder sogar bessere Ideen zu bringen und die aktiv daran zu beteiligen. Gelingt aber bei den ersten ganz selten, weil ja alles dringend erstmal raus und selbst formuliert werden muss.

Ideenbildung durch Zuhören – das kennen sie schon alle und lauschen mir brav (oder tun nur so – egal).

Bodenseepeter zur Raststätte!

Und der dritte Schritt, nachdem ich es mehrfach und zunehmend selbst am Telefon formuliert habe, ist dann: rechts raus zu irgend einem Parkplatz oder im besten Fall zu einer Raststätte mit gutem Espresso, und dort alles ins MacBook hacken als lange Notiz, die für den nächsten firmeninternen Workshop als Vorlage taugt. Oder für mich als gute Erinnerung und Zusammenfassung.

Genau so und in genau dieser Reihenfolge ist es mir gestern wieder passiert. Ich kam eine halbe Stunde zu spät (ins Büro), weil ich auf einer Raststätte eine spontane Aufschreibpause machen musste. Das, denke ich, spricht absolut für diesen Strategietrainer!

Darum bekommt dieses Set aus 6 CDs von mir die beide Daumen nach oben und eine uneingeschränkte Kauf-Empfehlung.

—– Die Fakten —–

Der Strategietrainer kostet 79 Euro bei Amazon, ist ein Mitschnitt eines mehrtägigen Seminars von von Marc Pletzer bei der Fresh-Academy. Digitale Nomaden können das Hörbuch beim NLP-Shop direkt downloaden.

Das Bose Headset gibt es ebenfalls bei Amazon, und es kostet 142 Euro.

Kaffee und Fahrrad

Es gibt ein Doppelgestirn, das sich wie ein roter Faden durch mein Leben zieht: die Symbiose aus Kaffee und Fahrrad. Und an manchen Stellen kommen beide Sonnen tatsächlich miteinander in Berührung.

Zwei solcher velophilen und koffeinhaltiger Sternstunden möchte ich vorstellen.

Da ist zum Einen das Bike-&Bean Café bei Halifax in Nova Scotia, ganz im Osten Kanadas. Die kleine und gemütliche Holzhütte war früher ein Bahnhof. Doch die Bahnstrecke wurde stillgelegt und ist heute eine herrliche Strecke für einen Ausflug mit dem Rad. Tannenwälder und kleine Seen wechseln sich ab mit tollen Ausblicken auf die vielen schärenartigen Buchten des Atantik.

Das Café wird geführt von Dana Gallant, der im Hauptberuf Radreisen organisiert. Wer sich mit ihm trifft, wird von seiner Frau im Bike&Bean Café einen fantastischen Kaffee serviert bekommen. Neben dem Café ist ein kleiner und feiner Radladen, wo Räder für den Trail geliehen werden können, aber auch viele witzige Shirts mit Fahrrad-Motiven verkauft werden.

Als ich zuletzt vier Tag in Nova Scotia war, habe ich mehr als die halbe Zeit in diesem Café verbracht – in dem es zudem auch noch ein gutes Wlan gibt.

Auf der anderen Seite des amerikanischen Kontinents radelt der Pepper Peddler in Davis, Kalifornien. Dahinter verbirgt sich Alex Roth, der seinen selbst gerösteten Kaffee nicht nur per Rad zu seinen Kunden bringt – vielmehr röstet er die Bohnen auch ohne Einsatz von Elektrizität.

Dafür hat er sich eine Konstruktion ähnlich eines Fahrrades gebaut, auf der er strampelnd sitzt, während über einer Propangasflamme die Trommel mit dem Kaffee rotiert.

 

Via Bernd Röthlingshöfer.

Kennt ihr weitere Geschichten von Kaffee und Fahrrädern? Ich bin gespannt…!

Aktien für absolute Anfänger

Es gibt kein gutes Investment – es gibt nur gute Investoren. Darum ist jeder Tipp unangebracht, außer man empfiehlt eigene Erfahrungen zu machen.

Hier ein Beispiel, wie man als absoluter Anfänger seine ersten Schritte machen könnte:

  1. Ein Konto bei Cortal Consors eröffnen. Kostet nix, und dauert in der Summe ein paar Tage – weil man sich zB bei der Post am Schalter ausweisen muss, um sich zu identifizieren.
  2. Sich die App von Cortal Consors runterladen.
  3. Vom eigenen Konto auf das neue Konto bei Cortal Cosors etwas Geld überweisen.
  4. Morgens im Café die Kurse checken und zum Beispiel eine einzelne Aktie von Apple kaufen. Das kostet dann 4,50 Euro Gebühren (egal, wie viele Aktien man kauft) und funktioniert so:

Dies ist der Kurs der Apple-Aktie. Sie kostet auf der Plattform Xetra momentn knapp 440 Euro das Stück.

