Bike-Porn: Mein Reiserad von Norwid

Endlich ist es fertig. Die ersten 1.000 Kilometer bin ich schon damit gefahren, und nun sind alle Kinderkrankheiten beseitigt. Das Norwid ist nun mein absolutes… Traumweltreiserad!

Die Entstehung des Rahmens habe ich bereits mit vielen Fotos dokumentiert. Und nun folgen die ersten Fotos des fertigen Rads. Enjoy!

Mein fully customized Norwid Reiserad.

Basis ist das Modell Spitzbergen, der Rahmen auf Columbus Zona-Novachrome oversize Rohren gelötet (siehe Dokumentation von Rahmenbau).

Der Ramen ist ein 26″ Touren-Rahmen mit folgenden Maßen: max 50-559, Rahmenhöhe hinten 600 (OK-SR), Rahmenhöhe vorne  670, Oberrohrlänge 590, Sattenrohrwinkel 72 Grad, Hinderbaulänge 450, Steuerrohrwinkel 70,5 Grad.

Statt eines Logos habe ich meinen handgeschriebenen Namen im Unterrohr unter Lack anbringen lassen. Das Finish des Rahmens ist matt, die Farbe Grau.

Der Lenker ist Humbert X-Tas Ergo L 12 Grad, die Enden habe ich leicht gekürzt, und die Griffe sind Ergon GC-3 Rohloff mit Oversize-Integralhörnchen.

Der Rahmen ist handgelötet, und die Lötstellen sind fillet-brazed, also babypopoglatt geschmirgelt. Norwid at its best!

Nur am Tretlager, wo die stärksten Kräfte wirken, sind die Lötstellen formschön gemufft.

Die Kabel und Züge verlaufen weitgehend im Rahmen. Hier verschwindet der Zug im Unterrohr. In der Gabel geschützt verläuft die Stromzufuhr vom Naben-Dynamo zum Vorderlicht.

Die Sattelstütze ist porno, und zwar von der Seat Post von Miche. Der Sattel ist ein formschöner fi’zi:k von Vitesse.

Im Antrieb steckt die 14-Gang Nabenschaltung von Rohloff.

An der Kurbel war von Norwid geliefert ein 42-er Kettenblatt von Shimano mit einer Canpagnolo Record 9-fach, doch die Kettenlinie war nicht optimal, und es traten Vibrationen auf. Der Lösungsvorschlag von Norwid war “fahren Sie 1.000 Kilometer, dann wird es vielleicht besser”. Der Lösungsversuch von Rad & Tat in Karlsruhe war eine variierte Kettenspannung. Beides  taugte nicht.

Schließlich hat Radial in Konstanz ein 42er Blatt von Gebhardt mit einer breiten vernickelten Kette von Sram montiert, und jetzt läuft alles butterweich.

Das Licht ist State-of-the-Art von Schmidt mit Glasscheibe zur besseren Ausbeute.

Die Nabe ist Schmidts Original SONdelux.

Traktion, Federung und Pannenschutz liefern (faltbare) Schwalbe Marathin Dureme in 50 mm Breite, darunter liegt Felgenband von Schwalbe.

Die Felge ist eine Rigida Andra 30 mit gepunzten Speichenlöchern. Weil’s gut klingt. Ehrlich gesagt habe ich jedoch keine Ahnung, was “gepunzt” bedeutet. Muss aber toll sein, weil’s teuer war.

Die Speichen sind solide Sapim Rave 2,0 x 1,8 x 2,0 in schwarz.

Die Öldruck-Bremse ist von Magura. Grundsolide und unkaputtbar – so wie das ganze Rad. Eine Magura HS 33 mit CNC-Booster zur besseren Griffigkeit.

Hier wird gebremst!

Und hier wird geschaltet, 14 Gänge, gleichmäßig übersetzt. Nur die ersten 7 davon haben – wie immer bei Rohloff – ein feines Vibrieren, das mich im Moment noch irritiert, denn jedes Vibrieren kostet (meine) Energie. Darum fahre ich mit dem Chainglider-Kettenschutz auch nur im Alltag. Auf Reise kommt statt des 42er ein 40er Kettenblatt vorne drauf, und der Kettenschutz geht ab. Dann habe ich eine kleine Übersetzung und brauche die ersten 7 Gänge noch seltener. Dafür läuft dann alles butterweich.

Tja, und das Gepäck wird von Tubus-Rohren gehalten – weil es nichts stabileres gibt.

Fahrrad: Norwid (handgebaute Räder für “Velosophen”)
Sehr gute Beratung zum Kauf und zur Konfiguration: Rad und Tat, Karlsruhe
Sehr gutes Finishing der Kinderkrankheiten: Radial in Konstanz

Die nächsten Bilder gibt es dann in ein paar Wochen vom beladenen Rad, und zwar auf meiner ersten großen Tour damit.

Ich war übrigens einen Tag bei Norwid in der Werkstatt zu Besuch, als mein Rad gebaut wurde. Hier geht es zu meiner Foto-Dokumentation vom Rahmenbau.

About Peter Eich

Mathematiker und Philosoph eigentlich, Seriengründer und Investor tatsächlich. Gründer von Inselhüpfen, Radweg-Reisen, Bikemap, Toursprung, Tourbook, Bodensee-Verlag, und Cyclesummit. Außerdem Referent, Immobilien-Investor, Pilot, NLP-Coach und Barista. Und meistens unterwegs.