Ist ein entsprechendes Guthaben auf dem Konto bei Cortal Consors, kann man sie ordern. Das bedeutet ein Kaufangebot abgeben, zB könnte man 440 Euro dafür bieten. Wenn der kleine Tan-Generator (wird von Cortal Consors bei der Kontoeröffnung verschickt) in der Tasche ist, dann kann man den Kauf gleich abschließen.

Falls in diesem Moment jemand seine Apple-Aktie für diesen Preis verkauft, dann macht es schwupp, und man ist Aktionär.

Hätte man es gestern früh beim ersten Cappuccino im Café so gemacht, dann hätte man eine Apple-Aktie für 430 Euro bekommen. Am Abend dann, beim letzten Espresso im Café, hätte man diese Aktie wieder verkaufen können für 439 Euro.

Die Differenz von 9 Euro wäre dabei zwar exakt für die zwei Transaktionsgebühren von je 4,50 Euro drauf gegangen. Aber man wäre um eine wirklich wichtige Erfahrung reicher. Und immerhin: bei zwei Aktien wären 9 Euro Gewinn übrig geblieben, also mehr als man für den Kaffee ausgegeben hätte.

Ganz zu schweigen davon, wenn man letzte Woche gekauft und heute verkauft hätte. Oder Anfang des Jahres. Dann wären nämlich schon 111 Euro pro Aktie dabei rausgesprungen – plus die erste eigene Erfahrung mit dem Aktienmarkt.

Die besten 8 Apps für Unternehmer

Evernote

Evernote ist mein digitales Notizbuch.

Hier schmeiße ich alles rein, was mir in den Sinn kommt und ich nicht vergessen möchte.

Die meisten meiner Notizen sind offline gespeichert, dh mir ist es egal, wie groß die Daten sind, weil ich sie nicht im iPhone parat habe, sondern nur bei Bedarf abrufe. Darum speichere ich hier auch Fotos ab.

Außerdem synchronisiert sich mein Evernote-Konto automatisch mit meinem iPad und meinem MacBook, dh es ist ganz egal, wo ich die Notizen eingebe oder abrufe – sie sind immer alle da, wo ich gerade bin.

Die Notizen habe ich in verschiedene Notizbücher gruppiert:

Eines davon heißt Rezepte, und hier sind nicht nur meine Lieblingsrezepte abrufbar gespeichert, sondern hier kommen auch alle Rezepte rein, die ich irgendwo finde und mir merken möchte. Meistens mache ich einfach ein Foto von der Buchseite. Wenn ich also im Supermarkt stehe und Lust auf eines meiner Lieblingsgerichte habe, dann kann ich jederzeit nachschauen, welche Zutaten ich brauche.

Ein anderes Notizbuch heißt Ausrisse. Hier sind sehr Artikel aus Zeitungen und Zeitschriften drin, die ich (meist morgens im Café) gelesen habe und aufheben möchte, oder die ich jemandem weiterleite. Evernote kann zwar auch Texterkennung, aber ich “scanne” die Artikel mit CamScanner+ und lade sie von dort aus direkt zu Evernote hoch.

Es gibt Notizbücher für jede meiner Firmen und jedes meiner Projekte.

Ein anderes heißt Gedichte, und darin sind meine 50+ Lieblingsgedichte, die ich noch nicht auswendig rezitieren kann. Wann immer ich (nicht die erste) Flasche Wein mit Freunden trinke, wird zum Beispiel reflexartig und mit ernster Mine der Weinreinbringer rezitiert.

Außerdem stehen unter Kaufen lauter Dinge (oder Fotos davon), die ich irgendwann (oder bald wieder) kaufen will. Also ein Wein, der mir besonders gut geschmeckt hat, oder ein Foto von einer Test-Zeitschrift, in der die leckersten Erdbeer-Joghurts getestet wurden, usw.

In einem weiteren Notizbuch sind die Fotos aller Seiten meines Moleskins (also dem Notizbuch aus Papier), so dass ich alle alten Mitschriften abrufbar habe. Außerdem ist dies ein gutes Backup für den Fall, dass ich das Moleskin mal verlieren sollte.

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Mein Fahrrad wird gebaut

So sieht der Arbeitsplatz von Rudolf Pallesen aus, dem Inhaber der Firma Norwid, wo ich mein Traum-Fahrrad bauen lasse.

Hier werden Fahrrad-Rahmen von Hand gebaut. Also nach allen Maßgaben des Kunden. Und diesem Fall bin ich das.

Die Armlänge, Beinlänge, Schulterbreite, gewünschte Sitzposition, Stahl-Arten, Wandstärke und Rohrdurchmesser und vieles mehr fließen hier in meinen ganz persönlichen Rahmen ein.

Allein der Beratungsprozess dauert mehrere Stunden, bei mir geschah das durch eine hervorragende Beratung bei Rad und Tat in Karlsruhe. Oder genau genommen in einem Café dort um die Ecke, wo wir über zwei Stunden lang bei Cappuccino das Für und Wider der verschiedenen Stahl-Arten und aller anderen Details in Bezug auf meinen Einsatzzweck diskutierten.

Und beim “fotogensten” Arbeitsschritt der Entstehung meines Traum-Fahrrads wollte ich dabei sein.

Darum hatte mir die Firma Norwid vorgeschlagen, dass ich zum Zusammenlöten der Rohre und beim Einspannen des Hinterrads in die Werkstatt nördlich von Hamburg kommen könne – was ich im Februar 2012 auch sehr gerne tat.

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Die Wichtigkeit der Reißleine

Fliegen bei schönem Wetter macht nicht nur Spaß, sondern ist eigentlich auch ganz einfach.

Ein großer Teil der Ausbildung eines Piloten besteht aber nicht nur darin Gefahren zu vermeiden, sondern vor allem lernt man ihnen im Fall der Fälle auch sicher zu entkommen.

Man lernt also die Situation zu beherrschen, die zu vermeiden man erst recht lernt. Und wenn man beides gut kann, dann übt und tut man dauernd das eine, das andere jedoch nie. Was auch irgendwie gefährlich ist.

Ähnlich ist es beim Unternehmensgründen. Man tut alles, um das Start-Up zum Fliegen zu bekommen, und wenn man gut ist, dann klappt das auch. Wieder und wieder.

Und dabei verlernt man leicht den Umgang mit der Reißleine.

Wenn ich sie dann trotzdem plötzlich ziehen will, so brauche ich schon mal diese lange Vorrede, um mir den Misserfolg so gut und nützlich zu reden, wie er ist.

Mein Traum von Everybike

Kurzum: vor einem halben Jahr begann ich einen lang gehegten Traum umzusetzen. Mit Everybike wollte ich eine Marke schaffen, die für die schönsten Radreisen der Welt steht. Also ein oder zwei Dutzend exotischer Traumreisen zusammenfassen, die man mit dem Rad erleben kann.

Meine Idee war, dass ich meinen Namen als Radreise-Experte damit in Verbindung bringe, und dann mit der durchaus angenehmen Tatsache für diese Reisen werbe, dass ich sie persönlich erlebt habe und miterleben werde.

Ich wollte also jedes Jahr drei neue tolle und exotische Reisen ins Programm aufnehmen, die Spezialisten vor Ort für mich organisieren. Alles geführte Gruppenreisen mit dem Bike. Und beim ersten Termin bin ich jeweils selbst dabei, fotografiere und dokumentiere die Reise, um sie anschließend persönlich und erfrischend subjektiv online zu beschreiben und bewerben. Aus erster Hand, und dennoch nicht vom Veranstalter selbst.

Eine runde Sache, mit der niemand reich wird (weil keine skalierbare Geschäftsidee), die sich aber mehr als selbst trägt, und bei der ich mein Know-How mit meinem Wunsch kombinieren kann, selbst wieder mehr mit dem Rad und der Kamera zu erleben. Dachte ich zumindest.

Innere Bilder als Motivation

Wie das so ist beim Unternehmensgründen, sah ich blühende Landschaften vor meinem inneren Auge – und nicht die Feldarbeit. Also ein funktionierendens und verlockendes Fernziel, aus dem ich normalerweise sehr leicht die Motivation für jeden einzelnen Zwischenschritt herauspressen kann, wie süßen Saft aus einer reifen Orange. Ich sehe das Ziel, und dann muss ich nur noch ein paar Monate oder Jahre lang schuften, um dahin zu gelangen. Eine Kleinigkeit, während derer ich in Gedanken bereits die ganze Zeit durch die reifen Gärten spaziere und mich über die Ernte freue. Normalerweise.

Doch einerseit bemerkte ich an mir eine faktische Abneigung dagegen, die vielen Details zu klären. Ich wollte und wollte die Dinge einfach nicht erledigen. Keine großen Sachen, sondern ein Telefonat hier, ein Email dort, eine Einweisung von Mitarbeitern, oder einfach nur ein Buchungsformular auf der Webseite.

Ich sah also die prallen Gärten, wollte mir aber partout keine Gummistiefel zur Sat anziehen.