14 comments

  1. gratulation, sehr feines bike!

    eine frage: warum keine scheibenbremsen?
    felgenbremsen sind ja suboptimal bei regen (wenn die felge mal nass ist) bzw. haben bei verschmutzung eine deutlich schlechtere bremsleistung (auch generell, aber dreckigen felgen merkt man es extrem). vom preis her ist (vor allem im vergleich zur hydraulischen magura) nahezu kein unterschied, mittlerweile ebensowenig beim gewicht. die wartung ist im vergleich zu magura sogar einfacher – der tausch der bremsbeläge ist sogar ohne werkzeug möglich (geht bei der magura nicht). ganz abgesehen von der abnützung der felge (die irgendwann getauscht werden muss, wenn die felgenwände zu dünn werden).

    natürlich kommts immer auf die verwendung des drahtesels an…downhill hat andere anforderungen als tourenfahren auf asphalt.

    wieviel wiegt das rad eigentlich?

    und zum abschluss: wenn du in österreich damit fahren willst, fehlen noch die “katzenaugen”, d.h. die gelben reflektoren in den felgen. die polizei (v.a. in wien bzw. den größeren städten) kontrolliert das seit diesem jahr ziemlich oft und genau. €35 werden fällig, wenn etwas fehlt (licht, glocke, reflektoren). ob da auch eine ersatzgefängnisstraße möglich ist, weiß ich nicht ;))

    • Hi Chris, Scheibenbremsen funktionieren tatsächlich sehr gut. Aber sobald ein Tropfen Öl dran kommt, bremsen sie nicht mehr. Und sobald die Bremsscheibe einen Schlag bekommt – und das kann beim Transport auf Reisen leicht geschehen – funktioniert sie ebenfalls nicht mehr. Kurzum: sie sind mir zu fragil für die große Tour.

  2. ich meinte natürlich: die gelben reflektoren in den speichen (nicht felgen).

  3. Danke für den Hinweis. Immerhin hat das Rad ein richtig gutes und helles Licht. Sogar Bremslicht (sobald die Spannung vom Nabendynamo rasch nachlässt, leuchtet das Licht hinten heller). Ich hoffe mal das ist dann verhandelbar gegen die 35 Euro.

  4. Ach ja, die Reifen haben weiße Reflexionsstreifen. In Deutschland ist das ein möglicher Ersatz für die gelben Katzenaugen.

  5. Was ein Rad! Wenn ich die Möglichkeit hätte (damit meine ich finanziell) würde ich mir das Rad GENAU so nachbauen lassen. Es gibt nichts, was ich verändern bzw. verbessern könnte. Gratluation zu einem ausgesprochen schicken High End Bike…

    • Wow, Tourenradfahrer, was für ein Kompliment. Danke!
      Um aber ganz ehrlich zu sein, ich würde beim nächsten Mal ein paar Details ändern: der Lenker ist mir etwas zu breit, bei der Rohloff bin ich wegen des Scharrens in den niederen Gängen noch immer nicht ganz überzeugt (ich bing gefühlt technisch vor 20 Jahren steheng geblieben und muss mich erst an Rohloff und Magura gewöhnen), und vor allem würde ich keinen matten Lack mehr nehmen – weil man da nichts ausbessern kann. Er wird vermutlich rasch Gebrauchsspuren zeigen, und er fasst sich einfach nicht so gut an wie ein polierter. Am liebsten hätte ich nämlich klar und glatt lackierten gebürsteten Stahl genommen, aber dafür passende (nicht unter Lack korrodierende) Rohre gibt es momentan nicht.

      • Hallo Peter,

        super Rad!
        Habe das gleiche Problem, die Rohloff soll ja super sein aber die Geräusche in den ersten paar Gängen da muss man siche erst daran gewöhnen. Sind das die orginal Bremshebel von Magura? Wo startete deine erste Tour?

  6. Also das mit dem matten lack finde ich fantastisch, hab mein MTB auch in schwarz matt und es sieht einfach soooo viel besser aus, auch (oder gerade) mit Gebrauchsspuren!
    Dein Problem mit der schnarrenden Rohloff kann ich nachvollziehen, bei meinem MTB ist eigentlich nur ein Gang etwas “lauter”. Bei meinem Birdy habe ich mich dann doch etwas über die Geräusche in den niederen Gängen gewundert. vielleicht liegts am Ramen, Gepäckträger oder sonst was, meine hören sich jedenfalls unterschiedlich an.

    Ansonsten natürlich geniales Bike, kann deine Entscheidung für die HS33 voll verstehen, nur die etwas breite XT kurbel passt nicht zu den superschicken, ja doch ziehmlich schlanken, und filigran zusammengelöteten Rohren

    Viel Spaß mit dem Gerährt, ich freu mich ja schon auf deine ersten Reiseberichte :-)

  7. Hallo Peter,
    Glückwunsch zu Deinem tollen Rad ! Bis auf den Low- Rider, die Flaschenhalten und die Felgen sieht mein Fahrrad von Norwid fast identisch aus. Durfte das Stück am 21.11.2012 von meinen Händler abholen und bin begeistert von dieser exelenten Qualität, die Herr Pallesen und sein Team dort abgeliefert haben. Habe mich für den Klarlack RAL 7012 ( Basaltgrau ) entschieden…..sieht affengeil aus. Allerdings mußte ich fast 4 Monate warten…..bin fast verrückt geworden, hat sich aber zu 100% gelohnt.

    Wünsche Dir tolle Touren !!!!!!!

  8. hammer fahrrad!

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