Ich schob das alles Woche um Woche vor mir her – und verlor den Spaß daran. Ich hatte ein Motivationsproblem. Eine auf den ersten Blick ganz neue Erfahrung für mich.

Selbst ein (schon länger geplantes) NLP-Seminar wollte meiner Motivation in dieser Sache nicht auf die Sprünge helfen. Meine Bilder waren bereits paradiesisch auf allen inneren Kanälen. Mehr Bunt und mehr Groß ging gar nicht, und meine eigenen Methoden sind längst erprobt und taugen locker als Muster für jedes Coaching. Eigentlich.

Die richtigen Farben für das falsche Motiv

Mein Ziel war also definiert, und der Weg zum Ziel ist für mich kein grundsätzliches Problem. Hier lag also etwas anderes falsch.

Es waren nicht die Eigenschaften meiner inneren Bilder. Es war kein Motivationsproblem, wie ich zu den Bildern gelangen könnte.

Sondern die Bilder hatten das falsche Motiv!

Ich plante nämlich Reisen mit Everybike nach Südafrika, nach China und in die Rocky Mountains, und nebenbei wurde dafür gerade mein maßgeschneidertes Weltreiserad gebaut. So weit, so gut.

Doch wenn ich mir dieses Rad vorstelle, dann sehe ich mich damit:

  • Durch Island radeln – und nicht auf den Reisen von Everybike.
  • Alleine – und nicht in einer Gruppe von Everybike.
  • Mit dem Zelt – und nicht in Hotels einer Pauschalreise.

Ich will Reisen wieder selbst erleben und keine Reisen mehr veranstalten.

Es waren gute Gespräche mit Freunden und Mitarbeitern (danke dafür!), die mich auf das richtige Gleis gebracht haben.

Du machst nun genau das, was du an Rundays nicht haben wolltest – sagte die eine. Du brauchst keine Reisen verkaufen um sie zu erleben – sagte der andere. Du willst Freiheit erleben und gehst lauter neue Verpflichtungen ein – sagte ein weiterer.

Ich hatte mir das falsche Bild gemalt.

Darum habe ich gestern die Reißleine gezogen und das Projekt Everybike gestoppt.

Fishing for Cyclists

Zwischen Dänemark und Schweden liegt der Oeresund, eine schöne Region, die durch die neue Brücke zwischen Kopenhagen und Malmö weiter zusammenwächst. In dieser Region sollen fahrradtouristische Produkte entstehen, und als Gründer von Deutschlands größtem Veranstalter von Fahrradreisen (Radweg-Reisen) habe ich dort am 25. Januar 2012 auf einer Konferenz in Roskilde darüber gesprochen, wie wir Fahrradreisen erfolgreich vermarkten.

Meine Slides sind nicht selbsterklärend, aber ich stelle sie dennoch online.

Der Kern meines Vortrags waren drei Dinge:

1. Was ist das touristische Produkt einer Fahrradreise?

Für den Veranstalter sind es auf den ersten Blick die zu organisierenden Bestandteile (Hotels, Gepäcktransport, Wegbeschreibung etc.). Der Gast jedoch kauft jedoch ganz andere Dinge wie Landschaftserlebnis, körperliche Bewegung, Zeit mit Familie und Freunden, Stolz darauf die Tour geschafft zu haben, sorgenfreies Radeln – also Aspekte, die im touristischen Produkt nur indirekt enthalten sind. Vielleicht kann man sogar soweit gehen zu sagen, dass der Gast etwas kauft, was im Produkt (und im gesamten Angebot des Veranstalters) nicht enthalten ist: nämlich all die Touren, die es nicht in den Katalog geschafft haben – also ein indirektes Qualitätsversprechen.

Doch Radreisen werden nicht nur an Gäste verkauft, sondern auch an andere (kooperiernde und konkurrierende) Veranstalter. Ihnen erfüllt man gänzlich andere Bedürfnisse. Sie kaufen Profit, erweiterte Zielmärkte, Loyalität, Zahlungssicherheit etc.

Zugleich macht ein Veranstalter Geschäfte mit den wichtigsten Leistungsträgern, und zwar den Hotels. Sie wollen garantierte und vor allem gleichmäßige Auslastung, prompte Bezahlung, automatische Gutschriften statt eigener buchhalterischer Arbeit etc.

Für jede dieser Zielgruppe sind andere Aspekte entscheidend für zufriedene Geschäftspartner.

2. Welche Strategie ist langfristig erfolgreich?

Ich erzähle von Veranstaltern, die ihren eigenen Gästen soweit misstrauen, dass sie zB die Reiseunterlagen erst dann verschicken, wenn die Stornokosten so hoch sind, dass niemand die Reise absagt, nur um an die Unterlagen zu gelangen. Solche Veranstalter gibt es tatsächlich.

Unsere Strategie ist komplett umgekehrt. Wir versuchen den Besuchern unserer Webseiten dabei zu helfen, dass sie nicht unsere Kunden werden müssen, also ihre Radreise komplett ohne uns organisieren können, wenn sie dies wollen. Das schafft nicht nur Vertrauen, sondern auch Traffic.

3. Flexibel bei der Suche nach dem Produkt bleiben

Wir hatten Portale zu den 40 wichtigsten deutschen Radwegen aufgebaut, um dort mit interessierte Radlern in Kontakt zu treten. Die Strategie ging voll auf, stieß aber bei Radweg Nr. 41 an den Long Tail (der 2/3 aller Radtouristen umfasst). Ich konzipierte Bikemap als Möglichkeit, um die nächsten 1000 Radwege user-generiert zu erfassen.

Bikemap war binnen kurzer Zeit so erfolgreich, dass daraus ein eigenes Start-Up wurde, ich es vom Werkzeug zum Produkt umwandelte.

Für Bikemap entwickelten wir technische Lösungen, um Tausende Routen auf einer Google-Map abzubilden. Und wir bekamen immer häufiger Anfragen von Agenturen und Verlagen, ob wir dieses Know-How verkaufen wollten. Doch wir wollten keine Agentur werden (die Stunden verkauft statt Produkte).

Als die Anfragen immer häufiger wurden, beschlossen wir dieses Know-How in ein eigenes Produkt zu packen, das Maptoolkit.

Heute ist das Maptoolkit unsere Haupteinnahmequelle – und die Flexibilität im Blick auf die eigene Kompetenz hat uns einen spannenden Weg gehen lassen.

Soviel zu meiner knappen Zusammenfassung des Vortrags. Hier nun die Slides.

Verschiedene Zeitzonen am Bodensee

Heute habe ich diesen historischen Fahrplan der Bodensee-Schiffe von 1894 erhalten.

Beim genauen Hinschauen sah ich unter “Bemerkungen” folgenden Hinweis:

Die Abfahrtszeiten sind für sämtliche Bodenseeuferorte in mitteleuropäischer Zeit angegeben. In den Schweizer Häfen findet dagegen die Abfahrt vom 1.-31. Mai noch nach Berner Zeit, also 30 Minuten früher als angegeben, statt.

Bei Wikipedia habe ich darauf gelesen:

Da Bern auf 7,5 Grad östlicher Länge liegt, ergab sich gegenüber der MEZ ein Versatz von 30 Minuten. Zumindest in einigen Orten wurde parallel die Ortszeit weiter verwendet, so hatte der Genfer Inselturm beispielsweise um 1880 drei Uhren:

  • Die rechte zeigte die Berner Zeit
  • Die mittlere zeigte die Ortszeit (Bern -5 Minuten)
  • Die linke zeigte die Zeit von Paris beziehungsweise die der Bahnlinie nach Paris (Berner Zeit -20 Minuten).

Diese von Mitteleuropa abweichenden Zeitzonen der Schweiz wurden am 1. Juni 1894 abgeschafft, also genau einen Monat nach Beginn des in diesem Poster genannten Fahrplans.

Mercedes-Werkstatt zu blöd um Ölstand zu prüfen

Über meine Unzufriedenheit mit der Audi-Werkstatt von Hardenberg in Konstanz habe ich an dieser Stelle schon ausführlich berichtet (hier und hier). Sie war Grund genug, um fortan zu einer anderen (und weiter entfernten) Audi-Werkstatt zu fahren, nämlich zu Brodmann in Allensbach.

Außerdem war die schlechte Erfahrung bei Grad-Hardenberg für mich der Auslöser um fortan Mercedes zu fahren.

Doch als ich meinen Daimler nun von seiner ersten Inspektion bei der hiesigen Mercedes-Werkstatt Bölle abholte, da kam ich gerade mal 500 Meter weit. Kaum vom Hof gefahren, warnte mich mein Mercedes vor zu niedrigem Ölstand.

Ich musste sofort anhalten und am nächsten Tag erneut in die Werkstatt. Man habe zuerst zu viel Öl eingefüllt, dann wieder etwas davon abgelassen, und dabei wohl nicht Maß gehalten, lautete die Erklärung.

In anderen Worten: vor der Inspektion war mein Mercedes fahrtauglich, danach nicht.

Besonders ärgerlich war aber, dass man mir diese Unfähigkeit auch noch berechnen wollte.

Rund um Island

Im Sommer 2011 bin ich auf der Suche nach der perfekten Radreise einmal mit dem Auto rund um Island gefahren. Hier sind die Bilder der Reise durch dieses unfassbar schöne Land.

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Interview als Seriengründer

Die Zahl der Fragebögen, die mich zum Thema “Seriengründer” erreichen, steigt schneller als ich Firmen gründen kann. Da muss man aufpassen, dass man vor lauter Reflexion des Gründens das Gründen selbst nicht vergisst. Darum schicke ich auch meist ein “Sorry, keine Zeit, muss gründen” als Absage.

Doch heute hatte ich Lust auf das Interview, und hier sind ein paar meiner Antworten auf die Fragen im Rahmen einer Bachelor-Thesis zum Thema “Serial Entrepreneurship”:

Interview als Seriengründer

Wie viele Unternehmen haben Sie bereits gegründet?

Sechs Firmen sowie vier firmenähnliche Projekte, die allerdings in vorhandenen Firmen laufen.

An wie vielen Unternehmen sind Sie außerdem beteiligt und in welcher Form (Business Angel, Investor, weitere)?

Keine. Meine Stärke liegt darin Dinge selbst anzustoßen. Ich habe kein Indiz dafür, dass ich als Investor gut sein könnte, nur weil ich selbst erfolgreich ein paar Firmen aufgebaut habe.

In wie vielen Unternehmen sind Sie im operativen Geschäft tätig? Was ist Ihre Hauptaufgabe?

Ab Gründung war ich das in jeder, momentan nur noch in einer. In den anderen habe ich die Geschäftsführung nach der Start-Up-Phase abgegeben.

War es von Beginn an Ihr Ziel, die Unternehmen mit einer Exit Strategie aufzubauen?

Nein, gegründet habe ich immer mit dem Ziel die Firma (das Projekt, die Idee) zum Laufen zu bekommen. Sozusagen aus Projektästhetik mit betriebswirtschaftlichem Nebennutzen. „Da muss man doch“ und „da könnte man“ waren immer die ersten Gedanken. Also Marktlücken, die nach Schließung schrien. Der Verkauf kam bislang immer zustande, weil ein Käufer auf mich zukam.

Unterdessen arbeite ich jedoch bei bestehenden und profitabel laufenden Firmen durchaus daran, sie verkaufbar zu machen, dh schon vor konkreten Kaufabsichten die Firma so aufzustellen, dass sie für einen potentiellen Käufer leichter zu durchschauen ist. Also an Entflechtungen, klaren Positionierungen und auch Unabhängigkeiten von meinen anderen Projekten.

Wie haben Sie Ihre Unternehmen finanziert? Über Investoren, private Geldgeber, Bankkredite, eigene Finanzierung, sonstige?

Die allererste durch einen spontan angebotenen Kleinkredit des Steuerberaters, den ich eigentlich nur gebeten hatte, meinen Businessplan Korrektur zu lesen. Eine weitere Firma durch einen Risikokapitalgeber (der bis heute Gesellschafter ist), und alle andere mit eigenem Geld. Alle meine Firmen sind frei von Fremdkrediten, dh ich verzichte auch auf teure Ideen und schnelles Wachstum zugunsten der Unabhängigkeit von Dritten.

Wie schützen Sie sich vor Konkurrenz? Haben Sie dafür eine besondere Strategie?

Damit, dass ich mich mehr anstrenge als meine Konkurrenten. Und vielleicht die besseren Ideen habe. Aber sobald man als Unternehmer müde und faul wird, beißen einen die (fleißigeren) Hunde!

Haben Sie vor, weitere Unternehmen zu gründen? Wenn ja, was ist Ihr Ziel?

Ja, auch wenn das Geldverdienen nicht mehr meine hauptsächliche Motivation ist. Ich liebe es Projektchancen zu suchen, zu finden, Projekte zu initiieren, zum Laufen zu bringen und auf eigene Beine zu stellen, also nach möglichst kurzer Zeit nicht mehr im, sondern am Projekt zu arbeiten. Der Reiz der ersten Stunde eines Projektes ist für mich ungebrochen, die erste Nachtschicht mit zu viel Espresso in meinem Arbeitszimmer ist ein Glückmoment und ein immer wieder von mir gesuchter Flow.

Mich reizen vor allem Projekte, die ich alleine an meinem MacBook mit diversen Tools anstoßen kann, die es so vor 10 Jahren noch nicht gegeben hatte, und die nun keine teuren Experten mehr erfordern. Das Gründen ist sehr viel einfacher geworden.

Der monetäre Aspekt bei der Gründung ist mir nicht mehr so wichtig, weil mein Auskommen bereits gesichert ist. Das genieße ich vor allem deswegen, weil es die Spanne möglicher neuer Projekte auf solche vergrößert, die nicht kurzfristig betriebswirtschaftlich motiviert sind.

Welche Kriterien müssen eine Idee und/oder ein Konzept erfüllen, damit Sie es als erfolgsversprechend ansehen?

Es muss ein vorhandenes Bedürfnis stillen. Ein Bedürfnis, das existiert, auch wenn es vielleicht noch niemand bewusst wahrgenommen und ausgesprochen hat.

Haben Sie eine bestimmte Branche auf die Sie sich spezialisieren? Wenn ja, warum? Warum sind andere Branchen nicht interessant für Sie?

Jein – meine Firmengründungen begannen im Fahrradtourismus und sind momentan in der Web-Technologie. Dennoch gibt es einen klaren roten Faden, der sich vom ersten bis zum momentenen Projekt zieht. Das ist jedoch weniger ein Vorsatz, als viel mehr die Tatsache, dass ich stets dort neue Projekte finde, wo sich gerade meine Aufmerksamkeit befindet. Andere Branchen sind also interessant, aber ich bewege mich nur Schritt für Schritt von Branche zu Nachbarbranche weiter.

Gründen Sie lieber im Team oder alleine?

Alleine. Augenzwinkernd begründe ich das mit meinen zwei linken Gehirnhälften, meinem Halbautismus und der Tatsache, dass ich Einzelkind war. Faktisch hat es auch mit meinem sehr hohen Arbeitstempo zu tun in der Gründungsphase, in dem ich mit diversen lieb gewonnenen Tools eine Produktivität besitze, die durchaus einem Team von 10 weniger erfahrenen Gründern vorweggründet. Bevor ich Dinge in der Anfangsphase kommuniziert hätte, habe ich sie selbst längst erledigt.

Allerdings gibt es auch ein paar Dream-Partner, mit denen ich jederzeit gerne (wieder) etwas Neues anstoßen würde.

Wie darf man sich bei Ihnen einen typischen Arbeitstag vorstellen? Wie schaffen Sie es, den Überblick über Ihre Unternehmen zu bewahren? Haben Sie spezielle Techniken entwickelt, sich nicht zu verzetteln?

Den gibt es nicht, und er änderte sich im Laufe der Jahre. Momentan habe ich (zum Glück) keine operative Rolle mehr, dh ich muss nicht mehr in den Firmen arbeiten, sondern kann mich also ganz auf das Gründen und die Arbeit an den Firmen konzentrieren. Und das hat keinen Rhythmus. Ich spreche viel mit Leuten. Ich reise sehr viel, bin über 50% der Nächte außer Haus. Ich bin sehr pro-aktiv, dh ich besuche interessante Leute offensiv. Es ist hoffentlich nicht leicht mir meinen bei Bedarf auch vehementen Wunsch nach einem Kennenlernen und einem Gespräch abzuschlagen. Meine Geschäft laufen also meist über persönliche Beziehungen. Ich habe immer ein Notizbuch bei mir (und nutze zunehmend alternativ Evernote). Ich lese sehr viel, etwa 5 Bücher pro Woche, viele Webseiten und Zeitungen. Meine Arbeit sieht in der Ideenfindungsphase nicht wie Arbeit aus, und das echte Starten eines Projektes ist nicht die häufigste Tätigkeit, sondern eher die Suche danach.

Ich verliere den Überblick immer wieder. Und dann muss ich dort Feuer löschen, wo es brennt. Und Lösungen implementieren, damit das nicht wieder passiert. Aber generell bin ich sehr zufrieden mit meinen Teams, die fast alle Entscheidungen alleine treffen sollen, fast jeden Fehler machen dürfen – zumindest jeden einmal.

Ich verzettele mich regelmäßig. Und dann wird in meinen Projekten aufgeräumt. Das ist Teil der Arbeit.

Was ist Ihre Motivation zum Gründen? Was ist Ihr Hauptziel? Was ist der besondere Reiz?

Eine Lücke zu sehen, dort ein Projekt zu initiieren oder ein Unternehmen zu gründen, das die Lücke schließt und das fortan autark bestehen bleibt – das ist der mich faszinierende ästhetische Reiz.

Waren Sie jemals Angestellter? Wenn ja, was war der Grund einen sicheren Arbeitsplatz gegen das risikoreiche Gründen zu tauschen?

Nein. Ich habe schon als Schüler Projekte und Einzelunternehmen gegründet. Wenn ich die alle mitzähle, bin ich als Seriengründer übrigens längst zweistellig.

Gibt es besondere Charaktereigenschaften, die Ihrer Meinung nach besonders wichtig sind als Gründer?

Die Bereitschaft sich mehr anzustrengen als andere. Ein großes Maß an Selbstsicherheit, jedoch ohne die Fähigkeit zu verlieren Feedback zu suchen und anzunehmen. Schneller denken und arbeiten als andere. Gute Organisation der eigenen Sachen. Die Lust und Sucht sich stets weiter zu entwickeln. Einsamkeit zu ertragen.

Was waren die schwierigsten Momente, die Sie als Gründer erlebt haben?

Schulden zu haben und von den Kreditentscheidungen anderer anhängig zu sein. Das ist mir zwei Mal passiert, und das soll mir nie wieder passieren. Darum gründe ich wohl auch lieber klein und nur mit eigenem Geld.

Trennungen von Mitgründern waren immer schmerzlich, aber das hält mich nicht davon ab, auch weiterhin bei Gelegenheit Dinge im kleinen Team zu gründen.

Entlassungen. Wie bei jedem Geschäftsführer.

Sind Sie der Meinung, dass fundierte betriebswirtschaftliche Kenntnisse von Nöten sind, ein erfolgreiches Unternehmen aufzubauen, oder glauben Sie, dass die Idee, der Wille und die richtigen Partner gepaart mit einem ausgereiften Konzept genügen?

Nein, ein BLW-Studium hätte mir nicht geholfen. Ich kann bis heute kaum Bilanzen lesen. Aber man muss Leute kennen, die das können. Ein Projekt kalkulieren zu können reicht. Mein Mathestudium war dafür also keine Hilfe – außer vielleicht als Übung präzise zu denken.

Nutzen Sie Komponenten für Ihre Unternehmen (z.B. Fulfillment, Outsourcing im Bereich Buchhaltung, Design, usw.)?

Ja klar. Und der Umgang mit diesen herrlichen Tool ist einer der Schlüssel zum Erfolg. Man kann damit die eigene Produktivität vervielfachen. Diese Tools werden jedes Jahr besser und günstiger (bzw meist sogar gratis). Beispiele sind Evernote, Logotournament, WordPress, Google-Docs, Basecamp, Highrise etc.

Was können Sie anderen Gründern mit auf den Weg geben?

Keine allgemeinen Tipps. Die bekam ich damals auch nicht, bzw ich habe sie nie angenommen.

Aber ich kommuniziere meine Rolle recht offen, blogge und facebooke über Ideen, Erfolge, Misserfolge und meinen täglichen Kampf gegen Prokrastination und Reisemonster. So hat sich eine gewisse Rolle als Seriengründer ergeben, die ich zB auch in Vorträgen ausübe. Damit komme ich regelmäßig in Kontakt mit potentiellen Gründern, die dann vor allem implizit erkennen, wie und wer ich bin. Daraus sollen sie ihre eigenen Schlüsse ziehen.

Ich selbst hatte und habe auch immer Vorbilder, und sie waren (oft ohne es zu wissen) meine größten Hilfen.

Alle Radfahrer haben gleichzeitig Grün

In Konstanz werden etwa 19% aller innerstädtischen Fahrten mit dem Rad zurück gelegt. Das ist über dem deutschen Durchschnitt, aber noch weit unter besonders fahrradfreundlichen Städten wie Oldenburg oder Münster.

In der niederländischen Stadt Gronigen werden 57% aller Fahrten mit dem Rad zurück gelegt, also genau drei Mal so häufig wie in Konstanz.

Dort gibt es eine Kreuzung, an der alle Radfahrer gleichzeitig Grün haben.

Warum ist das gut? Weil durch die Radwegbenutzungspflicht das Linksabbiegen für Radfahrer in Konstanz oftmals bedeutet, dass man zwei Rotphasen hintereinander abwarten muss: die erste um auf dem Radweg gerade aus über die Kreuzung zu fahren, und die zwangsläufig darauf folgende, um danach links abzubiegen.

Radfahrer haben minimal eine Rotphase und zu 50% eine zweite. Autofahrer hingegen haben maximal eine Rotphase, und auch diese nur zu 50% Wahrscheinlichkeit. Statistisch haben Radfahrer also drei Mal so oft Rot wie Autofahrer.

Kein Wunder ist man als Radler in solchen Situationen geneigt die eine oder andere Verkehrsregel zu missachten.

Die Kreuzung in Groningen entschärft diese Problematik erfolgreich. Seht selbst:

Groningen: Green Phase for Cyclists from Streetfilms on Vimeo.

(via fahrradforum-blog)